Apples ehemaliger KI-Chef Giannandrea verlässt das Unternehmen endgültig


Als John Giannandrea im April 2018 von Google zu Apple wechselte, galt dies geradezu als
Coup in der Branche. Als einer der wichtigsten KI- und Search-Manager bei Google brachte er viel Erfahrung mit und sollte Apples schwächelnde ML- und vor allem Siri-Sparte auf ein neues Niveau heben. Apple nahm ihn sogar offiziell als Senior Vice President ins Executive Team auf – eine Funktion, in der er unter anderem Siri, Core ML und die übergreifende KI-Strategie verantwortete. Unter seiner Ägide fanden viel Grundlagenforschung und der Aufbau von KI-/ML-Experten statt, wenngleich immer mehr Stimmen laut wurden, warum dies so wenig in fertige Produkte münde.
Nach acht Jahren ist Schluss bei AppleZiemlich genau acht Jahre später endet nun seine Zeit bei Apple endgültig, wie es von Bloomberg
heißt. Der 15. April dürfte wohl sein letzter Tag als "Berater" sein, denn dann erhält er gemäß der ursprünglichen Vergütungsvereinbarung die letzten Aktienoptionen. Die Verkündung seines Abschieds war bereits Anfang Dezember
erfolgt – offiziell, weil er in den Ruhestand geht, doch der Wechsel von der SVP- in eine Beraterposition ist übereinstimmenden Berichten zufolge kaum anders als eine Entlassung zu deuten. Sein Nachfolger für die KI-Führung wurde Amar Subramanya, der übrigens nicht mehr direkt Cook, sondern Software-Chef Craig Federighi unterstellt ist.
Faktische Entmachtung schon vor einem JahrDer eigentliche Bruch mit Giannandrea ereignete sich Anfang 2025. Nach Verzögerungen bei Siri und wachsender Unzufriedenheit mit Apples KI-Ausführung entzog Apple ihm im März 2025 ausgerechnet eines der sichtbarsten Felder, denn die Siri-Abteilung war ihm seitdem nicht mehr unterstellt. Außerdem musste Giannandrea das Robotik-Team abgeben, Hardware-Chef John Ternus übernahm den Bereich höchstpersönlich. Bloomberg berichtete damals, Tim Cook habe das Vertrauen in Giannandreas Fähigkeit verloren, die Produktseite sauber umzusetzen – also aus aller Forschungs- und Entwicklungsarbeit gut funktionierende Endkundenangebote zu machen.