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Forum>Apple>Der Apple-Aktien-Thread [Juni 2022]

Der Apple-Aktien-Thread [Juni 2022]

torgem01.06.2215:35
Hallo zusammen,

ich nehme mir als langjähriger Leser die Ehre den Juni-Thread unserer langjährigen Reihe zu eröffnen
Ich fasse mich im Eröffnungs-Thread bewusst kurz, damit man diesen in der App nicht immer lang "überscrollen" muss.

AAPL ist wie der gesamte Markt in unruhigem Fahrwasser. Wie Weia ausführt, steht die nächste Richtungsentscheidung (des US-Aktienmarkts in Form S&P500) erst an noch etwas weiter entfernen Kursmarken an. Was das reine Geschäft von Apple angeht, bin ich nach wie vor positiv gestimmt. Wie sagte Warren Buffe*tt*? Würden die Amerikaner lieber auf ihr Auto verzichten oder auf ihr iPhone? Gleichwohl ist kein Gadget oder besser Ökosystem für die Ewigkeit. Bei der derzeitigen Bewertung AAPL bin ich aber guter Dinge, dass die zukünftigen Cashflows das bezahlte Geld für die Aktie reinholen werden.

Noch ein kleiner Gedanke zum Thema Inflation: Welche Unternehmen sind Gewinner der Inflation? Es sind Unternehmen mit Preissetzungsmacht. Und wer, wenn nicht Apple, hat diese Preissetzugsmacht?

Ansonsten freu' ich mich auf die WWDC...
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
+7

Kommentare

andreasm01.06.2215:53
torgem
Noch ein kleiner Gedanke zum Thema Inflation: Welche Unternehmen sind Gewinner der Inflation? Es sind Unternehmen mit Preissetzungsmacht. Und wer, wenn nicht Apple, hat diese Preissetzugsmacht?
Na, das ein oder andere Unternehmen von dem der breite Markt in den letzten 2-3 Monaten dachte es hätte Preissetzungsmacht hat genau das Gegenteil beweiesen
Und ansonsten würde ich jetzt einfach mal rotzfrech behaupten, dass MS mit den Abogebühren für Office eine wesentlich stabilere Preissetzungsmacht hat als Apple
In diesem Sinne lehne ich mich jetzt zurück und schau gar nicht so genau ins Depot
+2
MKL
MKL02.06.2222:08
Ich erlaube mir mal Weias langen Post vom 18.5. hier noch mal zu zitieren:
Weia
tl;dr

S&P 500 > 4307,66 → freundlicher Markt, neue Höchstkurse möglich

S&P 500 > 4637,30 → sehr freundlicher Markt, neue Höchstkurse früher oder später sicher

S&P 500 < 3858,87 → schwacher Markt, längliche Forstsetzung des Abwärtstrends

S&P 500 bleibt zwischen diesen Marken → laaaaangweiliger Seitwärtstrend

Seit dem ganz kurzfristigen Durchbruch der og unteren Marke (bis runter auf 3.810 am 20.5.), nähert sich der Markt jetzt langsam aber sicher der Marke 4.307,66 …

Nur noch 3,x% …

Ende April und Anfang Mai ging bei erreichen von ca 4.300 ja immer wieder bergab …

Bei der AD-Linie haben wir die beiden Punkte aktuell überschritten …

Schaun wir mal, was der Markt bringt.
+1
Kerberos03.06.2200:19
MKL welche Punkte auf der AD-Linie meinst Du?
0
Weia
Weia03.06.2202:43
MKL
Ich erlaube mir mal Weias langen Post vom 18.5. hier noch mal zu zitieren:
Weia
tl;dr

S&P 500 > 4307,66 → freundlicher Markt, neue Höchstkurse möglich

S&P 500 > 4637,30 → sehr freundlicher Markt, neue Höchstkurse früher oder später sicher

S&P 500 < 3858,87 → schwacher Markt, längliche Forstsetzung des Abwärtstrends

S&P 500 bleibt zwischen diesen Marken → laaaaangweiliger Seitwärtstrend

Seit dem ganz kurzfristigen Durchbruch der og unteren Marke (bis runter auf 3.810 am 20.5.), nähert sich der Markt jetzt langsam aber sicher der Marke 4.307,66 …

Nur noch 3,x% …

Ende April und Anfang Mai ging bei erreichen von ca 4.300 ja immer wieder bergab …
Ich kann mich leider erst am Wochenende wieder länger melden, aber ganz kurz, um Missverständnisse zu vermeiden: Die obige Liste bezieht sich darauf, was zuerst passiert. Und das war das Unterschreiten von 3858,97. Daher ist die Aussage der strukturellen Analyse bearish, auch das Überschreiten von 4307,66 würde jetzt daran nicht mehr zwingend etwas ändern, sondern wäre, wie ich es formuliert habe, nur noch ein Warnzeichen für das bearishe Szenario.

Ein Übersteigen von 4637,30 wäre aber wie gesagt eine Falsifikation des bearishen Szenarios (falls es nicht zuvor zu neuen Tiefs kommt).
Bei der AD-Linie haben wir die beiden Punkte aktuell überschritten …
Das stimmt und ist ein Stärkezeichen. Die technischen Indikatoren sind zur Zeit etwas bullisher als die Strukturanalyse. Nicht vergessen: das sind alles statistische Modelle, im einen wie im anderen Modell kann der unwahrscheinliche Fall eintreten.
Kerberos
MKL welche Punkte auf der AD-Linie meinst Du?
Die AD-Linie ist jetzt bereits höher, als sie es am 4. Mai war, wo der S&P 500 4307,66 erreichte. Das ist ein Indiz dafür, dass diese Marke jetzt überschritten wird.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+5
Kerberos03.06.2203:24
Weia
Die AD-Linie ist jetzt bereits höher, als sie es am 4. Mai war, wo der S&P 500 4307,66 erreichte. Das ist ein Indiz dafür, dass diese Marke jetzt überschritten wird.
… weil der S&P 500-Kursverlauf zeitverzögert der AD-Linie folgt?
+2
Weia
Weia03.06.2203:36
Kerberos
Weia
Die AD-Linie ist jetzt bereits höher, als sie es am 4. Mai war, wo der S&P 500 4307,66 erreichte. Das ist ein Indiz dafür, dass diese Marke jetzt überschritten wird.
… weil der S&P 500-Kursverlauf zeitverzögert der AD-Linie folgt?
Ja, mit einiger Wahrscheinlichkeit.

Statistisch aussagekräftiger sind allerdings Divergenzen wie jüngst am 20. Mai (S&P 500 macht ein neues Tief, die AD-Linie aber nicht → bullish); eine solche liegt jetzt nicht vor.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+4
Weia
Weia03.06.2218:01
Ein Schluss heute klar unter den Tiefs der letzten beiden Tage (≈4073) würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Aufwärtskorrektur vorbei ist; ein Tief unter dem Hoch von 23. Mai (3981,88) würde die Wahrscheinlichkeit nochmals deutlich erhöhen.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
Weia
Weia06.06.2203:39
Ich bitte um Entschuldigung, dass ich erst jetzt in der Lage bin, auf die aufgelaufenen Fragen zu antworten und eine aktuelle Analyse zu machen; ich konnte nicht früher.

Ich werde erstmal eine neue Analyse machen (aufgrund Zeitdrucks eher knapp) und anschließend vermutlich erst morgen auf die Fragen eingehen.


Struktur S&P 500:

Auch wenn es wahrscheinlich weiter bergab geht im Bärenmarkt, hat sich die in meinem Beitrag vom 18. Mai als alternative Interpretationsmöglichkeit bezeichnete Variante der Strukurgliederung von den Proportionen der einzelnen Schübe her als die plausiblere erwiesen (es gibt hier wie gesagt oftmals einen Interpretationsspielraum) (1-Stunden-Chart):



In dieser Interpretation ist die Bewegung von Punkt III zu Punkt IV 1 komplexe Aufwärtskorrektur und daher die Bewegung von Punkt 2 zu Punkt X insgesamt ein abgeschlossener Abwärtsschub mit 3 Sub-Abwärtsschüben. Bei der Analyse am 18. Mai blieb dabei offen (weswegen ich den Punkt X genannt hatte), ob das ein dauerhafteres Tief wäre – womöglich gar mit Chance auf neue Allzeithochs – oder nur der Start der nächsten Aufwärtskorrektur. Dadurch, dass nach dem ersten Aufwärtsschub von Punkt X auf Punkt e der S&P 500 im Punkt f auf ein neues Tief fiel, kann die in Punkt X begonnene Aufwärtsbewegung aber nur eine Aufwärtskorrektur sein, denn nur in der ist nach dem ersten Aufwärtsschub nochmals ein neues Tief denkbar. Folglich begann im Punkt f der zweite Aufwärtsschub der Aufwärtskorrektur, der entweder sein Hoch schon im Punkt Y erreicht hat oder erst im Punkt Z erreichen wird. Letzteres hängt davon ab, ob man die Bewegung von Punkt F zu Punkt Y bereits als dritten Aufwärtsschub interpretiert (da die übergeordnete Bewegung ebenfalls eine Aufwärtsbewegung ist – nämlich die Aufwärtskorrektur ab Punkt X –, muss die Aufwärtsbewegung ab Punkt f drei Aufwärtsschübe haben), der nur ein ganz knappes neues Hoch im Rahmen der Aufwärtskorrektur gemacht hat, oder ob er nur der 1. von 3 Teilschüben des dritten Schubes ist bis zu Punkt Z ist, oder ob die Bewegung von Punkt E zu Punkt G insgesamt eine etwas komplexere Abwärtskorrektur ist und der dritte Aufwärtsschub, dann auf Punkt Z, noch in Gänze bevorsteht. Das wird sich bald entscheiden; je tiefer der S&P 500 unter Punkt F fallen sollte, desto unwahrscheinlicher würde es, dass erst noch ein Aufwärtsschub zu Punkt Z stattfindet. Danach sollte es laut Strukturanalyse in jedem Fall in Richtung neuer Tiefs gehen.

Man muss sich nur bewusst sein, dass auch die Strukturanalyse nur ein Modell mit einer gewissen Irrtumswahrscheinlichkeit ist. Angesicht der Tatsache, dass der Markt extrem überverkauft ist, gilt es wachsam zu sein, ob sich strukturell unerwartete Bewegungen ergeben.



S&P 500

Hier ein aktueller Tageschart:



Nachdem der S&P 500 im März aus der ursprünglichen Abwärtstrendlinie 1 nach oben ausgebrochen war, hat er sie nun im Tief des nächsten Abwärtsschubes zweimal erfolgreich von oben angetestet (und ist dabei durch die obere Megaphon-Grenzlinie gefallen). Nachdem sie beide Male hielt, führte das zu der kurzfristigen Bodenbildung und dem Ausbruch über die steile Abwärtstrendlinie 4, wobei auch die obere Megaphon-Grenzlinie wieder überstiegen wurde. Wenn die Aufwärtskorrektur nicht schon abgeschlossen ist, bildet der Bereich um die Abwärtstrendlinie 3, das ehedem als Unterstützungszone agierende Tief vom Oktober 2021 und die zweite Aufwärtskorrektur der vorangegangenen Abwärtsbewegung (siehe Strukturanalyse Punkte III und IV) die naheliegende Zielzone, also etwa 4170 bis 4310.

Sollte der S&P 500 diesen Bereich übersteigen, wäre eine höhere denkbare Zielzone der Bereich um 4500, gebildet aus der Abwärtstrendlinie 2 und den zuvor nach unten durchbrochenen Aufwärtstrends 2009 – 2016.

Was der S&P 500 keinesfalls machen darf, ist, über das Zwischenhoch vom 29. März (Punkt 2, 4637,30) zu steigen, denn dann bleibt vom Top aus gesehen eindeutig eine zweischübige Abwärtskorrekturbewegung übrig, die neue Allzeithochs prognostizieren würde; die Strukturanalyse wäre somit falsch gewesen.



AAPL

Hier ein aktueller Tageschart:



Ganz ähnlich dem S&P 500 hat AAPL nach dem Durchbruch durch die Violette Linie zweimaligen Halt an der Mitte März nach oben durchbrochenen Abwärtstrendlinie 3 gefunden und dadurch einen Boden gebildet. Wenn die darauffolgende Aufwärtskorrektur noch nicht abgeschlossen sein sollte, bilden das noch ausstehende Antesten der Violetten Linie von unten und die beiden Abwärtstrendlinien 1 und 2 die naheliegende Zielzone, also etwa 151$ bis 157$.

Auch hier wäre es eine Warnung, wenn die Kurse deutlich weiter stiegen. AAPL darf nicht über das Hoch Ende März bei 179,61$ steigen oder die Analyse wäre falsch.



tl;dr

Die gegenwärtige Aufwärtskorrektur hat ihr Ende entweder schon gefunden oder sollte es finden im Bereich zwischen S&P 500 4170 bis 4310 und AAPL 151$ bis 157$.

Da die technischen Indikatoren stark überverkauft sind, muss man aufpassen, wenn die Kurse über diese Bereiche hinaus steigen; möglicherweise ist dann etwas anderes im Busch.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+3
Weia
Weia07.06.2204:59
So, jetzt noch die ausstehenden Antworten. Ich bitte nochmals um Entschuldigung, dass ich dazu so lange gebraucht habe.
Kerberos
Weia
Oje. Ich hoffe, Du hast das nicht aufgrund meines von Dir zitierten Satzes getan – das wäre ein fatales Missverständnis gewesen.
Doch, habe ich, aber das ist ganz und gar mein Problem und sollte Dir kein schlechtes Gewissen bereiten.
Das ist aber trotzdem saudumm gelaufen. Ich habe ja zur Sicherheit extra noch betont:
Weia
Strukturell wurde durch das neue Tief letzte Woche klar der Bärenmarkttrend bestätigt. Das heißt allerdings nicht zwingend, dass der Markt sofort weiter fällt.
Das war aber erst am Wochenende nach dem Schluss des Börsentages mit dem Tief und vor Eröffnung des nächsten Börsentags am Montag und damit für Dich bereits zu spät.

Das Grundproblem dahinter ist der Zeithorizont der Analysen. Wir hatten vor Jahren – ich weiß jetzt nicht, ob Du da schon dabei warst – längliche Diskussionen im Forum über Traden vs. Investieren. Die deutliche Mehrheit hier legte seinerzeit den Schwerpunkt aufs Investieren. Das kann man im Extremfall natürlich so halten, dass man Aktien kauft und dann die nächsten Jahrzehnte einfach liegen lässt, aber da ich damals am Horizont schon die Gefahren heraufziehen sah, die ich jetzt akut sehe, habe ich damals dafür plädiert, zumindest mittel- bis langfristige technische Überlegungen in die Anlageentscheidungen mit einzubeziehen.

Mit dieser Perspektive habe ich meine Analysen seitdem geschrieben. Ginge es um kurzfristiges Trading, gar noch mit Hebelprodukten, müsste ich im Prinzip in wichtigen Situationen kontinuierlich Intraday-Updates machen. Ich hätte noch am Freitag, dem Tief-Tag, während der Börsensitzung den Kommentar abgeben müssen, den ich so erst am Wochenende schrieb. Und selbst das hätte für Dich schon zu spät sein können; ich hätte alle Eventualitäten im Vorhinein bedenken müssen und in meine Kommentare mit einbeziehen, was sie wiederum noch länger und für viele noch unlesbarer machen würde.

Langer Rede kurzer Sinn: Das wäre (mehr als) ein Vollzeitjob, das kann ich als „ehrenamtliche Hilfe“ einfach nicht dauerhaft leisten. Manchmal schreibe ich ja durchaus intraday kurze Warnungen oder Hinweise, aber kontinuierlich geht das eben nicht.


Unabhängig von all dem: Mit Hebelprodukten solltest Du nie einem schon lange laufenden Trend hinterherrennen. Selbst wenn er im Prinzip weiterläuft, kann er jederzeit wie eine überdehnte Feder zurückschnellen; das kann man mit Aktien aussitzen (wenn man mit dem Primärtrend recht behält), aber nicht mit Hebelprodukten. Wir hatten ja kurz zuvor erst darüber gesprochen, dass es seit 100 Jahren nicht mehr so viele Wochen hintereinander fallende Kurse gegeben hatte; das Risiko, dass eine positive Woche folgen würde, war also enorm hoch.

Und versuche, wenn möglich, zumindest die Advance-Decline-Linie in jede spekulative Entscheidung mit einzubeziehen; sie hätte Dich an dem fraglichen Freitag gewarnt, da sie selbst kein neues Tief gemacht und damit das neue Tief des S&P 500 nicht bestätigt hatte.

Bitte verstehe das nicht falsch als naseweise und wohlfeile Belehrung im Nachhinein; es ist ein gut gemeinter Rat für die Zukunft.

In jedem Fall tut es mir furchtbar leid, dass das mit Deiner Position passiert ist.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+3
Weia
Weia07.06.2205:04
MKL
Hm, ich überlege, ob ich jetzt bald einsteige.
Ich hoffe mal, das hast Du nicht getan. Bärenmarkt-Rallies sind steil, aber ihnen nachzulaufen, ist gar keine gute Idee. Wenn, dann hättest Du dich (mit einem engen Stop) am Montag, den 23. Mai trauen müssen, als ich zur Markteröffnung schrieb:
Weia
Das erste Mal seit dem Top zu Jahresbeginn gibt es eine bullishe Divergenz bei der Marktbreite; das neue Tief am Freitag wurde nicht von einem neuen Tief der Advance-Decline-Linie bestätigt. Das könnte eine ausgedehntere Erholung ermöglichen.
Aber sobald die ersten zwei, drei steilen Aufwärtstage vorbei sind, sind steile Bärenmarkt-Rallies tabu, denn sie können jederzeit abrupt enden und dann kommst nicht mehr raus. Klar kann es noch weitergehen so wie im März, was Dich damals offenbar gefuchst hat. Aber es muss eben nicht. Und wie ich immer wieder betone: Man sollte nicht versuchen, jede Bewegung, und die auch noch genau bis zum Ende, mitzunehmen, sondern nur Bewegungs-Abschnitte, bei denen das Chance-Risiko-Verhältnis besonders gut ist. Das ist jetzt sicher nicht der Fall, denn die Wahrscheinlichkeit spricht für einen fortdauernden Bärenmarkt.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+2
Weia
Weia07.06.2205:06
cheesus1
Sag mal, Weia, was würdest Du davon halten, Deine Ausführungen als YouTube Videos zu veröffentlichen und hier einzubinden?
Ich selbst habe offen gestanden immer etwas Mühe, Deine Texte zu verstehen, da man stets zwischen lesen und Chart betrachten oszillieren muss. Insbesondere, wenn der betreffende Chart schon ein paar Posts zurück liegt.
Zunächst mal ein pragmatischer Tipp für die Charts: Wenn Du auf die klickst, öffnen sie sich ja zunächst mal (meistens) in demselben Browserfenster in einem Overlay. Von dort kannst Du sie mit dem Kontextmenü in ein extra Fenster befördern und neben den Text legen.

Ansonsten kann ich Dir leider keine Hoffnungen auf YouTube-Videos machen aus mehreren Gründen:
  • Ich selbst kann mit Erklärvideos überhaupt nichts anfangen; ich brauche Text zum Lesen. Ich verstehe/respektiere natürlich, dass es anderen und namentlich Dir anders geht, aber man – oder vielleicht sollte ich nur von mir sprechen – kann nur Sachen gut machen, für die man ein „Gefühl“ hat, weil man sie selbst mag bzw. so wollen würde und daher die Kriterien kennt, was in dem entsprechenden Medium gut funktioniert.
  • Videos machen nochmal erheblich mehr Arbeit als Text und Screenshots, die ich ja als Arbeitsgrundlage für ein Video trotzdem brauche; alles Video-Spezifische käme nun noch hinzu. Diesen Aufwand könnte ich endgültig nicht mehr nebenbei stemmen. Das ganz sollte ja nur ein wenig Hilfestellung für diejenigen unter Euch sein, die weniger Erfahrungen als ich haben.
  • Wir sind hier aus weltweiter Börsenperspektive betrachtet ein exotisches Biotop in einem Technik-Forum eines kleinen europäischen Landes, das keiner außerhalb des Forums beachtet. Das würde sich aber früher oder später ändern, wenn es YouTube-Videos gäbe. Dann liefe ich Gefahr, als professioneller Börsenberater betrachtet zu werden, was eine Unsumme an Kosten mit sich brächte. Z.B. müsste ich für alle Börsendaten, die ich für meine Analysen beziehe, ein hohes Vielfaches an Gebühren zahlen, von Haftung- und Versicherungsfragen ganz abgesehen. Dann liefe meine kleine Hilfsaktion völlig aus dem Ruder.

Aber der traurige Hauptgrund ist leider, dass ich das alles hier vermutlich ohnehin nur noch wenige Wochen werde machen können. Wie einige von Euch mehr oder weniger vage mitbekommen haben, geht es mir persönlich seit einigen Jahren sehr schlecht aufgrund einer ununterbrochenen Abfolge von Schicksalsschlägen. Keiner davon hatte etwas mit Gesundheit oder Geld zu tun (um das offenbar Naheliegende zu nennen), aber eine prosaische Nebenfolge ist tatsächlich, dass mich das auch finanziell ruiniert hat und in meinem Alter, so musste ich feststellen, kann man sich daraus nicht mehr befreien. Vermutlich werden hier in ein paar Wochen, wenn ich Glück habe Monaten, die Lichter ausgehen und ich werde dann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht einmal mehr Zugang zum Internet haben; jedenfalls ist es völlig ausgeschlossen, dass ich dann noch in der Lage sein werde, gehaltvolle Börsenanalysen zu machen.

Das ist natürlich sehr bitter für mich, ausgerechnet jetzt, wo eine seit Jahren antizipierte Entwicklung eintritt, aber es sieht so aus, als bliebe mir keine Möglichkeit mehr, das zu ändern. Anyway, deshalb habe ich in letzter Zeit nochmal ausführlicher als zuvor meine Analysemethoden offengelegt in der Hoffnung, dass Euch das vielleicht bei Eurer eigenen Beurteilung helfen kann.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+4
Weia
Weia07.06.2205:12
ww

Ich dachte mir, jetzt wäre vielleicht ein geeigneter Zeitpunkt, unseren kleinen intellektuellen Disput wieder aufzunehmen , zumal mir wie geschildert vermutlich nicht mehr viel Zeit bleibt.
ww am 25.11.2021, Hervorhebungen im Zitat Weia jetzt von mir
Weia
Frage an Dich: Angenommen, der S&P 500 erreicht den oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals und ändert sein Verhalten gegenüber dem letzten Jahrzehnt dann signifikant (längerfristige Topbildung, Schwenk in längerfristige Seitwärtsbewegung, nur noch langsamer Anstieg entlang des oberen Rands, …), würdest Du, wenn das im Rückblick deutlich erkennbar wird, das dann als bloße Koinzidenz auffassen oder zugestehen, dass die Chartanalyse hier einen Punkt hatte? Und zwar einen Punkt, der über die gängige Erklärung selbsterfüllende Prophezeiung hinausgeht, insofern nach meiner Kenntnis besagter Jahrhunderttrendkanal nicht im Fokus der Märkte ist.
Nein natürlich würde ich das nicht eingestehen - weder Dir noch mir.

Ich gehe mit Dir einig, dass Charts schon nicht einfach aus den Finger gesaugt werden. Ich sehe es auch, dass es Sinn macht diese auch MIT zu berücksichtigen - aber halt nicht nur.
Im Real Life ist alles immer komplizierter als in der Theorie – der S&P 500 hat am Top den oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals um 2% verfehlt und ich habe, meinen Kopf voll von dem langen Beitrag über digitale Unterschriften und von privaten Problemen, erst 4 Börsentage später Alarm geschlagen und auch das nur in knapper Formulierung, weil das ausgerechnet mein Geburtstag war – allerdings hätte ich, wenn ich das nicht für äußerst wichtig gehalten hätte, an meinem Geburtstag sicher gar nichts geschrieben:
Weia am 10.01.2022
Eigentlich wäre dringend eine neue Analyse erforderlich, aber ich mag an meinem heutigen Geburtstag nicht arbeiten, und wenn die Welt untergeht.

Daher will ich nur in aller Kürze darauf aufmerksam machen, dass der S&P 500 letzte Woche sich dem oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals bis auf 2% genähert hat. Natürlich kann er ihn auch ganz erreichen oder sogar überschießen, aber unter praktischen Gesichtspunkten muss der obere Rand jetzt als erreicht gelten (2% sind für einen 93 Jahre alten Trendkanal statistische Unschärfe). Seid Euch dessen bewusst.

AAPL dürfte mit der dünnen violetten Trendlinie wie erwartet auch ihren Meister gefunden haben.
[Die dünne violette Trendlinie habe ich später der besseren Verständlichkeit halber in die türkise Linie umbenannt und sie hat in der Tat das Top von AAPL exakt markiert.]

Der Beitrag hat auch nur den Startschuss markiert (unter praktischen Gesichtspunkten muss der obere Rand jetzt als erreicht gelten), aber, was die Bedeutung dieser Tatsache betrifft, wegen der Zeitknappheit auf frühere Beiträge Bezug genommen (Seid Euch dessen bewusst); ursprünglich hatte ich für diesen Augenblick einen längeren Beitrag über mögliche Konsequenzen und Anlagestrategien geplant.

Trotzdem: Mit 2% Genauigkeit und 4 Tagen Verzögerung habe ich prinzipiell ein Jahre im Voraus prognostiziertes Ereignis als eingetroffen markiert. Wobei die Prognose keine absoluten Zeit- und Kursangaben machte, sondern eine Relation zugrundelegte: Wenn der S&P 500 den oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals erreicht – wann und auf welchem Kursniveau das auch immer passieren würde. Fundamentale Überlegungen waren daran überhaupt nicht beteiligt.

Die Voraussetzung der Prognose – der S&P 500 erreicht das obere Ende des Jahrhunderttrendkanals – war also mit 2% Genauigkeit eingetreten und explizit als eingetreten gekennzeichnet. Die prognostizierte Folge, dass der Markt sein Verhalten gegenüber dem letzten Jahrzehnt dann signifikant geändert hat, dürfte ebenfalls schon jetzt unstrittig sein.

Zwar ist der S&P 500 bislang nur 20% gefallen (der Nasdaq 100 freilich 32%), aber dass sich dahinter eine Charakteränderung des Marktes verbirgt, haben wir ja am Beispiel der 8 aufeinanderfolgenden negativen Wochen im Dow Jones Index diskutiert, die das letzte Mal 1923 aufgetreten waren.

Das mag man noch als anekdotische Spielerei abtun, aber eine gewichtigere Statistik aus dem Barron’s illustriert denselben Sachverhalt: Die ersten 100 Handelstage im Jahr waren der schlechteste Jahresstart für den S&P 500 seit 1970 und für den Nasdaq Composite, seit es ihn gibt (zufällig ebenfalls 1970).

Und auch das Verhalten anderer Indikatoren und Statistiken weist auf diese Charakteränderung des Marktes hin.

Frage also an Dich: Gestehst Du dir und mir nicht ein, dass die technische Analyse auf Jahre im Voraus ein markantes Ereignis korrekt prognostiziert hat, oder gestehst Du es dir und mir nicht ein? 😜
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+5
cheesus1
cheesus107.06.2211:07
Weia
Zunächst mal ein pragmatischer Tipp für die Charts: Wenn Du auf die klickst, öffnen sie sich ja zunächst mal (meistens) in demselben Browserfenster in einem Overlay. Von dort kannst Du sie mit dem Kontextmenü in ein extra Fenster befördern und neben den Text legen.
War mir schon klar, macht aber auf dem 13" MBP wenig Sinn, mangels Platz. Hin und her Switchen muss man dann aber immer noch und verliert dabei leicht den Faden. Aber ok, ich respektiere Deine Begründung.
Weia
Aber der traurige Hauptgrund ist leider, dass ich das alles hier vermutlich ohnehin nur noch wenige Wochen werde machen können. Wie einige von Euch mehr oder weniger vage mitbekommen haben, geht es mir persönlich seit einigen Jahren sehr schlecht aufgrund einer ununterbrochenen Abfolge von Schicksalsschlägen.
Das tut mir sehr leid. Ich hatte gehofft, dass sich Deine Situation wieder verbessert hätte. Ich wünsche Dir alles Gute!
0
adiga
adiga07.06.2212:04
@Weia: Du musst Dich für nichts entschuldigen, nicht einmal Gewissensbisse haben. Du stellst Dein Wissen unentgeltlich zur Verfügung, jeder ist aber für seine Entscheidungen vollumfänglich selbst verantwortlich. Viele hier (mich eingeschlossen) lieben Deine fundierten Aussagen, einige verstehen sie auch komplett (mich ausgeschlossen , aber ich versuche mich einzulesen). Niemand kann von Dir verlangen, dass Du zeitnah oder überhaupt Deine Ansichten postest. Es ist mir eine Ehre, Dich (wenn auch nur virtuell) zu kennen. Ich möchte Dich im AAPL Thread/s nicht missen.

Tut mir sehr leid, was Dir persönlich widerfahren ist. Tut weh, so etwas zu lesen. Hoffe natürlich, dass sich die Situation zum Bessern ändert, aber niemand ausser Dir kann die Situation wirklich überblicken und einschätzen.

Oder gibt es eine Möglichkeit wie man Dir helfen / unterstützen kann?
+10
Catcatcat07.06.2216:54
@Weia
Von Herzen alles Gute!
+1
ww
ww08.06.2215:18
Weia
ww

Ich dachte mir, jetzt wäre vielleicht ein geeigneter Zeitpunkt, unseren kleinen intellektuellen Disput wieder aufzunehmen , zumal mir wie geschildert vermutlich nicht mehr viel Zeit bleibt.
ww am 25.11.2021, Hervorhebungen im Zitat Weia jetzt von mir
Weia
Frage an Dich: Angenommen, der S&P 500 erreicht den oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals und ändert sein Verhalten gegenüber dem letzten Jahrzehnt dann signifikant (längerfristige Topbildung, Schwenk in längerfristige Seitwärtsbewegung, nur noch langsamer Anstieg entlang des oberen Rands, …), würdest Du, wenn das im Rückblick deutlich erkennbar wird, das dann als bloße Koinzidenz auffassen oder zugestehen, dass die Chartanalyse hier einen Punkt hatte? Und zwar einen Punkt, der über die gängige Erklärung selbsterfüllende Prophezeiung hinausgeht, insofern nach meiner Kenntnis besagter Jahrhunderttrendkanal nicht im Fokus der Märkte ist.
Nein natürlich würde ich das nicht eingestehen - weder Dir noch mir.

Ich gehe mit Dir einig, dass Charts schon nicht einfach aus den Finger gesaugt werden. Ich sehe es auch, dass es Sinn macht diese auch MIT zu berücksichtigen - aber halt nicht nur.
Im Real Life ist alles immer komplizierter als in der Theorie – der S&P 500 hat am Top den oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals um 2% verfehlt und ich habe, meinen Kopf voll von dem langen Beitrag über digitale Unterschriften und von privaten Problemen, erst 4 Börsentage später Alarm geschlagen und auch das nur in knapper Formulierung, weil das ausgerechnet mein Geburtstag war – allerdings hätte ich, wenn ich das nicht für äußerst wichtig gehalten hätte, an meinem Geburtstag sicher gar nichts geschrieben:
Weia am 10.01.2022
Eigentlich wäre dringend eine neue Analyse erforderlich, aber ich mag an meinem heutigen Geburtstag nicht arbeiten, und wenn die Welt untergeht.

Daher will ich nur in aller Kürze darauf aufmerksam machen, dass der S&P 500 letzte Woche sich dem oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals bis auf 2% genähert hat. Natürlich kann er ihn auch ganz erreichen oder sogar überschießen, aber unter praktischen Gesichtspunkten muss der obere Rand jetzt als erreicht gelten (2% sind für einen 93 Jahre alten Trendkanal statistische Unschärfe). Seid Euch dessen bewusst.

AAPL dürfte mit der dünnen violetten Trendlinie wie erwartet auch ihren Meister gefunden haben.
[Die dünne violette Trendlinie habe ich später der besseren Verständlichkeit halber in die türkise Linie umbenannt und sie hat in der Tat das Top von AAPL exakt markiert.]

Der Beitrag hat auch nur den Startschuss markiert (unter praktischen Gesichtspunkten muss der obere Rand jetzt als erreicht gelten), aber, was die Bedeutung dieser Tatsache betrifft, wegen der Zeitknappheit auf frühere Beiträge Bezug genommen (Seid Euch dessen bewusst); ursprünglich hatte ich für diesen Augenblick einen längeren Beitrag über mögliche Konsequenzen und Anlagestrategien geplant.

Trotzdem: Mit 2% Genauigkeit und 4 Tagen Verzögerung habe ich prinzipiell ein Jahre im Voraus prognostiziertes Ereignis als eingetroffen markiert. Wobei die Prognose keine absoluten Zeit- und Kursangaben machte, sondern eine Relation zugrundelegte: Wenn der S&P 500 den oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals erreicht – wann und auf welchem Kursniveau das auch immer passieren würde. Fundamentale Überlegungen waren daran überhaupt nicht beteiligt.

Die Voraussetzung der Prognose – der S&P 500 erreicht das obere Ende des Jahrhunderttrendkanals – war also mit 2% Genauigkeit eingetreten und explizit als eingetreten gekennzeichnet. Die prognostizierte Folge, dass der Markt sein Verhalten gegenüber dem letzten Jahrzehnt dann signifikant geändert hat, dürfte ebenfalls schon jetzt unstrittig sein.

Zwar ist der S&P 500 bislang nur 20% gefallen (der Nasdaq 100 freilich 32%), aber dass sich dahinter eine Charakteränderung des Marktes verbirgt, haben wir ja am Beispiel der 8 aufeinanderfolgenden negativen Wochen im Dow Jones Index diskutiert, die das letzte Mal 1923 aufgetreten waren.

Das mag man noch als anekdotische Spielerei abtun, aber eine gewichtigere Statistik aus dem Barron’s illustriert denselben Sachverhalt: Die ersten 100 Handelstage im Jahr waren der schlechteste Jahresstart für den S&P 500 seit 1970 und für den Nasdaq Composite, seit es ihn gibt (zufällig ebenfalls 1970).

Und auch das Verhalten anderer Indikatoren und Statistiken weist auf diese Charakteränderung des Marktes hin.

Frage also an Dich: Gestehst Du dir und mir nicht ein, dass die technische Analyse auf Jahre im Voraus ein markantes Ereignis korrekt prognostiziert hat, oder gestehst Du es dir und mir nicht ein? 😜

Och, das hat eigentlich nichts mit eingestehen zu tun. Ist für mich kein Ding mal nicht recht zu haben.

Für mich hat das Drehen des Marktes ‚nur‘ etwas mit der Inflation zu tun. Sprich mit dem anheben der Zinsen. Das ist wohl das erste mal seit 100 Jahren dass wir langfristig sicher nur steigende Zinsen haben.

Aber viiiiel wichtiger ist wie es DIR geht! Kann man dir irgendwie helfen?

Auf jeden Fall alles Gute!
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silversurfer2208.06.2217:48
@Weia
erst einmal, VIELEN Dank für ALLES, auch wenn ich eher der liegenlassertyp bin

weiteres per PN
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MKL
MKL08.06.2222:39
Ich habe mal wieder eine Frage an Weia, denn ich habe mir mal den Chart der AD-Linie der letzten 6 Monate angeschaut:



Was mir auffällt sind diese Doppelspitzen („Ms“ oder „Kölner Dom“) mit ähnlichen Tops, die es seit März sehr häufig gab, fast sogar im 2-Wochen-Rythmus.
Mitte Mai gab es sie dann erstmals nicht mehr. Und gerade jetzt Anfang Juni gibt es auf einmal eine neuere Formation: nämlich eine Dreifachspitze.

@Weia: sind das typische Formationen in einem volatilen Bärenmarkt? Oder was hat das zu bedeuten?

Vielen Dank & viele Grüße im voraus
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macuser11
macuser1108.06.2223:51
Weia
[..] geht es mir persönlich seit einigen Jahren sehr schlecht aufgrund einer ununterbrochenen Abfolge von Schicksalsschlägen.

🍀💙🍀💜🍀❤🍀💛🍀
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MKL
MKL09.06.2207:00
Als Info, damit ich hier nicht als empathie- und emotionslos verstanden werde, weil ich hier als Einziger etwas zum Thema schreibe und nicht auf Weias persönliche Situation eingehe:
ich bin seit längeren mit Weia per PN im Austausch und habe schon Einiges versucht ihm zu helfen - leider bisher ohne Erfolg.
+3
Weia
Weia09.06.2216:14
Herzlich Dank für alle guten Wünsche – kann ich gebrauchen … 😳
adiga
Oder gibt es eine Möglichkeit wie man Dir helfen / unterstützen kann?
ww
Aber viiiiel wichtiger ist wie es DIR geht! Kann man dir irgendwie helfen?
silversurfer22
weiteres per PN
Wie silversurfer22 schon schreibt, dafür ist ein öffentliches Forum nicht der richtige Platz. Ich melde mich bei Euch in den nächsten Tagen, vermutlich Wochenende.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+3
Weia
Weia09.06.2216:49
ww
Och, das hat eigentlich nichts mit eingestehen zu tun.
Ich habe nur Deine eigene, augenzwinkernde Formulierung selbst augenzwinkernd übernommen:
Nein natürlich würde ich das nicht eingestehen - weder Dir noch mir.
Darauf bezog sich auch meine ebenso augenzwinkernd formulierte Frage, ob Du das dir und mir nun nicht eingestehen wirst oder nicht eingestehen wirst.
Für mich hat das Drehen des Marktes ‚nur‘ etwas mit der Inflation zu tun. Sprich mit dem anheben der Zinsen. Das ist wohl das erste mal seit 100 Jahren dass wir langfristig sicher nur steigende Zinsen haben.
Damit stimme ich natürlich vollkommen überein. Und es ist ja auch kaum überraschend; hätte uns beide in den letzten Jahren jemand gefragt: Angenommen, in einigen Jahren kommt es am Aktienmarkt zu einer Trendwende, was wird die fundamentale Ursache sein?, hätten wir vermutlich beide mit Inflation/steigende Zinsen geantwortet.

Der überraschende Teil des technisch-fundamentalen Puzzles ist doch der: Warum tritt das fundamentale Geschehen ausgerechnet dann ein, wenn der S&P 500 (bis auf 2%) exakt das obere Ende des Jahrhunderttrendkanals erreicht? Technisch habe ich das seit Jahren prognostiziert und die fundamentalen Ereignisse fügen sich nun so, dass das fundamentale Ereignis genau dann virulent wird, wenn die technische Konstellation erreicht ist.

Weder ich noch die klügsten Insider am Markt konnten, abgesehen von allem anderen, Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg voraussehen oder auch nur erahnen, die fundamental ja wesentlich zum Inflationsgeschehen beigetragen haben. Und trotzdem wendet der Markt genau dann, wenn die der Prognose zugrundeliegende technische Konstellation eintritt.

Man könnte das für ein kontingentes Zusammentreffen halten, wenn es nur dieses eine Mal passiert wäre. Aber ich habe das wieder und wieder erlebt, wenn auch in kleinerem, nicht ganz so bedeutsamem Maßstab. Im jetzigen Fall halte ich das Geschehen wirklich für spektakulär; die auf 2% genauen Zeit-/Kurskoordinaten für das fundamentale Geschehen werden von einer Geometrie bestimmt, die sich fast ein Jahrhundert zurückliegenden Ereignissen verdankt.

Für einen Soziologen ist das mind-blowing.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Weia
Weia09.06.2216:59
MKL
Als Info, damit ich hier nicht als empathie- und emotionslos verstanden werde, weil ich hier als Einziger etwas zum Thema schreibe
Das ist das erste Mal, dass ich in einem Forum erlebe, dass sich jemand für on-topic-Beiträge entschuldigt. Meine privaten Probleme sollen um Himmels willen nicht das Forum blockieren.
MKL
@Weia: sind das typische Formationen in einem volatilen Bärenmarkt? Oder was hat das zu bedeuten?
Wenn es etwas zu bedeuten hat, dann weiß ich es nicht.

Ganz allgemein bedeuten mehrere Zacken mehr Unsicherheit/Diffusität/statistisches Rauschen. Ich würde vermuten, dass das ein Zeichen eines im Augenblick nicht ganz so stark „trendenden“ Marktes ist, aber Spezifischeres wäre mir nicht bekannt.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Weia
Weia09.06.2222:28
Wenn der S&P 500 unter Punkt C (3981,88) fällt, war Punkt Y das Hoch der Aufwärtsbewegung seit Punkt f und damit wahrscheinlich auch der kompletten Auswärtskorrektur seit Punkt X. Also fortgesetzte, steile Abwärtsbewegung voraus oder bestenfalls weitere Seitwärtsbewegung durch eine komplexe (= verlängerte, zusammengesetzte) Korrektur.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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macuser11
macuser1110.06.2200:23
Weia
Im jetzigen Fall halte ich das Geschehen wirklich für spektakulär; die auf 2% genauen Zeit-/Kurskoordinaten für das fundamentale Geschehen werden von einer Geometrie bestimmt, die sich fast ein Jahrhundert zurückliegenden Ereignissen verdankt.

Kann es auch sein, dass durch Algorithmen, Artificial Intelligence, Machine Learning, Deep Learning und wie die neuen hippen Begriffe alle heissen — alle grossen Player/Systeme dem gleichen (math.) Muster folgen? 🤖 🤯 😲
+1
Weia
Weia10.06.2200:45
macuser11
Weia
Im jetzigen Fall halte ich das Geschehen wirklich für spektakulär; die auf 2% genauen Zeit-/Kurskoordinaten für das fundamentale Geschehen werden von einer Geometrie bestimmt, die sich fast ein Jahrhundert zurückliegenden Ereignissen verdankt.
Kann es auch sein, dass durch Algorithmen, Artificial Intelligence, Machine Learning, Deep Learning und wie die neuen hippen Begriffe alle heissen — alle grossen Player/Systeme dem gleichen (math.) Muster folgen? 🤖 🤯 😲
Nein, nicht in dem Sinne, dass nur dadurch und erst dadurch die Prognose zutrifft.

Erstens habe ich den Jahrhunderttrendkanal in keiner anderen Analyse gefunden. Ich habe natürlich alles andere als einen vollständigen Überblick, aber wenn die Analyse so weit verbreitet wäre, dass sie tatsächlich das Marktgeschehen entscheidend prägen würde, dann müsste ich ja irgendwann im letzten Jahrzehnt mal darauf gestoßen sein.

Zweitens, wie schon oft erwähnt, ist es ein Trugschluss zu glauben, technische Analysen seien selbsterfüllende Prophezeiungen. Das Gegenteil ist der Fall; was allgemein „bekannt“ ist, tritt nicht ein. Das liegt einfach daran, dass jeder, der der Analyse vertraut, den anderen etwas zuvorkommen will, um selbst den besten Preis zu erzielen oder überhaupt zum Zuge zu kommen. Und damit verschiebt er Zeitpunkt und Kurs.

Drittens, selbst wenn die Aktienmarktteilnehmer erfolgreich auf solch eine Analyse achten würden, die US-Notenbank tut das bestimmt nicht. Niemand in der Fed sagt, Wir warten mal ab, bis der S&P 500 den oberen Rand des Jahrhunderttrendkanals erreicht hat, aber sobald das geschehen ist, fangen wir mit den Zinserhöhungen an. (ww und ich stimmen ja aber darin überein, dass Inflation und Zinserhöhungen den fundamentalen Hintergrund bilden.)
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+2
MKL
MKL10.06.2216:25
Weia
Wenn der S&P 500 unter Punkt C (3981,88) fällt, war Punkt Y das Hoch der Aufwärtsbewegung seit Punkt f und damit wahrscheinlich auch der kompletten Auswärtskorrektur seit Punkt X.

Ui. Aktuell deutlich drunter bei 3.904 …
Bin bespannt, ob der Markt noch dreht. Solche Situation mit so starken Schwankungen an einem Tag hatten wir ja häufig …
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Weia
Weia10.06.2217:05
MKL
Ui. Aktuell deutlich drunter bei 3.904 …
Bin bespannt, ob der Markt noch dreht. Solche Situation mit so starken Schwankungen an einem Tag hatten wir ja häufig …
Das ist zumindest nicht wahrscheinlich, nicht bei einer Breite von 10:1 negativ, einer deutliche neue Tiefs prognostizierenden Strukturanalyse, einer minimal ausgefallenen Erholung seit Mitte Mai und dem Unterschreiten eines strukturell kritischen Punktes.

Wenn Du an die Strukturanalyse denkst, da gab es einen ersten Abwärtsschub bis Mitte Februar, dann eine Erholung bis Ende März und seitdem ist der Markt im nächsten, 2. Abwärtsschub, von dem der Abwärtsschub bis Mitte Mai mutmaßlich nur den 1. Sub-Abwärtsschub (von insgesamt 3 Sub-Abwärtsschüben) darstellt. Die gestern begonnene Abwärtsbewegung ist also der 2. Sub-Abwärtschub des 2. Abwärtsschubes.

Die zweiten Schübe sind meist die am stärkten ausgeprägten. Wenn die Analyse stimmt, dann beginnt jetzt also der wahrscheinlich stärkste Sub-Schub des wahrscheinlich stärksten Schubes. Der sollte mindestens in die im Chart markierte Zielzone laufen, es wäre aber auch kein Wunder, wenn der Markt 1000 Punkte am Stück fällt.

Das Beste, worauf Anleger, die long sind, im Augenblick hoffen können, ist wie gesagt, dass die Korrektur komplex wird und als Seitwärtsbewegung weiter andauert. Aber wenn die Marktbreite heute so bleibt, ist das sehr unwahrscheinlich.

Kerberos
Bist Du rausgeflogen oder noch drinnen?
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+2
Kerberos10.06.2217:55
Weia
Bei -80% hatte ich die Reißleine gezogen, aber rausgeflogen wäre ich nicht, wie ich jetzt im Nachhinein feststellen darf
Ich habe also den Aufwärtsschub perfekt mitgenommen, nur der OS war unpassend gewählt
0
Weia
Weia10.06.2218:35
Kerberos
Bei -80% hatte ich die Reißleine gezogen, aber rausgeflogen wäre ich nicht, wie ich jetzt im Nachhinein feststellen darf
Oje, ich hatte schon sowas befürchtet. Wenn erstmal der Wurm in einer Position ist …

Bei 20% Rest ist es eigentlich auch schon egal (man darf bei solchen Papieren deshalb halt nie mehr einsetzen, als man als Totalverlust verschmerzen kann). Aber die Psyche agiert anders.

Tut mir leid.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
Kerberos10.06.2221:28
Weia
Bei 20% Rest ist es eigentlich auch schon egal
Ja, da hast Du wohl recht. Ich versuche nur immer, Totalverluste bei Derivaten zu vermeiden, da diese nicht in den Verlustverrechnungstopf gehen, sondern separat über die Steuererklärung verrechnet werden müssen.

Aber in Zukunft bemühe ich mich, entweder schon bei -20% zu schmeißen, oder bis -99% durchzuhalten.
0
Weia
Weia14.06.2205:46
Die letzte Strukturanalyse am 6. Juni ist mir ein wenig chaotisch geraten aus 2 Gründen:

1. Ich habe versucht, alle zu diesem Zeitpunkt denkbaren alternativen Varianten einzuzeichnen, was zu einem Strichechaos und wohl auch Verwirrung führte. In Zukunft werde ich mich auf die wahrscheinlichen Varianten konzentrieren und nicht alle denkbaren Alternativen aufführen oder höchstens im Text anreißen. Immer dran denken: Auch das Strukturmodell ist nur ein Modell, wenn auch ein sehr gutes.

2. Der Eindeutigkeit halber habe ich alle Punkte, auf die ich im Text Bezug nehmen wollte, mit einem eindeutigen Namen versehen – einer arabischen oder römischen Ziffer oder einem Groß- oder einem Kleinbuchstaben. Ich habe mir dabei zwar etwas gedacht, das aber nie erläutert, weil der Text dann noch länger und potentiell konfuser geworden wäre; insofern war das für die Füße. Und allmählich gehen mir dann auch die Zeichen aus.

Ich werde die Kennzeichnung der strukturell relevanten Punkte in Zukunft daher systematisch kennzeichnen mit nummerierten Punkten und Unterpunkten, die die Hierarchieebenen klar machen.

Ein Bild sollte hier mehr sagen als 1000 Worte:



Das Beispiel zeigt eine Aufwärtsbewegung von Punkt 0 zu Punkt 1 innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends, daher mit 3 Sub-Aufwärtsschüben, die als erste Ziffer den Start-Punkt 0 der übergeordneten Bewegung haben und als zweite Ziffern die Punkte 1-4, die sich bei einer 3-schübigen Bewegung als Unterpunkte ergeben, bis Punkt 1 erreicht wird.

In der ersten Abwärtskorrektur und dem zweiten Aufwärtsschub habe ich beispielhaft zusätzlich die Unterteilung noch eine Hierarchieebene darunter eingezeichnet (bei einer Korrektur gibt es nur die Unter-Punkte 1 und 2, da sie 2-schübig ist).

Die Punkte sind alle rot markiert. Zusätzlich werde ich in blau und Klammern wichtige alternative Szenarien eintragen. In dem Beispielbild wäre die Alternative, dass die Bewegung noch gar nicht die ganze Aufwärtsbewegung auf dieser Hierarchieebene darstellt, sondern insgesamt bislang nur den ersten der drei Teil-Aufwärtsschübe bildet.

Ich hoffe, dass damit die Strukturanalysen in Zukunft lesbarer werden.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+5
Weia
Weia14.06.2206:31
Der Montag war ein massiver Abwärtstag. Die Umsätze waren enorm, die Markbreite extrem negativ (18:1 ) und das Verhältnis des Handelsvolumens steigender und fallender Aktien noch viel schlimmer, kein 90%-, sondern ein 98%-Downside-Day. Schlimmer geht kaum.

Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Strukturanalyse korrekt ist, denn der Markt befindet sich demnach ja im 2. Abwärtsschub vom 2. Abwärtsschub und zweite Schübe sind wie gesagt meist die stärksten.

Der folgende Chart zeigt, wie es mit der neuen Kennzeichnungsmethode im Augenblick aussieht. Ich habe einen 2-Stunden- statt eines Stundencharts gewählt, um noch einmal die gesamte Bewegung seit dem Januar-Top mit der neuen Nummerierung aufs Bild zu bekommen:



Ich habe auch ein alternatives Szenario eingezeichnet, dem gemäß der zweite der drei Abwärtsschübe, der in Punkt 2 startete, bereits in Punkt (3) abgeschlossen war und sich die gesamte Abwärtsbewegung nach der 2. Korrektur zu Punkt (4) sich jetzt bereits im dritten (und auf dieser Hierarchieebene letzten) Abwärtsschub befindet.

Streng genommen ist diese Alternative nicht zulässig, da sich Punkt 1 und Punkt (4) intraday überlappen, was nicht erlaubt ist. Auf Schlusskursbasis tun sie das allerdings nicht und manchmal kann es sinnvoll sein, sich auf die Schlusskurse zu beschränken; dann wird diese Alternative denkbar. Wahrscheinlich ist sie nicht, eben wegen der intraday-Überlappung und auch wegen der eingangs erwähnten Marktbreite, die viel besser zu dem Szenario passt, dass der Markt sich gerade in einem zweiten Abwärtsschub befindet; aber da viele technische Indikatoren stark überverkauft sind, sollte man dieses Szenario nicht völlig ignorieren. Träfe es zu, könnte der Markt jederzeit einen temporären Boden bilden, denn die Mindestbedingung für den 3. Abwärtsschub, ein neues Tief, ist bereits erfüllt. Es würde eine Aufwärtskorrekturbewegung folgen, die die gesamte bisherige, 6-monatige Abwärtsbewegung seit Punkt 0 korrigiert und die daher viele Wochen bis Monate dauern und viele 100 Punkte steigen könnte, bevor es wieder nach unten geht. Aber wie gesagt, das wahrscheinliche Szenario ist das nicht.

Und nun noch kurz zu den Charts.


S&P 500



Der S&P 500 ist fast in seiner ersten Zielzone angelangt; ob sie zunächst einmal hält, ist aber fraglich.



AAPL



AAPL ist noch weiter von seiner Zielzone entfernt, hat aber auch noch Zeit, sie zu erreichen.

Zuletzt war die Aktie sehr schwach; sie hat es weder geschafft, die Violette Linie von unten noch anzutesten, noch, wenigstens zur Abwärtstrendlinie 2 zu gelangen, bevor sie wieder nach unten gedreht hat.

Wie bereits erwähnt: in allen bisherigen Fällen, in denen AAPL die Violette Linie von oben nach unten durchbrochen hat, ist sie mindestens weitere 25% gefallen; das ergäbe ein geschätztes Preisziel von 118$ oder weniger. 118$ stimmt rein zufällig mit dem Aufwärtstrend 2003 – 2019 mitten in der Zielzone überein.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+8
Weia
Weia14.06.2223:33
In kritischen Situationen wie jetzt kann es helfen, einen Schritt zurückzutreten und den Wald statt die Bäume anzusehen, soll heißen: einerseits Langfristcharts und andererseits auch einmal andere Indizes.

Hier ist ein Monatschart seit 1974 vom NYSE Composite Index, der alle an der New York Stock Exchange (NYSE) gehandelten Aktien umfasst, zu denen insbesondere auch die großen Unternehmen aus den klassischen Branchen (Handelsketten, Lebensmittel, Energie, Finanzen, Autos usw.) gehören:



Der langfristige Aufwärtstrend wird definiert durch die Tiefs 1974 und 1982. Beachtet, dass dieser Trend seitdem auf Monatsschlusskursbasis niemals durchbrochen wurde!

Parallel zu diesem Trend hat sich 2011 ein durch die Hoch- und Tiefpunkte dieses Jahres definierter Trendkanal herausgebildet, der bis auf den Corona-„Ausrutscher“ das gesamte Marktgeschehen seit 2011 eingehegt hat. (Die 5 gestrichelten Linien im Trendkanal sind wie üblich ¼, ⅓, ½, ⅔ und ¾ der gesamten Kanalbreite.)

Mit dem heutigen Tag hat steht der Index auf mehr als der unteren Kante. Falls er die auf Monatsschlusskursbasis nicht hält, liegt es nahe, von einem Fall auf den langfristigen Aufwärtstrend ab 1974 auszugehen; das sind etwa -15%. Wenn diese Linie ebenfalls nicht halten sollte und der Trend seit 1974 beendet ist, dann …



Hier ist sozusagen der komplementäre Index, der NASDAQ Composite Index, der schwerpunktmäßig Technologiewerte versammelt, ebenfalls seit 1974:



Der bestimmende langfristige Aufwärtstrend wird hier definiert durch die Tiefs 1974 und 1990. In der Finanzkrise 2008 wurde dieser Trend nach unten durchbrochen und erstaunlicherweise dauerte es bis nach dem Corona-Tief 2020, bis der Index mit langem Anlauf und entsprechendem Schwung in den Aufwärtstrend zurückgelangen konnte.

Auch dieser Index steht jetzt exakt an der Kante des Aufwärtstrends. Kann er ihn nicht halten, so steht ein Rückgang auf den flacheren, durch die Tiefs 1974 und 2008 definierten Aufwärtstrend zu befürchten; das wären etwa -50%.



Schließlich noch ein Monatschart von AAPL seit 1985, also seit es die Aktie gibt. Hier kann man sich nochmals die Bedeutung von Violetter Linie und Türkiser Linie (Parallele zur Violetten Linie durch das Hoch 2012) im Gesamtzusammenhang verdeutlichen:



Das unmittelbare Risiko scheint hier auf den durch die Tiefs 2003 und 2019 definierten Aufwärtstrend begrenzt und damit viel geringer (ca. 110$, -8%, als Zielzone im AAPL-Tageschart markiert). Wenn freilich dieser Aufwärtstrend, der bislang nur einmal (im Corona-Tief 2020) getestet wurde, nicht hält, gäbe es für die Aktie charttechnisch erst wieder bei ca. 4$ Unterstützung (nicht eingezeichneter Aufwärtstrend durch die Tiefs 1997 und 2003).
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+7
MKL
MKL15.06.2208:25
Weia

Danke Dir - wie immer. Für Deine Analysen und Mühen.
+1
CapsuleCorp15.06.2211:15
Sensationell! Vielen Dank.
Kannst du mir eine Literatur empfehlen wie ich diese Trendlinien einzeichnen erlernen kann bzw auch sagen woher du deine Daten für die Graphen nimmst?
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odi141015.06.2214:11
Vielen Dank, Weia für deine Analysen.
Wie immer sehr spannend.
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Weia
Weia15.06.2219:39
CapsuleCorp
Kannst du mir eine Literatur empfehlen wie ich diese Trendlinien einzeichnen erlernen kann
Literaturempfehlungen kann ich leider keine geben, da ich nie ein Buch zu dem Thema gelesen habe; als ich mit der Marktanalyse begann, gab es diesbezüglich so gut wie nichts, schon gar nichts, was man in Deutschland mitbekam – das war ja alles lange vor dem Internet. Das war also alles Learning by Doing.

Aber eine Geheimwissenschaft ist das ja auch nicht. Beachte einfach folgende Punkte für den Start:
  • Der Chart muss halblogarithmisch sein, das heißt, eine logarithmische Preisachse haben. Nur dann bedeuten gleiche vertikale Abstände auch gleich prozentuale Veränderungen und das ist es ja, worauf es zu jedem Zeitpunkt am Aktienmarkt ankommt und nicht etwa, ob sich ein Papier von 10$ auf 20$ verdoppelt statt von 1$ auf 2$. Nicht-logarithmische Charts erkennt man stets daran, dass, langfristig steigende Kurse vorausgesetzt, die jüngste Vergangenheit immer vollkommen überproportional aufgeblasen erscheint. Es gab aber mal Zeiten, da war ein Zugewinn von 1$ eine Verdopplung von AAPL.
  • Eine Linie wird ja durch zwei Punkte definiert. Dazu nimmst Du in der Chartanalyse zwei markante Hoch- oder Tiefpunkte, die sich so verbinden lassen, dass die Kurse dazwischen die Linie nicht durchbrechen. Im obigen NYSE-Composite-Chart wären das die Tiefs 1974 und 1982. Damit hast Du eine Linie definiert; Du weißt aber noch nicht sicher, ob sie bedeutsam ist (auch wenn das bei zwei so markanten, weit auseinanderliegenden Punkte sehr wahrscheinlich ist). Das erfährst Du erst, wenn sich die Kurse das nächste Mal der Linie nähern, in diesem Fall 2008. Da erwies sich die Linie als offenkundig bedeutsam, da sie den Kursverfall aufhielt. Die Bedeutsamkeit kann sich aber ebenso darin zeigen, dass die Linie durchbrochen wird, die Kurse aber, nach vorangehendem Zaudern an der Linie, sich enorm steil bewegen, sobald die Linie durchbrochen ist – das war zum Beispiel im NASDAQ-Composite-Chart im zweiten Halbjahr 2008 der Fall.
  • Je öfter eine Linie ihre Wirksamkeit unter Beweis stellt, umso wichtiger wird sie. Auch der zeitliche Abstand spielt eine Rolle. In einem Monatschart wird eine Linie durch zwei Extrempunkte in zwei aufeinanderfolgenden Monaten kaum von Bedeutung und nicht einmal präzise zu zeichnen sein, in einem Tageschart hingegen liegen die Punkte so weit auseinander, dass die resultierende Linie sehr wichtig sein kann.
  • Linien, die einen Trend unterstützen, sind in der Regel wichtiger als Linien, die ihn begrenzen – also Unterstützungslinien bei steigenden Kursen und Widerstandslinien bei fallenden Kursen. Offenkundige Ausnahme sind Trendkanäle, wo beide Kanal-Ränder wichtig sind; spektakulärstes Beispiel war der obere Rand des Jahrhunderttrendkanals Anfang diesen Jahres.
  • Wenn eine Linie durchbrochen wird und sich keine weitere Linie mehr konstruieren lässt, heißt das natürlich nicht, dass die Kurse dann durch die Decke gehen oder ins Bodenlose falle müssen; dann greifen andere Mechanismen. So gab es in obigem NASDAQ-Composite-Chart keine Unterstützungslinie mehr, als der Kurs 2008 den langfristigen Aufwärtstrend nach unten durchbrochen hatte. Stattdessen fand der Kurs dann Halt auf dem Niveau des Tiefs von 2002. Nachdem das einmal geschehen war, ließ sich aber eben eine neue Linie konstruieren durch die Tiefs 1974 und 2002, deren Bedeutsamkeit bis heute aber noch nicht getestet wurde. Auch die Tatsache, dass sich in obigem AAPL-Chart die nächste Unterstützungslinie nach der bei 110$ bei 4$ liegt, heißt nun nicht, dass die Aktie zwingend auf 4$ fallen muss, wenn sie die 110$ durchbricht. Finden sich aber wichtige Linien in der Nähe der Kurse, so üben sie eine gewisse „Anziehungskraft“ auf die Kurse aus.
  • Es gibt keine „richtigen“ und „falschen“ Linien, nur solche, die sich im Laufe der Zeit als bedeutsam erwiesen oder aber eben nicht. Ich hätte in die obigen Charts viele, viele andere Linien einzeichnen können, aber das habe ich nicht getan, weil ich mich ja auf den langfristigen Trend konzentrieren wollte, und da sind die eingezeichneten Linien eben die elementaren.
  • Wie überall im Leben ist Praxis das Entscheidende. Allmählich entwickelt man eine Intuition für die bedeutsamsten Linien. Ich sehe die mittlerweile in einem mir unbekannten Chart quasi auf einen Blick, bevor ich zu zeichnen beginne.

bzw auch sagen woher du deine Daten für die Graphen nimmst?
Die kommen in dem Fall von dem Brokerhaus (TD Ameritrade), das auch die Chartsoftware als Software as a Service bereitstellt. Chart-Software auf dem Mac ist aber ein Trauerspiel für sich. Die Software von TD Ameritrade ist unglaublich buggy und zäh, aber die mir bekannten Alternativen sind entweder nicht für den Mac erhältlich oder noch schlechter oder kosten horrende Monatsgebühren oder alles zusammen. Ansonsten sammle ich die Daten halt seit 40 Jahren aus den verschiedensten Quellen, freien und kommerziellen.

Eine gute Chartsoftware für den Mac gibt es leider nicht. Das wäre ein lohnendes Projekt, aber das kann ich leider nicht alleine stemmen. Ich habe mal Synium darauf angesprochen, aber die wollten nicht, weil das nicht zu ihrer Produktstrategie (preiswerte Programme in hohen Stückzahlen) passte. Gute Chartprogramme kosten eher so um die 500€ bis 2500€, das ist ein ganz anderer Markt als der von Synium. So bleibt für den Mac nur plattformübergreifende Software mit all ihren bekannten Problemen (GUI, Performance, Stabilität – meist auf Java- oder Chromium-Basis realisiert, wobei Letzteres der noch größere Horror ist).
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+8
SuperGrobi16.06.2216:47
CapsuleCorp
Kannst du mir eine Literatur empfehlen wie ich diese Trendlinien einzeichnen erlernen kann bzw auch sagen woher du deine Daten für die Graphen nimmst?

es gibt sicher viele Chartingprogramme, ich z.B. nutze guidants und kann es auch empfehlen.
+1
Timeo Danaos16.06.2217:18
+1 für Guidants
0
Weia
Weia16.06.2218:10
SuperGrobi
es gibt sicher viele Chartingprogramme, ich z.B. nutze guidants
Naja, das ist ja kein Programm, sondern eine Web-App. Davon gibt es sicherlich viele, aber eine, mit der man ernsthaft arbeiten kann, ist mir noch nicht untergekommen.

Nutzt Du die kostenpflichtige Version, in der man eigene Zeiträume für die Charts festlegen kann? Falls ja, würde mich interessieren, wie weit die Daten für den S&P 500 zurückreichen. In der kostenfreien Version sind das nur 4 Jahre, das kann man nur als Nutzerverarsche bezeichnen; so sind Verluste vorprogrammiert.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Timeo Danaos16.06.2218:23
Weia
Nutzt Du die kostenpflichtige Version, in der man eigene Zeiträume für die Charts festlegen kann? Falls ja, würde mich interessieren, wie weit die Daten für den S&P 500 zurückreichen. In der kostenfreien Version sind das nur 4 Jahre, das kann man nur als Nutzerverarsche bezeichnen; so sind Verluste vorprogrammiert.

In der Pro-Version S&P 500 ab 01.01.1990. ProUp und ProMax kann ich nicht sagen.
Und Verluste sind immer vorprogrammiert
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Weia
Weia16.06.2218:26
Der S&P 500 ist heute übrigens exakt an den Aufwärtstrend 2009 – 2018 in der Zielzone gelaufen. Das könnte erstmal für Unterstützung sorgen.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
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Weia
Weia16.06.2219:12
Weia
Der S&P 500 ist heute übrigens exakt an den Aufwärtstrend 2009 – 2018 in der Zielzone gelaufen. Das könnte erstmal für Unterstützung sorgen.
Ich hatte den Aufwärtstrend 2009 – 2018 ursprünglich nur ganz „verschämt“ dünn eingezeichnet; das lag daran, dass er seinerzeit noch so weit von den aktuellen Kursen entfernt und damit nicht sonderlich relevant war und ich nicht mit Unwichtigem ablenken wollte. Ich hätte die Linie seitdem aber längst dicker machen und optisch an die Aufwärtstrends 2009 – 2016 angleichen sollen, denn sie sind in ihrer Bedeutung ebenbürtig. Das gleich gilt für den (augenblicklich außerhalb des Chartbildes befindlichen) Aufwärtstrend 2009 – 2020.

Hier eine aktuelle Intraday-Momentaufnahme:



Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie die Kurse nicht nur exakt zu einer wichtigen Linie laufen, sondern das auch noch exakt zu dem Zeitpunkt tun, wo sich mehrere Linien kreuzen (hier die kurzfristigen Abwärtstrendlinien 1 und 4).

Und hier auch für den S&P 500 noch eine intraday-tagesaktuelle Version des Langfristcharts (Quartalschart):



Neben dem Jahrhunderttrendkanal sind noch die Rote Linie (Parallele zum Jahrhunderttrendkanal durch das Hoch 2007) und die drei Aufwärtstrendlinien 2009 – 2016 | 2018 | 2020 eingezeichnet, von denen die mittlere 2018er Linie heute eben relevant ist.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
Weia
Weia16.06.2219:27
Für diejenigen, die hier im Forum noch nicht so lange dabei sind und sich fragen, warum die Rote Linie so heißt: Seit etwa 2010 war es meine Arbeitshypothese, dass, wenn der S&P 500 es schaffen sollte, diese Linie zu überwinden, er noch einmal wie 2000 zum oberen Rand des Jahrhundertrendkanals laufen und erst dann nach unten drehen würde.

Von 2018 bis 2020 hat sich der S&P 500 an der Roten Linie die Zähne ausgebissen, aber dann ist es genauso gekommen.
„Not every story must end with a battle (Ophelia, in der umwerfend guten feministischen Adaption des Hamlet-Stoffes in dem Film „Ophelia“)“
+1
SuperGrobi16.06.2221:05
Timeo Danaos

In der Pro-Version S&P 500 ab 01.01.1990. ProUp und ProMax kann ich nicht sagen.
Und Verluste sind immer vorprogrammiert

kann ich bestätigen, nutze ebenfalls die "pro" version
+1
Danger17.06.2210:15
Ich guck hin und wieder in TradingView rein:
+1
torgem17.06.2213:00
Ich habe heute gekauft. Nicht AAPL, aber den breiten Markt (MSCI World).
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
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iDaniel17.06.2215:34
torgem
Ich habe heute gekauft. Nicht AAPL, aber den breiten Markt (MSCI World).
Welchen genau?
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torgem17.06.2218:04
iDaniel
torgem
Ich habe heute gekauft. Nicht AAPL, aber den breiten Markt (MSCI World).
Welchen genau?

Ich nutze einfach den von iShares

IE00B4L5Y983
„AAPL: halten - reflect-ion.de“
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