US-Justizministerium droht angeblich mit Klage gegen Apple und Buchverlage

Das US-Justizministerium hat Apple und den fünf größten US-amerikanischen Buchverlagen mit einer Klage wegen der Preisgestaltung elektronischer Bücher gedroht. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht Apples Eintritt in den Markt für E-Books und die dabei entstandene Plattform-übergreifende Preisgestaltung. Mehrere involvierte Parteien sollen sich momentan mit dem Justizministerium in Verhandlungen befinden, um weitergehende Kartelluntersuchungen abwenden zu können. Sie führen an, dass die neue Preisgestaltung durch die Verlage zu mehr Wettbewerb führen würde, wobei diese Argumentation bei der üblichen exklusiven Veröffentlichung über einen Verlag fragwürdig erscheint. Nicht alle der fünf Verlage sind in die Verhandlungen eingebunden, zu denen Hachette Book Group (Legardere), HarperCollins Publishers (News Corp.), Macmillan (Holtzbrinck), Penguin Group (Pearson) und Simon & Schuster (CBS) gehören. Sowohl das Justizministerium als auch Apple und die Verlage wollten sich gegenüber dem Wall Street Journal nicht zu dem Bericht äußern. Neben dem US-Justizministerium untersucht auch die EU-Kommission mögliche Absprachen bei der Preisgestaltung von E-Books.

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Kommentare

Tic08.03.12 09:20
Mhh, wenn es stimmt, bietet Apple doch eine freie Preisgestaltung für Bücher. Mit der einzige voraussetzung, dass Apple mit unter den günstigsten Preis eines Buches setzen darf.

Also verstehe ich hier nicht den Zusammenhang zwischen Absprachen und Apple - wenn wäre es doch mehr eine Absprache unter den Verlagen.

Oder habe ich da etwas verschwitzt?
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Gerry
Gerry08.03.12 09:34
Finde ich auch seltsam. Auf der anderen Seite finde ich es gut wenn man ein wenig auf die Fingern schaut. Wäre in anderen Bereichen auch angebracht.
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Bigeye
Bigeye08.03.12 09:51
Ja klar und eine Buchpreisbindung ist Okay! *sick*
Was mich nicht umbringt macht mich nur härter
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Alex.S
Alex.S08.03.12 09:54
Wird auch Zeit das da was gemacht wird.
Not so good in German but I do know English and Spanish fluently. Warum ich es mit dem Deutsch überhaupt versuche? Weil ich in Deutschland arbeite! Lechón >:-]
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johnnyb08.03.12 09:56
Die Sache verhielt sich folgendermaßen:
Apple hat mit dem Einstieg ins Buchgeschäft haben den großen US Verlagen die eigene Preisgestaltung zugesichert. Einzige Bedingung war, die Bücher dürften nirgendwo anders günstiger angeboten werden, so hielt Apple durch einen Kunstgriff (Zitat Jobs) "immer den günstigsten Preis", obwohl dieser mehrere Dollar über früheren Konkurrenzpreisen lag. Eine Weile gab es die Verlage dann nicht bei anderen Anbietern, bis diese klein beigegeben haben und dem Modell zugestimmt hatten. Amazon hat dadurch etwa die meisten 9,99$ Bücher verloren. Verbraucher haben daraufhin geklagt (weil sie die freie Marktwirtschaft und natürlich ihre 9,99$ Bücher bedroht sahen), Apple ist dabei involviert weil anscheinend nachgewiesen werden konnte, dass diese aktiv an dieser kartellrechtlich höchst heiklen Situation mitgewirkt hatten. Steve Jobs hatte wohl zu früh ausgeplaudert, dass Apple iBooks "immer die günstigsten Preise" haben würde, was in Zusammenhang mit dem sofort danach wirksam gewordenen Agency pricing gebracht werden konnte.
Und nun, naja, wenn das in den USA wieder aufhört, gut für die, in D müssen das die Verlage sowieso machen (da ist es eigentlich noch strikter, da diese für ein und die selbe Auflage den Preis gar nicht verändern dürfen, und elektronische Mängelexemplare gibt's nun halt einfach mal nicht).
Kritische Stimmen äußern außerdem, dass die meisten Bücher _eigentlich_ günstiger geworden sind (als Neuerscheinungen), weil keine horrenden Einstiegspreise mehr verlangt werden. So verteile sich die "Last" einfach nur gleichmäßiger über Erscheinungstagkäufer wie Schnäppchenjäger.
Wir werden sehen...
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fluppy
fluppy08.03.12 10:54
Ach wie schön war die Zeit, als das Land noch weitgehend frei war von Riesenkonzernen. Die werden unser Untergang sein.
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DRAGONFLY09.03.12 08:11
@jonnyb
Gut dargestellt. Ergänzend ist zu sagen, dass Buchimporte nach DE nicht der Preisbindung unterliegen und jeder Händler seinen Preis im Laden selbst kalkulieren darf (VK). Freilich oberhalb der Beschaffungskosten (Kartellrecht-Generalklausel).

Ferner ist zu ergänzen, dass dieser Vorwurf weitgehend auf Amazons Mist gewachsen ist und sie lediglich das tun, wofür Apple die ganze Zeit bei den Musikverlagen kritisiert wurde: Sie wollten die Preise festlegen und ein Sockelsegment von 99cent für Bücher schaffen.

Das hat viele Verlage dazu bewegt, dem Beispel des größten zu folgen und zum alten Vertragsmodell für gedruckte Bücher zurückzukehren: Verlag trägt das Unternehmensrisiko für seine Produkte und bestimmt den EK, Händler kalkulieren ihren eigenen VK.
Was daran schlimm sein soll, hat Amazon bis heute nicht erklären können. ...Aber sie würden auch Audi am liebsten Preise diktieren, weil das bloß ein doofer Liefernat ist, der zu kleine Stückzahlen liefert mit zu großer Abweichung von 0,99.
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