Aus Kostengründen? Kommende iPhone-Chips wohl nicht mit neuester Chip-Technologie


Bei der Entwicklung von Halbleitern läuft der Innovationsdrang für weitere Miniaturisierung auf vollen Touren. Kurz vor Jahreswechsel startete der taiwanesische Marktführer TSMC die Serienfertigung in der ersten Fertigungsanlage in 2-Nanometer-Technik. Gleichzeitig sind für 2026 zwei modernere Herstellungsverfahren in Vorbereitung. Laut einem Bericht der chinesischen
Commercial Times wartet Apple allerdings nicht auf deren Inbetriebnahme, sondern bleibt beim vor einem Monat begonnenen „klassischen“ 2-Nanometer-Verfahren.
Bereits vor einem Jahr machten Berichte die Runde, nach denen Apple für das iPhone 18 (pro) erstmals auf 2-nm-Produktion von TSMC setzen wollte. Die beiden Unternehmen verbindet eine enge, über eine Dekade lange
Kooperation, in der Apple neue Produktionsverfahren vorfinanziert und dann als privilegierter Kunde bei Bestellungen bevorzugt wird. Bereits
Anfang 2024 hat sich demnach Apple für umfangreiche Produktionskapazitäten von N2-Chips angemeldet. Sie werden wohl für die nächste iPhone-Generation ebenso wie für Macs und iPads bis mindestens ins Jahr 2027 hinein genutzt.
GAAFET, N2P und A16Beim Wechsel auf 2-Nanometer-Fertigung setzen die Hersteller auf eine veränderte Transistorenstruktur: Anstatt mit Finnen versehener Field-Effect-Transistoren (FinFET) kommen Gate-All-Around-Field-Effect-Transistoren (GAAFET) zum Einsatz. TSMC errichtet bereits zwei weitere Fertigungsanlagen mit optimierten Verfahren: N2P-Chips sollen bei gleichem Energieverbrauch durchschnittlich etwa fünf Prozent schneller arbeiten können, allerdings auch
deutlich teurer werden. Die Produktionslinie A16 (nicht zu verwechseln mit dem Chip im iPhone 15, A16 Bionic) wird für KI-Anwendungen optimiert. Beide sollen in der zweiten Jahreshälfte produktionsbereit sein. Qualcomm meldete sich bereits als Kunde für die N2P-Produktion an, während Nvidia und andere Grafik- und KI-Hersteller für A16 Interesse bekundeten.
Unsicherer ProduktionsstartDie Nachfrage nach neuester Chiptechnologie ist groß, berichtet Commercial Times – anscheinend sind alle Kapazitäten bereits bis ins nächste Jahr weitgehend ausgebucht. Gleichzeitig bedeutet eine Ankündigung eines Produktionsstarts in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Unsicherheit, auf die Apple nur schwer bauen kann. Die Massenfertigung im N2-Werk begann am 29. Dezember 2025. Das war sehr knapp innerhalb der angekündigten zweiten Jahreshälfte 2025 und wäre für das iPhone 17 viel zu spät gewesen.