Spekulationen zu "Siri AI+" und Abo-Modell


Schon bei der Vorstellung der ersten Generation von Apple Intelligence gab es viele Stimmen, dass jenes Funktionspaket geradezu danach schreie, zur Grundlage eines weiteren Aboangebots zu werden. Derlei Pläne dementierte das Unternehmen damals aber. Inzwischen hat sich die Situation in einem wesentlichen Aspekt jedoch grundlegend gewandelt. Während Apples KI-Modelle zunächst so angelegt waren, dass die Ausführung weitestgehend auf den Geräten selbst erfolgt, hat die serverseitige Berechnung fortan einen wesentlich höheren Stellenwert. Letzteres sorgt bei Apple für nicht unerhebliche Kosten, weswegen nun Diskussionen über eine Art "Siri AI+" erneut an Fahrt gewinnen.
Bloomberg: Alles kostenlos ist schwer möglichGurman bringt daher erneut Überlegungen ins Spiel, wonach Apple langfristig einen Plustarif etablieren dürfte. Ein erster Schritt dahin ist bereits getan, denn für bestimmte Funktionen, genauer gesagt höhere Nutzungskontingente, wird man ab Herbst iCloud+ benötigen – und die Wortwahl während der Vorstellung legte nahe, dass es wohl nicht die günstigste 99-Cent-Stufe ist. Insgesamt ist Gurmans Grundthese durchaus nachvollziehbar. Je leistungsfähiger und beliebter Siri AI werde, desto schwerer dürfte es für Apple werden, unbegrenzte Cloudnutzung dauerhaft allein über den Geräteverkauf zu finanzieren.
Aber kaum generelle BezahlschrankeAm wenigsten wahrscheinlich klingt, Siri AI generell hinter eine Bezahlschranke zu stellen. Ein iPhone, auf dem grundlegende Fragen, Timer, Nachrichten, Navigation oder Gerätesteuerung nur mit Abonnement funktionieren, wäre schwer vermittelbar. Siri gehört zudem seit Jahren zur Grundausstattung der Geräte. Wahrscheinlicher ist daher der Ausbau des Freemium-Modells, wie man es bereits bei den iWork-Apps erlebt. Basisfunktionen sind kostenlos, zudem erhält man ein gewisses tägliches Kontingent, Abonnenten dürfen die Dienste hingegen intensiver nutzen und zudem auf besonders aufwendige Modelle setzen. Das entspricht dem Vorgehen vieler anderer KI-Anbieter. ChatGPT, Gemini und Claude bieten ebenfalls kostenlose Grundnutzung, setzen aber bei leistungsfähigeren Modellen, größeren Nutzungsmengen oder zusätzlichen Werkzeugen Bezahlstufen ein.
Wahrscheinlicher: teurerer iCloud-Tarif, mehr Funktionen/KontingenteIm Falle Apples erscheinen Bildgenerierung oder lange, komplexe Siri-Gespräche mit großem Kontext als denkbarer Weg, Anwender zur Kasse zu bitten. Ein eigenständiges "Apple Intelligence"-Abo wirkt dennoch nicht wie ein sinnvoller Schritt, stattdessen dürfte Apple ausbauen, was man mit iCloud+ bereits beginnt. "Je teurer der iCloud-Tarif, desto mehr Funktionen – und das Gesamtpaket gibt es nur in Apple One" als Geschäftsprinzip hört sich daher aus aktueller Sicht am plausibelsten an. Gleichzeitig wäre die Kommunikation recht einfach, denn für viele würde sich das nicht wie eine Preiserhöhung anfühlen, so viele Nutzer wie ohnehin schon für iCloud+ bezahlen.