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Hinter den Kulissen: Wie Apple auf Groks Nacktbilderstellung reagierte

Anfang Januar 2026 geriet Grok massiv unter Druck, weil sich auf X und über die Bildfunktionen des Chatbots sexualisierte Fälschungen echter Personen verbreiteten, darunter auch Darstellungen von Minderjährigen. Google und Apple wurden daraufhin von vielen Seiten aufgefordert, die Apps aus dem Store zu entfernen, da es sich um illegale Inhalte handelte, die zudem eindeutig gegen die AGB verstießen. Bewiesen sei durch das Vorgehen gegen ICEBlock ja, wie schnell man reagieren könne, hieß es mehrfach. Reaktionen darauf gab es jedoch nicht und alles sah so aus, als müsste X keine Konsequenzen fürchten.


Apple reagierte – aber ohne öffentliche Kommunikation
Im Hintergrund hatte Apple einem neuen Bericht zufolge aber durchaus reagiert. Laut einem Schreiben, das NBC News vorliegt, nahm das Unternehmen nach Beschwerden und Medienberichten Kontakt zu den Teams hinter X und Grok auf. Apple kam demnach zu dem Schluss, dass beide Anwendungen gegen die eigenen Vorgaben verstießen. In den Richtlinien ist klar festgehalten, dass Anwendungen, die sich vor allem für pornografische Inhalte oder die Objektifizierung realer Personen nutzen lassen, nicht in den App Store gehören und auch ohne Vorwarnung entfernt werden können. Außerdem ist hinreichende Moderation zu gewährleisten, wenn es um nutzergenerierten Content geht.

Nachbesserungen gefordert
Danach trennte Apple die beiden Fälle offenbar voneinander. X habe seine Verstöße nach Apples Einschätzung im weiteren Verlauf weitgehend behoben. Grok blieb aus Sicht des Konzerns dagegen zunächst nicht regelkonform, weswegen es zur Abweisung eines App-Updates kam. Weitere Änderungen seien erforderlich, lautete die Antwort des Review-Teams – wenngleich unbekannt bleibt, welche das letztendlich waren, um wieder Updates einreichen zu können.

Vorwurf der Tatenlosigkeit somit nicht haltbar
Die Sache wirkt deshalb heute etwas differenzierter als noch im Januar. Der Vorwurf, Apple habe einfach tatenlos zugesehen, lässt sich nach dem nun bekannt gewordenen Schriftwechsel so nicht mehr halten. Den Kritikpunkt der Ungleichbehandlung räumt das hingegen nicht aus. Zeitgleich hatte Apple dem Bericht nach nämlich 28 andere Apps direkt und ohne jeden Dialog entfernt, die ähnliche Funktionalität boten. Dieser Unterschied nährt zumindest den Eindruck, dass für einen prominenten und politisch aufgeladenen Fall wie Grok ein anderer Maßstab galt als für kleinere Anbieter.

Kommentare

Don Gomez
Don Gomez15.04.26 12:19
Den Kritikpunkt der Ungleichbehandlung räumt das hingegen nicht aus. Zeitgleich hatte Apple dem Bericht nach nämlich 28 andere Apps direkt und ohne jeden Dialog entfernt, die ähnliche Funktionalität boten. Dieser Unterschied nährt zumindest den Eindruck, dass für einen prominenten und politisch aufgeladenen Fall wie Grok ein anderer Maßstab galt als für kleinere Anbieter.

Womöglich ist die beobachtete Ungleichbehandlung auch auf die unterschiedliche Größe der Nutzerbasis zurückzuführen. Die Konsequenzen wären andere, für die Nutzer, für Apple, für den öffentlichen Diskurs. Muss Apple halt mitbedenken, wenn es sich in so eine Gatekeeper-Rolle hineinmanövriert.
... darauf einen Dujardin!
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Fontelster
Fontelster15.04.26 12:55
Don Gomez
Womöglich ist die beobachtete Ungleichbehandlung auch auf die unterschiedliche Größe der Nutzerbasis zurückzuführen.
Umgekehrt wird ein Schuh draus: wenn etwas falsch/verboten ist, dann muss es um so schneller beseitigt werden, je mehr Leute es benutzen, und nicht je weniger.
Weil der Schaden entsprechend größer ist.
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derguteste
derguteste15.04.26 13:18
Ich weiss von einigen aus meinem Bekanntenkreis, das gewisse Bilderstellungsprompts die über die Grok App auf iOS gestellt wurden nicht umgesetzt wurden. Aber der selbe Prompt über Safari mit dem selben Konto problemlos ausgeführt wurde. Wahrscheinlich gibts inzwischen eine leichte prompt "Blockade" innerhalb der iOS App
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Don Gomez
Don Gomez15.04.26 13:20
Fontelster
Don Gomez
Womöglich ist die beobachtete Ungleichbehandlung auch auf die unterschiedliche Größe der Nutzerbasis zurückzuführen.
Umgekehrt wird ein Schuh draus: wenn etwas falsch/verboten ist, dann muss es um so schneller beseitigt werden, je mehr Leute es benutzen, und nicht je weniger.
Weil der Schaden entsprechend größer ist.

Deine Beobachtung ist nicht falsch, aber möglicherweise einseitig. Auch aus dem Verbot kann ja ein Schaden entstehen, etwa ein ökonomischer für Apple, ein politischer für das Binnenverhältnis von Apple und X oder ein gesellschaftlicher Schaden durch das Wegfallen einer Diskurs-Plattform. Das alles mit in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, kann dazu führen, dass 28 andere Apps ohne Dialog entfernt werden und bei X und Grok ein Schriftwechsel als die mildere Form der Auseinandersetzung geführt wurde. Und so ließe sich dann das Rational für die beobachtete Ungleichbehandlung erklären.
... darauf einen Dujardin!
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Fontelster
Fontelster15.04.26 13:48
Don Gomez
Auch aus dem Verbot kann ja ein Schaden entstehen, etwa ein ökonomischer für Apple,
Welcher sollte das sein? Weniger Einnahmen aus dem AppStore (ich weiß gar nicht, ob diese App was kostet) wenn die App rausfliegt? Das würde bedeuten: »verstößt zwar gegen unsere AGBs, aber wenn es Geld bringt ist das nicht so schlimm«.
Oder über die Gefahr einer Klage von X? Mit so einer Klage hätte Musk – vermutllich – keine Chance.
Don Gomez
oder ein gesellschaftlicher Schaden durch das Wegfallen einer Diskurs-Plattform.
Was ist mit dem Schaden für die Menschen, von denen weiter Fake-Pornobilder erstellt wurden?

Ansonsten scheint mir ein gesellschaftlicher Schaden eher durch das Vorhandensein von X zu bestehen. Aber das ist ein anderes Thema …
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