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Apple erklärt: Warum Siri AI nicht in der EU kommt (iOS und iPadOS)

Apple Intelligence erschien vor zwei Jahren zunächst nur in den USA, erst mit Verspätung in anderen Ländern. Ein Hauptgrund war, dass lediglich US-Englisch als Sprache fertig war, nicht jedoch Deutsch, Französisch, Spanisch oder gar britisches Englisch – angebliche EU-Einschränkungen dienten damals als bequeme Ausrede. Nun wiederholt sich das Spiel mit Siri AI, wenngleich diesmal DMA-relevante Aspekte nicht von der Hand zu weisen sind. Apple erklärt in einer Pressemitteilung, Siri AI werde bei Veröffentlichung von iOS 27 und iPadOS 27 nicht auf iPhone und iPad in der EU verfügbar sein. Es handle sich um eine "Verspätung", keine komplette Streichung.


Kernfunktionen bleiben außen vor
Betroffen sind ausdrücklich die neue Siri-App, erweitertes Visual Intelligence, die integrierten Schreibwerkzeuge, Siri Mode in der Kamera und weitere auf der WWDC gezeigte Siri-AI-Funktionen. Auch Entwickler in der EU können die neuen Siri-AI-Funktionen für iOS und iPadOS zunächst nicht testen oder in Apps verwenden. Auf dem Mac kommen die Funktionen hingegen, es handelt sich also nicht um die Sprachproblematik der ersten Generation von Apple Intelligence. Apple blockiert Siri AI somit nicht generell in Europa, sondern gezielt auf den Plattformen, die im Rahmen des DMA stärker im Fokus stehen

EU-Kommission angeblich nicht an Einigung interessiert
Apples offizielle Begründung lautet, die EU-Kommission habe in den vergangenen Monaten keine der vorgeschlagenen Lösungen akzeptiert. Der Darstellung zufolge verlangt die EU eine weitreichende Öffnung für konkurrierende virtuelle Assistenten. Sobald Siri AI in der EU auf iPhone und iPad verfügbar sei, müsse Apple demnach auch anderen KI-Systemen Zugriff auf private Daten und die Kontrolle installierter Apps ermöglichen. Das Argument ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, denn Siri AI wird nun einmal weit mehr als ein reiner Sprachassistent. Die Funktion soll persönliche Daten aus Nachrichten, Fotos, Dateien, Kalender, Bildschirmkontext und Apps verstehen und daraus Aktionen ableiten.

Als Gegenmodell habe Apple einen sogenannten Trusted System Agent vorgeschlagen. Diese Zwischenschicht sollte konkurrierenden Assistenten Zugriff auf dieselben Funktionen ermöglichen, aber kontrolliert und mit zusätzlichen Schutzmechanismen – angeblich wurde das ebenfalls abgelehnt. Allerdings gibt Apple nicht an, warum das der Fall war, möglicherweise galt den Experten die "18-monatige Übergangszeit" als zu lang.

Es bleiben aber Fragen offen
Trotzdem sollte man Apples Darstellung nicht ungeprüft übernehmen. Die Mitteilung ist sehr klar als politische Botschaft formuliert. Apple spricht von einer "extremen Interpretation" des DMA, von fehlender konstruktiver Zusammenarbeit und von Gefahren für EU-Nutzer. Das passt zu Apples seit Jahren wiederkehrender Kommunikationslinie, bei der Verzögerungen in Europa stets als Folge des DMA dargestellt werden. Apple nutzt den Konflikt sichtbar, um die EU-Regulierung als Innovationsbremse darzustellen. Ob Siri AI ohne DMA aber tatsächlich sofort vollständig, zuverlässig und in allen relevanten europäischen Sprachen gestartet wäre, bleibt offen.

Für Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und weitere EU-Sprachen müssen Modelle, Suchlogik, App Intents, Sicherheitsfilter und Sprachausgabe zuverlässig funktionieren und teils individuell angepasst sein – eine spätere EU-Verfügbarkeit verschafft Apple daher zwangsläufig auch zusätzliche Entwicklungszeit. Ob auf dem Mac nämlich hierzulande alles genauso funktioniert, wie für iOS demonstriert, muss sich noch zeigen.

Kommentare

Rasmidas
Rasmidas08.06.26 21:02
In der Schweiz denke läuft alles wie USA
+1
Applegünth08.06.26 21:04
„ Sobald Siri AI in der EU auf iPhone und iPad verfügbar sei, müsse Apple demnach auch anderen KI-Systemen Zugriff auf private Daten und die Kontrolle installierter Apps ermöglichen. Das Argument ist nicht völlig aus der Luft gegriffen“

Und das vergessen immer alle.


Ich verstehe Apple, diese Dose allen DatenKIs öffnen wäre übel.
+11
lorgrand08.06.26 21:04
Es ist dringend an der Zeit, den europäischen Umsatz an diese Ankündigungen anzupassen !
-6
strateg
strateg08.06.26 21:05
Rasmidas
In der Schweiz denke läuft alles wie USA

denke ich genauso und ab 2027 dann zusätzlich in deutsch, französisch und italienisch.
cuntentientscha, attentivitad, curaschi —
+2
Peanuts
Peanuts08.06.26 21:08
Mich nervt dieses Bevormunden der Bürger durch die EU-Kommission. Wer kein Siri AI kann sich doch jederzeit ein anderes Telefon kaufen. Niemand wird gezwungen ein iPhone zu kaufen.

Wie wird das eigentlich umgesetzt? Was zählt als EU-Bürger: iPhone Landeseinstellungen auf einem EU Land oder Apple ID aus einem EU Land? Die Landeseinstellungen kann man ja jederzeit z.B, auf Schweiz ändern.
-24
sudoRinger
sudoRinger08.06.26 21:16
In China resultiert die Verzögerung aus den extrem strengen staatlichen Vorgaben für generative KI. Apple muss dort lokale Server nutzen und sehr wahrscheinlich auf staatlich genehmigte Sprachmodelle lokaler Anbieter zurückgreifen.

Spannend für die Beurteilung ist Apples Umgang mit anderen regulierten Märkten. In Großbritannien und Japan existieren Gesetze, die dem europäischen DMA ähneln und ebenfalls die Öffnung von Apples Ökosystem fordern. Dennoch plant Apple dort anscheinend keine Verzögerung.
Apple hat nicht behauptet, dass die Wettbewerbsgesetze in Japan oder Großbritannien eine Gefahr für die Privatsphäre darstellen würden. Wenn Apple in anderen Ländern mit vergleichbarer Plattformregulierung keine unlösbaren Sicherheitsprobleme sieht, wirkt die Blockade in Europa wie ein politisches Manöver. Es drängt sich auf, dass Apple den europäischen Markt nutzt, um andere Regulierungsbehörden weltweit unter Druck zu setzen, z.B. Brasilien.

Ich könnte noch ergänzen, dass eine Verzögerung von "Image Playgrounds" um ein paar Monate niemandem wirklich weh tut. Ich schalte die AI vermutlich ohnehin erstmal ab. Wenn ich mich denn sobald überhaupt auf das Golden Gate wage ...
+14
RobRoy08.06.26 21:19
Peanuts
Mich nervt dieses Bevormunden der Bürger durch die EU-Kommission. Wer kein Siri AI kann sich doch jederzeit ein anderes Telefon kaufen. Niemand wird gezwungen ein iPhone zu kaufen.

Wie wird das eigentlich umgesetzt? Was zählt als EU-Bürger: iPhone Landeseinstellungen auf einem EU Land oder Apple ID aus einem EU Land? Die Landeseinstellungen kann man ja jederzeit z.B, auf Schweiz ändern.

Bevormundung geht in beide Richtungen… und hier ist genau das Problem
Ich bin weder begeistert was die EU macht noch ist das wirklich cool wie Apple damit umgeht … die Europäer bezahlen einen Teil der Entwicklung und dürfen das System nicht nutzen

Zu deinem Satz Niemand wird gezwungen eine andere KI als Siri AI zu nutzen doch genau das will Apple uns zwingen NUR ihre KI zu nutzen wenn man ein IPhone kauft …

Aus meiner Perspektive kann man hier sehr gut sehen das zwei Kontrahenten sehr stark auf ihren Positionen beharren und beide stellen sich bockig an Kompromisse einzugehen … am Ende leidet wie immer der Kunde …
Schade aber auch
+3
MichaHH08.06.26 21:24
Für mich heißt das: keine neue Hardware kaufen. Eigentlich wären jetzt ein iPhone und ein neuer Mac dran gewesen, das lass ich jetzt. Keine Features, kein Umsatz.
-2
seekFFM08.06.26 21:26
Könnte man es so lesen: APL ist besorgt um die Daten seiner Kundin (Nutzer). Dieses Versprechen, die Daten zu schützen, wäre hierdurch möglicherweise in der EU nicht mehr haltbar?
+2
Dunnikin
Dunnikin08.06.26 21:34
Kein Siri AI in der EU? Ok, von mir aus. Ich nitze KI sowieso extrem selten. Ist mir also wurscht, weil mir Apples kindisches Gehabe und Geschmolle im Zusammenhang mit der EU auf den Zwirn geht. Ich bin gespannt, wie das z. B. in Japan gemacht wird, dort und auch in anderen Ländern gibt es der DMA vergleichbare Bedingungen. Will Apple dort auch die zickige Diva machen?

Ich bin gespannt. Anstelle die Mimose zu geben, stünde es Apple durchaus sehr gut, die unzähligen Bugs anzugehen. Aktuell ist die Tastatur unter iOS mal wieder völlig daneben und der seit etwa zehn Jahren immer wieder diskutierte Pinch-to-Crash-Bug in Safari hat wohl auch ein ständiges Bleiberecht erwirkt. Ach ja, mal wieder ein persistenter iCloud-Tab. Dauerhafter Nebenschauplatz.

Benutzen die ihre eigenen Telefone überhaupt? Eine berechtige Frage, die Bugs sollten auffallen. Normalerweise. Beim normalen Gebrauch. Aber Hauptsache der EU den schwarzen Peter unterjubeln. Wie weit muß man sinken, um das nötig zu haben? Erbärmlich.
+1
WahrFa08.06.26 21:34
Frage ist, was jetzt daran stimmt oder nicht. So oder so unschön von Apple.
Weil angenommen, die Argumente stimmen, dann würde ich es als Apple darauf anlegen und wenn die EU den Vollzugriff durch andere KIs verlangt, dann würde ich vor Gericht ziehen.
Und dann darf die EU dem Richter nämlich erklären, warum bei Android nur Gemini so tiefen Zugriff hat und andere KIs das nicht habe müssen, bei Apple verlangt man es aber.
Würde wohl schlecht für die EU ausgehen.
(Bei der Gelegenheit könnte der Richter auch den kritischen Bericht über Google in die Öffentlichkeit zwingen, den die EU Kommission laut etlichen EU-Abgeordneten seit Monaten zurückhält)

Also wohl doch nur Gezicke von Apple?
+1
ERNIE08.06.26 21:35
MichaHH
Keine Features, kein Umsatz.

Naja, ganz so ist es ja nicht. Die Keynote war zwar sehr KI-lastig, aber im neuen MacOS und iOS verspricht Apple sehr viele Verbesserungen, auf die wir alle schon länger warten:
- teils massive Beschleunigung diverser Programme und Funktionen
- den Benutzer-Wünschen entsprechende Optimierungen der Liquid-Glas-Oberfläche (inkl. weniger verschwenderischen Fenster-Ecken und sogar einem Schiebregler für die Transparenz,...)
- Augenmerk auf Fehlerbehebungen und Stabilität

Klingt wie OS X 10.6 - wenn sie das schaffen, wird es das beste macOS seit langem. Ich drücke die Daumen und freue mich darauf!
+9
ERNIE08.06.26 21:39
Dunnikin
Anstelle die Mimose zu geben, stünde es Apple durchaus sehr gut, die unzähligen Bugs anzugehen.

Hast Du die Keynote gesehen (und verstanden)?
+6
Dunnikin
Dunnikin08.06.26 21:48
ERNIE
Dunnikin
Anstelle die Mimose zu geben, stünde es Apple durchaus sehr gut, die unzähligen Bugs anzugehen.

Hast Du die Keynote gesehen (und verstanden)?

Was die Bugs angeht, hat Apple nicht nur einmal versprochen, diese anzugehen und nichts dergleichen ist passiert. Warum soll ich das jetzt glauben? Ich glaube es erst, wenn die Bugs wirklich weg sind und ich das feststelle.

Kurz: zu oft versprochen und zu oft gebrochen.
-2
Larsihasi_08.06.26 22:04
Die ehrlich Alternative wäre gewesen das Betriebsystem einfach als MCP-Server zu öffnen, aber für diese Idee hatte das Marketing leider nicht genug geraucht…
0
DogsChief
DogsChief08.06.26 22:07
Siri AI blabla, AI blabla, Siri blabla, Ai blabla, Siri AI blabla, and repeat. Ich bin massiv enttäuscht von dieser WWDC. Das Beste war der Equalizer für die AirPods.
Die 2 wichtigsten Tage im Leben eines Menschen: 1. Der Tag an dem man geboren wird und 2. der Tag, an dem man herausfindet, warum... (Mark Twain)
-1
sioh08.06.26 22:16
DogsChief
Siri AI blabla, AI blabla, Siri blabla, Ai blabla, Siri AI blabla, and repeat. Ich bin massiv enttäuscht von dieser WWDC. Das Beste war der Equalizer für die AirPods.
Wie kann man enttäuscht sein wenn schon seit letztem Jahr getrommelt wurde das es dieses Mal heftig um Apple Intelligence gehen wird? Verschlafen?
0

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