Push-Nachrichten von MacTechNews.de
Würden Sie gerne aktuelle Nachrichten aus der Apple-Welt direkt über Push-Nachrichten erhalten?

Vor 20 Jahren: Apple schockt die Branche mit "Boot Camp"

Die ganz großen Paukenschläge in Apples Geschichte hatten sich meist schon zuvor angedeutet. Selbst die Bekanntgabe des Intel-Umstiegs auf der WWDC 2005 war nicht komplett überraschend, denn wenige Tage zuvor berichteten verlässliche Quellen darüber – und es wurde ein "CPUSelector" im Code gefunden. Völlig unerwartet kam dann hingegen die Ankündigung, als Apple verkündete, Nutzer aktiv beim Betrieb von Windows auf dem Mac zu unterstützen. Nachdem es von Apple zunächst immer nur hieß, man wolle die Installation des Betriebssystems aus Redmond nicht aktiv verhindern, änderte sich im Frühjahr 2006 die Tonlage deutlich.


Frühjahr 2006: Die Bombe platzt
Die Vorstellung der ersten Betaversion von Boot Camp kam schlicht aus dem Nichts und wurde als Sensation in der Tech-Branche wahrgenommen. Bei Boot Camp handelt es sich nicht um eine Virtualisierungsumgebung wie beispielsweise Parallels, sondern um von Apple entwickelte Windows-Treiber, um Mac-spezifische Funktionen zur Verfügung zu stellen. Außerdem kümmert sich Boot Camp auch um die Partitionierung des Speichers, um ein Volume für Windows zur Verfügung zu stellen.

Gerechnet hatte damit niemand
In den Mac-Foren herrschte beinahe beispiellose Verwunderung über diese Entwicklung. Die Kommentare reichten von "Das ist große Geschichte, und wir sind live dabei!" über Fragen zum Masterplan – bis hin zu Befürchtungen, das Ende von Mac OS X sei gekommen und es gebe bald nur noch Windows. Wie sich sehr bald herausstellte, war Boot Camp aber eine Bereicherung der Plattform und keinesfalls ein Schritt in Richtung Aufgabe des Mac-Betriebssystems.

Zwei Jahrzehnte später: Die Ära ist vorbei
Bestandteil des Systems war Boot Camp seit Mac OS X 10.5 Leopard – mit Erscheinen des 2007er Systems endete die Betaphase des Pakets. Seitdem leistete Boot Camp zuverlässig seine Dienste, wenngleich es dann 13 Jahre lang ziemlich ruhig um die einstige Sensation wurde. Erst im November 2020 drehten sich wieder viele Diskussionen rund um die Erweiterung, denn für M-Macs bietet Apple Boot Camp bekanntlich nicht mehr an. Zwar arbeiteten Anbieter von Virtualisierungslösungen erfolgreich daran, ARM-Windows auf den neuen Macs lauffähig zu machen, von Apple gibt es aber keine aktive Unterstützung.

Craig Federighi merkte damals an, dass sich ARM-Windows theoretisch nativ auf Macs ausführen ließe – doch es obliege Microsofts Entscheidung, ob das gewünscht sei und man entsprechende Lizenzen anbieten wolle. Allerdings galt es damals wie heute als sehr unwahrscheinlich, dass sich Apple für die erforderliche Treiberentwicklung derart tief in die Architekturkarten schauen lassen will.

Kommentare

Peanuts
Peanuts19.03.26 12:26
Boot Camp hat mir damals den Umstieg und die Entscheidung für den Umstieg von Windows zum Mac einfacher gemacht. Habe das die ersten Jahre immer genutzt.
+4
Fenvarien
Fenvarien19.03.26 12:34
Kann mich gut an das totale Erstaunen damals erinnern, das war einer der größten "Bitte, was?????"-Momente in all den Jahren. Damals war es weitgehend undenkbar, dass Apple die Installation von Windows auf Macs mit so viel Einsatz unterstützt – selbst das "wir werden es nicht verhindern" nach Vorstellung der Intel-Macs galt fast schon als überraschend.
Up the Villa!
+4
deus-ex
deus-ex19.03.26 12:39
Peanuts
Boot Camp hat mir damals den Umstieg und die Entscheidung für den Umstieg von Windows zum Mac einfacher gemacht. Habe das die ersten Jahre immer genutzt.
Die Geschichte interessiert mich brennend. Habe es damals aus Interesse auch mal gemacht, aber schnell gemerkt das Dual Boot schon sehr "Pain in the Ass" ist. Wenn man dann 80% der Zeit in Windows verbringt fragt man sich eher warum man dann einen Mac gekauft hat.

Wie war dein Einsatzszenario?
0
Moranai
Moranai19.03.26 13:07
deus-ex

Ich hatte das auf meinem iMac aktiv. Wenn ich mal ein Spiel zocken wollte hab ich das genutzt. Die meiste Zeit jedoch MacOS genutzt. Vielleicht 20% Bootcamp und die restliche Zeit MacOS. War für zocken performanter als ne VM. Es lief damals sogar Battlefield 4 drauf. Sogar recht gut.
Aber zum Arbeiten etc war MacOS einfach besser als Windows. Seit dem M1 habe ich es aber nicht vermisst. Nutze Windows nur noch auf der Arbeit und bin froh drum wenn ich zuhause mein M4 MacBook Air nutzen kann.
+3
twix
twix19.03.26 13:15
deus-ex
Wie war dein Einsatzszenario?

Für mich war ein paar Jahre lang Strömungssimulation mit STAR-CCM+ von CD-adapco der Einsatzfall (iMac i7, Late 2009). Aufbereiten der CAD-Modell und meshing auf dem Mac bevor es dann auf dem Server gerechnet wurde. Ging ganz tauglich und auch noch nichtmal ewig langsam.

Beste Grüße
Peter
+2
Bitsurfer19.03.26 13:24
Ich erinnere mich noch an einen Heise Test wo sie diverse Top Laptops auf Leistungsfähigkeit getestet hatten. Und ausser Konkurrenz ein Macbook mit Boot Camp. Zum erstaunen der Tester hat das Macbook alle abgetrocknet.
+5

Kommentieren

Sie müssen sich einloggen, um die News kommentieren zu können.