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Diskussion: Wird Golden Gate das neue Snow Leopard – und wäre das gut?

Als Mac OS X 10.6 Snow Leopard im Jahr 2009 angekündigt wurde, lag die Betonung auf Stabilität: „0 new features“ kündigte Bertrand Serlet auf der WWDC 2009 an. Mit macOS 27 Golden Gate scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Apple verzichtete auf der WWDC 2026 darauf, eine umfangreiche Feature-Liste für das Mac-Betriebssystem zu veröffentlichen, und versprach Geschwindigkeitsgewinn auf allen Gerätemodellen. Der Blogger Ruben Schade widerspricht dem Mythos vom stabilen Snow Leopard. Dies wiederum löst eine lange Reihe von Reaktionen von Entwicklern aus, welche an der Entstehung beteiligt waren.


Ruben Schade hatte damals wenig Erfolg mit macOS 10.6 – als er es auf seinem MacBook Pro von mit Core-Duo-Prozessor installierte, sah er sich erstmals gezwungen, einen Downgrade durchzuführen. Auch ein zweiter Versuch nach einigen Monaten scheiterte, sodass er schließlich Snow Leopard übersprang und von Leopard auf 10.7 Lion wechselte. Aus seiner Sicht beschränkte sich das Stabilitätsversprechen auf reines Marketing.

Widerspruch von Insidern
Als Reaktion auf die Kritik äußern sich mehrere Entwickler öffentlich, welche zu der Zeit an der Entwicklung von Snow Leopard beteiligt waren. Ihr Tenor: Stabilität war kein Hype, sondern wirklich das Gebot der Stunde. Michael Tsai hat einige Stimmen zusammengetragen, die betonen, dass für diese Systemversion tatsächlich andere Regeln galten: Bei der Planung stand Stabilität im Vordergrund. Die erste Version war sicherlich nicht fehlerfrei; das finale Mac OS X 10.6.8 war jedoch äußerst stabil.

Sehr unterschiedliche Bedingungen
Gleichzeitig betonen die Entwickler, dass Apple-Systeme zu dieser Zeit unter gänzlich anderen Bedingungen arbeiteten. Neue Versionen wurden verkauft, und zwar als DVD. Bis das System im Regal stand, war es bereits einen Monat alt. Zudem war das damalige Testprogramm (Apple Seed) winzig im Vergleich zu heutigen Entwickler- und öffentlichen Betas.

Durchaus neue Features
Genau genommen war Snow Leopard auch nicht wirklich frei von neuen Funktionen; die meisten blieben allerdings weitgehend unsichtbar. So enthielt 10.6 erstmals Grand Central Dispatch, die systeminterne Thread-Verwaltung. Gleichzeitig verzichtete Snow Leopard auf PowerPC-Support – dies ersparte den Entwicklern viele Tests auf alter Hardware.

Faktor Zeit
Vor allen Dingen aber war der Zeitrahmen zur damaligen Zeit ein ganz anderer: Snow Leopard hatte eine Entwicklungsdauer von 22 Monaten, also fast zwei Jahre. Das folgende Lion reifte über 23 Monate. Anschließend wechselte Apple auf einen jährlichen Zyklus, welcher bis heute aktiv ist.

Kommentare

pentaxian
pentaxian19.08.26 18:54
Ich glaube, das ist der größte Knackpunkt für die Unzulänglichkeiten neuer OS für Mac als auch iPhone/iPad, der jährliche Zyklus. Vieles würde geschmeidiger laufen wenn Apple wieder auf einen 2-Jahres-Zyklus wechseln würde. Dann hätten sie genügend Zeit das neue OS ausgiebig zu testen und keiner der Anwender wäre böse, wenn's nur alle 2 Jahre ein neues OS gäbe.
mine is the last voice that you will ever hear (FGTH)
+49
machilly
machilly19.08.26 19:10
ja, das war eine wilde Zeit habe immer noch einige Original DVDs in der Schuplade
Papa was a Rolling Stone? Ja - aber er küsste eine Crazy Mama. © Philipp Methling/Qobuz :-P
+9
thomas b.
thomas b.19.08.26 19:29
machilly
ja, das war eine wilde Zeit habe immer noch einige Original DVDs in der Schuplade

Ich habe glaube ich noch Mac OS X 10.0 im Schrank liegen. Seinerzeit für das erste MacBook G3 geholt. Konnte ich aber ehrlich gesagt so gar nichts mit anfangen, erst ab 10.3 wurde es langsam interessant.

Vielleicht kann man macOS 27 Golden Gate so interpretieren, dass die Reise über eine Brücke geht, Intel wird zurück gelassen aber dafür geht es ins KI-Zeitalter.
+3
gfhfkgfhfk19.08.26 19:41
thomas b.
Konnte ich aber ehrlich gesagt so gar nichts mit anfangen, erst ab 10.3 wurde es langsam interessant.
Ab 10.2 lief es hinreichend stabil, davor waren die Versionen zu instabil. Was mich dazu enorm geärgert hatte, war die Tatsache, dass die PowerPCs mit 604/604e außen vor blieben, weil darauf das System entwickelt worden war. Apple hat dann intern festgelegt, dass erst ab dem G3 es laufen sollte.
+3
Oceanbeat
Oceanbeat19.08.26 20:09
10.6.8 läuft hier auf einem alten iMac einfach sehr stabil. Ist natürlich nicht mehr im Web unterwegs sondern dient nur noch als Antrieb für einen Schneidplotter. Illustrator CS2 funktioniert auch noch einwandfrei - ich bin durchaus zufrieden mit der Leistung…
Wenn das Universum expandiert, werden wir dann alle dicker...?
+13
Metty
Metty19.08.26 20:20
Meiner Erfahrung nach war Snow Leopard das stabilste und benutzerfreundlichste System, an das ich mich erinnern kann. Wenn Golden Gate ebenso wird, freue ich mich wie ein Keks.
+23
ERNIE19.08.26 22:00
Auch 10.6 Server war ganz ordentlich.
+6
Stefab
Stefab20.08.26 00:18
Naja, damals habe ich noch Betas installiert, da es jedes Mal wieder so viel tolles neues gab.
Heutzutage bin ich froh, wenn ich nicht so bald upgraden muss.
+8
TorstenW20.08.26 02:32
pentaxian
Dann hätten sie genügend Zeit das neue OS ausgiebig zu testen und keiner der Anwender wäre böse, wenn's nur alle 2 Jahre ein neues OS gäbe.
Als Anwender hat man das ja selbst in der Hand.
Ich hab selten eine Systemversion vor der .4 installiert, also gerne ein halbes Jahr oder so nach Release. Ich hatte auch nie irgendwelche größeren Probleme.
Wer mit seinen Geräten arbeitet und darauf angewiesen ist, dass diese funktionieren, muss ja nicht zwangsweise immer sofort auf die neueste Version upgraden. Man kann auch problemlos zwei Jahre verstreichen lassen und auf eine stabile Version warten.
Nur viele Anwender wollen eben ständig neue Features, vielen fällt es schwer, nicht den Update-Button zu klicken, wenn eine neue Version herauskommt. Man kann ja sonst nicht mitreden etc.
Wenn Apple jetzt wieder auf einen 2-Jahres-Zyklus umstellt, gäbe es hier zig Kommentare darüber, wie Android coole neue Features hat, welche tollen KI-Integrationen bei Windows standardmäßig im System sind etc..
Apple ist da auch ein wenig gezwungen, permanent zu liefern, aber niemand hält euch davon ab Golden Gate zu skippen oder noch ein Jahr zu warten bis Golden Gate .5 oder .6 raus sind und das System super stabil läuft. Aber das macht eben nur eine Minderheit. Die allermeisten Leute hier, werden direkt den Button drücken und sich dann hinterher darüber auslassen wie viel besser die etwas weniger runden Ecken sind, dass die den Transparency-Slider so gestellt haben, dass sie Liquid Glass abgestellt haben und die Amerikaner werden sich über Siri-AI auslassen, während hier darauf spekuliert wird, wann das endlich auch nach Deutschland kommt, aber man hat ja wenigstens schonmal das System dafür.
+9
oxid
oxid20.08.26 08:40
TorstenW

Der Mist ist ja dass man, auch wenn man kein Update will, genötigt wird. Einmal nicht aufgepasst und schwups: zwangsgeupdated. So bei meinem MacBook passiert. Einem produktivsystem.

Im allgemeinen. Mac OS ist mittlerweile weit davon entfernt zu einem neuen snowleopard zu werden. Unübersichtlich und voller logiklücken. Ui verhunzt, nützliche Features die z.b. a better Finder besser kann ignoriert. Automation ein Graus. (Shortcuts die man sich baut funktionieren plötzlich nicht mehr) stattdessen werden pseudo Features eingebaut und neue Emojis als Neuerung verkündet. Was für eine vollkommen idiotische Grütze.

Zu Windows würde ich dennoch niemals gehen.
+7
Macmissionar20.08.26 08:51
gfhfkgfhfk
thomas b.
Konnte ich aber ehrlich gesagt so gar nichts mit anfangen, erst ab 10.3 wurde es langsam interessant.

Ab 10.2 lief es hinreichend stabil, davor waren die Versionen zu instabil.

Also aus DTP-Sicht kann ich Dir sagen, auch 10.3 war noch gefährlich, vor allem in Verbindung mit bestimmten Schriften und (zugegeben ebenfalls nicht gerade gut programmierter Software) wie QuarkXPress, was damals noch stark verbreitet war. Da verhaute es Dir je nach Einstellung mal eben alle Schriften und die Glyphenzuordnung ging verloren. Gefährlich bei gelieferten Anzeigen.
Aber ja, für den Alltag wurde es ab 10.2 allmählich überschau- und benutzbar und man wußte, wo die Reise hingeht und daß das Mac OS [9], so wie man es in und auswendig kannte, keine Zukunft mehr hatte.
Ich kann mich noch an den schönen Tag erinnern, als die 10.4-Tiger-DVD per TNT-Express versendet am Erscheinungstag bei mir ankam und ich die Holographie auf dem Cover bestaunte.
Aber heute kommt einem ja auch ein 10.6[.8] wie aus der Steinzeit vor, aber ich mochte immer Exposé und die Widgets-Overlay mit F12. Heute ist vieles in Vergessenheit geraten.
A Mac is like a Wigwam: No Windows, no Gates, no Backdoors, Peace, Harmony – and an Apache inside.
+3
Electric Dave20.08.26 09:36
machilly
ja, das war eine wilde Zeit habe immer noch einige Original DVDs in der Schuplade

Danke für das Bild - das weckt Erinnerungen. Das war für mich immer noch die schönste Apple-Zeit. Das war damals einfach ein Lebensgefühl, jetzt ist es Mainstream. Guter Mainstream, den ich gern benutze und mit dem meine Brötchen verdiene, aber das Kribbeln ist weg.
+5
TheGeneralist
TheGeneralist20.08.26 09:41
TorstenW
[...] Als Anwender hat man das ja selbst in der Hand.[....]
Es spricht sicher einiges dafür, spätere Revisionen zu installieren, wenn man auf Stabilität setzt.
Was ganz klar dagegen spricht, ist der Verzicht auf wichtige aktuelle Sicherheitsupdates.

Aus meiner Sicht ist eine Verbesserung der Stabilität insgesamt als Priorität sehr wünschenswert. Die letzten Major Releases haben dazu leider nicht mehr wirklich abgeliefert - auch 26 nicht.
+4
rosss20.08.26 11:09
Ich kann mich noch einigermaßen gut an die Diskussionen um Bugs in 10.5 und 10.7 erinnern, so unterschiedlich ist die individuelle Wahrnehmung.

Meine Historie ist 10.2, 10.3, 10.4, 10.6, 10.9, 10.13, dann Wechsel auf M1-Mac.
+2
Smallersen20.08.26 11:12
Erstaunlicherweise war bei mir Mojave auf einem Hackintosh das bei weitem stabilste System ever - für 3 Jahre. Einen Haufen Festplatten und SSD eingebaut im PC, alles denkbare an Erweiterungen, 3 Monitore - und nicht einen Systemabsturz oder irgendwelche Merkwürdigkeiten. Systemwartung = Null, für 3 Jahre.
Seit Wechsel auf Mac Studio eigentlich konstant kleine und große, teils krasse Fehler, das Gefühl, auf sehr instabilen Systemen zu arbeiten bei Wegfall von vielen sinnvollen Features.
+5
macwiz20.08.26 12:03
Mit dem Alter wird man ruhiger, oder liegts allgemein am Gewöhnungseffekt?

Als Anwender der bei System 6.0.7 eingestiegen ist und via NEXTStep und OS X zu macOS gekommen ist, installiere ich generell auf allen Devices erst ein neues Major Release, wenn das nächste eingeführt ist.

Heisst ich bin aktuell noch bei iOS/iPadOS 18 und macOS 15. Die 26er kommen also etwa im September auf unsere Geräte.
Und dann geht es wieder für ne halbe Stunde in die Systemeinstellungen

Zum Thema AppleIntelligence/SiriAI: solange Siri/AI immer noch so grenzdebil im Auto nichts wirklich benötigtes beherrscht bzw. machen "darf", kann Apple gern noch ne Weile weiter dran rumbasteln. Am Desktop hab ich bisher keine Intelligenz (außer meiner eigenen) vermisst.
-2
Weia
Weia20.08.26 12:28
TorstenW
pentaxian
Dann hätten sie genügend Zeit das neue OS ausgiebig zu testen und keiner der Anwender wäre böse, wenn's nur alle 2 Jahre ein neues OS gäbe.
Als Anwender hat man das ja selbst in der Hand.
Ich hab selten eine Systemversion vor der .4 installiert, also gerne ein halbes Jahr oder so nach Release. Ich hatte auch nie irgendwelche größeren Probleme.
Wer mit seinen Geräten arbeitet und darauf angewiesen ist, dass diese funktionieren, muss ja nicht zwangsweise immer sofort auf die neueste Version upgraden. Man kann auch problemlos zwei Jahre verstreichen lassen und auf eine stabile Version warten.
Das ändert doch aber nichts an dem Problem, dass die Entwickler bei Apple aufgrund des Jahresrhythmus permanent unter einem Zeitdruck arbeiten, der hinreichend gründliche Tests nicht erlaubt.

Auch wenn Du persönlich 5 Jahre bis zu einem macOS-Update warten würdest, bekämest Du immer noch eines, dass innerhalb eines Jahres mit heißer Nadel gestrickt wurde.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
+7
sudoRinger
sudoRinger20.08.26 13:00
Es stellt sich auch die Frage, ob das Betriebssystem wirklich so neu ist, wie der neue Name und die Versionsnummer suggeriert.
Von Catalina bis Ventura wurde am Unterbau von macOS sehr viel verändert. Von Sonoma bis Tahoe stand die neue Struktur und es wurde vergleichsweise wenig geändert. Der Wechsel von Tahoe zu Golden Gate ist mehr GUI-Feinschliff und Siri-Integration.
Hat die macOS-Versionsnummer also überhaupt noch so eine große Bedeutung?
0
Phil Philipp
Phil Philipp20.08.26 14:11
Wenn Golden Gate ein aufgeräumtes und beschleunigtes Tahoe werden sollte, würde ich mir über alles wünschen, dass auch die Intel-Macs noch ein letztes Mal auf diesem Zug mitgenommen werden würden.

Aber das hier, macht mir dann doch wenig Hoffnung:
MTN
...Gleichzeitig verzichtete Snow Leopard auf PowerPC-Support – dies ersparte den Entwicklern viele Tests auf alter Hardware...

Mein privat genutztes 16" MacBook Pro aus 2019 ist ja an sich wirklich noch top, jedoch läuft seit Tahoe ständig der Lüfter und der Akku geht auch schnell leer.
+1
Weia
Weia20.08.26 14:27
Phil Philipp
Wenn Golden Gate ein aufgeräumtes und beschleunigtes Tahoe werden sollte, würde ich mir über alles wünschen, dass auch die Intel-Macs noch ein letztes Mal auf diesem Zug mitgenommen werden würden.

Aber das hier, macht mir dann doch wenig Hoffnung:
Das ist doch keine Frage der Hoffnung. Dass Tahoe das letzte macOS mit Intel-Unterstützung ist, ist klar und deutlich mitgeteilt worden und in den Betas findet sich dementsprechend auch keinerlei Intel-Code mehr.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
+2
gfhfkgfhfk20.08.26 14:50
Macmissionar
Also aus DTP-Sicht kann ich Dir sagen, auch 10.3 war noch gefährlich, vor allem in Verbindung mit bestimmten Schriften und (zugegeben ebenfalls nicht gerade gut programmierter Software) wie QuarkXPress, was damals noch stark verbreitet war. Da verhaute es Dir je nach Einstellung mal eben alle Schriften und die Glyphenzuordnung ging verloren. Gefährlich bei gelieferten Anzeigen.
Ich habe gerade die Historie von QuarkXPress nachgeschaut, zu Zeiten von 10.2 gab es noch gar kein MacOS X Version davon. Das klassische MacOS war immer ziemlich zickig, was Fonts betraf. Persönlich hatte ich damit nie Probleme, weil für die Textverarbeitung brauchte ich nie viele Fonts. Wichtiges habe ich schon immer mit TeX gemacht, und da gibt es seit einer halben Ewigkeit PDFs mit eingebetteten Schriften und zu Zeiten von 10.2 hieß das schon pdfTeX.
0
Phil Philipp
Phil Philipp20.08.26 16:39
Weia
...Dass Tahoe das letzte macOS mit Intel-Unterstützung ist, ist klar und deutlich mitgeteilt worden und in den Betas findet sich dementsprechend auch keinerlei Intel-Code mehr.

Ja, gelesen habe ich es wohl, aber bisher immer erfolgreich verdrängt.
+1
TorstenW20.08.26 17:39
Weia
Das ändert doch aber nichts an dem Problem, dass die Entwickler bei Apple aufgrund des Jahresrhythmus permanent unter einem Zeitdruck arbeiten, der hinreichend gründliche Tests nicht erlaubt.

Auch wenn Du persönlich 5 Jahre bis zu einem macOS-Update warten würdest, bekämest Du immer noch eines, dass innerhalb eines Jahres mit heißer Nadel gestrickt wurde.
Prinzipiell stimmt das, aber es gibt Versionen die generell als stabiler gelten als andere. D.h. man kann da schon ein wenig gucken, dass man auf eine Version upgraded, die generell eher als stabil empfunden wird. Letztlich ist das aber natürlich eh immer ein Einzelfall. Es gab auch Leute, die mit Snow Leopard große Probleme hatten, auch wenn der Großteil der Anwender das als stabil empfunden hat und andersrum natürlich auch. Ein bisschen "Glücksspiel" ist dabei und natürlich auch immer eine Frage was man mit seinem System macht, ob man da permanent in Probleme rennt oder nicht.
Gibt ja viele Fehler, die von den meisten Usern gar nicht bemerkt werden, weil sie nie damit in Berührung kommen.

Ansonsten würde ich schätzen, dass heute deutlich mehr getestet wird als früher. Alleine die ganzen offenen Betas etc. Das gab es ja früher gar nicht. Die Systeme waren früher einfach deutlich weniger komplex. Würde es helfen wieder auf einen 2-jährigen Zyklus umzusteigen? Natürlich. Aber dann müsste man eben auch länger auf neue Features warten. Und wenn man mal das vergangene Jahr revue passieren lässt, wieviele Kommentare es gab, dass Apple den Anschluss beim Thema KI verliert... stell dir vor, wenn es dieses Jahr gar keine macOS Version gäbe.. Siri-Ki vllt 2027? Oder noch gar nicht richtig in der öffentlichen Diskussion? Das wäre sehr unvorteilhaft für Apple. Der jährliche Zyklus gibt eben auch Gelegenheit auf aktuelle Entwicklungen schneller zu reagieren. Die Welt ist einfach ein bisschen schneller als vor 20 Jahren.
0
fleissbildchen20.08.26 21:06
MTN
Gleichzeitig verzichtete Snow Leopard auf PowerPC-Support – dies ersparte den Entwicklern viele Tests auf alter Hardware.

Und es ist das letzte System, das noch PowerPC-Code unterstützt (mit Rosetta). Daher läuft es heute noch bei mir auf einem Mac mini von 2009
0
Marcel Bresink21.08.26 08:55
TorstenW
Ansonsten würde ich schätzen, dass heute deutlich mehr getestet wird als früher.

Ja, aber das macht die Systeme nicht besser, sondern schlechter. Durch mehr Tests sieht Apple, mit welcher Häufigkeit ein bestimmter Fehler bemerkt wird. Und sie korrigieren nicht mehr jeden Fehler, der gefunden wird, sondern nur noch die Fehler, die oft bemerkt werden.
TorstenW
Aber dann müsste man eben auch länger auf neue Features warten.

Es gibt kaum Leute, die neue Features wollen. Die meisten wollen nur,
  • dass nicht ständig Features gestrichen werden,
  • dass angekündigte Features irgendwann einmal veröffentlicht werden,
  • dass bestehende Features auch funktionieren.
TorstenW
Siri-Ki vllt 2027?

Man braucht nur das Kleingedruckte in der Ankündigung von macOS 27 zu lesen, um zu sehen, dass es Apple es tatsächlich nicht mehr schafft, eine endgültige Version von Siri-KI bereits beim Erscheinen von Golden Gate auszuliefern. Eine rein englische Version von Siri-KI wird "Ende des Jahres" nachgeliefert. Mit weiteren Sprachen ist tatsächlich erst 2027 oder später zu rechnen.
+5
rosss21.08.26 10:28
Phil Philipp
Mein privat genutztes 16" MacBook Pro aus 2019 ist ja an sich wirklich noch top, jedoch läuft seit Tahoe ständig der Lüfter und der Akku geht auch schnell leer.

Warum machst du kein Downgrade von Tahoe, zB auf macOS 15?
+2
TorstenW21.08.26 11:48
Marcel Bresink
Ja, aber das macht die Systeme nicht besser, sondern schlechter. Durch mehr Tests sieht Apple, mit welcher Häufigkeit ein bestimmter Fehler bemerkt wird. Und sie korrigieren nicht mehr jeden Fehler, der gefunden wird, sondern nur noch die Fehler, die oft bemerkt werden.
Ich mag blöd sein, aber ich verstehe nicht, inwiefern das die Systeme schlechter macht?
Aus meiner Sicht ergibt es total Sinn die Fehler zuerst zu beheben, mit denen eine Menge Leute in Kontakt kommen, als die Fehler, die vielleicht nur 5 Leute jemals zu sehen bekommen, weil sie irgendwas spezielles machen?
Man wird nie ein fehlerfreies System haben, also verbessert man das bestehende indem man priorisiert. Zum einen danach wie kritisch ein Fehler ist, aber dann natürlich auch vor allem wie relevant der Fehler im Alltagsgeschehen ist.
Von Apple zu verlangen, dass sie ALLE Fehler beheben ist einfach eine utopische Forderung. Das wird nie passieren, auch wenn sie zehn Jahre an einem System arbeiten, bevor sie es veröffentlichen.
Marcel Bresink
Es gibt kaum Leute, die neue Features wollen. Die meisten wollen nur,
Das halte ich für ziemlich realitätsfremd. Apple verkauft ja neue Hardware in super vielen Fällen darüber, dass neue Features nur für diese verfügbar sind oder auf älteren Geräten nur eingeschränkt funktionieren etc. Es gibt Massen an Leuten, die neue Features möchten. Sowohl Software, als auch Hardware. Und auch neue Hardwarefeatures bedingen oft Veränderungen im System.
Ich halte das für den Kern von Apples Geschäft, durch neue Features eine Nachfrage zu generieren. Wenn Apple fünf oder sieben Jahre keine neuen Features implementieren würde, hätte kaum jemand einen Grund neue Apple Geräte zu kaufen, weil es keinerlei Fortschritt gibt. Und wer neue Features möchte, wandert dann halt zur Konkurrenz.. in Massen.
0
Phil Philipp
Phil Philipp21.08.26 12:49
rosss
Phil Philipp
Mein privat genutztes 16" MacBook Pro aus 2019 ist ja an sich wirklich noch top, jedoch läuft seit Tahoe ständig der Lüfter und der Akku geht auch schnell leer.

Warum machst du kein Downgrade von Tahoe, zB auf macOS 15?
Ich hab das private MacBook bisher immer auch als Test-Gerät für neue MacOS und Software genutzt, bevor ich die Rechner im Büro update. Aber das ist dann wohl hinfällig.
0
Weia
Weia23.08.26 08:49
TorstenW
Marcel Bresink
Ja, aber das macht die Systeme nicht besser, sondern schlechter. Durch mehr Tests sieht Apple, mit welcher Häufigkeit ein bestimmter Fehler bemerkt wird. Und sie korrigieren nicht mehr jeden Fehler, der gefunden wird, sondern nur noch die Fehler, die oft bemerkt werden.
Ich mag blöd sein, aber ich verstehe nicht, inwiefern das die Systeme schlechter macht?
Aus meiner Sicht ergibt es total Sinn die Fehler zuerst zu beheben, mit denen eine Menge Leute in Kontakt kommen, als die Fehler, die vielleicht nur 5 Leute jemals zu sehen bekommen, weil sie irgendwas spezielles machen?
Man wird nie ein fehlerfreies System haben, also verbessert man das bestehende indem man priorisiert.
[…]
Von Apple zu verlangen, dass sie ALLE Fehler beheben ist einfach eine utopische Forderung.
Es fordert doch auch niemand, dass sie alle Fehler beheben. Es gibt aber einen großen Bereich zwischen Fehlern, mit denen eine Menge Leute in Kontakt kommen und Fehlern, die nur fünf Leute jemals zu sehen bekommen. Zum Beispiel Fehler, die nur 1.000.000 Leute oder gar nur 100.000 Leute zu Gesicht bekommen.

Da Apple früher, bei einem sehr viel kleineren Kreis von Beta-Testern, viel weniger genau eingrenzen konnte, wie viele Nutzer ein bestimmter Fehler beeinträchtigen würde, mussten sie „auf Verdacht“ viel mehr Fehler beheben, als sie das jetzt noch müssen. Und deshalb werden die Systeme schlechter, das war das Argument.
Marcel Bresink
Es gibt kaum Leute, die neue Features wollen. Die meisten wollen nur,
Das halte ich für ziemlich realitätsfremd.
Der Realitätsfremde bist hier Du. Aus meiner Kenntnis der vielen Mac-Nutzer in meinem Umfeld bin ich mir sehr sicher, dass die allermeisten ein macOS, bei dem die bereits existenten Features endlich reibungsloser funktionieren, neuen Features klar vorziehen würden. Du scheinst einen Typus von Mac-Nutzer zu kennen oder im Kopf zu haben, der eher ein großes Kind ist und nach Abwechslung giert. Wer seinen Mac aber schlicht als Werkzeug benutzt, der ist nicht darauf aus, seine Arbeitsweise der Abwechslung halber immer wieder umzustellen, sondern vielmehr darauf, dass die eingespielte Arbeitsweise erhalten bleibt, aber reibungsloser abläuft. Oder anders gesagt: Das „Feature“, nach dem alle gieren, ist möglichst große Fehlerfreiheit. Apple würde sich gewiss keine Gedanken um Umsatzzahlen machen müssen, wenn es dieses Feature liefern würde.
„Meinung“ ist das Foren-Unwort des Jahrzehnts.
-2
TorstenW23.08.26 14:54
Weia
Da Apple früher, bei einem sehr viel kleineren Kreis von Beta-Testern, viel weniger genau eingrenzen konnte, wie viele Nutzer ein bestimmter Fehler beeinträchtigen würde, mussten sie „auf Verdacht“ viel mehr Fehler beheben, als sie das jetzt noch müssen. Und deshalb werden die Systeme schlechter, das war das Argument.
Das ist mMn ein sehr schwaches Argument: Erstmal müssen diese Fehler entdeckt werden. Mit einer tausendfach größeren Tester-Gruppe heutzutage im Vergleich zu früher, werden einfach auch viel mehr Fehler gefunden. Mit einer viel größeren medialen Berichterstattung und sozialen Medien sind auch viele dieser Fehler viel viel prominenter. Dinge die heute durch die News-Seiten gepusht werden, wie die abgerundeten Ecken, hätten früher einfach niemanden interessiert.
Ansonsten mag ich die implizierte "Apple behebt Fehler absichtlich nicht"-Mentalität nicht. Es ist ein Problem der Priorisierung. bei wahrscheinlich Millionen an Fehlerberichten, die Apple bei jedem System erhält, müssen sie schauen, welche Fehler sie direkt angehen und welche Zeit haben. jetzt ist ein Zeitpunkt wo sich vieles angehäuft hat und Apple kommuniziert, dass sie nun das Fixen und Stabilisierung mehr Priorität über neue Funktionen geben. Ergibt aus meiner Sicht total Sinn das flexibel zu halten. Auch Apples Ressourcen sind endlich und zudem machen mehr Programmierer das Ergebnis nicht zwangsläufig besser.
Weia
Du scheinst einen Typus von Mac-Nutzer zu kennen oder im Kopf zu haben, der eher ein großes Kind ist und nach Abwechslung giert. Wer seinen Mac aber schlicht als Werkzeug benutzt,
Wenn man sich Umfragen anschaut, dann sind die Gruppen, die ihren Mac für ihre Arbeit einsetzt und die Gruppe, für die es Lifestyle-Geräte sind, in etwas gleich groß. Allerdings nutzen die allermeisten Leute, die ihren Mac beruflich nutzen, diesen ebenfalls privat.
Beim iPad sieht es komplett anders aus. Hier gibt es viel weniger Leute, die damit beruflich arbeiten im Vergleich zu Personen, für die es Lifestyle-Geräte sind.
Das iPhone ist generell ein Hybrid.
Über alle Geräte hinweg überwiegt also die Gruppe, die ihre Apple Geräte gar nicht "als Werkzeug" einsetzt, sondern privat, für Konsum, zum Spielen. Und das ist auch die Gruppe, die ihre Geräte eher ersetzt, weil es neue Features gibt.
Wenn du dich an ellenlange Schlangen vor Apple Shops erinnerst um das neueste iPhone zu kaufen.. das sind nicht die Leute, die zufrieden mit ihrem stabilen System sind, sondern Leute, die die neuen Features wollen. (und viele haben das jedes Jahr gemacht) Neue Features sind DER Kaufgrund. Wenn alles super läuft und stabil ist und die Hardware 10 Jahre hält und Leute nicht die neueren Geräte kaufen, weil die nichts anderes können als die Alten, warum sollte ich mir dann ein neues gerät kaufen?.. wie hilft das der Progression und Innovation für die Apple steht? Wie verdient Apple dann Geld?
Apple war schon immer darauf angewiesen neue Features zu entwickeln, die Leute dazu bewegen die neuen Geräte zu kaufen, upzugraden etc.
Apple verkauft kein einziges Gerät darüber, dass sie ihr System stabiler mache, denn das läuft ja auf den allermeisten Geräten die im Umlauf sind, ganz genauso. Es gäbe also gar keinen Grund (oder eher noch weniger Grund) upzugraden.
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