Apples Wandel: Der lange Weg vom Hardware-Hersteller zum Hardware- und Dienste-Anbieter

Je nach Betrachtungsweise wandelt sich Apple derzeit – oder baut neue Sparten an, die das bisherige Geschäft ergänzen. Ohne jeden Zweifel sieht Apple die Zukunft in Diensten verschiedener Art, wie auch oft von offizieller Seite zu hören war. In den Quartalsberichten hebt Apple stets hervor, wie stark der Umsatz mit den Software-Angeboten wuchs. Doch auch wenn Apple momentan besonderen Fokus darauf legt, sich für die Zukunft aufzustellen und daher die Prioritäten umschichtet, ist Apples Dienste-Geschichte alles andere als neu. In den letzten 20 Jahren baute Apple das Portfolio erheblich aus. Wir fassen zusammen, welche neuen Angebote Apple in dieser Zeit aufbaute.


Die frühen Tage: .mac
Auch wenn Apple schon in den 90er Jahren mit frühen Online-Diensten angetreten war (AppleLink, eWorld), handelte es sich bei .mac um Apples erstes erfolgreiches Projekt in diesem Sektor. Unter dem Namen "iTools" gestartet, bot .mac eine frühe Variante des Website-Baukastens iWeb ("HomePage"), eine Mail-Adresse, ebenso eine zunächst 100 Megabyte fassende Online-Festplatte ("iDisk"), Backups, Einstellungs- und Daten-Sync, und eine Kindersicherung für Internetseiten ("KidSafe"). War iTools noch kostenlos, so verlangte Apple für .mac 99 Dollar pro Jahr.


Mieser Start: MobileMe ()
Der Nachfolgedienst von .mac erschien rund sechs Jahre nach der Umbenennung von iTools zu .mac. Apple benötigte einen Dienst, der auch das iPhone vollständig unterstützte und brachte daher MobileMe auf den Weg. Ebenso wie für .mac veranschlagte Apple 99 Dollar pro Jahr, unterstützte Windows und Exchange, brachte Push-Mitteilungen und schnellen Sync zwischen Mac und iPhone mit. Soweit die Theorie, denn in den ersten Wochen zeigte sich, dass MobileMe noch weit von der Marktreife entfernt war. Der überaus miese und mit massiven Problemen behaftete Start ruinierte den Ruf des Dienstes dauerhaft – weswegen Steve Jobs geradezu erleichtert erschien, MobileMe nur dreieinhalb Jahr später zu beerdigen.


Eintritt in die Medienwelt: iTunes ()
Nach dem Start des iTunes Music Stores im April 2003 betonte Apple regelmäßig, dass der Musikverkauf zwar Umsätze, nicht aber Gewinne einbringe. Angesichts der Tatsache, nahezu den kompletten Kaufpreis von Alben oder Liedern für Kreditkarten-, Hosting- sowie Lizenzgebühren an die Labels aufbringen zu müssen, war Apples Strategie eine andere. Der komfortable Musikdienst trug erfolgreich dazu bei, den iPod populärer zu machen – denn einige Monate später ließ Apple auch die Windows-Version von iTunes folgen. Je mehr der iTunes Music Store wuchs und neue Kunden anzog, desto profitabler wurde das Angebot allerdings für Apple. Nach Musik fügte Apple auch weitere Medien hinzu, nächst nur iPod-Spiele und kurze Clips, später auch Serien, Filme und Apps.

Der App Store: 30 % von Drittanbietern ()
Apples komplette Kontrolle über den iOS-Softwaremarkt führte nicht nur dazu, dass Software über den App Store vertrieben werden musste, sondern sorgte auch für kontinuierliche Umsätze. Seit Eröffnung des Dienstes vor elf Jahren blieb es bei der Vereinbarung, dass 30 Prozent des Verkaufspreises an Apple geht. Angesichts des Milliardenmarktes schuf sich Apple eine nie versiegende Einnahmequelle – deren langfristige Verlässlichkeit auch dadurch steigen soll, dass Apple Abo-Modelle für Apps bewirbt.

Kommentare

Pixelmeister19.02.19 17:58
Es kann ja sein, dass die Dienste Apples Zukunft sind. Aber ich persönlich will keine Dienste, ich will Hardware. Und zwar gute Hardware zu einem vernünftigen Preis.
+10
Mia
Mia19.02.19 18:56
Mir wäre die Hardware nicht so wichtig...

Besser wäre es, wenn die Dienste noch sicherer werden. iMessage für alle wäre auch super.
+4
UmustHave
UmustHave19.02.19 20:03
Meiner Meinung nach ist die Verknüpfung von Software und Hardware bei Apple gut gelöst, obendrein gibt es noch Dienste, die man dazu buchen kann. Bei den Diensten kann Apple noch ne Schippe drauflegen, wenn das man ihr Hauptgeschäft sein soll, im Ansatz viel gutes dabei aber hier und da hakelt es noch. Und schön wären Bundles. Ich bin durchaus bereit, für gute Dienste zu bezahlen.
+5
piik
piik19.02.19 22:43
Übersetze ich mal so:
Der lange Weg Apples von mir weg.
Hardware ist seltener schlecht drauf - Software macht schon häufiger Mucken...
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