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KEF LS LUXE: Hochklassige Streaminglautsprecher aus England neu verföhnt

Mit der LS-Wireless-Serie hat KEF eine der erfolgreichsten und klanglich besten Serien moderner Streaming-Speaker etabliert und über die Jahre immer weiter entwickelt. Jetzt kommt mit der LS LUXE der nächste Evolutionssprung in den Handel.


Was mit der Erfolgsgeschichte der Passivlautsprechern LS50 im Jahr 2012 begann (hier der REWIND-Test aus 2013), hat der britische Lautsprecherspezialist KEF im Laufe der Jahre konsequent immer weiter ausgebaut. Und zwar hauptsächlich in Richtung Aktivlautsprecher mit Drahtlos-Features und Streaming. Die heutige LS—Wireless-Serie mit den Modellen LSX II LT, LSX II, LS50 Wireless II und den Standlautsprechern LS60 Wireless gehört nicht nur zu den ausgereiftesten ihrer Gattung. Mit dem immer weiter verfeinerten KEF Uni-Q Koaxialtreiber, der wie eine Punktschallquelle wirkt und fantastische Räumlichkeit ermöglicht, sind die Speaker von KEF auch klanglich immer ganz weit vorne.


Kompakt
Marke LEF
Bezeichnung LS Luxe
Art Streaming-Lautsprecher
Empf. Preis (€) 4.000
Verfügbarkeit August/September
Die Briten heben nun mit dem Modell LS LUXE den nächsten Entwicklungsschritt angekündigt. Wie der Name (der sich übrigens „Lax“ oder wie der Fisch „Lachs“ ausspricht) schon andeutet, adressiert die neuste KEF-Kreation nicht ausschließlich HiFi-Fans, sondern will auch ein Luxus-orientiertes Publikum ansprechen. Das geht natürlich nur mit einem ausgefallenen Design. Und genau das ist bei den LS LUXE am augenfälligsten.

Mit ihrer sehr rundlichen „Kopfform“ – erinnert sie mich ein wenig an Sci-Fi-Kreationen, wie etwa an den Helm aus der unterhaltsamen Apple-TV-Serie "Murderbot", oder auch an Köpfe stilisierter Modepuppen – und mit distinguiert bis exklusiv anmutenden Farben fallen diese Lautsprecher definitiv aus dem üblichen Rahmen. Und ja, das polarisiert. Ich sehe schon die Kommentare, wie hässlich die Luxe doch sind. Solche Kritik kommt natürlich von denjenigen, die sonst nur auf strikte, geradlinige Formen stehen. Wer nicht ganz so strikt in geometrischen Formen denkt, wird die sanften Schwünge der LS Luxe aber lieben und vor allem auch den Mut zu einem anderen als dem üblichen Kistendesign bei Lautsprechern anerkennen.


Die Form ist auch akustisch von großem Vorteil, da sie keinerlei Kantenbeugungseffekte zulässt und die Gehäusesteifigkeit erhöht. Dank eines hochfesten Materials mit vergleichsweise geringer Wandstärke, unterstützt durch zusätzliche innere Versteifungen, bietet das Gehäuse der Luxe ein gegenüber anderen Materialien größeres Volumen und erlaubt eben diese fast nahtlos wirkende Formensprache.


Das setzt sich auf der Rückseite fort. Dort sitzt ein großer Kühlkörper, dessen Rippen sich organisch um das Anschlussfeld und die Bassreflexöffnung winden und der an den Kanten sanft in das Gehäuse übergeht. Das Design stammt übrigens aus der Feder des bekannten Industriedesigners Ross Lovegrove, der sich ganz ähnlich wie Luigi Colani mit eben explizit organischen Formen einen Namen gemacht hat. Die LS Luxe brechen damit deutlich aus dem bisherigen Designschma der LS-Serie aus. – Love it or hate it.

Im unteren Preissegment sind die Luxe wie zu erwarten nicht angesiedelt, sondern zwischen den bisherigen kompakten Topmodellen LS50 Wireless II und den Standlautsprechern LS60 Wireless. Konkret heißt das: 4.000 Euro für das Set. Plus ggf. noch passende Standfüße, die KEF in Schiefergrau mit Spikes und Kabelführung für rund 900 Euro das Paar anbietet.


Die Technik der LS Luxe
Auch auf der technischen Seite hat sich natürlich einiges getan. Allerdings gibt es hier eine Einschränkung: Die Streaming-Plattform bleibt unverändert auf dem schon länger eingesetzten Stand W2. Hier hätte ich mir ebenfalls eine Weiterentwicklung erhofft, auch wenn die Plattform schon klar zu den ausgereiftesten in diesem Segment gehört.

Dafür gibt es an anderer, sehr wichtiger Stelle ein großes Update. Nämlich beim Uni-Q-Treiber, der jetzt schon die 13. Generation darstellt. Die sichtbarste Veränderung betrifft die Größe. Mit 16,5 cm ist der Durchmesser deutlich gewachsen. Die 12. Generation und ihre Vorgänger hatte lediglich 13 cm Durchmesser. Der Flächengewinn sorgt u. a. für eine tiefere untere Grenzfrequenz und bringt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch mehr Körperhaftigkeit in die Abbildung.


Der Größenzuwachs erforderte allerdings einiges an Entwicklungsaufwand. Denn in der speziellen Coax-Anordnung mit Hochtöner im Zentrum muss unbedingt sichergestellt werden, dass sich tonal keine Klangverfärbungen einstellen. Immerhin ist gerade die Neutralität der KEF-Speaker eines ihrer Markenzeichen. Auch sonst hat sich am Treiber noch einiges getan. Neben einer angepassten MAT-Scheibe (Metamaterial Absorption Technology), die die rückseitig abgestrahlte Energie des Hochtöners nahezu vollständig auslöscht, spielt dabei auch eine neue Treiberentkopplung vom Gehäuse eine wichtige Rolle.

Die Leistungselektronik in der Luxe liefert je 100 W in Class-AB an die Hochtöner und 280 W Class-D für den Tief-Mittelton. Der Frequenzgang soll bei -3 dB eine untere Grenzfrequenz von 42 Hz haben (35 Hz bei -6 dB), was bei dieser Größe enorm tief ist. So wie auch der maximale Schalldruckpegel (1 m) von 110 dB. Die DSP-Technik hilft hier auch ein bisschen mit.


An Wireless Streaming-Optionen bieten die Luxe AirPlay, Google Chromecast, Roon Ready (Voraussichtlich ab 2027 verfügbar), UPnP, Bluetooth 5.3 und sie sind kompatibel mit Audirvāna. Gestreamt werden kann u. a. Spotify via Spotify Connect, Tidal via Tidal Connect, Qobuz via Qobuz Connect, Amazon Music, Deezer, QQ Music via QPlay, sowie Internet Radio und Podcasts. Die maximale Auflösung beträgt, je nach Quelle, bis 384 kHz/24 Bit.

Auch bei der Verbindung zwischen Primär- und Sekundärlautsprecher hat sich was getan. Wie zuvor, erfolgt die Verbindung wahlweise drahtgebunden per LAN-Kabel, oder drahtlos per Funk. Letztere Verbindung wird stets auf 96 kHz resampelt. Bei Kabelverbindung hingegen wird immer auf 192 kHz resampelt. Bei den bisherigen Modellen waren es max. 48 kHz bei Funk und 96 kHz bei Kabelverbindung.


Die Anschlüsse
Der neue KEF-Streaminglautsprecher trägt jetzt nicht mehr den leicht irreführenden Zusatz „Wireless“ im Namen, denn ganz ohne Kabel geht es hier nie. Trotzdem bieten natürlich auch die LS Luxe die Möglichkeit der drahtlosen Musikzuspielung, wahlweise via Bluetooth, oder über die oben genannten Protokolle.


Drahtgebundene Quellen finden natürlich ebenfalls Anschluss. Dafür stehen die üblichen Verdächtigen am primären Lautsprecher zur Verfügung, darunter LAN, Toslink, Coax, HDMI eARC und Analog 3,5 mm für Aux – aber kein Phono. Komplettiert werden die Anschlüsse durch je einen Subwoofer-Ausgang am Primär- und Sekundärlautsprecher.

Einschätzung/Kommentar
Das Designexperiment der KEF LS Luxe ist gewagt, passt aber zu dem neuen Luxus-Anspruch der Briten, die damit auch stärker in Konkurrenz zu Marken wie Devialet treten wollen, deren Lautsprecher optisch ebenfalls stark aus dem Rahmen fallen. Die glatte, runde Form der LS Luxe bietet Spielraum für Interpretationen, so wie meine Kopf-Analogie weiter oben.

Ich denke, als Hutständer werden die zukünftigen stolzen Besitzer dieser Lautsprecher nicht missbrauchen. Zumal man für optimalen Klang nicht an der ausgefeilten Form des Gehäuses manipulieren sollte. Zudem sehen die LS Luxe ja äußerst futuristisch und zugleich zeitlos aus. Ein eigenständiger Look, der unabhängig davon, ob man ihn mag oder nicht, auf jeden Fall die Blicke auf sich zieht.

Auf der anderen Seite bin ich vor allem gespannt, wie gut sich der neue 16,5-cm-Uni-Q in der Praxis bewährt. Beispielsweise, ob die Speaker noch ihre berühmte neutrale Tonalität gepaart mit messerscharfer räumlicher Fokussierung aufweisen. Ich bin aber sehr zuversichtlich. Der kommende Test wird es aufdecken. Technisch gesehen (ein ausführliches Whitepaper liegt inzwischen vor) sind die LS Luxe äußerst beeindruckend. In ihnen steckt viel mehr Hirnschmalz, als in den allermeisten anderen Aktivkonzepten. Vor allem die technisch sehr knifflige Umsetzung mit Stromverstärkern in Verbindung mit einer höchst innovativen Membrangegenkopplung ist wegweisend.

Dass sich hingegen bei der Streaming-Engine nichts neues getan hat, ist ein wenig bedauerlich. Andererseits ist das Konzept ja auch gut bewährt und wer mehr will, greift vor allem bei der Musiksteuerung sowieso eher zur App seiner Wahl. Sei es Roon, eine der Connect-Varianten oder auch nur AirPlay, um Apple Music über die LS Luxe wiedergeben zu können. Auch wenn dies wegen der Limitierungen AirPlays weiter auflösungsbegrenzt bleibt.

Die abschließende Wertung steht damit noch aus, aber anhand der bisherigen Informationen denke ich, dass die LS Luxe ein hohes Potential haben, um auch in luxuriös-lifestylig orientierten Kreisen neue Käufer zu finden. Beim Klang bin ich mir ziemlich sicher, dass KEF hiermit weiterhin ganz vorne mitspielen wird.

Kommentare

Guy01.08.26 08:21
Ich hatte mir damals (2017) die LS50W gekauft. Daher kann ich heute sagen NIE wieder KEF.
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Krispo9901.08.26 09:01
Guy
Ich hatte mir damals (2017) die LS50W gekauft. Daher kann ich heute sagen NIE wieder KEF.

Ohne nähere Begründung lese ich deinen Kommentar so, dass Du nichts anderes mehr brauchst, oder liege da falsch
+1
pentaxian
pentaxian01.08.26 09:11
Guy
Ich hatte mir damals (2017) die LS50W gekauft. Daher kann ich heute sagen NIE wieder KEF.
mit Begründung wäre die Aussage noch viel gehaltvoller...
mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)
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