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Kurz: Apple-II-Emulator für Apple Silicon +++ Terminal Widget erzeugt Visualisierungen auf dem Homescreen

Bevor Apple im Jahr 1984 den ersten Macintosh vorstellte, war das Unternehmen bereits mit der Heimcomputer-Reihe „Apple II“ erfolgreich. Das Betriebssystem unterschied sich allerdings deutlich von dem, was Macintosh-Nutzer gewohnt sind: Eine Maus gehörte nicht zum Lieferumfang; Befehle wurden mit der Tastatur eingegeben. Der Erfolg der grafischen Bedienoberfläche (GUI) des Macintosh verschob den Schwerpunkt des Unternehmens deutlich in Richtung GUI. Doch lohnt ein Blick in die Vergangenheit: Der Emulator VirtualII lässt das ursprüngliche Apple-II-System wiederauferstehen.


Die App setzt macOS 12 voraus und läuft auf Intel- ebenso wie auf Apple-Silicon-Macs. Nach dem Download der App müssen Anwender zusätzlich ROM-Images in den Ordner „~/Library/Application Support/Virtual][" platzieren. Der Hersteller bietet die fünf unterstützten ROMs in einem separaten Download an. Sobald sich die ROM-Dateien am richtigen Ort befinden, lässt sich über das Menü „File“ eine „New Machine“ starten. Um historische Programme zu starten, lädt man virtuelle Disketten oder Kassetten per Drag & Drop in den Virtualisierer. Diese erzeugt man entweder selbst aus alten Medien mithilfe des mitgelieferten Apple Disk Transfer (ADT) oder lädt sich die Apple II Disk Image Collection aus dem Internet Archive herunter, um Klassiker wie "Lode Runner" oder "VisiCalc" in ihrer ursprünglichen Darseinsform zu erleben. Virtual][ wird aktiv weiterentwickelt, der Entwickler bietet zwei Lizenzen (Limited für 16 Dollar, Full für 33 Dollar) zum Einmalkauf an – ein nachträgliches Upgrade ist jederzeit möglich.

Über das AppleScript-Menü in Virtual][ startet man eine schnelle Demonstration.

Terminal Widget erzeugt Visualisierungen
Seit iOS 14 können iPhone-Nutzer Widgets auf ihren Homescreens platzieren – das sind App-spezifische Datenvisualisierungen, welche den Raum von vier, acht oder sechzehn App-Icons einnehmen. Später übertrug Apple das Konzept auf iPads und schließlich auf den Mac-Desktop. Was in diesen Widgets erscheint, wird von der Host-App definiert. Mit der App Terminal Widget hat Brett Terpstra nun ein plattformübergreifendes System zur flexiblen Datenvisualisierung geschaffen. Das Konzept: Per Kommandozeilenbefehl definiert man, was in dem Rechteck erscheint.

Welche Daten in welcher Form in Widgets erscheinen, bestimmen Kommandozeilenbefehle. (Quelle: Terminal Widget)

Für Fans der Kommandozeile
Nach der Installation von Terminal Widget auf dem Mac sind kleinere Anpassungen nötig, welche das Programm im Einstellungsdialog erklärt: Ein Terminal-Befehl installiert das Kommandozeilenpendant und ein Eintrag in den Shell-Voreinstellungen erleichtert dessen Aufruf. Anschließend legt man sich ein neues Widget auf den Schreibtisch und befüllt dieses mit einem Terminal-Befehl – beispielsweise

terminal-widget --target widget1 --chart "1 4 9 3 8 2 7 5 10 6" --chart-format sparkline --chart-height 55% --caption --fg "#FFE7A8" --bg "#3B2E14"

Wer Erfahrung mit der Kommandozeile hat, kann das Sammeln und Aktualisieren von angezeigten Daten automatisieren. Einmal eingerichtete Widgets werden per iCloud synchronisiert, sodass am Mac gesammelte Daten auch am iPhone oder iPad aufrufbar sind – deren Daten werden mittels iCloud Push aktualisiert.

Alternativ: Befüllung per Kurzbefehl
Wer mit der Kommandozeile fremdelt, kann auf den Skriptbaukasten „Kurzbefehle“ ausweichen. Nach der Installation stehen sechs Aktionen für Datenvisualisierungen bereit, um Zahlenreihen, Fortschritte, Tabellen, Texte oder Bilder anzuzeigen. Diese lassen sich ebenfalls auf Apples Mobilplattformen verwenden. Terminal Widget steht in Apples App Stores (macOS, iOS, iPadOS) zum Download bereit und wird mit einem plattformübergreifenden Einmalkauf (22,99 Euro) freigeschaltet.

Anstatt per Kommandozeile lassen sich Widgets auch mit einem Kurzbefehl mit frischen Inhalten versorgen.

Kommentare

martzell04.08.26 08:37
Beispiele was man damit machen kann?
+1
sudoRinger
sudoRinger04.08.26 09:29
martzell
Beispiele was man damit machen kann?
Die stehen unter "Recipes" auf der verlinkten Seite

Wichtig zu erwähnen ist noch, dass die Werte sofort zuverlässig angezeigt und immer wieder aktualisiert werden. Mit anderen Apps, die Werte in Widgets anzeigen können, habe ich experimentiert und da wurden Werte teils erst nach Stunden angezeigt.
+3
xcomma04.08.26 11:19
martzell
Beispiele was man damit machen kann?
Brett Terpstra
[..] personal dashboard [..]



beschreibt es ganz treffend. Letztendlich alles was sich in Zahlen / Statistiken ausdrücken lässt oder irgendwie in einer Art und Weise messbar ist (vermutlich aber noch viel mehr).
TerminalWidget klingt nach einem sehr mächtigen, nützlichen Utility. Benötigt aber etwas Einarbeitungszeit offensichtlich. Das Ergebnis eines personalisierten Dashboards - parallel auf iOS und Mac dann - zu haben, kann für viele sehr reizvoll sein.

sudoRinger,
selber habe ich mich diesbzgl. noch nicht umgesehen, aber du kennst dich besser aus. Hat TerminalWidget das Potential die Lösung zu sein? Must-have App?
Zudem kommt es von einem in der Mac Szene sehr bekannten Entwickler, wodurch man eine hohe Qualitäts-Erwartungshaltung an den Tag legen kann oder?
+1
sudoRinger
sudoRinger04.08.26 11:36
xcomma
selber habe ich mich diesbzgl. noch nicht umgesehen, aber du kennst dich besser aus. Hat TerminalWidget das Potential die Lösung zu sein? Must-have App?
Zudem kommt es von einem in der Mac Szene sehr bekannten Entwickler, wodurch man eine hohe Qualitäts-Erwartungshaltung an den Tag legen kann oder?
Mit dem Entwickler habe ich mich schon zu den Problemen mit Widgets ausgetauscht und ich war auch im Testflight. Allerdings konnte ich die App nicht sinnvoll testen, da die App macOS 26 voraussetzt.

Zuvor habe ich es mit SecureShellfish probiert, das auch Werte in einem Widget einblenden kann. Die App ist ja sehr gut, aber bei dieser App kamen die Werte teils erst nach Stunden an. Dass die Werte zuverlässig und sofort im Widget ankommen, war der Ausgangspunkt von TerminalWidget und darauf aufbauend hat Brett dann noch viele Darstellungsformen eingebaut.
Er reagiert stets schnell auf Anfragen. Also ja, wenn Du zu der Nische von Leuten gehörst, die Werte auf dem Desktop oder Homescreen im Blick behalten wollen, dann passt die App für Dich sehr gut. Du kannst natürlich auch einfach eine Website bauen, die Dir die Werte im Browser anzeigt.
+3

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