Bericht: Keine Kursänderung bei Liquid Glass trotz neuem Personal an der Spitze


Ende 2025 wurde bekannt, dass Apples langjähriger Leiter der UI-Abteilung, Alan Dye, das Unternehmen verlässt. Allerdings betrachtete man die Nachricht in der Branche nicht mit Sorge, sondern eher mit Erleichterung. Für Dye habe Design stets bedeutet, wie es aussieht, und nicht wie es funktioniert: Glanzeffekte hatten stets höhere Priorität als Usability, so
Stimmen aus dem Team. Liquid Glass bestätigt diese Aussagen wohl, denn was auf Screenshots oder in Videos sehr schick aussieht, geht oft mit deutlichen Abstrichen bei der Benutzung und Lesbarkeit einher. Die Hoffnung in der Designabteilung habe daher gelautet, die Zeit "mangelnder Wertschätzung von UI-Design" hinter sich lassen zu können – zumal der neue Design-Leiter Stephen Lemay als UI-Spezialist gilt.
Kein Kurswechsel mit System 27, sagt GurmanEinen größeren Kurswechsel plane Apple jedoch trotzdem nicht, so Mark
Gurman. Liquid Glass sei gekommen um zu bleiben, in iOS 27 und macOS 27 sehe man nur Detailanpassungen. Allerdings wolle sich Apple wie mehrfach berichtet, stärker auf Stabilität und Zuverlässigkeit konzentrieren. Da ein großer Kritikpunkt an Liquid Glass die vermutlich überhastet erfolgte und technisch oft schlechte Umsetzung der Frameworks ist, kann dies dennoch als gute Nachricht gelten. Apple hatte Entwicklern ein mit vielen Bugs gespicktes Konstrukt vorgesetzt, das schlicht unfertig war – ohne sich bislang aber mit viel Energie der unzähligen Probleme anzunehmen. Ein Stabilitäts- und Zuverlässigkeitsupdate wäre daher auch hinsichtlich der Oberflächengestaltung mehr als wünschenswert.
Es war auch nicht Dyes alleinige EntscheidungWie Mark Gurman berichtet, gebe es noch einen anderen wichtigen Punkt, warum Apple sicherlich nicht wieder Abkehr von Liquid Glass nimmt: Die Entscheidung gehe weder allein auf Alan Dye zurück, noch habe dieser die Entwicklung selbst durchgeführt. Im Unternehmen sei man weiterhin vom Ansatz überzeugt. Dieser ist per se auch nicht schlecht, wie erwähnt zielt die Kritik eher auf in Kauf genommene Usability-Rückschritte und unsaubere Implementierung seitens Apple ab. Vermutlich läuft es daher wie einst im Falle von iOS 7: Dort brachten die beiden Nachfolgesysteme ebenfalls viele Korrekturen, ohne das generelle Konzept aufzugeben – und führten schließlich zu einer stimmigen, von den meisten Nutzern unterstützten Gestaltung.