Reparatur von Macs bei unabhängigen Werkstätten: Weitere Details bekannt

Apples „Programm für unabhängige Reparaturanbieter“ erfasst seit kurzem auch Macs – und kann neben Kanada und den USA mittlerweile auch in 32 europäischen Staaten in Anspruch genommen werden. Apple reagierte mit diesem Programm auf Beschwerden, die vonseiten der Nutzer und der Politik an das Unternehmen herangetragen wurden und ermöglichte anfangs ausschließlich Kunden eines iPhones, unabhängige Werkstätten aufzusuchen und ihre Geräte zur Reparatur vorbeizubringen. MacRumors berichtet nun über weitere Details aus einem internen Dokument.


Diese Komponenten lassen sich reparieren
Das „Programm für unabhängige Reparaturanbieter“ deckt alle Macs ab. Reparaturwerkstätten, die sich für das Programm qualifiziert haben, können seit dem 17. August auf Originalteile, Werkzeuge und Schulungen von Apple zugreifen. Bei den Bauteilen, die für eine Ausbesserung oder Instandsetzung infrage kommen, können unabhängige Dienstleister vor allem auf Displays und Hauptplatinen zugreifen. Außerdem zählen fehleranfällige Komponenten wie die Tastatur, das Trackpad, der Lautsprecher und der Akku zu jenen Teilen, die vom Programm erfasst werden.

Bedingungen für Techniker
Apple stellt ferner klar, dass die Reparatur von unabhängigen Werkstätten an weitere Bedingungen geknüpft ist: Ein von Apple zertifizierter Techniker muss diese vornehmen, außerdem dürfen nur Macs angenommen werden, die sich nicht länger in der Garantiezeit befinden. Ausgeschlossen ist weiter, dass es zu einem Austausch des ganzen Geräts kommt. Außerdem ist es der Servicestelle nicht möglich, defekte Macs an die Reparaturzentren von Apple zu senden. Im Übrigen hat das Unternehmen Anpassungen am Preis seiner Bauteile vorgenommen: Manche lassen sich nun günstiger beziehen, andere sind deutlich teurer geworden, beispielsweise der Bildschirm eines 13 Zoll großen MacBook Pro.

Bewerbungen bei Apple
Wer Interesse an diesem Programm hat, muss so manche Anforderung erfüllen – eine Zertifizierung als Apple-Techniker erfordert das Bestehen einiger Prüfungen, die über ein autorisiertes Online-Prüfungszentrum abgelegt werden müssen. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen finden Interessierte hier.

Kommentare

Wiesi
Wiesi19.08.20 12:07
Man merkt, daß Apple hier unter Druck steht. Die Bedingungen, welche Apple an die Freigabe stellt, finde ich fair. Was aber fehlt, ist die Freigabe der Ersatzteile. Diese sollte man als "Identteile" direkt vom Hersteller beziehen können. (Bei den Autos wurde das durchgesetzt.) So bleibt Apple auf diesem Gebiet Monopolist und kann die Preise nach Belieben festlegen. -- Und tut das auch:
...Im Übrigen hat das Unternehmen Anpassungen am Preis seiner Bauteile vorgenommen....
Everything should be as simple as possible, but not simpler
+5
Peter Longhorn19.08.20 22:21
Was man so bei Heise liest ist das wohl eher eine Notfall-Lösung von Apple gewesen um hier nicht noch weiter angreifbar zu sein.

Anscheinend bekommen die unabhängigen Werkstätten nichtmal Ersatzakkus auf Lager. Man muss stattdessen wenn ein Kunde kommt sämtliche Daten inkl. Personen-Daten (DSGVO lässt grüßen) an Apple schicken und erst dann erhält man von Apple einen Ersatzakku. Heißt satt den Akku in wenigen Minuten/Stunden sofort zu tauschen muss man tagelang auf die Lieferung warten bevor überhaupt etwas angegriffen werden kann.

Außerdem sind die Preise anscheinend teilweise um hunderte Euro für Bildschirme usw. teurer geworden - vermutlich auch nur für die Unabhängigen.

Diese Regelung ist also in meinen Augen nur dafür da um sagen zu können: Seht her, ihr könnt doch eh. Aber die Bedingungen sind halt so dermaßen schlecht, dass man eigentlich dämlich ist nicht gleich zum Vertragshändler zu gehen.
+4
grhrd20.08.20 11:05
Ein weiterer Kommentar zu diesem Thema, der jede Menge Vermutungen und Halbwahrheiten enthält.

Niemand von den Apple Service Providern legt sich Apple Ersatzteile aufs Lager. Dafür wird von Apple ein Lagerpreis berechnet, der wesentlich höher als der Austauschpreis ist. Da die Ersatzteile normalerweise alle innerhalb von 24h da sind, macht da auch keinen Sinn. Schon garnicht bei den Akkus. Denn diese sind bekanntlich mit dem Topcase verklebt und der Zeitaufwand für den Austausch ist bei einem geübten Techniker mindestens eine Stunde. Kein ASAP sitzt rum und dreht Däumen bis vllt jemand zur Tür reinkommt, der mal schnell einen Akku getauscht haben möchte. Ihr stellt euch das alles so einfach vor, aber die Realität schaut leider ganz anders aus.
Peter Longhorn
Anscheinend bekommen die unabhängigen Werkstätten nichtmal Ersatzakkus auf Lager. Man muss stattdessen wenn ein Kunde kommt sämtliche Daten inkl. Personen-Daten (DSGVO lässt grüßen) an Apple schicken und erst dann erhält man von Apple einen Ersatzakku. Heißt satt den Akku in wenigen Minuten/Stunden sofort zu tauschen muss man tagelang auf die Lieferung warten bevor überhaupt etwas angegriffen werden kann.

Außerdem sind die Preise anscheinend teilweise um hunderte Euro für Bildschirme usw. teurer geworden - vermutlich auch nur für die Unabhängigen.

Diese Regelung ist also in meinen Augen nur dafür da um sagen zu können: Seht her, ihr könnt doch eh. Aber die Bedingungen sind halt so dermaßen schlecht, dass man eigentlich dämlich ist nicht gleich zum Vertragshändler zu gehen.
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