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Datenleck bei Auftragsfertiger: Spezifikationen von Apple im Darknet

Apple versucht seit Jahren, die umfassende Abhängigkeit von chinesischen Unternehmen bei der iPhone-Herstellung zu verringern – unter anderem dadurch, dass Fertigungsstandorte in anderen asiatischen Ländern aufgebaut werden. Auf dem indischen Subkontinent ist das Unternehmen „Tata Electronics“ ein wichtiger Partner, da es für etwa ein Drittel der in dem Land produzierten iPhones verantwortlich zeichnet. Bei diesem Konzern gab es einen unautorisierten Zugriff auf Unternehmensdaten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Seit dem 10. Juni findet sich eine Datenbank aus über 200.000 Tata-Dokumenten im Darknet. Darunter befinden sich 181 Dateien und Ordner, welche im Bezug zu Apple stehen.


Der indische Auftragsfertiger bestätigte den „Cybersicherheitsvorfall“ auf einigen ihrer Systeme. „Unsere Notfallprotokolle wurden umgehend aktiviert, und der Vorfall hatte keinerlei Auswirkungen auf unseren Geschäftsbetrieb, der weiterhin unbeeinträchtigt verläuft.“ Im vergangenen Jahr wurde Tata bereits Opfer eines ähnlichen Angriffs, in dessen Folge das betroffene Werk die Fahrzeugproduktion für Jaguar Land Rover für sechs Wochen unterbrechen musste.

Der Datendiebstahl wird der Gruppe „World Leaks“ zugeschrieben; diese steht im Zusammenhang mit verschiedensten Datendiebstählen in der Vergangenheit. Im Allgemeinen fordert World Leaks Lösegeld, um eine Veröffentlichung abzuwenden. Dies soll auch bei dieser Angelegenheit der Fall gewesen sein.

Daten von Tesla und Apple
Unter den veröffentlichten Dokumenten konnten Reuters-Journalisten mithilfe von Sicherheitsforschern einige Dateien entdecken, die als Betriebsgeheimnisse einzustufen sind. Sie tragen Titel wie „com.apple.factorydata“ und Schriftstücke, welche auf Materialspezifikationen eingehen. Auch E-Auto-Hersteller Tesla gehört offenbar zu den Kunden des indischen Unternehmens; im Konvolut finden sich detaillierte Informationen zu unveröffentlichten Fahrzeugmodellen, etwa überarbeiteten Varianten des Geländewagens Model Y sowie der Limousine Model 3. Weder Apple noch Tesla haben auf Nachfragen seitens Reuters reagiert.

Auswirkungen auf Arbeiter
Die veröffentlichten Dokumente enthielten zusätzlich zu umfangreicher Unternehmenskommunikation auch eine große Sammlung eingescannter Ausweisdokumente von Angestellten. Durch deren Veröffentlichung steigt für Tata-Angestellte die Gefahr, in Zukunft zum Opfer von Identitätsdiebstahl zu werden.

Kritik wegen Umweltverschmutzung abgewendet
Vor kurzem musste sich eine der Tata-Fabriken gegen den Vorwurf verteidigen, nahegelegene Brunnen und Felder mit Produktionsrückständen zu verunreinigen. Nach mehreren Kontrollen und der Drohung, das Werk zu schließen, konnte Tata mit aktuellen Wasser- und Bodenproben die lokalen Behörden davon überzeugen, dass (mittlerweile) keine Gefahr mehr für die Umwelt von dem Werk in Hosur ausgehe.

Kommentare

Mostindianer23.06.26 19:14
ich verstehe bis heute nicht, wieso Apple kein Sicherheits-Audit vor Ort im Zuge der vertraglichen Vereinbarung durchführt! Wer mit Apple zusammenarbeiten möchte, muss diese Punkte xyz erfüllen und ein vor Ort Audit über sich ergehen lassen.
-2
OliBerlin23.06.26 19:47
Mostindianer

die besten Audits nützen nichts, wenn es unzuverlässiges Personal gibt. Und das gibt es dort, wo,Menschen schlecht bezahlt werden und wenig zu verlieren haben, wie in Indien.
+1

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