

REWIND schafft Platz: Montagehalterungen für Macs gibt es viele. Für eine simple Verbannung des Apple-Rechners unter die Tischplatte oder einen anderen unauffälligen Ort, reicht ein einfacher Halterahmen für wenige Euro. Hier ein kurzer Erfahrungsbericht.
Mac Studio und Mac mini (insbesondere seit dem mini M4) sind nicht nur überragend effiziente und leistungsstarke Computer, sie sind auch vergleichsweise klein. Vorbei die Zeiten der großen Blechschränke für Steckkarten und ratternde Laufwerke, die es zwar erlaubten, einzelne Komponenten zu tauschen und ggf. aufzurüsten, die aber viel Platz brauchen, oft unangenehm laut waren und am Ende in ihrer Gesamtheit dennoch alle paar Jahre erneuert wurden. Wer sein Mind-Set einmal justiert und eine Weile mit Mac Studio oder mini gearbeitet hat, wird die Zeit der großen Tower-Computer kaum vermissen. – Von wenigen Spezialfällen vielleicht mal abgesehen.
Die kompakten Gehäuse der modernen Macs mit Apple Silicon bedeuten auch einen ordentlichen Raumgewinn im Bereich des Arbeitsplatzes. Doch manchmal wünscht man sich einfach noch mehr Platz. Oder man möchte die Computer-Hardware einfach vollständig aus dem Blick verbannen. Sofern man nicht ständig an die Schnittstellen des Mac muss, bietet sich eine versteckte Montage des Rechners mit Hilfe einer passenden Halterung an. Sei es unter der Tischplatte, hinter einem Regal oder gar hinter dem Monitor oder Fernseher.
Der Use-CaseIch nutze aktuell einen Mac Studio M1 Ultra auf dem Desktop für die tägliche Arbeit und einen Mac mini M4 als dedizierten Roon Server auf dem Medienregal – einem Lowboard, auf dem auch andere Komponenten stehen. An beiden Orten gibt es aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit ständig Fluktuationen. Es kommen immer wieder neue Komponenten aus verschiedenen Bereichen zum Test rein, die mal größer und mal kleiner sind. Mal sind es mehr, mal weniger Geräte zugleich. So entsteht sowohl auf dem Desktop als auch im Medienbereich gelegentlich ein Platzproblem. Jeder Quadratzentimeter mehr verfügbare Stellfläche kann helfen.
Aber der Platz ist nur manchmal eine Hürde. In aller Regel ist da genug Luft. Auch aus simplen optischen Gründen spielte ich schon eine Weile mit dem Gedanken, auf jeden Fall den Mac mini, aber vielleicht auch den Studio aus dem Sichtbereich zu verbannen. Der hauptsächlich als Roon Server tätige Mini verrichtet seit seiner Anschaffung (siehe
Testbericht hier) quasi als „Black Box“ 24/7 absolut zuverlässig und unauffällig seinen Dienst. Unhörbar leise und schnell, extrem energieeffizient und mit regelmäßigen (Sicherheits-) Updates versehen, fasse ich ihn so gut wie nie an. Also muss er auch nicht unbedingt im direkten Zugriff auf dem Lowboard stehen. (Gemanaged wird der Mini – sofern erforderlich – fast ausnahmslos über die Bildschirmfreigabe mit dem Mac Studio oder dem MacBook.)
Die MontagelösungDie Idee war, den Mini an die Rückwand des Lowboards zu montieren. Dort, wo auch eine größere Menge an Kabeln versteckt ist. Einfach auf den Fußboden hinter das Board stellen ginge sicherlich auch, aber das erschien mir wenig elegant. Zumal er auf dem Boden wahrscheinlich auch besonders viel Staub einsaugen würde. Ganz so oft komme ich da nicht mit der Staubsaugerdüse zur Grundreinigung ran. Und letztendlich ist auch der Fußboden hinter dem Board von diversen Kabeln okkupiert, die des Öfteren auch mal hin und her verlegt werden. Da soll der mini nicht im Weg sein. Die Rückwand des Lowboards wäre der ideale Platz.
Auf der Suche nach einer geeigneten Halterung stößt man in den einschlägigen Versandshops auf allerlei Lösungen, die sich preislich meist zwischen etwa 10 und 20 Euro bewegen. Also nichts, was das Konto sprengt. Es gibt auch teurere Lösungen von Markenherstellern, die oft über zusätzliche Features wie Verriegelungsmechanismen und Diebstahlsicherungen oder besondere Kabelführungen verfügen. Das ist für meinen Bedarfsfall alles nicht erforderlich.
Meine Forderung: Der Rahmen muss stabil sein, gut verarbeitet (keine scharfen Kanten, gepolsterte Auflageflächen) und der Mac soll sich einfach einsetzen und herausnehmen lassen. Letztendlich habe ich mich für diese No-Name-Halterung namens „
Aiweiwa Metall Halterung Kompatibel mit Mac Mini M4/ M4 Pro 2024 Wand/ VESA/ Untertisch Halterung für Mac Mini M4“ für 19,99 Euro entschieden. Andere hätten es sicher auch getan und ich bin mir sicher, einige Leser werden entsprechende Empfehlungen aussprechen wollen. Jedenfalls hat sich meine Wahl als goldrichtig erwiesen, weil diese Halterung die genannten Kriterien erfüllt.
InstallationDie
Aiweiwa Metall Halterung wird mit diversen Schrauben für unterschiedliche Befestigungspunkte einschließlich VESA geliefert. Außerdem sind zwei bessere Klettbänder für weitere Befestigungsmöglichkeiten dabei. So lässt sich der Metallrahmen unter dem Tisch, an Wänden oder hinter Bildschirmen fixieren. Ach ja. Als kleines Bonbon ist noch ein Stifthalter mit Selbstklebefläche im Lieferumfang. Das hätten sie sich auch sparen können, aber sei's drum. Bevor es im Plastikmüll landet, habe ich es am Schreibtischcontainer als Halterung für die
Wuben X4 LED-Lampe montiert.
Im Lieferumfang finden sich außerdem einige in Form geschnittene Moosgummi-Polster. Diese müssen vom Nutzer selbst auf den Innenflächen der Halterung geklebt werden, wo sie als Kratzerschutz für das Mac-Gehäuse dienen. Die Stücke sind passgenau und auch für ungeschickte Hände in einer Minute angebracht. Dann kann auch schon die Montage beginnen. Vorher aber noch ein kurzer Passtest: Der Mac mini lässt sich ohne Gefummel und Widerstand problemlos in die Halterung schieben und wieder herausnehmen.
Für die Befestigung an der Rückwand des Lowboards muss ich nur auf die Ausrichtung achten. Der Mac hängt später quasi mit seinem Deckel an der Rückwand, während seine Unterseite mit dem Lüfter nach außen zielt. Die rückseitigen Anschlüsse (HDMI, LAN, Strom…) sollen – aus Sicht vom Sessel – nach rechts zeigen. Natürlich darf die Halterung nicht so angebracht werden, dass die Anschlüsse nach unten zeigen, weil der Mac dann einfach aus der Halterung rutschen würde. Wie gesagt: diese Lösung hat
keine Verriegelung! Brauche ich auch nicht, sonst hätte ich etwas anderes gekauft.
Für die Holz-Rückwand des Lowbards eignen sich die kurzen mitgelieferten Holzschrauben ideal. Eine kleine Unwägbarkeit gab es hier noch: Ich habe die Rückwand des Boards großflächig mit einer speziellen, selbstklebenden Anti-Resonanzmatte namens
Reckhorn Alubutyl beklebt, um das Rack akustisch zu beruhigen. Diese „Matte“ besteht aus einer Art Bitumen, das an dickes, schweres, zähes Gummi erinnert, und ist mit einer Art dicker Alufolie abgeschlossen. Diese Dämmmatte ist eigentlich für die Schalldämmung in Fahrzeugen konzipiert, funktioniert aber auch hervorragend für den genannten Zweck. Insbesondere die meist dünneren Schrankrückwände und Schubladenböden können damit auf einfache Weise mit passend zugeschnittenen Stücken „entdröhnt“ werden. Mein Lowboard ist zwar sehr massiv geschreinert, aber ich habe trotzdem diverse neuralgische Punkte mit dieser Matte beruhigt. Natürlich nur in unsichtbaren Bereichen.
Zurück zur Halterung. Ich habe das Experiment gewagt, die Schrauben an der gewünschten Position einfach durch die Matte gepiekst und ins Holz geschraubt. – Funktioniert einwandfrei. Zwar würde ich den kleinen Schräubchen in der nicht massiven Rückwand keine allzu großen Belastungen zumuten, aber das Gewicht des Mac mini plus ein paar daran ziehende Kabel hält das locker aus.
Der Mac mini in seinem neuen Arbeitsumfeld.
Jetzt nur noch den Mac einschieben – flutscht. Kabel dran, booten und … löppt! Der mini verrichtet nun noch unauffälliger seinen Dienst im Verborgenen. Der auf dem Lowboard freigewordene Platz kann wieder etwas flexibler genutzt werden. Beispielsweise benötige ich genau den zuvor vom mini okkupierten Platz bei Nutzung von Mono-Endstufen oder anderen Einzelkomponenten für Vergleichszwecke.
Fazit: Einfach und gutDie
Aiweiwa Metall Halterung hat meine Anforderungen perfekt erfüllt. Es ist auch nur eine einfache Halterung und keine Raketentechnik, aber die einfachen Dinge im Leben können ja auch Freude bereiten. Das Produkt ist sauber verarbeitet, sehr solide, wird mit allen nötigen Montagemitteln geliefert und kostet nicht die Welt. Daher Daumen hoch. Und meine Empfehlung für alle, die einen ähnlichen Anwendungswunsch für ihren Mac mini haben.
Nur wer Halterungen mit beispielsweise integriertem Diebstahlschutz oder Verriegelungen gegen Herausrutschen benötigt (etwa wenn die Anschlussseite nach unten zeigen soll), müsste sich anderweitig umsehen. Als Beispiel sei hier der
MacCuff mini von Sonnet genannt.