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Hintertür zu iCloud: USA fordern zu offizieller Stellungnahme auf

Apple verschlüsselt seit einigen Jahren weite Teile der über iCloud synchronisierten Nutzerdaten. Die dabei verwendete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgt unter bestimmten Voraussetzungen dafür, dass die Informationen nur von dem Nutzer entschlüsselt werden können, welcher das Kennwort des Apple-Accounts kennt. Ist die Funktion „Erweiterter Datenschutz“ aktiv, kann selbst Apple nicht einsehen, was die Geräte eines Nutzers an Informationen synchronisieren. Regelmäßig wünschen sich diverse Stellen eine Aufweichung dieser Verschlüsselung – letztes Jahr war es die Regierung des Vereinigten Königreichs. Dies brachte der britischen Regierung nun eine Bitte um Stellungnahme der US-Justiz ein: Die Regierung des Vereinigten Königreichs möge bis spätestens 11. März um 10:00 Uhr einen Bericht abgeben, berichtet Reuters.


Die Aufforderung stammt von Jim Jordan, Vorsitzender des Justizausschusses des US-Repräsentantenhauses, und Brian Mast, dem Vorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Sie hatten bereits im Jahr 2025 Druck auf die britische Regierung ausgeübt: Sie wiesen darauf hin, dass eine Hintertür in der iCloud-Verschlüsselung von Cyberkriminellen und autoritären Regierungen ausgenutzt werden könne. Apple kam der Aufforderung zwar in Teilen nach, indem der Konzern die Aktivierung des erweiterten Datenschutzes temporär unterband. Gleichzeitig legte Apple aber auch Berufung gegen die Anordnung ein. Im August gab die britische Regierung dann das Vorhaben auf. Im Nachgang fordern die US-amerikanischen Repräsentanten einen Bericht, um „eine reife und informierte öffentliche Debatte“ zu führen, heißt es in dem Schreiben an die UK-Innenministerin Shabana Mahmood.

Was wird Ende-zu-Ende-verschlüsselt?
Datenquelle Standard Erweiterter Datenschutz
iCloud Mail, Kalender, Kontakte nein nein
iCloud Backup, iCloud Drive, Fotos, Notizen, Erinnerungen nein ja
Safari-Lesezeichen, Kurzbefehle, Sprachmemos, Wallet, Freeform nein ja
Passwörter, Health, Home, iMessage, Journal ja ja
Zahlungen, Karten, Safari, Bildschirmzeit, Siri, Memoji ja ja
(Stand: Februar 2026, Quelle: Apple Support)

Staatliche Begehrlichkeiten
Die britische Regierung war nicht die einzige, welche Apple zum Aufweichen der Verschlüsselung bewegen wollte. In der EU wurde mehrfach versucht, Anbieter zum Einbau einer Hintertür in Messenger zu verpflichten (Chatkontrolle). Erst im November gab die EU-Kommission diese Pläne nach vielfach gescheiterten Probeabstimmungen auf. Doch auch in den Vereinigten Staaten gibt es derlei Begehrlichkeiten: Im Zuge der Forderungen im Vereinigten Königreich wärmte auch das FBI im Februar alte Forderungen nach einem Nachschlüssel für Messenger-Kommunikation wieder auf.

Kommentare

Macmissionar27.02.26 08:58
Gibt es einen Grund, warum iCloud Mail, Kalender sowie Kontakte nicht verschlüsselt werden? Mit dem Kalender könnte ich noch gut verstehen, wenn es zu stark übertragen werden muß aufgrund von schneller Push-Übermittlung zwischen den Geräten (Overhead beim Ver- und Entschlüsseln), aber Mail und Kontakte? Gerade das sind doch sensible Daten.
Nicht daß es, wenn nicht verschlüsselt ist, unsicher ist, aber gerade die beiden könnten ja sehr sensible Daten enthalten.
A Mac is like a Wigwam: No Windows, no Gates, no Backdoors, Peace, Harmony – and an Apache inside.
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RiSkal27.02.26 09:10
@Macmissionar: Ich hatte irgendwo gelesen, dass Apple das mit Kompatibilität begründet. Werden diese Daten mit Nicht-Apple Geräten synchronisiert, könnte das zu Problemen führen. Man wolle so näher an Marktstandards bleiben.

Auszug von dieser Seite: https://support.apple.com/de-lu/guide/security/sec973254c5f/web

"Aufgrund der Notwendigkeit, mit den globalen E-Mail-, Kontakt- und Kalendersystemen zusammenzuarbeiten, werden iCloud Mail, Kontakte und Kalender nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt."
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Marcel Bresink27.02.26 09:18
Macmissionar
Gibt es einen Grund, warum iCloud Mail, Kalender sowie Kontakte nicht verschlüsselt werden?

Ja, natürlich. Diese Programme müssen sich an die Normen IMAP, CalDAV und CardDAV halten und da sind die Möglichkeiten für Verschlüsselung eingeschränkt.

Wer diese Daten sicher halten will, würde aber auch nicht auf die Idee kommen, sie über iCloud abzulegen.
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