Klau von KI-Hardware wird professioneller


Es wird viel über das Missbrauchspotential von Künstlicher Intelligenz debattiert. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen in der Regel cyberbasierte Probleme wie Hacking-Attacken, Deepfakes oder andere Arten von Betrug. Es scheint jetzt, als wäre eine neue, zusätzliche Form von physischer Kriminalität hinzugekommen, die mit KI zusammenhängt: Der Diebstahl von KI-Hardware. Wie Wired
ausführlich berichtet, werden immer gezielter ganze Truckladungen mit wertvollen Teilen für Datencenter von professionell organisierten Banden entwendet.
KI-Hardware im VisierGestohlen wird die Hardware Wired zufolge auf dem Transport zu ihrem Bestimmungsziel. Ganze Trucks verschwinden mit ihren Ladungen. Oftmals handelt es sich um wertvolle Teile, die zum Bau und Betrieb von Datenzentren dienen, zum Beispiel Kühler, Server, Chips und Netzwerk-Switches. Viele Frachtfirmen lassen die Fahrten daher jetzt von privaten Wachfirmen in neutralen PKWs begleiten. Doch auch diese Maßnahme bringt nicht immer etwas, da die Eskorte mitunter mit vorsätzlichen Unfällen vom LKW getrennt wird und die Truckfahrer in den Betrug involviert sein können.
Auch bei der Organisation ist das Vorgehen hochgradig professionell. Es beinhaltet mitunter Social Engineering und Identitätsdiebstahl, um sich als legitimer Truck-Betreiber auszugeben und an die begehrten Transportaufträge zu kommen. In anderen Fällen werden die Betriebsnummern von den Inhabern illegal weiterverkauft. Einige Logistikfirmen melden den Klau indes nicht, aus Sorge vor stark steigenden Versicherungskosten. Andere Unternehmen schließen zusätzliche Policen ab, um sich zu wappnen. All das zeigt, dass das Phänomen strukturell ist und nicht nur aus Einzelfällen besteht.
KI-Boom treibt die PreiseAktuelle Höchststände beim Preis für KI-relevante Hardware-Bauteile sind derweil nichts Neues und haben inzwischen weitreichende Auswirkungen. Auch Apples Preiserhöhungen gehen auf die stark gestiegenen
Speicherkosten zurück. Zusätzliche Anreize scheinen die Entwicklung zu den Überfallen weiter zu begünstigen: Laut dem Wired-Bericht vermuten Experten aus der Frachtindustrie auf Basis von Standort-Pings, dass Teile der gestohlenen Waren ins Ausland gebracht werden könnten, da die Beschaffung moderner KI-Hardware durch die US-Exportkontrollen in Ländern wie China schwierig sei.