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Reißender Absatz: Nachfrage nach Mac mini und Mac Studio traf Apple komplett unvorbereitet

Normalerweise gibt es keinen Anlass zu Beschwerden, wenn sich ein Produkt plötzlich besonders gut verkauft. Allerdings konnte man seit Frühsommer beobachten, dass der Mac mini sowie der Mac Studio immer schlechter verfügbar waren – mit Lieferzeiten, die sich immer weiter der Marke von einem Vierteljahr annäherten. Vor allem für lokale KI-Aufgaben hatten sich die beiden Desktop-Macs zu einem Geheimtipp entwickelt, denn ihr gemeinsamer Arbeitsspeicher ermöglicht es, vergleichsweise große Modelle vollständig lokal auszuführen. Überraschend hohe Stückzahlen gingen daher an Unternehmen und KI-Entwickler, die Nachfrage ließ sich angesichts des sprunghaften Anstiegs nicht mehr decken. Die Situation auf dem Speichermarkt tat ihr Übriges, nicht einfach die Kapazitäten erhöhen zu können.


Apple war selbst überrascht
Bemerkenswert ist, wie ungeplant dieser neue Markt offenbar entstand. Ein ehemaliger Apple-Manager namens Todd Dailey erklärt gegenüber The Information, Apple habe weder ein eigenes Engineering-Team für Unternehmenskunden noch Mitarbeiter für entsprechende Developer Relations besessen – eine ausgearbeitete KI-Strategie für Businesskunden fehlte komplett. Erst im Juni veranstaltete Apple mit "Business at the Park" ein spezielles Treffen für diese Zielgruppe, der Mac mini sei dabei der heimliche Star des Events gewesen.

Ungewöhnlich frühzeitige Ankündigung der Nachfolger
Dass Apple Mac mini und Mac Studio bereits im August vorstellte, war angesichts des unmittelbar bevorstehenden iPhone-Events ungewöhnlich. Normalerweise erfolgt die herbstliche Mac-Aktualisierung erst im Oktober oder November. Laut einem Bericht von The Information hatte Apple diesmal jedoch einen guten Grund für die Eile, denn man wollte die kommenden Hardware-Generationen so früh wie möglich zeigen, um der besonders zahlungskräftigen Kundschaft einen konkreten Ausblick zu zeigen.

Offensiveres KI-Marketing
Vor allem beim neuen Mac Studio wirbt das Unternehmen offensiv mit dem Potenzial als KI-Plattform. Bis zu 512 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher und die Möglichkeit, mehrere Geräte per Thunderbolt 5 und RDMA zu einem Cluster zusammenzuschalten, gelten neben der reinen Performance als Argumente. Apple spricht ausdrücklich davon, dadurch selbst sehr große Open-Weight-Modelle lokal ausführen zu können – ohne laufende Cloud- oder Tokenkosten.

Unter anderem OpenAI als Großkunde
Blickt man auf Apples Großkunden für KI-fähige Hardware, dann findet man hier alte Bekannte. The Information zufolge kaufte allein OpenAI Zehntausende Mac minis und Mac Studios, unter anderem zum Trainieren von KI‑Agenten. Anthropic setzt ebenfalls auf den Mac mini, allerdings via Amazons AWS‑Infrastruktur. Die gesamte Entwicklung birgt eine gewisse Ironie: Ausgerechnet Apple, vielfach gescholten angesichts des KI-Rückstands bei Software, landete ziemlich unverhofft einen Volltreffer bei KI‑Hardwareplattformen.

Kommentare

iBims31.08.26 09:53
Leider ist Apple schon sehr, sehr lange nicht mehr fähig den Markt zu lesen und vorausschauend auf gutem weg die ganze IT-Landschaft zu bewerten. Da hinkt man bei extrem vielem hinterher oder bringt Dinge, die einfach nicht dem entsprechen, was die Kunden benötigen. Die Apple Vision ist das beste Beispiel. Da wurde einfach etwas auf den Markt gebracht von dem man selbst null Idee hatte, wer denn die Kunden für dieses Produkt sind und wer gewollt ist soviel zu bezahlen.

Bezüglich KI ist es sowieso kein Wunder, dass bei Apple niemand geahnt hat, dass deshalb die Macs noch beliebter werden. Ich frage mich immer noch, ob die Siri die letzten 5 Jahre selbst verwendet haben und nie bemerkt haben wie selten dämlich dieser "Sprachassistent" ist.
-18
LoCal
LoCal31.08.26 10:11
iBims wenn es ein Unternehmen gibt, das bei seinen Bestellungen zurückhaltend ist, dann Apple. Das waren sie schon immer, egal ob Mac, iPod, iPhone oder iPad.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+3
sudoRinger
sudoRinger31.08.26 10:14
Ausgerechnet Apple, vielfach gescholten angesichts des KI-Rückstands bei Software, landete ziemlich unverhofft einen Volltreffer bei KI‑Hardwareplattformen.
Ja, wegen hoher Speicherbandbreite, Unified Memory und CPU-Performance.

Aber was ist mit dieser Neural Engine, auf die Apple bei der Präsentation von Apple Silicon so stolz war? Die sollte doch eigentlich für KI zuständig sein. Was macht die eigentlich? Mir scheint nur irgendwelche ominösen Hintergrundanalysen, um anschließend das Batteriemanagement intelligent zu steuern Man liest jedenfalls sehr wenig substanzielles dazu und so recht programmierbar ist sie wohl auch nicht.
+1
milk
milk31.08.26 10:51
iBims Dein kompletter Kommentar ist in sich unlogisch.
+4
Metty
Metty31.08.26 11:24
iBims
Leider ist Apple schon sehr, sehr lange nicht mehr fähig den Markt zu lesen und vorausschauend auf gutem weg die ganze IT-Landschaft zu bewerten.

Das ist wahrscheinlich der Grund warum ihre iPhones und Macs sich so waaahnsinnig schlecht verkaufen und der Aktienkurs ruinös niedrig ist. Apple geht bestimmt Pleite weil sie einfach nicht wissen "was die Kunden benötigen".

-- Sarkasmus aus --

Nein, ganz im Gegenteil. Apple ist nicht auf den KI Zug aufgesprungen, weil es immer noch nicht klar ist wer die Rechnung für die gigantischen KI Investitionen bezahlen soll. Und nun ist es wie beim Goldrausch. Nicht die Schürfer verdienen das Geld, sondern die Verkäufer von Schaufeln und Sieben, was in diesem Fall den Macs entspricht. Apple macht also kräftig Kasse beim KI Hype ohne irgend ein Investitionsrisiko, denn die Macs werden sofort bezahlt.

Apple's Ziel ist es nicht einzelne Kunden glücklich zu machen. Apple's Ziel ist es Geld zu machen und damit sind sie sehr erfolgreich.

Wer viel macht, macht auch einiges falsch, z.B. die Apple Vision Pro oder den Apple Car. Aber im großen Ganzen kann man ihnen den Erfolg nicht absprechen.
+19
macster10031.08.26 11:57
Vision Pro ist a) ein sehr cooles Produkt für Early Adopter und bestimmte Anwendungsnischen sowie b) ein wichtiger Zwischenschritt, bei dem Apple sehr viel Know-how für zukünftige AR-Brillen gewinnt, die dann preislich und vom Handling/Gewicht her auf den Massenmarkt abzielen werden. Ein „Fehler“ würde höchstens dann daraus, wenn letztere floppen.
+5
Performant8431.08.26 12:03
Das ist wahrscheinlich der Grund warum ihre iPhones und Macs sich so waaahnsinnig schlecht verkaufen
Hat damit überhaupt nix zu tun, gerade bei den iPhones nicht.
Das neueste “innovative”, endlich mal (etwas) “andere” neuentwickelte Modell ist das iPhone Air - und es stützt @iBims These: Es entspricht nicht dem, was Kunden benötigen, geschweige denn, was sie wirklich wollen. Der Absatz ist mau (für Apples Verhältnisse), weil halt kaum jemand noch Dünnheit nachfragt, zumal wenn er Abstriche bei Akkulaufzeit und Kamera machen muss.

Reissenden Absatz fand dagegen die neueste Iteration des Mainstreammodells. Welches quasi das gleiche ist, wie vor fünf Jahren. Aber das überrascht nicht, denn iPhone/iOS ist eine etablierte Plattform - und die Kunden müssen halt irgendwann ihre Geräte erneuern.
-3
Gammarus_Pulex
Gammarus_Pulex31.08.26 12:04
Macster100
Hat Apple nicht erst viele Mitarbeiter des Vision Pro Teams entlassen?
+1
Performant8431.08.26 12:12
Vision Pro ist a) ein sehr cooles Produkt für Early Adopter und bestimmte Anwendungsnischen sowie b) ein wichtiger Zwischenschritt, bei dem Apple sehr viel Know-how für zukünftige AR-Brillen gewinnt
Frage ist, ob es so geplant war - oder ob man es im Nachhinein so darstellt.

Apple ist ja selbst kein Early-Adopter-Hersteller, und - spätestens nach Tim Cooks Machtübernahme und Einstellung der Serverprodukte - auch kein Nischenhersteller. Also für Apple schon ein sehr untypisches Produkt. Normalerweise wartet Apple lieber ein bisschen länger, um dann gleich das Produkt mit Kassenschlagerpotential zu veröffentlichen.
0
Spacely31.08.26 12:24
Schade ist aber auch das Apple den mac mini Preis so extrem anzieht.

Wenn man jetzt ließt, dass die KI Firmen Apple die minis aus der Hand gerissen haben, dann liegt der Verdacht nahe, dass die Preiserhöhungen nicht ausschließlich wegen teurerer Chips/Speicher gekommen sind.
+5
maikdrop31.08.26 12:26
Es gab ja schon viele VR Brillen vorher. Aber die waren einfach deutlich billiger und hauptsächlich für’s Gaming gedacht. War halt kein Massenmarkt. Apple hat sich wohl eher bei der Preisgestaltung getäuscht. Für den Massenmarkt zu teuer. Und das Marketing hat es nicht geschafft passende UseCases für die “Normalos” zu bewerben. Für einfach mal probieren gibt keiner so viel Geld aus. Bei der Apple Watch haben sie damals die Kurve mit dem Schwenk auf Fitness und Gesundheit geschafft und die Uhr dahingehend weiter entwickelt und beworben.
+5
maikdrop31.08.26 12:32
Performant84

Naja, durch das potente Port Folio ist es schwer neue Modell zu etablieren. Mac Neo zum dem Preis ein Knaller. Preis Richtung Mac Book Air, Ladenhüter. Wäre das iPhone Air 100/150€ günstiger, Knallerprodukt. Letztlich ist die Preisfrage entscheidend. Und da hat sich Apple wie bei der Vision Pro verkalkuliert. Wenn das IPhone Air nächstes Jahr einen größeren Akku und zweite Kamera bekommt, werden die Zahlen viel besser aussehen.
0
Bitsurfer31.08.26 13:07
Aus Unternehmerischer Sicht. Warum soll man das Air 100/150€ günstiger machen? Wer ein Pro will kauf das. Egal was das Air Kostet. Also wären nur potenzielle nicht Pro Kunden das Zielpublikum. Und wenn man dann einen Kampfpreis des Air veranschlagt um ein Knaller zu sein um das normale iPhone zu kanibalisieren, ne so doof sind die bei Apple nicht.
+4
JoeHo31.08.26 14:08
Das dünne Motorola Edge 70 kostet jetzt ca. 360€. Ein vernünftiges Android Phone und verkauft sich normal.
Fast so dünn wie das iPhone Air und keine kürzere Laufzeit.
Ich denke nicht das der Preis zu mehr Airs verkauft. Dünn ist für viele Leute kein Kaufargument.
+2
Wellenbrett31.08.26 14:47
sudoRinger
...
Aber was ist mit dieser Neural Engine, auf die Apple bei der Präsentation von Apple Silicon so stolz war? ... und so recht programmierbar ist sie wohl auch nicht.
Low Level offiziell nicht, aber abstrakt sehr wohl über Core AI, Core ML und Apple MLX. Ein Unternehmen, das das intensiv macht, ist Kiraa: https://www.youtube.com/watch?v=8VO85e9RA9Y :
https://www.kiraa.ai/tech :
+5
sudoRinger
sudoRinger31.08.26 16:02
Wellenbrett
Low Level offiziell nicht, aber abstrakt sehr wohl über Core AI, Core ML und Apple MLX.
Danke Dir für den Hinweis. Hier ist auch noch erwähnt, dass über die Neural Engine Live Text läuft und es über das Foundation Framework seit Tahoe nutzbar ist .
+1
Gedankenschweif31.08.26 17:06
Performant84
Vision Pro ist a) ein sehr cooles Produkt für Early Adopter und bestimmte Anwendungsnischen sowie b) ein wichtiger Zwischenschritt, bei dem Apple sehr viel Know-how für zukünftige AR-Brillen gewinnt
Frage ist, ob es so geplant war - oder ob man es im Nachhinein so darstellt.
Es war von Anfang an klar, dass Sony maximal 1 Million der benötigten Displays pro Jahr produzieren kann.
Apple hat im ersten Jahr rund 500.000 Vision Pro verkauft.
Es scheint also ein kalkulierter Erfolg zu sein.
Apple hat den Preis so hoch gesetzt, dass die Nachfrage das mögliche Angebot nicht übersteigt.
-3
Kompost31.08.26 21:12
sudoRinger
Aber was ist mit dieser Neural Engine, auf die Apple bei der Präsentation von Apple Silicon so stolz war? Die sollte doch eigentlich für KI zuständig sein.

Diese wird z.B. (erst) jetzt von der KI-Runtime omlx (https://omlx.ai) unterstützt und kann die Token-Generierung massgeblich beschleunigen. Insgesamt eine der besten Runtimes. Ob LM-Studio ANE schon unterstützt weiß ich leider nicht.
+1
Danger01.09.26 09:19
Kompost
Diese wird z.B. (erst) jetzt von der KI-Runtime omlx (https://omlx.ai) unterstützt und kann die Token-Generierung massgeblich beschleunigen. Insgesamt eine der besten Runtimes. Ob LM-Studio ANE schon unterstützt weiß ich leider nicht.

oMLX hört sich interessant an, aber so ganz hab ich nicht verstanden, was das Besondere daran oder der wesentliche Unterschied zu beispielsweise Ollama ist.

Kannst du mir das vielleicht in zwei Sätzen verdeutlichen?
Danke dir.
0
Kompost01.09.26 13:38
Danger
oMLX hört sich interessant an, aber so ganz hab ich nicht verstanden, was das Besondere daran oder der wesentliche Unterschied zu beispielsweise Ollama ist.

Kannst du mir das vielleicht in zwei Sätzen verdeutlichen?
Danke dir.

omlx ist auf Apple Silicion/MLX optimiert, Ollama mit Lama.cpp eher auf GGUF (Metal). MLX bringt noch mal zwischen 10-20% mehr Tokens/sec.
Es ist noch eine junge Runtime und entwickelt sich im Augenblick recht schnell. Jetzt ist der Support der ANE dazu gekommen und wenn man einen Mx Ultra hat, können beide ANE (2x16) parallel genutzt werden. Aber auch unter einem Mx Pro mit nur einer ANE (16) bringt das schon einen Performance Zuwachs (nicht immer, wie immer kommt drauf an). Zudem kann mit omlx sehr einfach Quantifiziert werden, auf MTP optimiert werden. Download und Model Manager sind auch eingebaut.
Ollama bietet Vorteile, wenn man von Hugging Face LLMs herunter laden und einfach starten möchte. Da ist Ollama vielseitiger und kann auch mehrere LLMs-Arten nutzen (mlx, gguf). Bei omlx klappt das nicht immer, oder man muss immer selbst die Hersteller Modelle quantifizieren, damit diese dann auch sicher unter omlx laufen.
+1
Danger01.09.26 15:48
Danke dir.
Bringen die MLX-Varianten der Ollama-Modelle nicht auch schon mehr Tokens/sec? Ist der Unterschied dann noch so stark?
0

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