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Obskure Netzaktivität der Mail-App: Kontakt zu iCloud-Servern bei jeder E-Mail

Die meisten Mac-Benutzer verwenden das vorinstallierte Programm „Mail“ zum Austausch elektronischer Nachrichten. Es kommt mit vielen Mail-Provider ebenso wie generischen POP- und IMAP-Accounts zurecht, integriert Transport- und unterstützt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und verwaltet auch große Mail-Mengen. Wer will, kann Accounts und Einstellungen via iCloud synchronisieren. Doch auch bei ausgeschalteten Sync-Funktionen nimmt Mail Kontakt zu iCloud auf, stellte Jeff Johnson fest.


Dieses Phänomen konnte er bei jeder versendeten Nachricht sehen, selbst wenn weder Sende- noch Empfangsadresse auf iCloud-Servern registriert sind. Tatsächlich konnte er mittels der Reverse Firewall Little Snitch die Kontaktaufnahme selbst dann beobachten, wenn sämtliche iCloud-Synchronisierungsdienste deaktiviert waren.

Ursache „Frühere Kontakte“
Welchen Inhalt die Kommunikation mit iCloud-Servern hatte, konnte nicht ausgelesen werden – der Datenaustausch war sicher verschlüsselt. Eine eingehende Analyse der Veränderungen auf dem lokalen Rechner offenbarte die wahrscheinliche Ursache: Apples Betriebssysteme verwenden eine Datenbank von früheren Kontakten (recents) und Orten (locations) für integrierte Apps wie FaceTime, Kalender und Mail. Laut einem Support-Eintrag werden vorherige Empfänger dann zwischen einzelnen Geräten synchronisiert, solange in den iCloud-Einstellungen der Eintrag „Kontakte“ aktiviert ist. Bei Johnson war dies aber nicht der Fall – und trotzdem wird beim Versand jeder E-Mail ein Abgleich mit iCloud-Servern initiiert.

Verwirrende Einstellungen
Die Aufteilung in den Apple-Account-Einstellungen kann zusätzlich verwirren, wie Michael Tsai anmerkt: Unter Einstellungen/Apple-Account/iCloud erscheinen sechs Kacheln, eine davon heißt „Mail“. Klickt man auf „Alle anzeigen“, erscheinen zwei Einträge: „iCloud-Mail“ sowie viel weiter unten „Mail“ und separat „Kontakte“. Alle drei haben einen Einfluss darauf, was in der Mail-App mit iPhones, iPads sowie anderen Macs synchronisiert wird. Die „recents“ werden offenbar unabhängig davon abgeglichen – oder es findet zumindest ein kurzer Datenabgleich mit iCloud-Servern statt. Das ist inakzeptabel, findet Jeff Johnson: „Ich habe Einwände dagegen, dass Apple darüber informiert wird, dass ich gerade eine E-Mail verschickt habe. Das allein erscheint mir als Verletzung meiner Privatsphäre.“

In den iCloud-Einstellungen gibt es zwei Einträge für Mail: „iCloud-Mail“ bezieht sich auf die iCloud-E-Mail-Adresse, „Mail“ sorgt dafür, dass weitere Accounts sowie Einstellungen, Regeln und Signaturen synchronisiert werden.

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