Diskussion: Wird Golden Gate das neue Snow Leopard – und wäre das gut?


Als Mac OS X 10.6 Snow Leopard im Jahr 2009 angekündigt wurde, lag die Betonung auf Stabilität: „0 new features“ kündigte Bertrand Serlet auf der WWDC 2009 an. Mit macOS 27 Golden Gate scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Apple verzichtete auf der WWDC 2026 darauf, eine umfangreiche Feature-Liste für das Mac-Betriebssystem zu veröffentlichen, und versprach Geschwindigkeitsgewinn auf allen Gerätemodellen. Der Blogger Ruben Schade
widerspricht dem Mythos vom stabilen Snow Leopard. Dies wiederum löst eine lange Reihe von Reaktionen von Entwicklern aus, welche an der Entstehung beteiligt waren.
Ruben Schade hatte damals wenig Erfolg mit macOS 10.6 – als er es auf seinem MacBook Pro von mit Core-Duo-Prozessor installierte, sah er sich erstmals gezwungen, einen Downgrade durchzuführen. Auch ein zweiter Versuch nach einigen Monaten scheiterte, sodass er schließlich Snow Leopard übersprang und von Leopard auf 10.7 Lion wechselte. Aus seiner Sicht beschränkte sich das Stabilitätsversprechen auf reines Marketing.
Widerspruch von InsidernAls Reaktion auf die Kritik äußern sich mehrere Entwickler öffentlich, welche zu der Zeit an der Entwicklung von Snow Leopard beteiligt waren. Ihr Tenor: Stabilität war kein Hype, sondern wirklich das Gebot der Stunde. Michael Tsai hat einige Stimmen
zusammengetragen, die betonen, dass für diese Systemversion tatsächlich andere Regeln galten: Bei der Planung stand Stabilität im Vordergrund. Die erste Version war sicherlich nicht fehlerfrei; das finale Mac OS X 10.6.8 war jedoch äußerst stabil.
Sehr unterschiedliche BedingungenGleichzeitig betonen die Entwickler, dass Apple-Systeme zu dieser Zeit unter gänzlich anderen Bedingungen arbeiteten. Neue Versionen wurden verkauft, und zwar als DVD. Bis das System im Regal stand, war es bereits einen Monat alt. Zudem war das damalige Testprogramm (Apple Seed) winzig im Vergleich zu heutigen Entwickler- und öffentlichen Betas.
Durchaus neue FeaturesGenau genommen war Snow Leopard auch nicht wirklich frei von neuen Funktionen; die meisten blieben allerdings weitgehend unsichtbar. So enthielt 10.6 erstmals Grand Central Dispatch, die systeminterne Thread-Verwaltung. Gleichzeitig verzichtete Snow Leopard auf PowerPC-Support – dies ersparte den Entwicklern viele Tests auf alter Hardware.
Faktor ZeitVor allen Dingen aber war der Zeitrahmen zur damaligen Zeit ein ganz anderer: Snow Leopard hatte eine Entwicklungsdauer von 22 Monaten, also fast zwei Jahre. Das folgende Lion reifte über 23 Monate. Anschließend wechselte Apple auf einen jährlichen Zyklus, welcher bis heute aktiv ist.