
Test KEF LS Luxe: Musikstreaming ohne Ecken und Kanten
KEF LS Luxe: Streaming und PraxisWer die KEF LS50/60 kennt, weiß auch schon, was die LS Luxe in Sachen Streaming draufhaben. An deren Streamingplattform W2 hat sich nämlich nichts geändert. Das System unterstützt Musikdienste wie Tidal, Amazon Music, Qobuz in ihrer jeweiligen Connect-Variante, plus weitere Dienste wie Amazon Music, Deezer und HighResAudio. Darüber hinaus stehen Internetradio, Podcasts und Streaming von lokalen Speichern zur Auswahl.
Wer sich auf Apple Music als Streamingdienst festgelegt hat, kann die LS Luxe ebenfalls nutzen, aber die Musik nur per AirPlay und mit dessen bekannten Einschränkungen zuspielen. Das heißt in Kurzform: Die Highres-Fähigkeiten der KEF-Speaker, die 24 Bit 192 kHz im Kabelmodus und 24 Bit und 96 kHz Abtastfrequenz im Wireless-Modus unterstützen, bleiben mit AirPlay ungenutzt. Noch größere Abstriche muss machen, wer Musik per Bluetooth zuspielt. Erst im kommenden Jahr sollen die LS Luxe Roon Ready werden. Die ideale Zuspielung per Inline-Streaming ist bis dahin eine der Connect-Varianten. Ich habe mit Qobuz Connect getestet.
Die zugehörige KEF Connect App hat inzwischen einen hohen Reifegrad erreicht, ist sehr übersichtlich und schnell erlernt. Hier ein paar Einblicke in das interface (auf dem iPad).
Kontrolle ist allesNeben der Musiksteuerung und Systemeinstellungen über die App, können die LS Luxe auch über die neue, verbesserte IR-Fernbedienung C3 gesteuert werden. Direkt an den Lautsprechern gibt es keine Funktionselemente, nur eine Status-LED am Hauptlautsprecher, die dezent im Sockel untergebracht ist. Mittels diverser Farbcodes und Blinksignale informiert diese über die Betriebszustände. Ein Display gibt es systembedingt hier nicht. Die Farbcodes sind sehr gewöhnungsbedürftig. Hier eine Übersicht:
Die Tasten der Fernbedienung C3 sind sinnvoll angeordnet und gut zu bedienen. Im Dunkeln werden sie bei Bewegung dezent illuminiert. In der Hand ist die Bedienung mit der C3 sehr angenehm, auf dem Tisch liegend wackelt sie leider wild herum. Nicht schön. Für den Betrieb der Remote kommen herkömmliche AAA-Batterien zum Einsatz.
Die LS Luxe in der PraxisZu den Flüchen des Internets gehört, dass die vielen darin zu findenden Informationen oft zu leichtfertig für bare Münze genommen werden und Meinungen völlig anonymer Nutzer ab und zu rufschädigende Ausmaße erreichen. So geschehen mit Kommentaren zur Zuverlässigkeit der LS-Lautsprecher in der Praxis. Berichte über ständige Verbindungsabbrüche, Tonaussetzer, nicht reagierende Lautsprecher und andere Kritiken sind ursprünglich sicher nicht ganz unbegründet gewesen. Ich habe ähnliches erlebt. Jedoch nur mit früheren Versionen der LS-Serie Plattform. Die LS Luxe haben sich in meinem mehrwöchigen Test in jeder Hinsicht vorbildlich verhalten. Es trat nicht das geringste Problem auf. Natürlich sind ein paar Wochen auch nur ein relativ kurzes Zeitfenster. Doch die ersten Stunden und Tage sind meist entscheidend. Ergibt sich da kein Problem, bleibt es meist auch für lange Zeit so.
Die LS Luxe gefielen mir im täglichen Umgang ausgesprochen gut mit ihren durchdachten Funktionen und sinnvollen Anpassungsmöglichkeiten, die auch Laien verstehen. Wer möglichst wenige Kabel einsetzen will, verbindet den Hauptlautsprecher mit dem WLAN und den Sekundärlautsprecher per Tastendruck kabellos mit dem Hauptlautsprecher. Nur die Stromkabel werden noch benötigt. That’s it. Da WLAN jedoch immer gewissen Schwankungen unterworfen ist, empfehle ich eine Kabelverbindung. Also den Hauptlautsprecher per LAN-Kabel an den Router oder Switch anstöpseln, und den zweiten Speaker über das mitgelieferte LAN-Kabel (oder ein anderes LAN-Kabel passender Länge) mit dem Hauptlautsprecher verbinden. Das erhöht auch die Reaktionszeiten ein wenig.
Einmal mit dem Netz verbunden bleiben die Speaker auch im „ECO Standby“ permanent über die App erreichbar. Aber nur zum Ein- und Ausschalten. Systemeinstellungen können im ECO-Standby nicht über die App vorgenommen werden. Doch die Lautsprecher lassen sich jederzeit über die App oder auch über Qobuz Connect aufwecken. Das dauert nur ca. 2 Sekunden für den Hauptlautsprecher und weitere etwa 2 Sekunden, bis auch der sekundäre Lautsprecher spielt. Die Reaktionszeit im Betrieb, etwa auf Titelwechsel in Qobuz, ist extrem kurz. Beim Betrieb am TV via HDMI ARC habe ich auch keine Latenzen zu beklagen. Der Ton blieb stets Lippensynchron. Nur die Lautstärkeregelung über den Schieber in der Qobuz-App erfolgt minimal zeitverzögert und dadurch sprunghaft.
Was für Desktop-Worker, die Apple Music in hoher Auflösung nutzen wollen leider fehlt, ist ein USB-Audio-Anschluss für die direkte Verbindung mit dem Mac/PC. Für Nutzer der unterstützten Connect-Dienste und später Roon ist das aber kein Nachteil. Die betreiben die LS Luxe besser direkt über das Netzwerk.
Der Stromverbrauch der LS Luxe liegt bei etwa 20 W pro Box im Betrieb (Leerlauf und leise Musik) und rund 1,7 W (ebenfalls pro Lautsprecher) im ECO-Standby. Das entspricht einem durchschnittlich guten Streaming-Vollverstärker.
Bis zum Ende der Testperiode erweisen sich die LS Luxe als absolut zuverlässig. Sie sind stets schnell Einsatzbereit. Die Bedienung mittels IR-Fernbedienung oder App klappte immer reibungslos.