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Offiziell: Apple beerdigt den Mac Pro – kein Nachfolger geplant, Verkauf eingstellt

Apple stellte den allerersten Mac Pro als Nachfolger der PowerMac G5 im Zuge der Intel-Umstellung im Jahr 2006 vor – und zur damaligen Zeit war der Tower-Mac ein gängiges Modell. Der Mac Pro kam im äußerlich ähnlichen Gehäuse wie der PowerMac G5 daher. Im Dezember 2013 löste Apple den Tower durch ein völlig neues Modell ohne interne Erweiterungsmöglichkeiten ab – in der Community etablierte sich für das zylinderförmige und recht kleine Gerät schnell der Spitzname "Tischmülleimer".


Im Jahr 2019 revidierte Apple schließlich die Entscheidung und präsentierte wieder einen Mac Pro als Tower in einem neu gestalteten Gehäuse – damals noch auf Intel-Basis, denn die Ankündigung der M-Macs erfolgte erst im darauffolgenden Sommer. Zur WWDC 2023 stellte Apple den Mac Pro als letzten Mac auf eigene Prozessoren um – und dieser kam mit dem M2-Ultra-Chip daher, aber nach wie vor im selben Gehäuse wie der Intel-Vorgänger. Obwohl das Modell PCIe-Steckplätze mitbringt, unterstützten diese keine Erweiterungskarten mit Grafikprozessoren wie die Intel-Modelle zuvor. Seit Mitte 2023 brachte der Konzern keine aktualisierte Variante mehr auf den Markt – und die Gerüchteküche spekulierte mehrfach, ob der Konzern überhaupt noch einen Nachfolger plant.

Apple beerdigt den Mac Pro
Nun gab der Konzern gegenüber 9to5Mac bekannt, dass der Mac Pro ab sofort eingestellt wird – und der Konzern keine Pläne habe, ein Nachfolgemodell zu entwickeln. Die Informationen scheinen zu stimmen, denn auf den Apple-Seiten findet sich kein Hinweis mehr auf den bislang teuersten Mac – und der Direktlink auf die Seiten des Mac Pro leitet das Unternehmen nun die Mac-Übersichtsseite weiter. Mit der Einstellung des Mac Pro nimmt Apple den letzten Mac aus dem Programm, welcher sich vom Kunde nach dem Kauf erweitern lässt, denn weder ein MacBook, noch der Mac mini, iMac oder Mac Studio bringen PCIe-Steckplätze oder eine vom Käufer austauschbare SSD mit.


Von der Zeit überholt
Vor 20 Jahren war ein PowerMac oder Mac Pro für viele Tätigkeiten erforderlich, denn andere Modelle waren schlicht zu langsam. Nicht nur professionelle Anwender setzten auf den Mac Pro (bzw. zuvor auf den PowerMac G4 und G5), sondern auch Privatanwender. Da jedoch Prozessoren immer schneller wurden und spätestens seit der Präsentation der Macs mit M-Chips fast jeder Mac für die allermeisten Nutzer ausreichend Leistung bietet, schrumpfte der Markt für große Tower immer weiter.

Zukunft: Mac Studio
Der Mac Pro dürfte in den vergangenen Jahren nur in sehr kleinen Stückzahlen Abnehmer gefunden haben, denn die Vorteile im Vergleich zum Mac Studio sind gering – dafür aber der Preis erheblich höher (Mac Pro: Ab 8.299 Euro, Mac Studio mit Ultra-Chip ab 4.799 Euro). Außerdem entscheiden sich je nach Bericht zwischen 80 bis 90 Prozent der Mac-Nutzer sowieso für ein Laptop – und Desktop-Rechner fristen daher bei Apple ein Nischendasein.

Drei Laptops, drei Desktops
Mit der Einstellung des Mac Pro besteht Apples Mac-Lineup aktuell aus insgesamt sechs Produktreihen: Im sehr wichtigen Laptop-Segment bietet der Konzern das MacBook Air, MacBook Pro und das neue, günstige MacBook Neo an. Will man einen Desktop-Mac, hat man die Wahl zwischen dem iMac 24", dem Mac mini und dem Mac Studio. Leider veröffentlicht der Konzern keine konkreten Verkaufszahlen der einzelnen Produktreihen – und daher ist schwer abzuschätzen, welche Geräte am beliebtesten sind. Die einzige gesicherte Information direkt von Apple ist, dass das MacBook Air in den vergangenen Jahren das meistverkaufte Mac-Modell ist – doch dies könnte sich mit der kürzlich erfolgten Präsentation des MacBook Neo möglicherweise ändern.

Kommentare

semmelroque
semmelroque26.03.26 22:26
R.I.P.
+4
OliverCGN26.03.26 22:28
Schade, das war das einzige Model, welches 19"-Kompatibel war.
Gerade im Hinblick auf die Nutzung als lokale KI-Server hätte Apple das Model im Markt belassen und aktualisieren sollen.
+1
typneun26.03.26 22:30
Seufz.
Schade. Zwar seit langem nicht mehr gekauft oder genutzt. Trotzdem das Ende einer Ära. 😔
+5
dam_j
dam_j26.03.26 22:33
OliverCGN
Schade, das war das einzige Model, welches 19"-Kompatibel war.
Gerade im Hinblick auf die Nutzung als lokale KI-Server hätte Apple das Model im Markt belassen und aktualisieren sollen.

Wo liegt denn der Sinn im Rack so viel Platz zu verschwenden??
Den gleichen Platz kann man ja mit min. 4x Mac Studios füllen mit min. 4x soviel "KI"-Leistung!
Das Leben ist Scheiße aber die Grafik ist geil !
+7
macgaragist26.03.26 22:36
Das überrascht mich überhaupt nicht. Nachdem Apple die Studios mit ihren Ultra Pro Max Prozessoren rausbrachte, die mit ihrer schieren Rechenleistung eigentlich längst "Pro" sind. Unterm Strich eine logische Marketingentscheidung.
Viel lieber hätte ich einen 32" iMac M5 Pro Max. - Das wäre mal was.
+2
Stefanie Ramroth26.03.26 22:36
dam_j
Den gleichen Platz kann man ja mit min. 4x Mac Studios füllen mit min. 4x soviel "KI"-Leistung!
Auch im Bereich der Miet-Macs z.B. bei AWS kamen ja Mac Studio zum Einsatz.
Ich stimme Dir zu. Höchstens interessant wäre es, einen 1U Mac zu entwickeln. Aber der würde noch mehr zum Nischen-Produkt.
Daher ist die Lösung mit den Mac Studio sicher die beste Hybride für beide Anwendungsfälle.
+1
sudoRinger
sudoRinger26.03.26 22:38
Der Mac Pro sollte das Spitzenmodell für alle Anwendungen sein. Offenbar wusste aber nicht mal Apple für welche Art der Nutzung er gekauft werden sollte.
So war der einzige Vorteil viel nachrüstbarer schneller SSD-Speicher. Etwas klein diese Nische.
Man hätte den Mac Pro ja als nachrüstbares Thunderbolt-Dock-Gehäuse, in dem man ein Mac Studio reinstellen kann, positionieren können
+1
t.stark
t.stark26.03.26 22:51
So war der einzige Vorteil viel nachrüstbarer schneller SSD-Speicher.
Naja wenn das der einzige Vorteil war, das könnte man auch im Mac Studio (und anderen macs) haben. Für einen m.2-Slot braucht man keinen montrösen Tower.

Für mich bedeutet es vor allem, dass Apple nicht vor hat eine Lösung anzubieten, die auf zusätzliche Steckkarten setzt, die richtig Platz brauchen, insbesondere natürlich Grafikkarten. Gut man konnte auch beim besten Willen kein solides Gesamtkonzept oder überhaupt eine Produktidee erkennen. Der Mac pro war zuletzt ein absolutes Schwachsinnsprodukt. Fast könnte man meinen Apple hätte das Teil nur rausgebraucht, damit sie sagen können: "Sehet her so eine Kiste will doch keine Sau kaufen."
MTN
Von der Zeit überholt
Vor 20 Jahren war ein PowerMac oder Mac Pro für viele Tätigkeiten erforderlich, denn andere Modelle waren schlicht zu langsam.
Tja das mag für viele Tätigkeiten gelten, aber wer heute richtig Grafikpower braucht, der wird bei Apple nicht fündig. Was es braucht ist ein normaler PC mit einer starken Grafikkarten, die dann mindestens in einem Midi-Tower steckt... Apple kann ordentliche Performance in kompakten Abmessungen. Aber hier reden wir vom pro-Modell und da hat Apple nichts, die Konkurrenz aber schon und Nachfrage gibt es dort genug.
-1
OliverCGN26.03.26 23:12
dam_j
Wo liegt denn der Sinn im Rack so viel Platz zu verschwenden??
Den gleichen Platz kann man ja mit min. 4x Mac Studios füllen mit min. 4x soviel "KI"-Leistung!
Da hab ich mich unklar ausgedrückt:
Mit "aktualisieren" meinte ich "an diesen Bedarf anpassen".
Apple hatte mal Server im Sortiment, die eine Höheneinheit groß waren, über 2 redundante Netzteile verfügten und ein eingebautes Raid hatten.

Wäre cool, wenn Apple einen 19" MacPro-Server mit redundanten Netzteilen, NVMe M.2 SSD-RAID und austauschbarem RAM anbieten würde.

Man hätte dann auch direkt ein Thunderbolt Connect-Modul rausbringen können, um mehrere Server zu verbinden (Stichwort RDMA - Remote Direct Memory Access), ohne mit 5 Kabeln hantieren zu müssen.
+3
TorstenW26.03.26 23:15
Ein quasi unlösbares Problem der Umstellung auf die M-Prozessoren war, dass die ganzen nVidia Grafikkarten nicht mehr kompatibel waren.
Insofern waren die Aufrüstoptionen sehr limitiert, was ein Grund für viele Mac Pro Käufer war. Im Grunde war das Ding nur noch interessant, wenn man z.B. Video oder Audio-Karten hatte, die umbedingt PCIe brauchten.

Aber hier kommt das ins Spiel, was @t.stark sagt: Das Gesamtkonzept war nicht erkennbar. Apple hat mit dem Mülleimer Mac Pro eine Menge Leute vergrault, selektive, extrem seltene Updates führen auch nicht dazu, das Profis die Plattform mögen. Wenn mein Mac Pro kaputt geht und ich dann gezwungen bin, ein mehrere Jahre altes Modell zum gleichen Preis zu kaufen um den zu ersetzen, dann ist das halt nicht sonderlich verlockend, wenn ich in der Windows-Welt die gleichen Programme laufen lassen kann und mir die Machine nach meinem Gusto zusammenstellen kann und immer an der Spitze der Performance bleiben kann und Grafikkarten etc einfach aufrüsten, wenn neue Generationen erscheinen.

Der Mac Studio hat natürlich auch massiv in die Verkäufe gefressen, weil die Leistung für viele ausreicht, auch für anspruchsvolle Tätigkeiten.
Insofern war der Mac Pro ein Relikt aus alten Zeiten, dessen Zielgruppe extrem klein war und für Apple ergab es keinen Sinn extra Komponenten zu entwickeln. Der Trend geht bei Apple dahin, Komponenten in möglichst vielen Geräten einzusetzen um Produktionskosten aufgrund von Skalierung klein zu halten, deswegen gibt es das Neo mit A-Prozessor, die neuen Bildschirme nutzen auch die gleichen Chips, die andere Produktreihen. Das ist für Apple einfach super clever gelöst, dass die Produkte von der Hardware miteinander kompatibel sind. Das spart enorm an Entwicklungs- und Produktionskosten. Apple hat da gar keine Lust irgendwelche Ultra-super-mega-Chips für den Mac Pro zu entwickeln, die in den anderen Geräten nicht verwendet werden können.
-2
macuser22
macuser2226.03.26 23:16
„Von der Zeit überholt“ trifft es auf den Punkt. Ich mochte diese Zeiten, aber man darf sie gehen lassen. R.I.P. Mac Pro.
Erkenne dich selbst –//– Nichts im Übermaß
+2
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck26.03.26 23:23
macuser22
Ich weine dem Mac Pro auch als Nostalgiegründen nach – Basteln und Erweitern war damals toll, aber trotzdem möchte ich heute keinen großen Tower mehr unter dem Tisch stehen haben. Die Vorteile eines Laptops, was man einfach mitnehmen kann und auf dem Schreibtisch an externe Bildschirme klemmt, sind einfach zu groß und die Abstriche (für mich) gleich Null.
+3
rafi26.03.26 23:37
mal sehen für wie lange
+1
FlyingSloth
FlyingSloth27.03.26 00:33
Vollkommen logische Entwicklung und sinnvolle Entscheidung von Seiten Apple's. Das Teil brachte keinen Mehrwert mehr oder Vorteile im Vergleich zum aktuellen Mac Studio.
Fly it like you stole it...
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