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Interview: Federighi und Co. über die enge Google-Kooperation, deren Umfang und einige weitere Details

Seit wenigen Monaten ist bekannt, dass Apple für Siri sowie neue Modelle von Apple Intelligence auf Google-Technologien setzt. In welchem Umfang das geschieht, ist allerdings jetzt erst klar. Nachdem das Thema auf der Keynote zur Sprache kam, haben sich Craig Federighi, Mike Rockwell, Amar Subramanya und Sebastien Marineau-Mes in einem Gespräch mit Pressevertretern nun genauer dazu geäußert. Die wichtigste Botschaft lautet, Siri AI nutze weder die Gemini-App noch Google Assistant, Google Search oder die für Googles eigene Kunden verwendete Modell-Infrastruktur.


Siri AI ist nicht Gemini mit neuem Etikett
Craig Federighi stellt klar, dass auf iOS kein Gemini-Clientcode laufe. Der Anteil von Google Assistant an Siri AI betrage laut Federighi "null". Damit reagiert Apple auf naheliegende Befürchtungen, die neue Siri sei im Kern lediglich eine umetikettierte Gemini-Integration. Außerdem wiederholte Apples Softwarechef das bekannte Versprechen für Private Cloud Compute. Anfragen werden nicht gespeichert, seien nicht für Apple zugänglich und dienten ausschließlich der Bearbeitung des jeweiligen Befehls. Diese Architektur lasse sich zudem von externen Forschern kontinuierlich überprüfen.

AFM, dritte Generation
Neu ist die dritte Generation der "Apple Foundation Models". Amar Subramanya beschrieb eine ganze Modellfamilie, nämlich AFM Core als neues lokales Standardmodell, AFM Core Advanced als leistungsfähigeres multimodales On-Device-Modell, AFM Cloud als serverseitiges Modell mit Fokus auf Latenz und Kosten, AFM Cloud Image für Bildgenerierung und Bildbearbeitung sowie AFM Cloud Pro für besonders anspruchsvolle Aufgaben wie agentische Werkzeugnutzung und komplexes Schlussfolgern.

Viermal Apple...
Die ersten vier Modelle – Core, Core Advanced, Cloud und Cloud Image – sind nach Apples Darstellung speziell für Apple Silicon entwickelt, mit proprietären Daten trainiert und mithilfe von Gemini-Frontier-Modellen verfeinert worden. Google-Technik half also wohl beim Training oder bei der Modellverbesserung, aber das Ergebnis sind Apple-eigene Modelle für Apple Intelligence. Die Angaben entsprechen übrigens einem Bericht von The Information, der im März genau davon gesprochen hatte.


...und einmal Google
Der stärkste Google-Bezug besteht bei AFM Cloud Pro. Dieses Modell bezeichnete Subramanya als Apples leistungsfähigstes Modell mit einer Qualität nahe an "Gemini Frontier"-Modellen. Für den Produktivbetrieb arbeitet Apple nach eigenen Angaben sowohl mit Google als auch mit Nvidia zusammen, um Private Cloud Compute auf Nvidia-GPUs in Googles Cloud auszuweiten – bei weiterhin geltenden Apple-Datenschutzgarantien. Für Fragen zu aktuellen Ereignissen oder allgemeinem Weltwissen verweist Apple hingegen nicht auf Google Search, sondern auf einen eigenen "World Knowledge Service".

Google also nicht Zulieferer, sondern Partner
Die neuen Aussagen lassen Apples Google-Deal deutlich differenzierter erscheinen. Siri AI ist nicht einfach Gemini unter Apple-Logo, so wie von vielen befürchtet wurde. Apple setzt bei Google offenbar auf drei Ebenen, nämlich als Partner bei der Entwicklung und Verfeinerung eigener Foundation Models, als Vergleichs- und Qualitätsmaßstab für besonders leistungsfähige Modelle sowie bei AFM Cloud Pro auch als Teil der Cloud-Infrastruktur zusammen mit Nvidia.

Kommentare

Marhow
Marhow09.06.26 10:29
Das sind sehr gute Nachrichten. Apple scheint Google (wie damals bei Maps), lediglich als Steigbügelhalter zu nutzen. Irgendwann wird das wieder gelöst.
-1
System 6.0.1
System 6.0.109.06.26 10:46
Craig Federighi stellt klar, dass auf iOS kein Gemini-Clientcode laufe. Der Anteil von Google Assistant an Siri AI betrage laut Federighi "null". Damit reagiert Apple auf naheliegende Befürchtungen, die neue Siri sei im Kern lediglich eine umetikettierte Gemini-Integration. Außerdem wiederholte Apples Softwarechef das bekannte Versprechen für Private Cloud Compute. Anfragen werden nicht gespeichert, seien nicht für Apple zugänglich und dienten ausschließlich der Bearbeitung des jeweiligen Befehls. Diese Architektur lasse sich zudem von externen Forschern kontinuierlich überprüfen.

So, und die üblichen Verdächtigen müssen jetzt noch Sätze posten wie „Wer's glaubt wird selig“ oder „Denen kann man nicht trauen!“ oder „Sowas geht doch gar nicht, eine Hintertüre gibt es immer!“ blah blah blah.

Nach allem, was ich über die Consumer-Elektronik-Szene bisher gelernt habe, ist Apple der Einzige! dem man in Fragen der Sicherheit noch trauen kann. Zumindest, wenn es um die Absicht geht, ein sicheres Produkt zu liefern. Denn Niemand ist vollkommen. Nicht mal die Forenteilnehmer …
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+1
Troubadixderdritte09.06.26 10:49
Marhow

…und kommt dann vielleicht sogar auch in die EU 😜

Warum spricht niemand über die Blamage, dass Apple scheinbar nicht gewillt ist, „Apple AI“ zwei Jahre nach der großen Ankündigung regelkonform in der EU zu bringen.
Anstatt dessen bringen sie diese billige Polemik im Trump-Stil: Die EU ist schuld. Nein, Apple ist mehr und mehr Teil des faschistischen Amerika. Leider!

@alle: sorry für den Ausflug in die Politik, aber es kotzt mich einfach an, dass große Konzerne nicht bereit sind, sich an Regeln zu halten. Das Recht des stärkeren, auch hier.
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Frost09.06.26 10:57
Ah ja, also eigentlich macht Apple ja alles selbst und sie brauchen Google nur da sie grade nicht genuegend Stellflaeche fuer alle Apple AI Server verfuegbar hatten und zur Zeit bei Apple so beschaeftigt sind, dass es ihnen nicht moeglich war auf die schnelle eine entsprechend grosse Halle zu finden.
Fuer wie bloed haelt Apple eigentlich die Leute da draussen.
-4
Gedankenschweif09.06.26 11:01
Troubadixderdritte
Regeln können auch einfach sche**e sein.
Nur weil eine Regeln existiert, heisst noch lange nicht, dass diese gut ist.

Auch hier ein kleiner Ausflug in die Politik:
Man schaue sich den Entwurf für das Heizungsgesetz von Gas-Kathi an. Da ist das überwiegende Urteil: dieses Gesetz ist nicht verfassungskonform und wird vom Bundesverfassungsgericht kassiert werden.
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