macOS Golden Gate läutet Ende eines praktischen Disk-Image-Tools ein


Unter der von Apple ausgefeilt gestalteten Oberfläche von macOS werkelt bekanntlich ein reinrassiges Unix. Wie alle derartigen Systeme beinhaltet dieses eine Vielzahl von Tools, die Nutzer bei Bedarf mithilfe der Terminal-App starten müssen. Dabei handelt es sich um Programme, welche ausschließlich Text-Ein- und Ausgaben unterstützen, also nicht über eine grafische Benutzerschnittstelle verfügen. Viele dieser Anwendungen und Werkzeuge waren schon in den ersten Ausgaben von Mac OS X zu finden und sind auch heute noch fester Bestandteil der aktuellen macOS-Version. Besitzer eines Desktops oder Laptops aus Cupertino kommen jedoch in aller Regel nur sehr selten mit ihnen in Berührung. Eines dieser Tools trägt den Namen hdiutil. Es dient unter anderem der Erstellung und Bearbeitung von virtuellen Laufwerken und Disk-Images, also Festplattenabbildern, und erweist sich auch bei der Datenrettung als nützlich (siehe
).
Apple erklärt hdiutil in macOS Golden Gate für veraltet und überholtDie Tage von hdiutil sind allerdings gezählt. Das Tool wird zwar nicht schon in Kürze aus macOS verschwinden, Apple erklärt es in der Beta von macOS Golden Gate aber für veraltet und überholt. Diesen Hinweis entdeckte der Entwickler Jeff Johnson in der Manpage des Befehlszeilen-Werkzeugs. Am Ende dieser Bedienungsanleitung findet sich unter dem Stichwort „What’s New“ der entscheidende Satz: „In macOS 27.0, hdiutil is deprecated.“ Im Einzelnen bedeutet das: Apple pflegt das Tool in Zukunft nur noch eingeschränkt (wenn überhaupt), und in einer der künftigen Versionen des Mac-Betriebssystems wird es nicht mehr enthalten sein. Einen genauen Zeitpunkt für die endgültige Einstellung von hdiutil nennt das kalifornische Unternehmen nicht. Das Programm lässt sich also bis auf Weiteres noch uneingeschränkt nutzen.
Das Tool hdiutl verschwindet in nicht allzu ferner Zukunft aus macOS Tool wird von anderen Utilities genutzt und in Skripten verwendetDer nunmehr eingeläutete Abschied von hdiutil hat allerdings unter Umständen auch Folgen für Mac-Nutzer, die das Tool nie bewusst benutzen. Es wird nämlich – wie bei Unix-Systemen üblich – von einer Reihe anderer Utilities aufgerufen, die in irgendeiner Form mit Disk-Images zu tun haben. Zudem wird hdiutil häufig in Skripten und Automatisierungen eingesetzt. All diese Anwendungen arbeiten natürlich auch nach Apples Ankündigung wie gewohnt. Auf lange Sicht müssen sie allerdings angepasst werden. Das kalifornische Unternehmen fordert Nutzer und Entwickler in der Manpage dazu auf, statt hdiutil das wesentlich neuere Tool diskutil zu verwenden.
Diskutil beinhaltet nicht alle Funktionen von hdiutilDer Haken dabei: diskutil deckt zwar einen Großteil der Funktionen von hdiutil ab, allerdings nicht alle. Zudem unterscheiden sich die beiden Tools im Hinblick auf Syntax und Arbeitsweise. Jeff Johnson listet die Unterschiede in einem
Beitrag auf seinem eigenen Blog detailliert auf. Bei seinen Tests stellte er unter anderem fest, dass die Erstellung eines Backups des Benutzerordners mit diskutil fehlschlug, wenn eine Datei nicht dem aktuell angemeldeten User gehörte, sondern Root. Das Tool forderte in diesem Fall, anders als hdiutil, nicht zur Authentifizierung auf, sondern brach die Aktion mit einer allgemeinen und somit unspezifischen Fehlermeldung ab. Positiv vermerkte Johnson, dass diskutil wesentlich schneller arbeitete als hdiutil.