Die NFC-Roadmap der kommenden Jahre – von Sicherheit bis hin zu drahtlosem Laden


Das NFC Forum hat eine neue Technologie-Roadmap vorgelegt, die die Entwicklung von NFC-Standards in den kommenden Jahren skizzieren soll. Besagter
Plan wurde gemeinsam mit Board-Mitgliedern wie unter anderem Apple, Google, Huawei oder Sony entwickelt. Apple setzt NFC ("Near Field Communication") vor allem für Apple Pay, allerdings auch für andere Karten in der Wallet ein. Digitale Autoschlüssel ("Car Key") werden ebenso wie Führerscheine und Ausweise (USA) per NFC mit den entsprechenden Gegenstellen verbunden. Somit hat Apple natürlich ein Interesse daran, sich in die Entwicklung zukünftiger Spezifikationen einzuklinken. In den kommenden Jahren liegt das Hauptaugenmerk laut Roadmap darauf, NFC schneller, flexibler und sicherer zu machen.
Geschwindigkeit und SicherheitDie spezifizierte Übertragungsrate zwischen zwei Geräten soll um das bis zu Achtfache steigen. Das kommt vor allem bei komplexeren Aufgaben zum Tragen, beispielsweise beim Einlesen von Pässen oder größeren Datensätzen. Das Forum plant als Sicherheitsverbesserung, ein erstes "NFC Controllers Security Profile" einzuführen und will NFC-Protokolle so gegen künftige Post-Quantum-Bedrohungen und Relay-Angriffe wappnen. Außerdem will man NFC in die Lage versetzen, mehrere Aktionen gleichzeitig auszuführen, anstatt in Szenarien wie Zahlung, Rabattberechnung und Ausstellen mit mehreren Taps abwickeln zu müssen.
Digitale Schlüssel, kabelloses Laden
Standards für digitale Schlüssel (etwa Autos, Gebäudezugang oder Geräte-Anmeldungen) werden weiter ausgebaut, um mehr Industrien und Nutzungsszenarien zu unterstützen. Gleichzeitig nimmt man sich des kabellosen Ladens per NFC an. Kleine Geräte wie Ohrhörer oder anderes Zubehör dürfen dann bis zu drei Watt aufnehmen – momentan wären es hingegen nur ein Watt. Ein einziges NFC-Feld könnte gleich mehrere Geräte gleichzeitig mit Strom versorgen. Natürlich reichen die anvisierten Ladeleistungen nicht aus, um leistungshungrigere Devices zu betanken. Nichts ändert sich an der Tatsache, dass zwischen Sender und Empfänger nicht mehr als ein Zentimeter liegen sollte, bevor der Wirkungsgrad stark abnimmt.
Bis zur Umsetzung werden Jahre vergehenEinen konkreten Zeitplan gibt es aber leider nicht. Im Falle des kabellosen Ladens spricht man beispielsweise von drei bis vier Jahren bis zur Umsetzung, finale Spezifikationen sind wohl erst 2027 zu erwarten. Etwas zügiger stehen die schnelleren Übertragungsgeschwindigkeiten zur Verfügung, selbiges gilt für die Sicherheitsverbesserungen. Bis alles umgesetzt ist, gehen die 20er Jahre allerdings ihrem Ende entgegen – denn es handelt sich bewusst um eine langfristige Aufstellung der nächsten Entwicklungsschritte.