Google-Meldungen: Gemini 4 Argon AI vorgestellt +++ Versuche, Seiten finanziell an KI-Antworten zu beteiligen


Die Vorstellung von Gemini 3.5 liegt erst etwas mehr als vier Monate zurück, da erlaubt Google bereits einen Ausblick auf Gemini 4 Argon AI. Dieses soll den Auftakt zur 4er-Generation darstellen und auf lange, komplexe Arbeitsabläufe, Wissensarbeit in Bereichen wie Finanzen und Recht sowie IT-Sicherheit ausgerichtet sein. Gemini 3.5 Pro erscheint dagegen überhaupt nicht mehr, Google will den Schritt komplett
überspringen.
Besonders auffällig ist das Ausgabelimit von einer Million Token, zuvor lag die Grenze bei 64.000. Das soll Argon erlauben, extrem lange Aufgaben in einem zusammenhängenden Arbeitsgang zu bearbeiten. Argon kann laut Google selbstständig Sicherheitslücken finden, verifizieren und beheben – für ausgewählte Sicherheitsexperten stellt Google sogar eine Variante ohne die normalen Cyber-Schutzschranken bereit. Gerade deshalb erfolgt die Einführung ungewöhnlich vorsichtig, einen konkreten Termin nennt das Unternehmen bislang nicht.
Googles erste Versuche, Seiten finanziell an KI-Antworten zu beteiligenSeit Jahren leistet Google in der EU Zahlungen an Webseitenbetreiber, wenn deren Inhalte in der Newssektion auftauchen. Dabei handelt es sich wahrlich nicht um Kisten voller Gold und Edelsteine, aber zumindest um ein gewisses Zubrot. Im KI-Bereich sieht es weitgehend anders aus. Auf Webportalen entstehen exklusive Inhalte, die KI-Suche spuckt dann aber jene Informationen aus, ohne dass der Traffic auch auf die jeweiligen Autoren entfällt.
Google versucht daher seit einigen Monaten, Webseitenbetreiber an den Einnahmen der KI-Suche zu beteiligen. Inhalte, die wesentlich zu einer von Gemini erzeugten Antwort beitragen, können im Rahmen eines
Pilotprojekts vergütet werden. Einem Bericht von The Information zufolge fällt die Bezahlung für viele Teilnehmer allerdings äußerst gering aus. Bei mehreren kleinen und mittelgroßen Webseiten entspreche diese gerade einmal rund 0,1 Prozent der jeweiligen Werbeeinnahmen.
Kurzfristig ist das für Google und Co. ein großer Gewinn, immerhin hält man Nutzer so direkt auf der eigenen Seite. Google benötigt jene Webseiten allerdings weiterhin. Gerade für aktuelle Informationen sind KI-Antworten auf laufend aktualisierte Inhalte aus dem Internet angewiesen. Verschwinden Publisher – und je nach Themenbereich gibt es längst ausgeprägtes Seitensterben – oder sperren sie Googles Systeme aus, verschlechtert sich damit langfristig auch die Informationsbasis der KI-Suche. Aus diesem Grund sucht man wohl nach Wegen, noch bevor der Gesetzgeber hier verbindliche Regeln setzt.