Team-Kommunikation im Browser: "Bonfire for Communities" startet öffentliche Beta


Gruppenkommunikation stellt stets eine Herausforderung dar. Beruflich sind viele Anwender mehr oder weniger gezwungen, sich über Microsoft Teams auszutauschen. Für Projekte außerhalb des Büroalltags gibt es nun ein neues quelloffenes Angebot namens
Bonfire for Communities, dessen erste öffentliche Beta-Version jetzt erschien. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, dass darüber regionale Gemeinschaften, Interessengruppen, Vereine oder Wissenschaftler auf intuitive und datenschutzkonforme Weise kommunizieren können.
Bonfire setzt auf das ActivityPub-Protokoll auf, welches die Basis von Mastodon bildet. Erweiterungen für Abstimmungen, Gruppenentscheidungen und Kommentare sollen die Kommunikation innerhalb einer Gemeinschaft erleichtern; Anwender können sich zudem in Gruppen zusammenschließen oder themenspezifische Spaces aufsetzen. Außerdem fügte Bonfire den Inhaltstyp „Events“ nebst Kalender hinzu. Eine Erweiterungsschnittstelle soll das Gestalten eigener Plug-ins erleichtern. Die Entwickler heben hervor, dass sie sich um Moderation und Governance gekümmert und entsprechende Werkzeuge integriert haben.
Zwischen Signal und PatreonIn einer Übersichtstabelle
vergleichen die Entwickler Bonfire mit verschiedensten Web-Angeboten: Team-Chat, Messaging, Community- und Creator-Plattformen sowie „Big Social“. Nutzer melden sich über den Browser an, alternativ funktioniert auch eine Mastodon-App – wenngleich mit eingeschränktem Funktionsumfang. Den Vergleich mit vollumfänglichen Plattformen wie Teams oder Nextcloud wagt Bonfire (derzeit) nicht.
Bonfire will das Fediverse um Community-Funktionen erweitern. (Quelle:
Campground)
Webserver notwendigDas vom EU-Fonds „Next Generation Internet“ geförderte Projekt wurde zu großen Teilen in Elixir und Rust programmiert. Unter
campground.bonfire.cafe sieht man, wie sich eine Bonfire-Community-Installation für Anwender darstellt: Das browserbasierte Interface ähnelt auf den ersten Blick einer typischen Mastodon-Instanz. Wer einen
eigenen Bonfire-Server aufsetzen möchte, benötigt einen Web-Server mit mindestens 8 GB RAM; auch eine Docker-Installation ist möglich. Erfahrungen als Server-Admin sollten vorab vorhanden sein; alternativ empfehlen die Entwickler ein genossenschaftliches Administrationsmodell namens
Co-op Cloud.