Parrot Pot: Pflanzenzucht für Tech-Nerds mit und ohne grünen Daumen

Parrot bietet nicht nur Flugdrohnen () und drahtlose Lifestyle-Kopfhörer () an, sondern engagiert sich auch für den Schutz häuslicher Flora. Mit dem Parrot Pot hat das Unternehmen jetzt einen intelligenten Blumentopf im Sortiment, der automatisch Pflanzen gießt und gleichzeitig Daten über deren Wachstum erfasst. Ganz neu ist die Idee zwar nicht, aber vielleicht macht Parrot es ja besser als andere. Die Feature-Liste des "intelligenten" Blumentopfs ist jedenfalls ansehnlich.


Der in drei Farben erhältliche Kübel übernimmt mehrere wichtigen Aufgaben:

  • Er gießt Pflanzen nach Bedarf (per integriertem Wassertank).
  • Er reguliert die Bewässerung, wenn niemand zu Hause ist.
  • Er gibt Hinweise, wie die Pflanze optimal gepflegt werden kann.

Über Bluetooth Low Energy verbindet sich der Parrot Pot mit dem Smartphone oder Tablet. Über die zugehörige Flower Power App (kostenlos für iOS und Android) erhält der Nutzer alle wichtigen Daten und kann auf die Bewässerung Einfluss nehmen.

“Seit einigen Jahren arbeitet Parrot daran, Pflanzen besser zu verstehen, und wie Sensoren genutzt werden können, um ihre Bedürfnisse zu erkennen. Denn oft sind wir im Umgang mit Pflanzen unsicher, haben Angst, dass sie eingehen, oder kennen die Pflanzenart und ihre besonderen Pflegeansprüche nicht genau”, so Henri Seydoux, Gründer und CEO von Parrot. „Unsere Antwort auf diese Sorgen war der Parrot Pot. Mit Botanikern und anderen Wissenschaftlern haben wir eine umfangreiche Datenbank entwickelt. Zusammen mit den Sensoren und dem intelligenten Bewässerungssystem lassen sich die Ansprüche an die Pflege der Pflanzen ideal erfüllen. Denn einige Pflanzen reagieren sehr empfindlich, wenn sie zu viel Wasser bekommen, andere wiederum gehen schnell ein, bekommen sie zu wenig.“

Der Parrot Pot ist ein kabelloser Blumentopf (faszinierend!), der innen wie außen eingesetzt werden kann. Er soll so konstruiert sein, dass er klimatischen Schwankungen in gewissen Grenzen standhalten kann (Regen sowie Temperaturen von -5° C bis +55°C). Im Inneren ist ein 2,2 l Wassertank und ein System mit vier separaten Ausströmern. Die von der Pflanze benötigte Bewässerungsmethode wird über die Parrot Flower Power App ausgewählt:

> ‘Perfect Drop‘: Genau die richtige Menge Wasser zur richtigen Zeit.
Parrot Pot übernimmt selbstständig das Gießen und passt sich den Bedürfnissen der Pflanze an. Nach einigen Zyklen versteht Parrot Pot den Bedarf der Pflanze und wird immer die richtige Menge Wasser zur richtigen Zeit abgeben. Dieser automatische Bewässerungsmodus soll optimal für das Wachstum der Pflanze sein.


> ‘Plant Sitter‘: In den Urlaub fahren, ohne sich über die Pflanze Sorgen zu machen.
Parrot Pot reguliert den Wasserverbrauch je nach Flüssigkeitsbedarf der Pflanze für bis zu einen Monat. Man könnte dies wohl auch den Survival-Modus nennen.

> ‘Custom’: Für diejenigen, die sich selbst für Experten halten.
Der Nutzer bestimmt den Rhythmus der automatischen Bewässerung und den Grad an Feuchtigkeit. Drei Parameter können über die App angezeigt werden:
- der Grad der Bodenfeuchtigkeit, bei dem die Bewässerung einsetzt,
- die gewünschte Bodenfeuchtigkeit nach dem Wässern,
- die Zeit (in Stunden), bevor die Bewässerung stattfindet.

> ‘Per Hand’: Selber Gießen auf Knopfdruck!
Der Nutzer startet die Bewässerung mit einem Klick auf die Parrot Flower Power App. Der Parrot Pot blinkt grün, wenn der Tank aufgebraucht ist.


Gut zu wissen: Auch wenn der Parrot Pot nicht mit der Flower Power App verbunden ist, kümmert er sich weiterhin automatisch um die Bewässerung der Pflanze, indem er selbstständig die üblichen Einstellungen für den jeweiligen Pflanzentyp auswählt. Bei geringer Wassermenge blinkt der Parrot Pot grün und der Nutzer erhält über die App eine Push-Nachricht. Rotes Blinken signalisiert ein Problem mit den Batterien.

Parrot Pot ist ein Pflanzen-Versteher: Dank seiner vier Sensoren misst der schlaue Kübel präzise und in Echtzeit alle Daten, die für die Gesundheit der Pflanze entscheidend sind:

  • Bodenfeuchtigkeit,
  • Düngermenge,
  • Umgebungstemperatur,
  • Lichtintensität.

Diese Daten werden alle fünfzehn Minuten aufgezeichnet und alle zwei Stunden an die Parrot Cloud gesendet, um dort von speziellen Algorithmen analysiert zu werden.

Die Parrot Flower Power App gibt regelmäßig Tipps und Benachrichtigungen, die genau auf die Pflanze zugeschnitten sind. Das ist ganz besonders nützlich, sollte die Pflanze einmal sofortiger Pflege bedürfen. Der Parrot Pot hilft dabei zu verstehen, wann Dünger zugefügt werden muss oder wann man die Pflanze für optimale Lichtverhältnisse umstellen sollte.

Die Parrot Flower Power App ist zudem eine botanische Enzyklopädie. Der Nutzer bestimmt seine Pflanze aus einer Auswahl von 8.000 Pflanzenarten. Jede Pflanze erhält ein eigenes Profil: Fotos, Herkunft, Grundbedürfnisse, praktische Tipps und Empfehlungen (wie etwa die bevorzugten Düngersorten). Die Datenbank wurde mit Hilfe von Botanikern und Wissenschaftlern der Wageningen Universität in den Niederlanden entwickelt und wird weiterhin regelmäßig erweitert, um Pflanzen zu optimalem Wachstum zu verhelfen.


Und was wäre ein Nerd-Blumentopf ohne Vernetzung? Mittels der Parrot Flower Power App können bis zu 256 Pots gleichzeitig verwaltet werden. Das reicht für ein ansehnliches Gewächshaus.

Die App zeigt alle Pflanzen an, die in einem Pot stecken, und ebenso die gesammelten Daten für jede einzelne Pflanze in Echtzeit. Durch Tap auf das entsprechende Symbol gibt die App Informationen über die verschiedenen Parameter und versieht diese mit einem einfachen Farbcode: Grün bedeutet, die Pflanze ist gesund und die Werte sind optimal, Orange ist ein Hinweis, den Verlauf auf jeden Fall im Auge zu behalten, und Rot bedeutet, dass sofortiges Handeln notwendig ist.

Direkt nach dem Öffnen der App wird angezeigt, ob die Pflanze von einem Parrot Pot versorgt oder von einer Parrot Flower Power überwacht wird. Wie auf einem Armaturenbrett erlaubt die App, alle Funktionen direkt zu steuern – etwa ob sofort bewässert oder eine bestimmte automatische Bewässerungsmethode verwendet werden soll:
- Düngermenge, Umgebungstemperatur und Lichtintensität werden in Form von Pegeln dargestellt;
- Die Bodenfeuchtigkeit wird anhand eines transparenten Querschnitts des Pots dargestellt, welcher auch die Menge des verbleibenden Reservewassers anzeigt.

Um die größtmögliche Zuverlässigkeit des Parrot Pot, seinen Sensoren und des automatischen Bewässerungssystems sicherzustellen, bat Parrot das Forschungszentrum der Wageningen Universität (NL) und das Center of Urban Horticulture in Washington (USA) darum, den Pot extremsten Bedingungen auszusetzen. Insgesamt wurden 150 Parrot Pot über einen längeren Zeitraum mit den verschiedensten Pflanzen wie etwa Tomaten, Basilikum, Oliven- und Limonenbäumen oder auch Birkenfeigen getestet.

Egal, ob man einen grünen Daumen hat oder regelmäßig Pflanzen eingehen lässt, Parrot Pot ist für jeden gemacht.

Erhältlich ist der Parrot Pot bereits seit September für einen UVP von 149 Euro. Bei Amazon ist er derzeit – je nach Farbe, für Preise ab ca. 134 Euro gelistet.

Kommentare

Assassin30.10.16 09:12
Warum nicht. Klar, für einen Blumentopf ganz schön teuer aber die Idee ist gut. Wenn alles so funktioniert wie angepriesen kann man sich das mal überlegen.
Und dass meine Bepflanzung in der Cloud analysiert wird, finde ich jetzt nicht so dramatisch. Solange man sich nicht sein Gras selber ziehen möchte...
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Raziel130.10.16 09:16
Die Rezensionen der App sind aber alles andere als Positiv. Macht einen ziemlich misstrauisch, wenn man liest das Funktionen mit Updates Entfernt wurden auf die viele Kunden gesetzt hatten und andere 'Späßchen'
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MikeMuc30.10.16 09:32
Anstatt Batterien sollte das Teil besser ein kleines Solarpanel haben.
Und es sollte als Nachrüstsatz für beliebige Töpfe erhältlich sein. So ist das nur ein teurer Gag.
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DaKrolli30.10.16 09:35
256Stck á 149€ für n gewächshaus, ja ne is klar 😂
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nane
nane30.10.16 09:38
Nennt mich altmodisch, meine Hydrokultur-Töpfe können das alles schon seit Jahrzehnten. Und das ohne Batterie und App.

Macht es wirklich Sinn, eine Pflanze (also ein Lebewesen) die einem "normalen" Menschen ja Freude und ein gutes Raumklima schenken soll, von einem Roboter "mechanisch" und komplett gefühlsfrei zu betreiben?
Wäre für so Menschen eine Plastikpflanze nicht zielführender?
Das Leben ist ein langer Traum an dessen Ende kein Wecker klingelt.
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chill
chill30.10.16 10:04
es soll ja noch Menschen geben, die ihr Heim mit lebenden Pflanzen verschönern wollen

Alleine das sagt schon einiges über den Verfasser des Berichtes.
"¿ssıəɥɔs ɹəp llos sɐʍ" :ʇƃɐs əsıəʍ ɹəp 'ßıəʍ sɐʍ ɹə sɐp ßıəʍ əƃnlʞ ɹəp
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locoFlo
locoFlo30.10.16 10:18
Für ca. 50 Euro wäre das eine Option. Aber so ist der Preis echt irre.
Nobody dies as a virgin, life fucks us all. KC
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chill
chill30.10.16 10:30
locoFlo

Für Urlaube zB reichen ja auch extrem günstige Wassereimer und Baumwollfäden zum Gießen. Für meine grad mal 3 Pflanzen müsste ich schon fast 500€ hinlegen. Äh, nö...
"¿ssıəɥɔs ɹəp llos sɐʍ" :ʇƃɐs əsıəʍ ɹəp 'ßıəʍ sɐʍ ɹə sɐp ßıəʍ əƃnlʞ ɹəp
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locoFlo
locoFlo30.10.16 11:06
Absolut. Oder man fragt ganz klassisch Verwandte oder Nachbarn ob sie mal gießen.
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massi
massi30.10.16 11:20
Oder man fragt ganz klassisch Verwandte oder Nachbarn ob sie mal gießen.
Wer redet denn heute noch mit Verwandten und Nachbarn.;-D
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chill
chill30.10.16 11:34
massi

Warum auch, man muss sich ja um seine Gadget Sammlung kümmern. Lebendiges hält einen davon nur ab. Ob nun pflanzlich oder menschlich. Für die Pflanzen gibt es ja nun etwas, für das menschliche muss noch ein Roboter vorgestellt werden. Sonorman findet da schon etwas das uns um tausende erleichtert.
"¿ssıəɥɔs ɹəp llos sɐʍ" :ʇƃɐs əsıəʍ ɹəp 'ßıəʍ sɐʍ ɹə sɐp ßıəʍ əƃnlʞ ɹəp
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barabas30.10.16 12:21
Es geht noch besser (...und teurer)



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locoFlo
locoFlo30.10.16 12:37
Das bietet ja wenigsten noch eine Beleuchtung für die Hanf .. äh Salatpflanze.
IKEA hat auch was zu dem Thema
Nobody dies as a virgin, life fucks us all. KC
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GauloisBleu30.10.16 12:54
MikeMuc
Hast absolut recht! Blumen für Nerds ist ein Widerspruch in sich. Für das Geld sollen sie einen Workshop buchen, der ihnen botanisches Minimalwissen in den Kopf steckt.

Nerds kaufen einen Topf für 150€ und stecken eine 99c Planze rein, um mit der Trchnik zu spielen. Das Pflänzchen ist ihnen egal und stirbt den absehbaren Nerd-Tod.
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autoexec.mac
autoexec.mac31.10.16 06:28
Also wenn Cannabis sativa/indica auch in der Datenbank ist
GEKAUFT!
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john
john31.10.16 09:33
autoexec.mac
Also wenn Cannabis sativa/indica auch in der Datenbank ist
GEKAUFT!
http://www.getleaf.co
biete support. kostenlos, kompetent und freundlich. wähle zwei.
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iKurt
iKurt01.11.16 07:54
chill
Urlaube zB reichen ja auch extrem günstige Wassereimer und Baumwollfäden zum Gießen.
oh das ist eine tolle Idee!
Wie dick sollten die Fäden sein und geht auch Bindfaden?
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