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Doktorarbeit und Bibliographie

Caliguvara
Caliguvara10.05.1910:33
Hallo zusammen,
Es ist soweit, Uniende naht und ich muss eine Arbeit schreiben. Dafür hat uns die Uni ein Worddokument als Template gegeben, mit den Anforderungen etc. Hab ich also auf Word angefangen das gute Stück zu tippen, mit Mendeley für die Bibliographie am Ende.

Jetzt merke ich aber immer mehr, dass mir Word vom Arbeitsstil einfach so gar nicht gefällt, und auch Mendeley ist nicht ganz mein Ding.

Ich hatte mich also mal für Pages schlau gemacht, und die pages interne Hilfe verweist da auf EndNote. Kennt das wer, hat wer Erfahrungen damit, weiß jemand wie viel die Studentenversion letzten Endes kostet?

Oder hat wer ganz andere Tipps?

LaTeX beherrsche ich -leider- nicht, und da ich mit hoher Wahrscheinlichkeit mich nicht noch mal an so ein Projekt setzten werde habe ich auch nur bedingt Lust mich da einzuarbeiten…

Danke euch allen!
„Don't Panic.“
0

Kommentare

weasel10.05.1910:44
Ich kann deinen Punkt mit LaTeX verstehen. Die große Frage wäre nur, was du wirklich davon benötigen würdest. Für die meisten Fälle dürften einige Befehle reichen. Layout etc kümmert sich ja das System selbst darum.

Persönlich habe ich alle möglichen Systeme ausprobiert. Bin aber endgültig zurück bei LaTeX für alle Arbeiten.
+8
DocTom10.05.1911:06
Für Doktorarbeiten werden heutzutage Templates zur Verfügung gestellt? Was für ein Service! ROFL!

Ich hab meine seinerzeit mit Word 5.1 (schön schlank) geschrieben und die Literatur mit einer selbstgestrickten FileMaker Lösung verwaltet. Das war 1994. EndNote gabs damals auch schon, haben zwei meiner Mitdoktoranden benutzt – m.E. eine sehr weit verbreitete Lösung/Quasistandard.

Ich selbst benutze seit Jahren für die Verwaltung wissenschaftlicher Texte/Referenzen Papers (https://www.papersapp.com) und schreibe (notgedrungen wg. des Austausches mit Kunden/Kollegen) in Word. Von Pages würde ich für diesen Zweck absehen, das scheint mir für ein Dokument das potentiell mehrere hundert Seiten umfasst nicht geeignet – für kurze Dokumente benutze ich es selbst sehr gern.
+3
Moebius3k10.05.1911:08
Ich selbst hab meine Masterarbeit zum größten Teil mit Ulysses und Scrivener geschrieben und da jeweils Dokumente für die einzelnen Abschnitte und Unterabschnitte erstellt. Das hat mir beim Strukturieren und fokussiertem Arbeiten sehr geholfen. Erst als das Grundgerüst dann fertig war hab ich das ganze in ein Word Dokument verfrachtet und die Endformatierung erledigt.

Die Arbeit selbst würde ich persönlich nicht in einem Dokument in Word verfassen, das wirkt für mich zu demotivierend, wenn da zu Beginn so wenig vorhanden ist und das erst langsam wächst. Außerdem ist die Navigation in einem großen Dokument auch ziemlich nervig bei Seiten im dreistelligen Bereich. Aber das ist natürlich nur meine Herangehensweise.
+2
Dayzd10.05.1911:16
Caliguvara

Hast du dich bei deiner Universität schon informiert, ob du Endnote nicht sogar umsonst bekommen kannst? Den normalen Preis der Studentenversion dürftest du leicht selbst googeln können und dürfte sicherlich über z. B. Bookends liegen, was eben auch eine Alternative wäre. Ob sie allerdings mit Pages zusammenarbeitet, weiß ich nicht.

Was für eine Art Arbeit schreibst du denn? Hast du viele mathematische Formeln drin?
Mal die Arbeitsweise mit LaTeX ausgenommen wird kein großer Unterschied zwischen Pages, Word, Mellel, LibreOffice, etc. bestehen. Das Template deiner Uni, sofern du darfst, kannst du ja immer anpassen. Wichtig bei Word ist, sich mal ordentlich mit den Formatsvorlagen zu beschäftigen. Ich kann dir auch mal eine gute Word-Erklär-Seite raussuchen wo eigentlich jedes mögliche Szenario gut dokumentiert und erklärt ist. (Probleme mit Fußnoten, Abschnitte, etc.)

Ich persönlich habe sowohl ingenieurwissenschaftliche wie auch wirtschaftswissenschaftliche Arbeiten mit Word 2010 und 2016 geschrieben, obwohl ich davor auch Sachen mit LaTeX schon gemacht habe. Obwohl ich auch von Latex überzeugt bin, ist es meist ein Overkill und Word - sofern man sich mal ordentlich damit beschäftigt hat - kann soviel und das auch richtig gut.

Was mir spontan einfällt, was viele immer "falsch" machen: Sie setzen Bilder irgendwie ein und ärgern sich dann wenn diese sich verschieben. Mach dir eine Formatsvorlage "Abbildung" und kontrollier darüber wie der Abstand davor und danach aussieht und füg die Bilder mit "mit Text in Zeile" ein. Dann wird dir auch nie wieder was verrutschen.

Zu Endnote noch kurz: Falls du Endnote verwendest, nutze es nicht nur für die Bibliografie, sondern 1. auch um deine PDFs zu verwalten und 2. füge über das Word Plugin die Referenzen in deinen Text ein. Dann siehst du z. B. auch welche Quellen du schon irgendwo benutzt hast und wie oft. Und das Literaturverzeichnis mit den im Dokument verwendeten Referenzen (auch wenn du 1000 in Endnote nachher hast und nur 200 benutzt hast) kannst du nachher mit einem klick erstellen und in Endnote die Formatierung geschmeidig ändern.
+3
DocTom10.05.1911:24
Dayzd
...und Word - sofern man sich mal ordentlich damit beschäftigt hat - kann soviel und das auch richtig gut..
Dayzd
...und füg die Bilder mit "mit Text in Zeile" ein. Dann wird dir auch nie wieder was verrutschen.

Gute Hinweise, kann ich voll und ganz bestätigen!
+1
becreart
becreart10.05.1911:31
Habe die Texte für meine Masterarbeit auch mot Ulysses geschrieben, sehr simple und strukturiert.
Beim daraus entstandenen Buch bin ich dann nicht an InDesign vorbeigekommen.
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riessi10.05.1911:34
ich hab meine Masterarbeit vor 10 Jahren auf damals noch Openoffice (heute Libreoffice) geschrieben. Da war auch eine Möglichkeit einer Literaturdatenbank dabei, Zitierungen eingefügt unten als Fußnote und zum Schluss kam das Literaturverzeichnis so automatisch, wie das Inhalts- oder Abbildungsverzeichnis.
0
virk
virk10.05.1911:40
ICH würde Pages nehmen, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:
- Ich bin ein Mac-Junkie
- Formatvorlage des Instituts kann mit Pages umgesetzt werden
- Folgende Funktionalität ist ausreichend: Automatisches Inhaltsverzeichnis; Literaturverzeichnis am Ende des Textes via Fußnoten; Tabellen- und Bilderverzeichnisse zu Fuß (hier wäre die Frage, ob das überhaupt erforderlich ist, weil zu Fuß immer ätzend ist), keine mathematischen Formeln drin.
- Ich kann konsequent mit Stilen arbeiten; ich bin also diszipliniert genug
- Ich kann während der ganzen Periode mit einer bestimmten Pages-Software schreiben (das gilt auch für andere Programme)

Wenn eine der oben angeführten Bedingungen verletzt würde, würde ich neu überlegen müssen.

Ich kenne alle Mac-Words bis Office 2011 und fand die alle grausam.
Tipp von mir: Versuch', Dir eine Pages-Arbeit von Kollegen, Freunden, was weiß ich zu besorgen, sieh Dir diese durch und entscheide, ob Du mit der Funktionalität hinkommst.
„Schön fand ich damals: Auf die Dauer hilft nur Power!“
+1
cathy
cathy10.05.1912:00
Statt EndNote habe ich BookEnds genutzt. Bereitgestellt wurde beides neben Citavi (Win) als Campuslizenz.
0
Langer
Langer10.05.1912:13
Ich stand vor derselben Aufgabenstellung (damals hiess es noch Diplomarbeit):
Word war oft überfordert mit langen Texten/ Grafiken usw., LATEX zu technisch und alle Word-Alternativen ähnlich schlecht wie Word.

Meine Lösung: Nisus Writer Pro (es gibt ein kostenloses DEMO). Kannte und kennt kaum jemand. Hat nach etwas Einarbeitung den Job - das Zusammenspiel von Text mit Grafiken, Unterschriften, mathematischen Formeln und Zitaten auf 80...100 Seiten - souverän und geräuschlos erfüllt.

Viel Erfolg!
Andreas

PS: https://www.macworld.com/article/2157004/tools-of-the-trade- why-i-prefer-nisus-writer.html
+3
cps10.05.1912:28
Ich würde die Software verwenden, die man kennt und die auch sonst genutzt wurde, sofern die nicht gänzlich ungeeignet ist, weil bestimmte notwendige Funktionen fehlen. Selbst wenn es für die Aufgabe „bessere“ Software gibt.
Wenn jetzt das Werkzeug gewechselt werden soll, bedeutet das erstmal mehr Aufwand. Bei der Recherche was es denn nun sein soll und dann natürlich auch bei der Einarbeitung, bis man das Programm auch so nutzen kann, dass der mögliche Vorteil auch zum Tragen kommt.
0
pünktchen
pünktchen10.05.1913:05
Diplomarbeiten heissen jetzt Doktorarbeiten - what? Spielt das in Österreich?

Es kommt eventuell auf das Fach an in dem du promovieren möchtest. Sag mal!

Mellel + Bookends ist auch eine beliebte Kombination.
-1
johnnytravels
johnnytravels10.05.1913:42
Ich schreibe manches in Ulysses, exportiere dann aber nach Word und füge dort beim Überarbeiten die Referenzen aus Zotero ein. Ulysses wäre klasse, aber alleine deren Handling von Fußnoten kann man einfach schon vergessen. Zotero ist eine ungeschlagen stabile Literaturverwaltung, Multiplattform, tolle Anmerkungsextraktion. Abonniere den 2GB Speicherplan, um Aufsätze zwischen Arbeitsrechner und Laptop zu synchronisieren, hatte bisher noch keinen Ausfall.
Word kann etwas wonky werden bei längeren Texten, aber irgendwie führt halt einfach kein Weg dran vorbei, wenn man auch mal gemeinsam an Dokumenten arbeitet. Wichtiger als die ultimative Designerfahrung finde ich mittlerweile, eine einheitliche Umgebung für unterschiedliche Zugänge zum fertigen Text (längere, kürzere Texte, unterschiedliche Verlage, alleine oder kollaborativ).
Habe lange experimentiert und bin letztlich wieder bei Word gelandet. Docx ist leider Gottes das portabelste Format in Academia...
„‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs“
0
weasel10.05.1913:46
johnnytravels
Docx ist leider Gottes das portabelste Format in Academia...

Das hängt wohl stark vom Bereich ab. Da wo ich zu Hause bin, kann kaum einer was mit Word anfangen
+4
Zikade
Zikade10.05.1914:39
Für alles was längere Texte benötigt greife ich zu Scrivener .
Andererseits mache ich eher einen auf Bücher schreiben. Aber es gibt eine entsprechende Anbindung für verschiedene Bibliographie-Tools
+1
mat6310.05.1915:38
Ich empfehle auch Nisus Writer Pro. Die 2.10 Pro-Version hat eine deutsche Menüführung, die aktuelle 3.0.1 ist noch englisch – deutsche Menüs sollen mit ener Folgeversion kommen. Damit kann man alles machen, was man braucht und das Programm ist wesentlich schlanker als Word und für wissenschaftliche Texte meiner Meinung nach besser geeignet. Gibt zB beliebig viele Zwischenablagen. 15-Tage Probeversion.
+2
johnnytravels
johnnytravels10.05.1918:23
[Quote=weasel]
johnnytravels
Docx ist leider Gottes das portabelste Format in Academia...

Das hängt wohl stark vom Bereich ab. Da wo ich zu Hause bin, kann kaum einer was mit Word anfangen
[/quote]

Ok, ich gebe zu: das portabelste Format in den Geistes- und Sozialwissenschaften einschließlich der Rechtswissenschaften, der VWL und vieler Bereiche der BWL (insofern man bei letzerem überhaupt von Wissenschaft sprechen kann).
„‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs“
0
Pottpauker10.05.1921:47
Ich habe sämtliche akademische Abschlussarbeiten in Word verfasst.

Pages ist für mich automatisch raus, weil es dort einige zwingend notwendige Formateinstellungen überhaupt gar nicht gibt (Stichwort: Silbentrennung - oder beherrscht Pages das mittlerweile?).

In Word habe ich eine Formatvorlage erstellt und die entsprechenden Parameter im Formatvorlagenkatalog definiert. Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn du automatisiert Inhaltsverzeichnisse erstellen willst (s.u.).

Die Literaturverwaltung habe ich zudem vollständig über Word gemacht, das geht ganz praktikabel in der Seitenleiste und du kannst deinen gewünschten Zitierstil einstellen. Das gesamte Literaturverzeichnis wird nachher automatisiert erstellt.


+2
Accelerator
Accelerator11.05.1900:33
Bevor Du in Sachen Literatur-Verwaltung zu viel Zeit mit Umsteigen und Umgewöhnen verbrennst solltest Du für Dich klären, in welchem Umfang Du künftig auf strukturierte Literaturverwaltung mit Bibliographie-Funktion angewiesen sein wirst. Mit Mendeley kann man arbeiten, der Stil ist sicherlich Geschmacksfrage.

Ich habe im Laufe der Jahre mehrfach und jedesmal unter großen Schmerzen meinen Bibliographie-Manager wechseln müssen, bei der Migration Deiner Daten geht's nie ohne Verluste trotz "Import-Möglichkeiten".
Reference Manger ist längst tot, PapersApp ist tot (wurde in V.3 von Springer geschluckt, verhungern gelassen und nach Siechtum dann an ReadCube verhökert wo man nur noch Abo-Modelle pflegt und Cloud Solutions mit kastrierter Sync-Fähigkeit abseits von Cloud Lösungen).
EndNote ist zwar am längsten am Markt - aber in vielen Fällen buggy auch in Version X9, funktionsarm (wenn man mal mit den Möglichkeiten von ursprünglich genialen Papers verwöhnt war, als dessen Konzept noch funktioniert hatte) mit regungslosem Support, von Bots zugespammtem Support-Forum.

Für EndNote spricht die Unterstützung von sehr vielen Uni-Bibliotheken und die Integration in viele akademische Umgebungen sowie die Möglichkeit Cloud-basiert in Arbeitsgruppen damit zu arbeiten.

Falls solche Punkte für Dich von Bedeutung sind, und Du ggf. noch über Deine Uni an eine Edu- oder Studi-License für schmales Geld kommst - dann EndNote; ansonsten bei Mendeley bleiben.

Weiterhin haben die Literatur-Programme oft Kooperationen mit großen Verlagshäusern (Mendeley mit Elsevier z. B.) - da kann sich je nach Fachbereich in dem Du tätig bist und Schwerpunkt der Papers aus Deinem Arbeitsbereich so eine Kooperation auch als hilfreich erweisen.

Just my 2 Cents zur Literaturverwaltung!
+3
johnnytravels
johnnytravels11.05.1909:17
Accelerator
Just my 2 Cents zur Literaturverwaltung!

Wie gesagt, deshalb würde ich auf jeden Fall Zotero empfehlen (Multiplattform UND stabil UND kostenlos).
„‚Tim Cook ist kein Produkt-Mensch.‘ — Steve Jobs“
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Caliguvara
Caliguvara11.05.1910:01
Wow, mit so vielen und ausführlichen Hilfestellungen hatte ich gar nicht gerechnet, großes Danke hier schonmal!!
---
Dayzd
Bei mir gehts es um eine Medizinische Doktorarbeit (in vielen Ländern außerhalb Deutschlands muss meine eine Doktorarbeit abgeben, um zum Abschlussexamen nach dem sechsten Jahr zugelassen zu werden).
Keine Mathematischen Formeln.
Bilder, und halt vor allem Textreferenzen.
Seiten sollten mit etwas Glück im zweistelligen oder niedrig dreistelligen Bereich sein.

Das Layout lässt sich sicherlich auch mit Pages unkompliziert herstellen, die Inhaltsverzeichnisfunktion von Pages ist auch toll.
Das Problem ist halt vor allem die Bibliographie, wo bei Pages soweit ich das sehe ein großes Loch ist. Ich möchte nur ungern für jede Referenz den gesamten Block als Fußnote neu tippen

Ich müsste sogar noch irgendwo familienbedingt einen Lizenzschlüssel sowie installer für Papers 3 haben - mal gucken ob das mit Pages arbeitet?

Sonst würde ich wohl notgedrungen bei Word und Mendeley bleiben müssen, auch wenn mich da vieles auf die Palme bringt (das Einfügen einer Referenz beendet den Vollbildmodus, teils echt lange Denkpausen in Word, und so weiter und so fort).

Tools wie Scrivener und Nisus Writer Pro werde ich mir auch noch mal ansehen 🙂
Und bin aber für alle Tips und Ideen offen! 🙂
„Don't Panic.“
0
tranquillity
tranquillity11.05.1910:28
TeXPad ist klasse für LaTeX. Ich kenne einige, die für ihre Abschlussarbeit mit LaTeX angefangen haben.
+3
westmeier
westmeier11.05.1910:51
Caliguvara
Ich hatte mich also mal für Pages schlau gemacht, und die pages interne Hilfe verweist da auf EndNote. Kennt das wer, hat wer Erfahrungen damit, weiß jemand wie viel die Studentenversion letzten Endes kostet?

Ich habe sowohl Diplom- als auch Doktorarbeit in der Kombination aus Pages und EndNote geschrieben. Das kann ich auch absolut empfehlen. Pages ist sehr stabil und benutzerfreundlich, EndNote ist sehr gut eingebunden und bietet eine perfekte Bibliographie. Ich habe allen Literaturverweisen in EndNote auch das Originaldokument beigefügt, damit hatte ich stets einen super Überblick. Es mag sicher Alternativen geben, aber zumindest sind Pages & EndNote eine funktionierende und stabile Variante.
Über den Preis kann ich nichts sagen. Meine Diplomarbeit war 2010, das Preisgefüge "könnte" sich seitdem geändert haben. Damals hatte ich EndNote X2 - jetzt ist wohl X9 die aktuelle Version.

Edit: Preis etwa 94 Euro für Studis:

Caliguvara
Bei mir gehts es um eine Medizinische Doktorarbeit (in vielen Ländern außerhalb Deutschlands muss meine eine Doktorarbeit abgeben, um zum Abschlussexamen nach dem sechsten Jahr zugelassen zu werden).
Keine Mathematischen Formeln.
Bilder, und halt vor allem Textreferenzen.
Seiten sollten mit etwas Glück im zweistelligen oder niedrig dreistelligen Bereich sein.

Doktorarbeit. Zweistellige Seitenzahl. Viele Bilder.
Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen. Niedlich, dass ihr Mediziner das immer noch als echte Doktorarbeit durchkriegt. Und das sogar, bevor ihr überhaupt den Berufsabschluss erlangt habt.
Kannst du persönlich ja nix für...
Ich war nur echt baff, als ich mit eigenen Augen damals ein Angebot für eine Abschlussarbeit im Bereich "Life Science" gesehen habe - als Diplomarbeit für Naturwissenschaftler oder Doktorarbeit für Mediziner. Mit identischem Umfang. Da weisst du dann, was für die Mediziner der "Dr." wert ist. Nix.
-1
Hot Mac
Hot Mac11.05.1911:04
Die »LaTeX Basics« lassen sich schnell erlernen und auch dauerhaft verinnerlichen.
Ich verwende LaTeX sogar für meine tägliche Korrespondenz.
Muss halt jeder selbst wissen ...

Falls Du das Word Template der Uni für Deine »Dissertation« verwenden musst, würde ich zu Scrivener raten.
Einfach auf die Arbeit konzentrieren und nach getaner Tat das Dokument mit sämtlichen Fußnoten et cetera kom­pi­lie­ren.
Das funktioniert einwandfrei.

Viel Erfolg! 👍
+6
gorgont
gorgont11.05.1912:50
Hatte mir bei meiner Arbeit damals auch alles angeguckt und mich dann am Ende doch für Word entschieden mit dem passenden EndNote Plugin.
Gab es über die Uni damals beides kostenfrei.
Latex ist gut war mir aber auch zu aufwendig zu erlernen, da ich es nur einmal verwenden würde.

@ westmeier

Deine Aussage zu medizinischen Doktorarbeiten kann ich nicht teilen.
Es gibt in allen wissenschaftlichen Bereichen einfache sowie auch komplizierte Arbeiten. Ich habe ebenso schon Arbeiten aus nicht medizinische Bereichen gesehen die kurz waren, was für ein Aufwand dahinter steht konnte ich nicht beurteilen.
Das du mit deiner Aussage aber quasi alle Doktorarbeiten von Mediziner degradierst finde ich bedenklich...
„touch eyeballs to screen for cheap laser surgery“
+2
sierkb11.05.1913:19
Mal eine kurze Frage in die Runde:

Die hier mehrfach geäußere Furcht/Abstandhalten vor LaTeX kann ich nicht ganz nachvollziehen: inwiefern muss man LaTeX noch erlernen und sich direkt mit der TeX-Sprache auseinandersetzen, wo es mittlerweile tolle GUI-Frontend-Aufsätze gibt (z.B. LyX oder TeXShop o.ä.), die ein äußeres Erscheinungsbild wie eine normale Textverarbeitung haben und einen schreiben lassen können wie man es mit einer normalen üblichen Textverarbeitung auch gewohnt ist, ohne direkt diese Satzsprache direkt kennen/schreiben zu müssen, während unter der Haube das Ganze dann in LaTeX gesetzt wird, womit man aber kaum Berührungspunkte haben dürfte?

Zudem noch eine Frage in dem Zusammenhang und eine weitere Idee:

Warum nicht ganz normal mit einer ganz normalen Textverarbeitung schreiben, z.B. mit LibreOffice? Und dann dort per Export-Funktion ins LaTeX- bzw. BibTeX-Format wandeln/exportieren (wer Lust hat und Bedarf sieht, kann es ja dann ineinem 2. Schritt ggf. es dann ggf. später nochmal direkt bzw. via LaTeX-GUI-Frontend nachbearbeiten/verfeinern/veredeln)? Das geht und wird gemacht, und im Netz gibt es sogar entspr. Anleitungen und Erfolgsberichte drüber.
+2
pünktchen
pünktchen11.05.1913:27
Es gibt Ausnahmen* aber der durchschnittliche Aufwand für medizinische Doktorarbeiten ist nicht so besonders hoch. Eben weil sie eben nicht als Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn sondern nur zum Erwerb des Titels angefertigt werden. Gleiches Bild bei den Juristen.

Viele Bilder - könnte es sein dass Word deshalb ächzt und stöhnt? Vielleicht erst ganz am Schluss einfügen?


* mein Mitbewohner sass drei Jahre jeden Tag an seiner Dr. med. Arbeit. Allerdings war es auch eine Medizinsoziologische.
+1
sierkb11.05.1913:37
pünktchen
Viele Bilder - könnte es sein dass Word deshalb ächzt und stöhnt?

Kleiner Scherz am Rande: Deswegen heißt Word ja auch "Word" – und nicht z.B. Book.
Word ist für große, umfangreiche, komplizierte Texte (erst recht wissenschaftliche) mit vielen komplizierten Ingredenzien einfach nicht gemacht und auf sowas hin nicht optimiert, auch, wenn es sich gegenüber früherer Zeit inzwischen sehr gebessert hat, es diesbzgl. stabiler geworden ist und es immer wieder Menschen gibt, die damit trotzdem ganze Bücher zu schreiben versuchen bzw. es tun.
+5
Pottpauker11.05.1914:05
sierkb
Word ist für große, umfangreiche, komplizierte Texte (erst recht wissenschaftliche) mit vielen komplizierten Ingredenzien einfach nicht gemacht und auf sowas hin nicht optimiert, [...].

Ich muss an der Stelle mal 'ne Lanze für Word brechen: ich habe bisweilen nicht nur theoretisch, sondern auch empirisch gearbeitet. Die für die Ergebnisdarstellung und -diskussion benötigten Darstellungen (Bilder – Diagramme – Tabellen) konnte ich mit Word problemlos verwalten und hinterher ausgesprochen bequem das Abbildungs- und Tabellenverzeichnis mit nur einem Klick erstellen.

@ Caliguvara:
Falls Du windowsbasiert arbeiten solltest (was ich in diesem Kontext mal nicht annehme, aber ggf. hast du ja ne VM oder sowas am Start), dann könnte Citavi noch eine Option sein. Ich weiß, dass viele Kollegen im Institut damit gearbeitet haben; bei mir entfiel das mangels VM und Windows.

Dort kannst Du deine Literatur entsprechend nach Kategorien sortieren. Du kannst die Einträge zudem mit der entsprechenden PDF verknüpfen und kannst die PDF dann aus Citavi her in einem wirklich schlanken Reader öffnen.
Zudem kannst Du abschließend ein Literaturverzeichnis nach den gängigen Zitierstilen sowie eigener Vorgaben exportieren. Für Word gibt es zusätzlich auch noch ein Add-In, soweit ich weiß.


Ach, und: Citavi ist an vielen Universitäten kostenlos über eine Campuslizenz zu erhalten.
0
westmeier
westmeier11.05.1914:37
gorgont
Das du mit deiner Aussage aber quasi alle Doktorarbeiten von Mediziner degradierst finde ich bedenklich...

Quatsch. Habe ich nicht, und ich verstehe nicht auf welcher Basis du das behauptest. Ich habe mich auf konkrete Punkte bezogen.
Im übrigen ist der allgemein niedrige Stellenwert von medizinischen (oft studienbegleitenden) Promotionen kein Tabuthema, und außer dir stört sich auch niemand daran dies zu thematisieren. Auch nicht die Ärzte, denen das sehr wohl bewusst ist.
+1
Caliguvara
Caliguvara11.05.1914:50
Die Diskussion "was ist eine Doktorarbeit?" wollen wir jetzt doch hier doch bitte nicht austragen. Das ist so fachabhängig, dass es kaum vergleichbar ist. Von "vielen Bildern" war nebenbei nie die Rede, die par die eventuell kommen werden müssen trotzdem gehandhabt und zitiert werden.

Danke @sierkb, die genannten Programme werde mir mal ansehen.
Papers 2 wird testweise installiert.

Zu Word (2019): Das Dokument hat bisher 12 Seiten, ein Inhaltsverzeichnis, 5 Stile und eine Bibliography danke Mendeley - und ruckelt bis zum geht nicht mehr. Hochgradig nervig.
Hot Mac
Viel Erfolg! 👍
Danke Dir
„Don't Panic.“
+2
cps11.05.1915:16
Nur der Vollständigkeit halber: https://www.papyrus.de/
+1
sierkb11.05.1915:20
Noch was geht mir grad' gedanklich durch den Kopf (ihr müsst es nicht teilen, aber evtl. wäre es auch einen Gedanken wert):

Eine solche wissenschaftliche Abschluss-Arbeit in schriftlicher Form ist doch eigentlich die Krönung jahrelanger wissenschaftlicher Arbeit, oder nicht? Sowas wird veröffentlicht, gedruckt, gebunden, steht an der Uni dann im wissenschaftlichen Fundus, in der Universitäts-Bibliothek auch anderen Studenten, Wissenschaftlern dann, ggf. sogar in gedruckter/gebundener Ausführung zur Verfügung, oder nicht?

Will man da nicht das Beste vom Besten (für sich selbst und für Andere) auch für die äußere Erscheinungsform statt nur durchschnittlichen Text-Einheitsbrei?
Ist es nicht so, dass man einer Publikation sofort vom Schriftbild, ob es sich gefällig liest und von der ganzen äußeren Anmutung her bis in kleinste Details ansieht, ob sie mit einer Textverarbeitung wie Word ("Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.") geschrieben ist oder ob es mit einem extra für sowas konzipierten, über mittlerweile über 30 Jahre bereits optimierten und weltweit (Ausrufezeichen) in der Forschung, Wissenschaft und Lehre (aus guten Gründen) etablierten (und dazu auch noch kostenfreiem) Satzsystem wie LaTeX gesetzt ist?

Wertet es nicht jede wissenschaftliche Publikation von daher auf und gibt ihr einen angemesseneren, würdigeren, wertigeren Rahmen, erst recht so einer Abschlussarbeit wie eine Doktorarbeit, wenn man sie auch entsprechend qualitativ würdig und wertig in der äußeren Erscheinungsform präsentiert und auch da das Beste rauszuholen versucht, was rauszuholen ist für das äußere Bild ("Das Auge ist schließlich mit")? Fließt sowas evtl. sogar (subversiv, unbewusst oder auch ggf. bewusst) in die Notengebung ein bei jemandem, der ein Auge dafür hat und sowas beurteilen soll?

Fragen über Fragen…
+5
Serge
Serge11.05.1915:28
Endnote kommt mit einem Plugin für Pages, das geht top. Die Literatureinträge kommen von der Webseite der Uni-Bibliothek, die Zitate gehen nach gewünschtem Style mit sehr wenig Aufwand in Pages. Muss man noch nicht mal selbst tippen.
Bevor Du jetzt mit einem anderen Programm anfängt: da bist ja schneller mit deiner medizinischen Doktorarbeit durch als dass du LaTeX lernst
Kuck nach, ob deine Uni nicht schon eine Endnote Campus-Lizenz hat. Hier in Tübingen bekommt man z.B. Citavi (von der UB) und Endnote (vom ZDV).
+1
Serge
Serge11.05.1915:34
@sierkb: Im Prinzip ja. Aber das ist eine Doktorarbeit in Medizin.

Wobei um fair zu bleiben, da gibt es auch die einen oder anderen. Eine richtige Forschungsarbeit in Medizin benötigt auch 3+ Jahre, machen die aber nur, wenn als Ziel nachher eine Stelle in der Forschung bzw. eine Professur angestrebt wird. Der 08/15 Arzt macht den Dr. doch nur, weil der Patient das nachher einfach erwartet.
+2
westmeier
westmeier11.05.1915:49
Sierkb: LaTeX ist eine tolle Sache - wenn man sie vorausschauend schön früh lernt. Wer aber (wie ich...) erst beim Zusammenschreiben damit konfrontiert wird, dem kann ich nur raten bei WYSIWYG-Editoren zu bleiben.
In der laufenden Arbeit noch LaTeX zu lernen ist ein Zeitfresser. War nix für mich. Ein Kollege hat's mit LaTeX durchgezogen. Es hat ihn aber auch viel Zeit gekostet es zu lernen. Für eine einmalige Niederschrift... eher nicht lohnenswert, es sei denn man legt Wert auf besonderes Layout, das sonst nur schwer zu erreichen ist.
Für jeden, der plant dauerhaft wissenschaftlich zu publizieren, ist LaTeX aber wohl eine gute Wahl.
+2
Iwo11.05.1915:50
Holger Matthes hat auf seiner Seite "Diplomreader" zahlreiche Tipps zum Umgang mit Word, incl. Vorlagen. Viele Dinge die das Leben in einer Textverarbeitung (wie Word, NisusWriter etc.) einfacher machen, bauen auf den gleichen Prinzipien auf (bei Word ist die Bedienung manchmal sperriger).
https://holgermatthes.de/diplom-reader/index.php

Nach den Editoren kommen dann Anwendungen, die in erster Linie auf die Dokumentstruktur aufbauen (wie Tex oder im technischen Bereich Framemaker), dann die XML/CMS Systeme, aber das ist dann eine ganz andere Baustelle.
0
Weia
Weia11.05.1916:08
sierkb
Will man da nicht das Beste vom Besten (für sich selbst und für Andere) auch für die äußere Erscheinungsform statt nur durchschnittlichen Text-Einheitsbrei?
Will man, und genau deshalb käme LaTeX für mich nicht in infrage.

Ich erkenne einen in LaTeX gesetzten Text in aller Regel sofort als solchen, und das meine ich nicht positiv. LaTeX-Dokumente sehen unglaublich altbacken, bieder und unbeholfen aus. Das liegt genau an den vielen Jahrzehnten, die das Programm auf dem Buckel hat. OpenType-Schriften z.B. waren entweder gar nicht oder nur so umständlich zu nutzen, als ich das letzte Mal geguckt habe, dass ich nie und nimmer den Nerv gehabt hätte, das Schriftbild mit alternativen OpenType-Stylesets zu optimieren (was ich grundsätzlich tue). Was ist mit Farbmanagement? Erledigt Pages macOS-konform vollautomatisch, LaTeX (wiederum, als ich das letzte mal schaute) gar nicht.

Aus meiner Sicht indiskutabel veraltet.

Leider weiß ich auch keine 100%ige Lösung – was lächerlich ist, nachdem macOS = Mac OS X seit fast 20 Jahren auf dem Markt ist. Es gibt einfach keine rundum zufriedenstellende Lösung, so wie es sie (für damalige Verhältnisse) auf NEXTSTEP seinerzeit mit FrameMaker schon gab. Sozusagen das Final Cut Pro X für Texte. Eigentlich unglaublich, man könnte meinen, niemand schreibt mehr Bücher.

Nisus Writer Pro wäre wirklich sehr gut, aber hat kein Ausnahmewörterbuch für Trennungen, was das Programm für deutsche Texte praktisch unbenutzbar macht. Dasselbe gilt für Pages, und hier kommen noch noch die fehlenden Querverweise dazu.

Programme, die nicht in macOS integriert sind (Rechtschreibkorrektur, Schriftsammlungen, Farbpaletten) kämen für mich prinzipiell nicht infrage, Programme ohne WYSIWIG ebenso wenig. Und Vektorgrafiken müssen sie auch handhaben können, ohne sie in Pixelgrafiken zu konvertieren. Da bleibt leider nicht viel …
-3
Hot Mac
Hot Mac11.05.1916:19
Weia
Ich erkenne einen in LaTeX gesetzten Text in aller Regel sofort als solchen, und das meine ich nicht positiv. LaTeX-Dokumente sehen unglaublich altbacken, bieder und unbeholfen aus. Das liegt genau an den vielen Jahrzehnten, die das Programm auf dem Buckel hat.
Jede Jeck is anders und das ist auch gut so.
Was genau meinst Du mit »unglaublich altbacken, bieder und unbeholfen«?
+1
Serge
Serge11.05.1916:21
@weia: Auch Latex entwickelt sich weiter. OTF-Schriften zu nutzen ist inzwischen kein Problem mehr, habe ich aber vor Jahren auch schon mit XeLaTeX gemacht. Farbmanagement interessiert die wenigsten, aber da du nachher ein pdf rausholst und Bilder als pdf eingebettet werden können, sollte das auch kein unüberwindbares Problem darstellen. Und GUIs dazu gibt es ja auch.
Trotzdem, LaTeX ist nicht für jeden empfehlenswert. Muss man ja nicht nutzen, gibt eine Reihe von Alternativen. Hab auch schon ewig nichts mehr in LaTeX gemacht, heut steht InDesign bei mir mehr im Fokus.
+3
RamUwe
RamUwe11.05.1916:22
Weia
Ich erkenne einen in LaTeX gesetzten Text in aller Regel sofort als solchen, und das meine ich nicht positiv. LaTeX-Dokumente sehen unglaublich altbacken, bieder und unbeholfen aus. Das liegt genau an den vielen Jahrzehnten, die das Programm auf dem Buckel hat. OpenType-Schriften z.B. waren entweder gar nicht oder nur so umständlich zu nutzen, als ich das letzte Mal geguckt habe, dass ich nie und nimmer den Nerv gehabt hätte, das Schriftbild mit alternativen OpenType-Stylesets zu optimieren (was ich grundsätzlich tue). Was ist mit Farbmanagement? Erledigt Pages macOS-konform vollautomatisch, LaTeX (wiederum, als ich das letzte mal schaute) gar nicht.

Aus meiner Sicht indiskutabel veraltet.

Diese Meinung teile ich nicht. Zudem scheint mir hier jemand zu sprechen, der LaTeX nur wenig benutzt hat. Mit der richtigen Präambel sehen die Dokumente weder unglaublich altbacken, bieder noch unbeholfen aus. Was an LaTex indiskutabel veraltet sein soll, sehe ich nicht.

Mit XeLaTeX lassen sich ohne Weiteres auch OpenType-Schriften einfach nutzen und verwenden.

Was ist mit Farbmanagement genau gemeint? Was soll gemacht werden?

Im geistes- wie naturwissenschaftlichen Bereich gibt es zum Setzen von längeren (z.T. mehrsprachigen) Arbeiten mit komplexer Bibliographie und mehreren Indices sowie unterschiedlichen Formatvorgaben m.E. nichts Vergleichbares oder Besseres. Auch Pages nicht. Geht es mehr um Design, ist LaTeX freilich nicht der richtige Tanzpartner.

Mir hat BibDesk immer gute Dienste geleistet.
+2
sierkb11.05.1916:27
Weia:

Ich erinnere mich an hitzige und kontrovers geführte Diskussionen hier bei MTN in den letzten Jahren zu ähnlichen Themen und Fragestellungen, da hat es glühende Anhänger von LaTeX gegeben, und sie betonten eher das Gegenteil von dem, was Du hier grad' sagst. Bin überrascht. Hätte Dich bis jetzt zu einem glühenden Verfechter von LaTeX gewähnt, zumal bei Deinem akademischen Stand, Habitus, Arbeitsumfeld – offenbar warst das dann nicht Du, der dafür mit Leidenschaft hier eingetreten war sondern andere MTN-User.

Auch stellt sich mir die Frage, ob Deine Anwürfe bzgl. OpenType tatsächlich zutreffen bzw. wenn, immer noch zutreffen, oder ob sich da inzwischen etwas geändert hat zum Positiven hin. Wie lange ist es her, dass Du damit Berührung gehabt hast und Dir das negativ aufgefallen war (und wenn ja, wie eng ist Deine Berührung damit gewesen, war sie nur oberflächlich oder intensiv), und bestätigen das Andere hier und anderswo, was Du da gegen LaTeX vorbringst, sehen die es genauso? Betrifft das den aktuellen Softwarestand?
+3
sierkb11.05.1917:09
westmeier
Sierkb: LaTeX ist eine tolle Sache - wenn man sie vorausschauend schön früh lernt.

Deswegen bieten Unis ja auch Kurse dafür an, erst recht, wenn es in die Endphase geht.
Mehr als es anbieten kann man nicht tun, wenn die Studenten desinteressiert keinen Gebrauch davon machen, nun denn.
westmeier
Wer aber (wie ich...) erst beim Zusammenschreiben damit konfrontiert wird, dem kann ich nur raten bei WYSIWYG-Editoren zu bleiben.

Wie bereits gesagt: es gibt ja, seit Jahren schon, WYSIWYG-Editoren als Frontend dazu. 2 habe ich genannt als Beispiel (LyX, TeXShop), ein weiteres könnte man auch noch nennen: z.B. TeXMaker.

Und dann wäre da dann noch die Möglichkeit, die Arbeit mit z.B. LibreOffice (ist ja auch WYSIWYG) zu schreiben und das Ergebnis dann als LaTeX-Dokument zu exportieren:

LinuxUser (02/2013): LibreOffice als komfortabler Editor für LaTeX: Text, Satz, Sieg
Mit Writer2LaTeX verknüpfen Sie die angenehmen Möglichkeit der Eingabe in LibreOffice Writer mit dem perfekten Druckbild des Satzsystems LaTeX.

Sprich: es gibt mittlerweile und schon länger Möglichkeiten, nicht unbedingt das LaTeX-Markup schreiben und erlernen zu müssen (auch, wenn es sicher bei Bedarf hilfreich und nützlich sein kann, sowas zu können bzw. zumindest es theoretisch zu können), sondern seine Texte und Arbeiten ganz normal bequem via WYSIWYG zu schreiben, entweder per entsprechendem WYSIWYG-Frontend-Programm (die es ja offenbar gibt) oder sogar via normaler Textverarbeitung als Frontend – und am Schluss trotzdem ein LaTeX-Dokument als Endresultat zu erzielen, das ggf. dann nochmal auf Wunsch optimiert/verfeinert werden kann.
Es ist, so mein Kenntnisstand, nicht mehr zwingend notwendig, die LaTeX-Sprache erlernen zu müssen und sie per Hand zu schreiben, sondern sich das abnehmen zu lassen, sowas automatisch erzeugen zu lassen, während man seine Arbeit so schreibt, ggf. eben mit einer Textverarbeitung wie z.B. LibreOffice, wie man es in einer stinknormalen Textverarbeitung eben gewohnt ist. Genauso, wie man auf Tastendruck per Exportieren-Funktion ja auch andere Formate erzeugen kann, PDF zum Beispiel oder Hybrid-PDF (ein Hybride aus PDF und ODF – ein Dokument, das Beides ist bzw. in sich trägt, ein in ein erzeugtes PDF eingebettete dazugehörige ODF-Dokument, was das vollständige Editieren des betreffenden PDFs z.B. ermöglicht, wenn gewünscht) oder auch andere.
+1
westmeier
westmeier11.05.1917:21
sierkb
Und dann wäre da dann noch die Möglichkeit, die Arbeit mit z.B. LibreOffice (ist ja auch WYSIWYG) zu schreiben und das Ergebnis dann als LaTeX-Dokument zu exportieren:

Was mir positiv an LaTeX in Erinnerung blieb, war eine sehr saubere Nummerierung von Abbildungen, Tabellen, Literaturverweisen, etc. - auch wenn im Dokument wild editiert wurde. Es wurden irgendwie erst Platzhalter verwendet, die beim Export automatisch richtig formatiert wurden. Ist das mit LibreOffice dann auch noch möglich? Ich will das Dokument ja nicht um des bloßen Formats Willen in LaTeX exportieren.
+1
sierkb11.05.1917:28
westmeier
sierkb
Und dann wäre da dann noch die Möglichkeit, die Arbeit mit z.B. LibreOffice (ist ja auch WYSIWYG) zu schreiben und das Ergebnis dann als LaTeX-Dokument zu exportieren:

Was mir positiv an LaTeX in Erinnerung blieb, war eine sehr saubere Nummerierung von Abbildungen, Tabellen, Literaturverweisen, etc. - auch wenn im Dokument wild editiert wurde. Es wurden irgendwie erst Platzhalter verwendet, die beim Export automatisch richtig formatiert wurden. Ist das mit LibreOffice dann auch noch möglich? Ich will das Dokument ja nicht um des bloßen Formats Willen in LaTeX exportieren.

Ich nehme stark an, dass das geht, weiß es auf die Schnelle aber leider nicht. Die Dokumentation dazu
, , !, beantwortet es Dir aber sicher.
0
Weia
Weia11.05.1917:29
Hot Mac
Was genau meinst Du mit »unglaublich altbacken, bieder und unbeholfen«?
Ich müsste mir jetzt einen solchen Text herholen, um im Einzelnen zu analysieren, was das ausmacht; den habe ich gerade nicht zur Hand und es ist mir auch die Mühe nicht wirklich wert.

Solche Texte sehen irgendwie immer aus wie aus den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts oder gar noch früher; ich sehe und rieche quasi automatisch immer schon das vergilbte Papier mit und assoziiere automatisch verrauchte Seminare und vorgestrige Labors mit Röhren-Elektronikgeräten und Wissenschaftlern in Cordhosen mit Hornbrillen. Die Schriftarten, die bei Latex-Dokumenten meist verwendet werden (natürlich nicht müssen) spielen da vielleicht eine Rolle, aber es sind wohl auch andere Details. Am Ende liegt es in irgendeiner Form wohl daran, dass …
RamUwe
Geht es mehr um Design, ist LaTeX freilich nicht der richtige Tanzpartner.
… sich das so verhält. Dahingestellt, ob das so ist, weil LaTeX entsprechende Möglichkeiten tatsächlich fehlen, oder aber, weil der „typische LaTeX-Nutzer“ eben einer ist, dem Design als unwichtige Äußerlichkeit gilt.
Was ist mit Farbmanagement genau gemeint? Was soll gemacht werden?
Na, der Farbraum von Schriftfarben festgelegt werden (Farbräume von eingebetteten Vektorgrafiken und Pixelbildern müssen natürlich auch erhalten bleiben).
Serge
Farbmanagement interessiert die wenigsten,
Ja, leider. Das macht es ja aber nicht besser.

Für mich ist es unabdingbar.
aber da du nachher ein pdf rausholst und Bilder als pdf eingebettet werden können, sollte das auch kein unüberwindbares Problem darstellen.
Software sollte aber mehr können als „kein unüberwindliches Problem darstellen“.

Außerdem rede ich eben nicht nur von Bildern, sondern insbesondere auch von verlässlich reproduzierbaren Schriftfarben.
heut steht InDesign bei mir mehr im Fokus.
Kann man mit Indesign wirklich Texte mit vielen 100 Seiten sinnvoll erstellen?

Ich kann das leider nicht mal ausprobieren, weil der Adobe-Saftladen es nicht schafft, seine Programme auf case-sensitiven Dateisystemen zum Laufen zu kriegen …

Und auch Indesign verwendet nicht macOS-Rechtschreibwörterbücher, -Schriftsammlungen und -Farbpaletten.
sierkb
Auch stellt sich mir die Frage, ob Deine Anwürfe bzgl. OpenType tatsächlich zutreffen bzw. wenn, immer noch zutreffen, oder ob sich da inzwischen etwas geändert hat zum Positiven hin. Wie lange ist es her, dass Du damit Berührung gehabt hast und Dir das negativ aufgefallen war?
Schon eine ganze Weile. Es kann gut sein, dass einzelne Aspekte jetzt besser sind. Ich habe das nicht näher verfolgt, weil LaTeX insgesamt derart weit von dem entfernt ist, was ich mir unter einem guten Programm vorstelle (WYSIWIG, macOS-Integration, …), dass es realistischerweise für mich ohnehin nie nutzbar sein wird.
-2
tranquillity
tranquillity11.05.1917:38
Die Empfehlungen für LibreOffice kann ich nicht nachvollziehen. Auf meinem iMac ist das Programm dermaßen träge (nutze die Appstore-Version), das starte ich wirklich nur, wenn es nicht zu vermeiden ist.

Ein schöner Editor für LaTeX ist das von mir schon erwähnte TeXPad (gibt sogar eine etwas eingeschränkte iOS-Version davon). Da kann man unter gewissen Vorraussetzungen sogar eine „Live-Version“ des Textes haben, d.h. man tippt und sieht WYSIWYG.

Mit Pages würde ich persönlich nicht nicht trauen, denn bisher gab es immer irgendwann einen Punkt, wo mir etwas fehlte. Für kurze Texte ist es m.E. gut geeignet, und Formeln gehen ja mittlerweile auch ganz gut, auf wenn sie nicht so schön wie in LaTeX aussehen (und man gibt sie als LaTeX-Code ein )
+2
Weia
Weia11.05.1917:42
tranquillity
Da kann man unter gewissen Vorraussetzungen sogar eine „Live-Version“ des Textes haben, d.h. man tippt und sieht WYSIWYG.
sogar sagt im Jahre 2019 ja eigentlich schon alles …
0
sierkb11.05.1918:04
tranquillity
Die Empfehlungen für LibreOffice kann ich nicht nachvollziehen.

Ich habe keine Empfehlung ausgesprochen. Ich habe auf die Möglichkeit hingewiesen, nur ein Beispiel genannt, um zu zeigen: man muss nicht zwangsläufig LaTeX-Sprache können, um LaTeX-Dokumente zu erzeugen. Muss ja nicht. Kann. Eine ähnliche Möglichkeit existiert evtl. auch in Bezug auf MS Word. Nur als Beispiele, dass man sowas als Frontend für LaTeX benutzen kann (nicht muss), wenn man möchte, wenn man kein LaTeX selbst schreiben will/kann.
Es geht um Möglichkeiten, um Auswahl, um Alternativen, nicht um müssen.
Auf meinem iMac ist das Programm dermaßen träge

Auf meinem nicht, ich stoße mich daran nicht.
Schneller wäre zwar immer besser, aber so manches andere Programm von einem Anderen ist manchmal auch träger und unangenehm zäher als ich gerne hätte (iTunes zum Beispiel und auch macOS selbst).
(nutze die Appstore-Version)

Ich stets die aktuelle Beta vom FTP-Server.
Zumal: benutzt Du die Collabora Vanilla Version oder deren Business Version?
Collabrora mit deren Chef Michael Meeks ist einer der großen Zuträger für das Projekt, Michael Meeks einer der großen Führer des gesamten LO-Projekts, Collabora ist drumherum entstanden, konzentriert sich aber eher auf den Business- und Enterprise Bereich. Collabora ist es auch zu verdanken, dass das Ding überhaupt im AppStore zur Verfügung steht als Angebot.
das starte ich wirklich nur, wenn es nicht zu vermeiden ist.

Ich benutze es täglich.
Ein schöner Editor für LaTeX ist das von mir schon erwähnte TeXPad (gibt sogar eine etwas eingeschränkte iOS-Version davon). Da kann man unter gewissen Vorraussetzungen sogar eine „Live-Version“ des Textes haben, d.h. man tippt und sieht WYSIWYG.

Siehe auch der von mir genannte TextMaker, das macht das wohl auch.

Es gibt also viele verschiedene Möglichkeiten und Ansätze. Gut so. Auswahl ist was Gutes und was Feines.
0
RamUwe
RamUwe11.05.1918:41
Weia
Solche Texte sehen irgendwie immer aus wie aus den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts oder gar noch früher; ich sehe und rieche quasi automatisch immer schon das vergilbte Papier mit und assoziiere automatisch verrauchte Seminare und vorgestrige Labors mit Röhren-Elektronikgeräten und Wissenschaftlern in Cordhosen mit Hornbrillen. Die Schriftarten, die bei Latex-Dokumenten meist verwendet werden (natürlich nicht müssen) spielen da vielleicht eine Rolle, aber es sind wohl auch andere Details. Am Ende liegt es in irgendeiner Form wohl daran, dass …

Kann ich von meinen Texten und Büchern nicht sagen. Sorry. Ich verstehe nicht, wo das Problem liegt.
Weia
… sich das so verhält. Dahingestellt, ob das so ist, weil LaTeX entsprechende Möglichkeiten tatsächlich fehlen, oder aber, weil der „typische LaTeX-Nutzer“ eben einer ist, dem Design als unwichtige Äußerlichkeit gilt.

Diese Anspielungen finde ich wenig hilfreich. Was heißt typisch? Und welche Möglichkeiten fehlen?
Weia
Na, der Farbraum von Schriftfarben festgelegt werden (Farbräume von eingebetteten Vektorgrafiken und Pixelbildern müssen natürlich auch erhalten bleiben).

Mehr als Schwarz und Rot brauche ich nicht. Daher lege ich darauf keinen größeren Wert. Aber ich brauche solide und verlässliche Umsetzung von Formatvorgaben.

Bei Bildern geht das ganz gut, wenn man sie als PDF vorher exportiert.

Wie gesagt vielleicht ist für Dich LaTeX einfach nicht das richtige Werkzeug. Es deswegen zu bashen, finde ich aber albern.
Weia
…, weil LaTeX insgesamt derart weit von dem entfernt ist, was ich mir unter einem guten Programm vorstelle (WYSIWIG, macOS-Integration, …), dass es realistischerweise für mich ohnehin nie nutzbar sein wird.

Entweder selber programmieren oder ein anderes Programm nutzen.
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