Anti-Tracking: Apple lehnt erste Apps wegen datenhungriger SDKs ab

Die Updates auf iOS, iPadOS und tvOS 14.5 werfen bereits ihre Schatten voraus: Apple erinnert Entwickler daran, den neuen Anti-Tracking-Maßnahmen Rechnung zu tragen und genehmigt App-Updates nicht länger, die das nicht tun. Die neuen Bestimmungen des App Stores sind weitreichend – und erstrecken sich auch auf alternative Tracking-Tools. Einige Entwickler zeigen sich davon überrascht, dass Aktualisierungen ihrer Anwendungen nicht von Apple abgesegnet werden. Schuld daran ist vor allem ein bestimmtes SDK.


SDK ermöglicht Tracking – Apple schreitet ein
Apples neue Anti-Tracking-Richtlinien sind bereits seit geraumer Zeit bekannt – das Unternehmen verwies bereits bei der Präsentation von iOS 14 im Rahmen der vergangenen WWDC auf das Feature. Künftig muss eine App die Erlaubnis des Anwenders einholen, wenn sie auf den Personenidentifikationsschlüssel („IDFA“) zugreifen möchte. Nun berichtet Forbes davon, dass einige App-Updates von verschiedenen Herstellern abgelehnt wurden. Betroffen sind unter anderem Rettich Fiction und Heetch – Forbes zufolge könnten aber bis zu 50.000 weitere Anwendungen betroffen sein. Diese setzen auf ein SDK von Adjust, welches bestimmte Gerätedaten erfasst und so in der Lage ist, ein Benutzerprofil zu erstellen. Dem Nutzer ist es nicht möglich, sich diesem Tracking zu entziehen. Das widerspreche laut Apple den Richtlinien: Wer gegen die Verwendung des IDFAs optiere, möchte auch andere Formen des Trackings untersagen, argumentiert Cupertino.

Apple stellt Regelung klar
Adjust hat nun Änderungen am entsprechenden SDK vorgenommen, sodass ausgewählte Daten nicht länger gesammelt werden: Die CPU, der Gerätespeicher, der Akkustand sowie der Ladestatus sind nicht mehr Teil des Trackings. Ob das ausreicht, um Apple gütlich zu stimmen, ist bislang ungewiss. Das Unternehmen mahnt Entwickler nun erneut zur Einhaltung der Richtlinien und verweist darauf, dass IDFA-Alternativen ebenfalls keine Anwendung finden dürfen, wenn der Nutzer seine Zustimmung verweigert (siehe ). Die finale Version von iOS, iPadOS und tvOS 14.5 wird nicht mehr lange auf sich warten lassen: Tim Cook spricht in einem Interview von „nur wenigen Wochen“ bis zum Release.

Kommentare

Tenner
Tenner06.04.21 13:09
Konsequent.
+4
TorstenK06.04.21 13:26
Apple sollte dabei seine strikte Agenda weiterverfolgen. Meine Daten gehen andere nichts an!!!
+12
MikeMuc06.04.21 14:01
Müssen wir nun wieder selber auf die Suche gehen, was dieses SDK auf den paar aufgezählten Dingen macht? Warum wird es eingesetzt?
Ich meine, eine App, die entsprechende Geräteinfos anzeigt oder wirklich braucht, wird die auch dieses SDK einsetzen oder ist das Tracking der Hauptzweck dieses SDKs? Dann sollte es konsequenterweise komplett "verboten" werden.
+3
TorstenK06.04.21 14:06
Kann Apple diese ganze Schnüffelei nich einfach vollständig unterbinden bzw. den Nutzer das einstellen lassen? Ich meine, Apple hebt sich bezüglich Datenschutz immer selbst so weit raus, also > MACHEN
-1
JackBauer
JackBauer06.04.21 14:41
TorstenK
Kann Apple diese ganze Schnüffelei nich einfach vollständig unterbinden bzw. den Nutzer das einstellen lassen?

So einfach ist das nicht - die Entwickler der SDKs sind sehr erfinderisch darin, wie man Nutzer tracken kann. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel, verstärkt durch die schwierige Einnahmesituation im App Store.
+5
lphilipp
lphilipp06.04.21 15:57
MTN -bk
Ob das ausreicht, um Apple gütlich zu stimmen, ist bislang ungewiss.
eher schlechtlich
Man muß sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen! Albert Camus (Il faut imaginer Sisyphe heureux)
+1
Motti
Motti06.04.21 17:24
Das Problem besteht erst, seit dem die User für Leistung nicht mehr zahlen wollen... Selbstgemachtes Problem durch die Verbraucher.

So sieht man das in allen Bereichen.
Auch bei den Lebensmitteln. Wurstfabriken sagen selber, dass die Qualität immer schlechter wird, weil die User nichts mehr bezahlen wollen, am liebsten ein Schnitzel für 30 Cent, obwohl ein gutes Schnitzel ca. 4€ beim Fleischer kosten müsste.
+2
ilig
ilig06.04.21 17:51
Motti
Zahlst Du für die Leistung von MacTechNews?
So sieht man das in allen Bereichen.
»In allen« scheint mir typisch für Verallgemeinerungen. Es gibt m.E. auch Fleischangebote aus besseren Zucht- und Schlachtverhältnissen, die z.B. von vielen, die es sich leisten wollen. angenommen werden. Dass es auch finanziell schwierige Situationen gibt ist klar. Aber den Menschen die damit klar kommen müssen mache ich keinen Vorwurf, dass sie eher bei vermeintlichen »Sonder«angeboten zugreifen.

Und die Verbraucher gibt es auch nicht. Da gibt es schon Unterschiede. Meine Mutter sagt mit 93 »es gibt solche und solche«. Aber vielleicht lernst Du das auch noch.
+1
Hamsterhai06.04.21 18:14
Motti
Das Problem besteht erst, seit dem die User für Leistung nicht mehr zahlen wollen... Selbstgemachtes Problem durch die Verbraucher. […]
Das ist - mit Verlaub - übelster BS und Tatsachenverdrehung.

Den Nutzern wird schlechthin von vorne herein die Entscheidung, ob er zahlen, oder selbst Ware sein möchte, durch z.B. bis zur Unkenntlichkeit aufgeblähte und verklausulierte AGBs etc. praktisch ummöglich gemacht.

Der User zahlt - ob er möchte oder nicht - mit persönlichen Daten.
Da spielt das „möchte“ keine Rolle, bzw. dieselbe wird arglistig verschwiegen.
+2
frodo200707.04.21 00:51
Die App Lockdown Privacy hilft auch jetzt schon ganz gut
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