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Mac-Praxis: Daten von beschädigten Disk-Images retten

Virtuelle Laufwerke sind eine beliebte Methode, Dateien strukturiert aufzubewahren: Für Dateiverwaltungen erscheinen sie zunächst als ein einzelnes Dokument, welches sich problemlos verschieben, versenden oder herunterladen lässt. Ein Doppelklick verwandelt die unscheinbare Datei in ein Laufwerk, in dem sich umfangreiche Ordnerstrukturen und verschiedenste Dokumente versammeln – komplett mit Icons, Beschriftung, Arrangement und Fensterhintergrund. In seltenen Fällen jedoch verweigert der Finder den Zugriff und aktiviert das Image nicht – und die Dateien bleiben verschwunden. Howard Oakley gibt praktische Tipps, wie Sie in diesem Fall am besten vorgehen.


Im Prinzip sollte es möglich sein, ein virtuelles Laufwerk mit der „Ersten Hilfe“ des Festplattendienstprogramms zu überprüfen und gegebenenfalls zu reparieren. Doch meistens verweigert der Finder bereits das Aktivieren des Laufwerks-Images. Das liegt an der routinemäßigen Überprüfung der Prüfsumme, welche bei schreibgeschützten und komprimierten Laufwerksabbildern ausgelesen wird. Und wenn das Laufwerk nicht aktiviert werden kann, ist auch eine Reparatur unmöglich – von einer Datenrettung ganz zu schweigen.

Aktivierte virtuelle Laufwerke lassen sich im Festplattendienstprogramm überprüfen.

Umgehung mit Terminal
Auf der Kommandozeile gibt es ein Programm namens hdiutil, welches Zugriff auf Funktionen rund um virtuelle Laufwerke gewährt. Dieses bietet weitaus mehr Optionen, als das Festplattendienstprogramm anbietet, wenn man die richtigen Zusätze kennt. Mit zwei Ergänzungen sorgen Sie dafür, dass die Prüfsummenkontrolle und die anschließende Aktivierung im Finder ausbleiben:

hdiutil attach -nomount -noverify (Image-Datei.dmg)

Ein Tipp: Um sich die mühsame Eingabe des Dateipfads für das Laufwerks-Image zu ersparen, geben Sie im Dienstprogramm „Terminal“ den Befehl „hdiutil attach -nomount -noverify “ (inklusive Leerzeichen am Ende) ein. Ziehen Sie dann die defekte Image-Datei aus einem Finder- auf das Terminal-Fenster und lassen Sie diese darauf fallen. An der Stelle des Cursors fügt macOS dann automatisch den Dateipfad in der korrekten Schreibweise ein. Mit der Enter-Taste bestätigen Sie die Eingabe.

Erste Hilfe via Terminal
Wenn dies funktioniert, gibt das Kommandozeilenprogramm eine Liste der darin enthaltenen Images an. Während die ersten Einträge nichts mit den Image-Inhalten zu tun haben (gekennzeichnet durch „GUID_Partition_Scheme“, „EFI“ sowie „Apple_APFS“), sind die letzten beiden mögliche Ziele für eine Reparatur. Mittels „fsck_apfs -y “, gefolgt von dem jeweiligen Attachment-Pfad, führen Sie eine Reparatur der internen Dateistruktur durch:

fsck_apfs -y /dev/disk5s1
fsck_apfs -y /dev/disk5

Achtung: Die Zahlen am Ende der disk-Bezeichnungen können sich unterscheiden; orientieren Sie sich daran, was bei Ihnen im Terminal erscheint. Danach melden Sie das Laufwerks-Image wieder ab:

hdiutil detach /dev/disk4

Mit wenigen Befehlen kann man ein korruptes virtuelles Laufwerk via Terminal reparieren.

Test im Finder – und notfalls Konvertierung
Nun überprüfen Sie durch einen Doppelklick im Finder auf die Image-Datei, ob sie sich wieder öffnen lässt. Falls nicht, gibt es noch eine letzte Hoffnung: hdiutil kann versuchen, das Image neu zu schreiben. In seltenen Fällen konnten Anwender auf diese Weise ihre Daten retten:

hdiutil convert (Image-Datei.dmg) --format UDRW -o (/Pfad/Image-neu.dmg)

Die Image-Datei können Sie per Drag-and-drop einfügen, beim Pfad am Ende müssen Sie selbst etwas eingeben: Der Zielpfad findet zwar ebenfalls per Drag-and-drop seinen Weg ins Terminal, aber Name und Suffix der Zieldatei müssen Sie selbst vorgeben. Bei „--format“ stehen viele unterschiedliche zur Auswahl, welche Oakley allesamt auflistet. Beachten Sie, dass Sie gegebenenfalls die Dateiendung anpassen. Wenn Sie etwa das mit macOS 26 (Tahoe) eingeführte Sparse-Image-Format „ASIF“ verwenden wollten, sähe der Befehl in etwa so aus:

hdiutil convert ~/Documents/Geheim.dmg --format ASIF -o ~/Documents/Rettung.asif

Danach überprüfen Sie erneut via Finder, ob sich die neu erzeugte Datei öffnen, die Daten extrahieren lassen. Oakley macht nicht viel Hoffnung, doch diese Tipps haben in der Vergangenheit gelegentlich weitergeholfen. Gelingt dies nicht, bleibt nur die Suche in (Time-Machine-)Backups nach einer früheren Version der Image-Datei, welche noch unbeschädigt war.

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