Windows-VM auf MacBook Neo? Parallels gibt vorsichtig grünes Licht


In manchen Branchen ist ein reibungsloser Geschäftsbetrieb ohne Windows nicht möglich. Beispiele sind Software-Tools, welche es nur für Microsoft-Betriebssysteme gibt, oder Firmware-Flasher, die als .EXE-Datei daherkommen. Auf Apple Silicon kann man sich mittels Virtualisierung behelfen: Über einen Hypervisor erhalten Virtuelle Maschinen (VMs) weitestgehenden Zugriff auf die Hardware des Macs. Dies ist seit Einführung der M1-Macs Ende 2020 möglich. Bisher war jedoch unklar, ob auch der A18-Pro-Chip im MacBook Neo VMs unterstützt. Der Anbieter Parallels hat dies nun
überprüft und vermeldet Erfolg: Virtuelle Maschinen lassen sich auf dem MacBook Neo sowohl betreiben als auch installieren.
Dies dürfte Nutzer beruhigen, welche auf ein spezielles Software-Tool nicht verzichten können. Allzu große Hoffnungen hinsichtlich der Verarbeitungsgeschwindigkeit sollten Nutzer allerdings nicht hegen. Aufgrund von nur vier Rechenkernen und acht GByte Arbeitsspeicher dürfte die Performance nicht sonderlich beeindruckend sein. Windows 11 benötige mindestens vier GByte Arbeitsspeicher, führt der Wissensbasis-Artikel von Parallels aus. Dadurch bleibe wenig Verfügungsmasse, um macOS und Windows nebst jeweiliger Programme zu betreiben. Da MacBook Neo zudem auf passive Kühlung setze, würden die spärlichen Rechenkerne bei dauerhafter Last recht schnell gedrosselt, behauptet Parallels – wobei Throttling
eher andere Gründe hat.
Anbieter testet weiterDerzeit führe Parallels weitere Tests durch, um möglichst viele Nutzerszenarien abzudecken; man werde den
Beitrag bei Bedarf aktualisieren. Parallels betont, dass nur ARM-Versionen von Windows unterstützt werden, die meisten x86-basierten Programme darin aber problemlos funktionieren. Interessant dürfte sein, wie stark die Leistung von macOS einbricht: Howard Oakley hat
herausgefunden, dass VMs stets die Leistungskerne okkupieren. Der A18 Pro weist davon lediglich zwei auf, dazu 4 Effizienz- und fünf GPU-Kerne.
Alternative AnbieterDie für VMs notwendige Technologie hat Apple in macOS integriert, allerdings ohne Bedienerschnittstelle. Andere Software-Entwickler bieten ebenfalls Software-Lösungen an, um Virtuelle Maschinen auf Apple Silicon zu installieren und zu betreiben. Beliebt ist etwa die Shareware
VirtualBuddy von Guilherme Rambo. Das im Besitz von Oracle befindliche
VirtualBox ermöglicht ebenfalls den Betrieb Virtueller Maschinen auf Apple Silicon. Auch Howard Oakley bietet mit
Viable eine minimalistische Möglichkeit, VMs aufzusetzen und zu betreiben.