Trump kündigt Intel-Chips für Apple aus den USA an


Die Ankündigung stammte nicht etwa von Apple oder Intel, sondern ließ sich auf Trumps eigener Plattform Truth Social finden: Seinen Angaben zufolge habe Apple zugestimmt, künftig gemeinsam mit Intel Chips in den Vereinigten Staaten zu entwickeln und zu fertigen. Welche Chips das betrifft, wann die Produktion beginnen könnte und wie umfangreich der Auftrag ausfällt, blieb jedoch offen. Ganz überraschend ist die Erwähnung jedoch nicht, denn schon im letzten Monat hatte das Wall Street Journal berichtet, dass Apple und Intel sich nach eineinhalb Jahren Gesprächen auf derlei Pläne einigen konnten.
"Gemeinsam entwickelt"? Eher nichtUnzutreffend ist indes Trumps Formulierung, wonach Apple und Intel Chips gemeinsam "entwickeln" – denn es gilt als sicher, dass die Zusammenarbeit lediglich Auftragsfertigung etwas älterer oder einfacherer Chips beinhaltet. Intel würde damit in eine Rolle schlüpfen, die bislang exklusiv bei TSMC lag, wenngleich die erforderlichen Fertigungstechnologien ebenfalls keine Intellösung wären.
Das eigentliche Chipdesign obliegt Apple, dies auf Grundlage dessen, was TSMC in den fortschrittlichsten Fabs liefern kann. Nichts soll sich wohl an TSMCs Stellung als alleiniger Hersteller der High-End-Chips ändern. Einen Umstieg auf Prozessoren, deren Entwicklung bei Intel erfolgte, erwartet niemand. Dennoch ist es durchaus sinnvoll, für die Fertigung selbst Intel erneut ins Boot zu holen.
Apple bietet ein zweiter Partner VorteileEin zusätzlicher Hersteller könnte Apple mehr Spielraum verschaffen. Das Unternehmen wäre weniger stark von einzelnen TSMC-Werken abhängig, könnte Produktionsspitzen besser abfangen und hätte bei Verhandlungen über Kapazitäten und Preise eine etwas stärkere Position – wie erwähnt jedoch nur bei schwächeren Chips, denn für die Top-Modelle fehlen Intel die erforderlichen Fertigungstechnologien.
Eine politische Ankündigung, keine aus UnternehmenssichtTrump präsentiert Investitionen und Fertigungsvereinbarungen regelmäßig als persönliche Erfolge seiner Regierung. Genauso ist die jüngste Ankündigung auch zu verstehen und erklärt die absolut klingende Wortwahl. Eine Partnerschaft mit Apple lässt sich gut als Beleg für die Wiederbelebung der US-Halbleiterindustrie darstellen – selbst wenn es sich nur um recht kleine Kontingente handeln würde.