Vor 10 Jahren: Wie Apple durch Abschaffung des Klinkensteckers die AirPods-Revolution befeuerte


Das Apple-Event vor zehn Jahren kann als Paradebeispiel dafür herhalten, wie Apple mit der eigenen Plattform Synergien nutzt – und sei es durch Streichung eines als unverzichtbar geltenden Merkmals. Allerdings war im September 2016 noch nicht klar, dass die kontroverse Entscheidung des Verzichts auf einen Klinkenstecker im iPhone eine solche Produktrevolution auslösen sollte. Erwartungsgemäß präsentierte Apple damals das iPhone 7, welches unter anderem ein überarbeitetes Design erhielt und zudem im sehr kratzanfälligen Diamantschwarz verfügbar war. Auf der Rückseite fanden sich fortan zwei Kameras wieder, nämlich Weitwinkel und Tele. Beide ermöglichten Fotos mit einer Auflösung von 12 MP. An der Unterseite suchte man einen gewohnten Anschluss jedoch vergebens, denn wie erwähnt mussten Kopfhörer seitdem entweder via Lightning oder eben kabellos angesteuert werden.
Klinke weg? Kauft unsere Bluetooth-Ohrhörer!Die passende Lösung präsentierte Apple in Form der AirPods, welche damals bereits dem heutigen Grundkonzept entsprachen: Die Übertragung erfolgt per Bluetooth, gelagert und geladen werden die kleinen Ohrhörer mit dem Ladecase – und die Form ist so gestaltet, um möglichst in jedem erdenklichen Ohrdesign sicheren Sitz zu gewährleisten. Der Preis von 179 Dollar sorgte im September 2016 hingegen für Erstaunen und in den
Kommentaren zeigten sich viele überzeugt, dass es sich allein schon deswegen unweigerlich um einen Flop handeln müsse.
Ein Multimilliarden-Produkt entstandBekanntlich kam es ganz anders und führte zu einem in diesen Dimensionen wohl auch Apple-intern nicht erwarteten Geschäftserfolg. Im erfolgreichsten Jahr (2021) lag der Jahresumsatz bei geschätzten 14,5 Milliarden Dollar, womit die AirPods-Sparte allein bereits eines der 100 größten US-Unternehmen wäre. Aus einem Zubehörprodukt entwickelte sich ein Kulturphänomen, welches Apple durch neue Baureihen wie die Pro- und Max-Serien weiter befeuerte. Glaubt man den Gerüchten, so könnte bald eine vierte Ausführung bereitstehen, nämlich AirPods Ultra mit integrierten Kameras/Sensoren zur Erfassung der Umgebung. Die AirPods dienen als weiteres Beispiel für die oft genannte These, dass Apple selten der erste Anbieter ist – wohl aber der erste Hersteller mit dem durchdachtesten Gesamtprodukt.
Außerdem: Die erste große Aktualisierung der Apple WatchNoch ein weiteres neues Produkt zauberte Apple aus dem Hut. Zwei Jahre nach der Präsentation der Apple Watch stand nun die "Series 2" bereit, welche dank des S2-Chips ganz erheblich mehr Performance bot (+50 Prozent). Von der Apple Watch Edition mit Goldgehäuse verabschiedete sich Apple hingegen. Der Fokus wandelte sich zunehmend hin zu Fitness-Funktionen und nicht mehr darauf, die Smartwatch als Modeartikel zu positionieren.