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Der Apple-Aktien-Thread (August 2019)

macbeutling01.08.1907:18
"Apple ist keine iPhone-Company mehr...."

Das war das erste, was ich mir nach den Quartalszahlen gedacht habe.

Hallo zusammen im August.
Jaja, die kleinen Handsets, Fluch und Segen unserer liebsten Obst-Herstellers.

Die Börse tickt schon komisch: da erschafft ein Unternehmen immer und immer wieder neue Produkte, erfindet gänzlich neue Kategorien, die Weltweit hunderte von Milliarden umsetzen, erschafft Zubehör-Welten, von denen man vor Jahren noch nie etwas gehört oder gedacht hat und trotzdem wird es dem Unternehmen über kurz oder lang negativ ausgelegt.

Angefangen hat es beim iPod, der mit im heutigen Vergleich nahezu winzigen Umsätzen, Apple neue Luft verschafft hat und an der Börse weit nach oben brachte.
Letztendlich überholten die iPod-Umsätze/-Gewinne die des Macs und man fragte sich, ob "Apple nicht zu abhängig vom iPod sei"....was solle danach kommen.
Knapp ein Jahrzehnt später, das gleiche Spiel: mittlerweile sind die Umsätze/Gewinne mit kleinen Handsets nicht mehr soooo winzig (Apple ist das wertvollste, reichste und Umsatzstärkste Unternehmen der Welt) da kommen wieder Stimmen die fragen: "ist Apple nicht zu abhängig vom iPhone, was soll danach kommen?", speziell, wenn die Wachstumsraten (überhaupt das richtige Messinstrument?) zurückgehen?

Nun, am 30.07.19 hat Apple die Antwort gegeben: wir haben es wieder geschafft, uns neu zu erfinden und dabei breiter aufgestellt als jemals zuvor (bin mal gespannt, was die Kritiker in 5-10 Jahren sagen: ist Apple nicht zu abhängig von Diensten,Macs,Wearables? was soll danach kommen? aber soweit sind wir zum Glück noch nicht.)

Apple hat ein mehr als solides Quartal abgeliefert, verbunden mit einer überraschend positiven Guidance für das aktuelle Quartal hat die Aktie nachbörslich über 4% zugelegt (218$). Im Laufe des gestrigen Handelstages wurden gar 221$ erreicht, musste zum Abend hin (die Fed senkte zwar den Leitzins, wolle dies aber nicht weiter regelmäßig tun ) einige Gewinne leider wieder abgeben.

Wie dem auch sei, in D erreichte AAPL gestern 198€ und näherte sich bins auf 4-5€ dem Allzeithoch vom letzten Oktober an....wohlgemerkt, das ALLES nach der Gewinnwarnung vom Januar und einem Rückgang der Aktie auf 125€...not too shabby, wie ich finde.

Eines bitte nicht übersehen: der Euro steht im Vergleich zum Dollar bei 1,106 und damit EXTREM niedrig, was unseren Euro-AAPL-Kurs zusätzlich stützt.

Jetzt in AAPL zu investieren könnte schwierig sein, wenn der Kurs des Euro sich wieder etwas verbessern sollte, dann geht es mit Euro-AAPL direkt runter.

Aber das ist alles Spekulatius (Achtung: Wortspiel)

Wie geht es weiter?

Glückwunsch an alle, die AAPL im Laufe des Jahres gekauft haben, sie sind im Plus.
Es steht uns ein interessanter Herbst bevor und ich rede nicht nur vom neuen iPhone (ist es das überhaupt? Großartiges erwarte ich nicht), wo ich stabile Verkäufe erwarte.
Es starten die neuen Dienste (Arcade und TV+) sowie der Launch des neuen MacPro, der zwar nicht die Umsätze signifikant steigern wird, aber doch ein wenig Aufmerksamkeit auf Apple lenken wird.

Zusätzlich dürfte die gestrige Zinssenkung den Aktienmärkten zugute kommen, Stichwort Marktbreite (@@Weia: ja, ich lese Deine Beiträge :-;)

So, genug von mir, ich muss arbeiten.
„Glück auf🍀“
+5

Kommentare

Weia
Weia13.08.1916:28
misc
$210. Irgendwie alles verrückt.
Das US-Handelsministerium hat erklärt, dass u.a. Smartphones bis Dezember von den Zöllen ausgenommen sind …
0
cheesus1
cheesus113.08.1919:15
Nanu? Bist Du zu den Fundis übergelaufen, Weia?
+1
Weia
Weia13.08.1920:06
cheesus1
Bist Du zu den Fundis übergelaufen, Weia?
Nö, aber derart ruckartige Sprünge haben natürlich schon oft einen benennbaren Auslöser, den wollte ich angesichts des Erstaunens von misc halt mitteilen.

Anlass, nicht Ursache.
-1
Weia
Weia14.08.1900:05
Weia
Anlass, nicht Ursache.
Um das über Schlagworte hinaus verständlich zu machen:

Der erwähnten panischen Reaktion der Kleinanleger letzte Woche (Pessimisten von 25% auf 50% in einer Woche) entsprachen viele Short-Positionen, die ein Teil dieser Kleinanleger dann eingegangen ist.

Das konnte man heute sehr schön an den Orderbüchern beobachten; relativ knapp über den aktuellen Kursen lagen sehr viele Kaufstopps für eingegangene Shorts. Relativ knapp, weil die Anleger einerseits so pessimistisch waren, dass sie nicht einmal mit geringen Kurssteigerungen rechneten bzw. als Kleinanleger andererseits so verunsichert waren, dass sie keine größeren Durststrecken mit ihren Shorts durchhalten wollten.

Jetzt kommt eine überraschende fundamentale Nachricht, die den S&P 500 mehr als erwartet ansteigen lässt. 10 – 14 Punkte etwa, nichts Weltbewegendes. Nur werden dadurch die ersten, knappen Kaufstopps für die Shortpositionen ausgelöst, das treibt die Kurse höher, was weitere Kaufstopps auslöst usw., eine Kettenreaktion. Das Ergebnis war ein sogenannter Short Squeeze. Gut zu erkennen daran, dass, wenn der Spuk vorbei ist, plötzlich nichts mehr passiert; nach wenigen Minuten Kursexplosion trat der Markt auf der Stelle. Ein starker Markt hätte die anfänglichen Kursgewinne im Laufe des Tages weiter ausbauen können.

Mit anderen Worten: Ohne die technische Ausgangssituation (viele Shortpositionen aufgrund plötzlichen Pessimismus) hätte die heutige fundamentale Nachricht keine großen Kursbewegungen verursacht. Umgekehrt wäre ohne den fundamentalen Auslöser aber auch nicht die technische Kettenreaktion getriggert worden (dafür wäre es vermutlich irgendwann in den nächsten Tagen etwas anderes gewesen, wenn sich bis dahin die Marktinterna nicht verändert gehabt hätten).
+3
Weia
Weia16.08.1913:52
Weia am 06.08.19, 04:11 Uhr
  • Die Kurse fangen sich über dem Tief vom 3. Juni und wenden wieder nach oben. Denkbar, aber aufgrund der Heftigkeit des augenblicklichen Absturzes unwahrscheinlich. In diesem Fall wäre der augenblickliche Kursrückgang eine Zwischenkorrektur der am 3. Juni begonnenen Aufwärtsbewegung, nach deren Ende es auf neue Hochs geht. Damit diese Variante eine Chance hat, müsste sich die Stimmung in Windeseile massiv verschlechtern.
Das passiert jetzt zumindest teilweise. Nachdem es letzte Woche die Kleinanleger mit der Angst zu tun bekamen, waren gestern die Optionskäufer dran, die enorme Mengen Puts (Verkaufsoptionen, die bei stark fallenden Kursen Gewinn machen) kauften. Kleinanleger und Optionskäufer (zwei sich deutlich überlappende Investorengruppen) sind nun fast so pessimistisch wie am Tief am 26. Dezember 2018; das ist bemerkenswert, da der S&P 500 ja gerade einmal läppische 6% unter seinem Hoch steht.

Diverse Profis sind aber noch immer hartnäckig gut gelaunt, insofern ist die Situation längst nicht so eindeutig wie im Dezember 2018, wo es ja auch und vor allem die Profis mit der Angst zu tun bekamen. Dennoch hat das als am unwahrscheinlichsten charakterisierte Szenario an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Aufgrund des mangelnden Pessimismus der Profis würde es ggf. ja vielleicht nicht ganz an neue Hochs heranreichen, bevor es wieder bergab geht, ähnlich der Situation August bis Dezember 2015.
+4
Greetsiel16.08.1922:33
Also alles wie immer: es könnte so sein, aber auch anders...

„Würde es ggf. ja vielleicht“
-2
Weia
Weia17.08.1900:02
Greetsiel
Also alles wie immer: es könnte so sein, aber auch anders...
Es geht um gewichtete Wahrscheinlichkeiten. Anhand der jeweils aktuellsten statistischen Daten können sich diese Gewichtungen verschieben und werden entsprechend angepasst.

Das ist ein Standardverfahren in der Soziologie. Ich weiß nicht, was Dein Problem damit ist; sarkastische Kommentare helfen jedenfalls niemandem.

Ich schreibe hier eh schon viel zu viel, folglich kann ich nicht alles bis ins letzte Detail aufdröseln. Die grobe Rasterung in drei Szenarien, auf deren erstes ich mich vorhin bezog, hat natürlich noch etliche Nuancen. Das erste, soeben zitierte Szenario war Der Markt fängt sich und macht (zumindest knappe) neue Hochs (nur möglich, wenn die Stimmung sich rasch verschlechtert). Nun zeigen die neuesten Statistiken, dass sich bestimmte Stimmungskomponenten tatsächlich verdüstert haben, andere aber (ungewöhlicherweise) nicht gleichermaßen. Dementsprechend muss das Szenario angepasst werden; es ist demnach zwar einerseits etwas wahrscheinlicher geworden, dass der Markt sich fängt (wegen der pessimistischen Komponenten), umgekehrt ist aber fraglicher geworden, ob, wenn jetzt eine Wende nach oben eintritt, das auch zu neuen Hochs führen würde (wegen der optimistischen Komponenten). Da das letzte Drittel 2015 für solch eine Situation ein anschauliches Beispiel abgibt, habe ich darauf verwiesen, um die abstrakten Überlegungen mit einem kurzen Satz anschaulicher zu machen. Das wenn ist erforderlich, weil es sich ja nach wie vor um ein mögliches Szenario (und auch nach wie vor nicht das wahrscheinlichste) handelt und kein sicheres. Ich würde vermuten, dass jeder, der meine Beiträge mit hermeneutisch gutem Willen liest, das auch verstehen kann.

Ich habe keine Ahnung, was Du dir unter einer seriösen Analyse vorstellst. Natürlich gibt es bei sozialen Entwicklungen immer nur Wahrscheinlichkeitsaussagen. Mit fortschreitender Entwicklung können die Gewichtungen angepasst werden, bestimmte Szenarien aussortiert werden und so weiter. So kann man Schritt für Schritt die Entwicklung weiter einengen, und manchmal (nicht immer) kann man am Ende einer solchen Entwicklung Wendepunkte auf einen Tag oder wenige Tage eingrenzen. Die letzten 3 Wendepunkte von AAPL (Hoch-Tief-Hoch) habe ich hier auf den Tag genau gepostet und beim Tief sogar eine Anleitung zum Long-Gehen mit Limiten und Stops angehängt; was bitte willst Du denn noch?

Vor allem: Was soll die Meckerei, solange Du nichts Besseres vorweisen kannst? Ich unterstelle mal, Du neigst der Fundamentalanalyse zu. Willst Du allen Ernstes behaupten, damit seien statt Wahrscheinlichkeitsaussagen sichere Prognosen möglich? Dann mal los, ich bin gespannt.

Ich verstehe nicht, warum diejenigen, die von technischer Analyse nichts halten, meine Beiträge nicht einfach ignorieren, sondern sich in Zyklen immer wieder provoziert fühlen, zu sticheln. Rüttle ich zu stark an Deinem Weltbild, oder was ist Dein Problem? Ich heiße konstruktive Kritik und sachliche Diskussionen jederzeit willkommen. Aber dieses inhaltsleere Mokieren trägt zu nichts etwas bei und nervt, ehrlich.
+4
Weia
Weia17.08.1900:29
Für alle anderen hier noch zwei Anmerkungen meinerseits zum heutigen Tag.

Erneut sprang der Markt zu Beginn rasch nach oben und trat nach eineinhalb Stunden die restlichen 5 Stunden wieder nur noch auf der Stelle. Wie schon bezüglich der Aufwärtsbewegung am Dienstag geschrieben, ist das kein Zeichen eines nachhaltigen Trends; dann hätte der Markt die anfänglichen Gewinne im weiteren Verlauf ausbauen können sollen. Der starke Kursrückgang am Mittwoch ist dafür ein gutes Beispiel (in der Gegenrichtung): Der S&P 500 machte gleich 30 Punkte schwächer auf, fiel dann aber im Verlauf des Tages kontinuierlich um weitere 55 Punkte. Das riecht viel eher nach „Trend“. Allen erwähnten Indikatoren zum Trotz (neben den erwähnten pessimistischen Stimmungsindikatoren gibt es auch noch ganz andere, die eine Bodenbildung hier und jetzt nahelegen) will der Markt „gefühlt“ nach unten.

Und das bringt mich zur zweiten Anmerkung: Man sollte meinen, dass sehr heftige Abwärtsbewegungen oder gar Crashs aus Situationen entstehen, wo der Markt besonders nach oben überdehnt war und alle Indikatoren Verkaufen! schreien. Aber das ist nicht der Fall. Solche Bewegungen entstehen dann, wenn die Indikatoren nach einem ersten Kursrückgang allesamt bereits wieder Kaufen! rufen, aber der Markt es dennoch nicht schafft, nach oben zu wenden – wie er das normalerweise in solch einer Situation würde, aber in diesen Momenten eben nicht kann, weil er so besonders schwach ist. Genau deshalb sind Crash so schwer zu prognostizieren, denn in dem Moment, wo klar wird, dass der Markt nicht nach oben wendet, obwohl er das „müsste“, kann alles rasend schnell gehen.

Ich schreibe das, weil die jetzige Situation genau in diesem Sinne kritisch ist. Viele (nicht alle) Indikatoren sind wie gesagt in einer ähnlichen Position wie Ende Dezember 2018. Der Markt „müsste“ jetzt also eigentlich klar nach oben wenden. Aber bislang waren alle Aufwärtsbewegungen Eintagsfliegen, genau das macht die Situation potentiell kritisch. Wenn der Markt nächste Woche noch immer nicht in die Pötte kommt und weiter steigt, sondern stattdessen die Tiefs der letzten zwei Wochen unterschreitet, dann entsteht eine potentiell äußerst riskante Situation.

Greetsiel Ja, im Augenblick wieder nur potentiell. Ein Risiko vorher zu kennen, kann am Markt aber auch Gold wert sein. Niemand hat je behauptet, der Markt sei stets in einer klaren Verfassung. Warum sollte er auch? Es gibt immer wieder völlig diffuse Phasen, die man dann auch als solche benennen sollte. Und das ist auch kein Problem; die Kunst erfolgreichen Tradens besteht darin, zu wissen, wann man im Markt sein sollte (hohe Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Entwicklung) und wann nicht (diffuse Situation, schwächere Wahrscheinlichkeiten für diverse denkbare Entwicklungen).
+1
Greetsiel17.08.1911:05
Warum fühlst du dich von mir angegriffen?
Deine ewiglangen Erläuterungen lese ich gern und sie amüsieren mich. Ich bin tatsächlich eher der Fundi und die Erfahrung und die Schnitte die ich mit Aktien gemacht habe, geben mir ganz persönlich recht.
Es läuft halt mal so und dann wieder anders. Für alles gibt es hinreichend Erklärungsansätze - deine wissenschaftlich begründet, meine (was AAPL z.B. betrifft) aus dem Bauch raus.
Also: alles gut
0
Weia
Weia17.08.1911:25
Greetsiel
Warum fühlst du dich von mir angegriffen?
Wenn ich in einem Beitrag erläutere, was sich gerade geändert hat, und Du darauf mit Also alles wie immer antwortest, läuft jedenfalls irgendwas mit der Kommunikation schief.
es könnte so sein, aber auch anders...
Ja, das stimmt. Die entscheidende Information ist allerdings, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass es so kommt, und wie groß die, dass es anders kommt. Darüber schreibe ich, und das unterschlägst Du und machst daraus ein „amüsiertes“ Wie der Hahn kräht auf dem Mist … Das finde ich nicht unbedingt freundlich. Aber lassen wir das.
0
HumpelDumpel
HumpelDumpel17.08.1911:46
Weia
Das finde ich nicht unbedingt freundlich.
Lieber Weia,
ich finde du gibst dir hier sehr viel Mühe und ich lese deine Beiträge mit großem Interesse.
Aber:
Nimm doch bitte nicht jeden Scheiß immer gleich persönlich.
+1
Weia
Weia17.08.1911:51
HumpelDumpel
Nimm doch bitte nicht jeden Scheiß immer gleich persönlich.
Ja, sorry. Meine Nerven sind gerade ziemlich ramponiert aufgrund von Lärmterror von früh bis spät durch eine große Baustelle auf dem direkten Nachbargrundstück, da reagiere ich vielleicht unnötig gereizt.
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Greetsiel17.08.1911:57
nein, ich unterschlage gar nichts. Ich schreibe lediglich wie es bei mir ankommt. Vermutlich liegt es am Empfänger.
Aber du hast recht: lassen wir das
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