Intime KI-Chats mit Claude tauchten in der Google-Suche auf


KI-Chatbots und Datenschutz: Das sollte eigentlich Hand in Hand gehen. Konversationen zwischen Mensch und Maschine können nämlich viel über persönliche Daten, Lebenssituationen und politische Ansichten verraten. Zudem gehören sehr häufig auch berufliche Geheimnisse zu den Themen von Unterhaltungen. All das geht folglich Dritte, zu denen etwa professionelle Datensammler, Geheimdienste oder geschäftliche Mitbewerber zählen können, absolut nichts an. Wenn also, wie jetzt geschehen, mehrere hundert Chats in einer Suchmaschine landen und somit an die Öffentlichkeit gelangen, kann das für die Betroffenen durchaus zum Problem werden. Auch wenn sie – vermutlich vielfach unbewusst – selbst daran mitwirkten und somit nicht ganz unschuldig sind.
Mehrere hundert Chats mit Claude bei Google zu findenHunderte von Konversationen mit dem KI-Chatbot Claude des US-amerikanischen Unternehmens Anthropic waren jetzt für eine gewisse Zeit frei für jedermann im Internet verfügbar. Mithilfe einer Anfrage bei Google, Bing oder DuckDuckGo ließen sie sich leicht finden. Das berichtet unter anderem die
BBC. Die Bandbreite der Themen, welche die Nutzer mit Claude besprachen, reichte dabei von erotischen Inhalten über Bitten um politische Ratschläge bis hin zu juristischen Fragen. Diskutiert wurden darüber hinaus auch die Erstellung persönlicher Lebensläufe, gesundheitliche Probleme sowie Details geschäftlicher Projekte. Besonders skurril: Ein Nutzer wollte allen Ernstes von Claude wissen, wie er sich in einen neunschwänzigen Fuchs verwandeln könne.
Claude-Nutzer erzeugten URLs zum Teilen ihrer KonversationenAllerdings landeten beileibe nicht sämtliche Chats mit Claude automatisch bei Google und anderen Suchmaschinen. Vielmehr hatten alle Betroffenen die Teilen-Funktion des Chatbots genutzt. Anthropics System erzeugt in diesem Fall einen Link, welchen man an Dritte weitergeben kann. Diese speziellen URLs ermöglichen jedem, dem sie bekannt sind, den Zugriff auf die gesamte Konversation. Darauf weist Claude auch ausdrücklich hin, schweigt sich aber darüber aus, dass die Links im Zuge der Weitergabe an Dritte wie beispielsweise Google gelangen und von diesen archiviert werden können. Eine Sprecherin von Anthropic betonte in diesem Zusammenhang gegenüber der BBC, dabei handle es sich nicht um einen Bug. Die URLs ließen sich zwar nicht erraten oder rechnerisch ermitteln. Wer sie mit anderen teile, stelle die Inhalte jedoch zwangsläufig auch öffentlich verfügbar.
Chats sind mittlerweile nicht mehr auffindbarWie lange die Chats mit Claude in diversen Suchmaschinen zu finden waren, ist nicht bekannt. Mittlerweile tauchen sie zumindest in Google nicht mehr auf. Das Unternehmen teilte der BBC mit, man habe keinen Einfluss darauf, welche Inhalte im Internet veröffentlicht würden. Die Entscheidung darüber liege allein bei den Betreibern von Webseiten, ihnen stünden entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung. Diese Äußerung deutet darauf hin, dass Anthropic mittlerweile Maßnahmen ergriffen hat, um das Auftauchen geteilter Chats in Google, Bing, DuckDuckGo & Co. zu unterbinden.