KI-Assistent "OpenClaw" bekommt offizielle iPhone-App


Vor sechs Monaten wurde OpenClaw beinahe über Nacht zum angesagtesten Thema im KI-Bereich. Er war die erste populäre Erscheinungsform autonom agierender KI-Agenten mit (simulierter) Persönlichkeit, Erinnerungsvermögen und Admin-Rechten für das Betriebssystem. Der Anwender kommunizierte über einen Messenger mit OpenClaw, beispielsweise mittels Telegram. Zukünftig können Nutzer auf diesen Umweg verzichten, dank der offiziellen
OpenClaw-App.
Weiterhin ist ein separater Rechner notwendig, auf der
OpenClaw sein Software-Repertoire und seine in Markdown-Dateien gesicherten "Skills" selbstständig verwaltet. Mit dieser muss der Anwender eine Verbindung herstellen, beispielsweise durch eine Suche im Lokalen Netzwerk oder das Abscannen eines QR-Codes. Die App übernimmt also keineswegs die Kontrolle über ein iPhone, sondern stellt nur einen Kommunikationskanal bereit.
Ohne einen Rechner mit OpenClaw-Installation bleibt die App ohne Funktion.
LLM nicht im Lieferumfang inbegriffenDie eigentlichen KI-Berechnungen übernimmt ein mächtiges, in vielen Fällen Server-seitiges Large Language Model (LLM), etwa Claude von Anthropic – darauf spielt der Name an. Dafür ist ein API-Schlüssel für ein Account notwendig, welches token-basiert abrechnet. Die Verwendung von Pauschalabonnements haben die großen KI-Anbieter unterbunden, da der Token-Verbrauch oftmals sehr hoch ausfällt. Alternativ kann man sich ein lokales LLM installieren; deren Leistungsfähigkeit ist allerdings meist geringer, die Geschwindigkeit niedriger und die Leistungsanforderungen an die verwendete Hardware deutlich höher.
Wachsender WettbewerbSeit dem Hype Ende Januar hat sich viel getan rund um KI-Agenten. Der ursprüngliche Entwickler verließ das Projekt und wechselte Mitte Februar zu OpenAI. OpenClaw wurde an eine Foundation übertragen und blieb quelloffen. Mittlerweile bekam es vielfache Konkurrenz. So gibt es den ebenfalls quelloffenen
Hermes Agent, den auf Kleinstcomputern lauffähigen
ZeroClaw sowie den Ende 2025 von Meta übernommenen
Manus. Aufgrund unüberschaubarer Risiken sollte ein KI-Agent nicht auf einem Rechner mit umfangreichen Nutzerdaten, sondern in einer VM oder auf einen separaten Computer installiert werden.
Persönliche KI-Agenten: Chronologie| Datum | Ereignis |
| 16.10.2025 | Anthropic stellt Agent Skills vor |
| 25.11.2025 | Erste Version von OpenClaw auf GitHub (als warelay) |
| 18.12.2025 | Skills werden offener Standard, Skills-Tauschbörse |
| 19.12.2025 | warelay wird in clawdis umbenannt |
| 30.12.2025 | Meta übernimmt KI-Startup Manus |
| 05.01.2026 | clawdis heißt fortan Clawdbot |
| 27.01.2026 | Umbenennung in Moltbot |
| 28.01.2026 | Cisco veröffentlicht Skill Scanner |
| 28.01.2026 | Moltbook geht online |
| 30.01.2026 | Moltbot heißt jetzt OpenClaw |
| 04.02.2026 | Erste ClawCon in San Francisco |
| 16.02.2026 | Peter Steinberger wechselt zu OpenAI |
| 21.02.2026 | Erste Version von ZeroClaw geht online |
| 05.06.2026 | Nous Research veröffentlicht Hermes Desktop für macOS, Linux & Windows |