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REWIND Themenausflug: Die deutschen Autobauer kommen langsam wieder in die Spur – Beispiel VW und BMW

Beispiel 1. Der VW ID. Polo

Da wäre zunächst der neue ID. Polo von VW. Die Wolfsburger scheinen mit diesem neuen Modell endlich – ENDLICH! – begriffen zu haben, das es eine ganze Reihe von Dingen gibt, die sie nie hätten ändern sollen, weil sie schon immer gut waren – und nicht etwa altmodisch. Erstens das Design herkömmlicher Verbrenner. Der neue ID. Polo sieht wieder aus wie ein richtiges Auto, statt wie ein Akkuspielzeug auf Rädern. Er ist auch dank geschickt integrierter und verbesserter Akkutechnik nicht mehr unnötig auf SUV-Maße hochgebockt, sondern sieht wie ein ganz normaler aber durchaus eleganter Kleinwagen aus. Sehr Modern, aber dennoch vertraut. Dezent, aber schick.


Technisch gesehen dringt mit dem ID. Polo auch das Kleinwagen-Segment so langsam in Bereiche vor, die als umfangreich ausgestattet und durchaus luxuriös zu bezeichnen sind. So gibt es für den Elektro-Polo optional sogar elektrische Sitze mit Massagefunktion, Lenkradheizung und andere Komfort-Features, vor allem viele Assistenzsysteme, die bislang nur in höheren Klassen zu finden waren. Ob diese auch den nötigen praktischen Reifegrad haben, muss sich erst noch erweisen.


Viel wichtiger ist, dass die Batterietechnik langsam aber stetig immer besser wird. Die Leistungsdaten des ID. Polo, der zunächst in zwei Ausstattungsvarianten erhältlich ist (im Herbst kommt noch die günstigste Einsteigervariante und nächstes Jahr der GTI), sind recht vielversprechend. Klar, ein Langstreckenauto ist auch dieser Elektro-Polo nicht gerade mit seinen maximal 454 km Reichweite nach WLTP, was real wohl eher um 300-350 km bedeutet. Noch weniger Reichweite sind es in der Einstiegsvariante mit kleinerem Akku. Aber für einen Stadtwagen oder Kurzstreckenpendler ist das ok.


Entscheidend aus meiner Sicht ist hier, dass der ID. Polo einen sehr erwachsenen und reifen Eindruck macht. Innen wie außen. Brauchbar! Kein Spielzeug für Early Adopters oder Öko-Trendsetter, sondern ein Fahrzeug für die Massen.

Woran sich hingegen nicht viel geändert hat, ist die Preisstruktur. Zwar verspricht VW mit der ab Herbst verfügbaren Basisversion einen Preis von „unter 25.000 Euro“ (übersetzt: 24.995 Euro), aber diese Ausstattungsvariante ist dann auch massiv gestrippt und auf das Allerwesentlichste reduziert. Schön für Puristen und Sparfüchse, aber real gesehen bewegt sich ein ordentlich ausgestatteter ID. Polo doch eher im Bereich um 35.000 Euro, bis hin zu über 40.000 Euro. – Für einen Kleinwagen, wohlgemerkt. An dieser Front dürften die Chinesen also auch weiterhin Landgewinne machen.


Dennoch: Der ID. Polo, der endlich wieder schöne haptische Tasten einsetzt, neben einem großen 13“ Monitor auf der Mittelkonsole auch ein zentrales „Tachometer“-Display hat, auf bescheuerten Klavierlack verzichtet und auch sonst alle richtigen Knöpfe an meiner Autoseele drückt, macht Hoffnung, dass unsere Automobilindustrie doch noch nicht hoffnungslos abgehängt ist.

Kommentare

froyo5209.05.26 08:27
Der ID.Polo ist ein interessantes Auto, der BMW i3 viel zu teuer. Ich selbst fahre seit Jahren einen VW ID.3 (derzeit die aktuelle Version) und bereue das nicht. Der kommende VW ID.3 Neo geht dann die Richtung des ID.Polo. Werde demnächst dennoch auf den VW ID.Cross (kommt ab dem Juli) umsteigen, in welchem man etwas höher sitzt und somit auch das Einsteigen leichter fällt. Ich habe den Umstieg vom Verbrenner auf Elektro nie bereut, im Gegenteil, es gibt nichts Schöneres.
+14
Quickmix
Quickmix09.05.26 08:43
Ganz genau auch bei mir. Ich fahre seit Anfang 2023 nur noch elektrische Antriebe. Der Fun Faktor ist einfach unschlagbar für mich.
froyo52
Der ID.Polo ist ein interessantes Auto, der BMW i3 viel zu teuer. Ich selbst fahre seit Jahren einen VW ID.3 (derzeit die aktuelle Version) und bereue das nicht. Der kommende VW ID.3 Neo geht dann die Richtung des ID.Polo. Werde demnächst dennoch auf den VW ID.Cross (kommt ab dem Juli) umsteigen, in welchem man etwas höher sitzt und somit auch das Einsteigen leichter fällt. Ich habe den Umstieg vom Verbrenner auf Elektro nie bereut, im Gegenteil, es gibt nichts Schöneres.
+4
Bluebox3409.05.26 08:55
Als ich diesen Artikel anfing zu lesen, dachte ich mir so: also wenn er Beispiele bringt dann vermutlich den ID.Polo und den i3 Neue Klasse. Und siehe da…..:) P.s.: Ich fahre einen Cupra Born und das Einzige was nervt, ist der Spurhalteassistent der Pong spielt und vor jeder Fahrt ausgeschaltet wird. Ansonsten ist dieses Fahrzeug klasse und ich bereue keinen einzigen Tag. Stromern gehört die Zukunft, allein schon wegen dem Wirkungsgrad.
+8
molly7809.05.26 09:04
Sind seit 2021 umgestiegen den i3s hat meine Frau immer noch und pendelt damit täglich. Ein ein geiles Fahrgefühl.
+4
PeKaEm
PeKaEm09.05.26 09:11
Sehr gutes Plädoyer für den elektrischen Abtrieb! Es gibt dazu in fast allen Belangen keine bessere Alternative.
Nur leider sind gerade die E-Modelle von BMW so unfassbar hässlich! Mein 530xd (F10) war dagegen wunderschön.😏
+2
System 6.0.1
System 6.0.109.05.26 09:30
Stromern gehört die Zukunft, alleine schon wegen des Wirkungsgrades.

Ich besitze ein Fahrzeug (Verbrenner) und möchte einen weiteren Punkt einbringen: Der Individualverkehr an sich ist ein riesiges Problem. Besonders in den Städten. Und nicht nur der private Individualverkehr.

Ich kann die Faszination Auto gut verstehen, keine Frage. Aber unser Lebensraum wird vom Automobil regelrecht beherrscht. Und das zunehmend von Fahrzeugen, die mehrere Tonnen schwer eine Person von rund 0,1 Tonnen transportieren soll, und gleichzeitig den Schimpfnamen „Straßenpanzer“ immer mehr gerecht werden.

Der gewerbliche Individualverkehr sorgt, aus Mangel an ernstzunehmenden Alternativen, für übervolle Fernstraßen.

Alles das ist weder effektiv, noch eine elegante Lösung, an der auch die Antriebsart nur wenig ändert. Ich habe als Kind noch auf der Straße gespielt. Das sehe ich seit 25 Jahren kaum noch.

Es mag Gegenden geben, wo das anders ist, die ändern aber nichts an der Gesamtsituation.

Was hier hilft ist IMHO eine Abkehr vom Individualverkehr in den Städten — je größer/voller die Stadt, desto rigoroser. Innerstädtischer Verkehr muss von den zentralen Verkehrsadern bis in die Wohnbereiche hin zunehmend auf ÖPNV, Fahrrad und hin zu Fußwege verlegt werden.

Nochmal: Ich kann die Faszination Auto gut verstehen, keine Frage. Aber unser Lebensraum wird vom Automobil regelrecht beherrscht.

Mir scheint, das ist nicht gut. Weder für die Umwelt, noch für uns Menschen. Und schon garnicht für unser soziales Leben.

PS: Ich fände es angemessen, meinen Kommentar als Ganzes zu bewerten, und nicht gleich wegen eines unglücklich gewählten Wortes zum Tode zu verurteilen. Danke.
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+56
macfreakz09.05.26 09:38
BMW gefällt mir generell super, aber 75.000 Euro? So viel Geld investiere ich doch nicht in ein Auto mit rapidem Wertverlust. Ich weiß nicht, warum die Leute es doch kaufen… Leasing? Firmenwagen?
+15
42day09.05.26 10:05
Dieser Artikel stimmt doch sehr froh. Nun kommen die „Stromer“ in praktikableren Bereichen an. Nur die Preise sind angesichts der eigentlich geringeren Material- und Produktionskosten meiner Meinung nach (noch) überzogen. Mein nächstes Auto wird ganz sicher ein E-Auto. Natürlich würde man sich auch freuen, wenn die deutschen Strompreise sich zumindest auf den europäischen Durchschnitt reduzieren würden.
+4
CJuser09.05.26 10:14
Zum ID. Polo:
Ein großer Negativpunkt ist leider weiterhin die eher niedrige Ladeleistung aufgrund der 400V-Architektur. Das wird wohl auch weiterhin für viele der Grund sein, eher zur größeren Akkukapazität (ggf. sogar zum ID.3 Neo) zu greifen.
Der GTI wird übrigens nächste Woche (15.06.) vorgestellt. Ganz in Tradition zum damaligen GTI-Treffen am Wörthersee.

Zum i3 bzw. der BMW Neuen Klasse:
Es ist sehr erfreulich, dass man weiterhin eine Auswahl an Modellen anbietet. Selbst das es einen i3 Touring (Kombi) geben wird. Als letztes folgt der iX4 als SAC (SUV Coupé). Und alle auch mit einem „kleineren“ knapp 80 kWh Akku.
Die Sportabteilung hat sogar bereits gesagt, dass der kommende elektrische M3 ein besseres Handling haben wird, wie der Benziner M3.
Leider fallen zurzeit noch Modelle wie Coupé und Cabriolet - sollen aber angeblich als i4 kommen - vor allem Roadster hinten rüber. Mal abwarten, was sich da in den nächsten 10 Jahren noch tun wird.
0
UWS09.05.26 10:23
Schöner Beitrag! Über das Thema kann man sicher viel diskutieren. Entgegen landläufigen Behauptungen halte ich die deutsche Autoindustrie nicht für verloren – und habe das auch nie angenommen.

Der Grund dafür ist, trotz einer ganzen Kette von schlimmen Fehlentscheidungen (Design, Batterietechnik usw. usw. usw.), ganz einfach: Da sitzen am Ende immer noch Leute mit Know-how und in dieser Branche steckt nach wie vor noch genug Geld, um das Ruder herumzureißen. Auch wenn man nicht ewig warten sollte

Vieles, was Sonorman hier gesagt hat, kann ich so unterschreiben...und will das hier nicht nochmal komplett herunterbeten. Deswegen nur einige Punkte aus meiner Sicht:

Das Batterie- /Reichweitenproblem
Tja, ist das überhaupt ein Problem, könnte man fragen? Die allermeisten Leute haben vermutlich ein Fahrprofil, das über maximal ca. 150 km einfache Strecke (also 300 km am Tag) nicht hinausreicht. Insofern treibt ein großer Akku nicht nur das Gewicht, sondern eben auch den Preis nach oben.

Natürlich hat man eben gelegentlich dann doch größere Wege zurückzulegen. Die Konsequenz sollte da eigentlich nicht größerer Akku, sondern noch viel schneller ladbarer Akku heißen. Ich denke, auf dem Feld tut sich gerade viel.

Design und so
Sonorman sprach es an: Ich hätte gerne ein ganz normales Auto, funktional, für meinen Geschmack schön und langlebig. Das ist heutzutage leider nicht ganz so einfach.

Entweder bekommt man einen überbreiten Autobahnpanzer mit dem manche Vollschwachmaten verbotenerweise die linke Spur in der Autobahnbaustelle benutzen, eine bimmelnde Bevormundungskiste mit integrierter Lightshow oder eben ein Fahrzeug, dessen Batterie- und Ladetechnik ziemlich schnell durch etwas Besseres ersetzt wird – Thema Wertverlust.

Ich denke aber, gute Alternativen sind in Sicht. Und eigentlich ist nur die Akkuthematik ein originäres E-Auto-Problem…

Generell zum Thema Auto
Meine Fahrstrecken haben sich in den letzten Jahren durch die Online-Möglichkeiten relativ deutlich nach unten entwickelt - allerdings kann und möchte ich auf ein Auto nicht verzichten.

Die Bahn (jahrzehntelang treuer Bahn-Card-User gewesen) und der ÖPNV sind für mich nach vielen lustigen Erfahrungen im derzeitigen Zustand keine Alternative mehr.

Also, auch wenn ich momentan noch einen Verbrenner fahre, würde und werde ich irgendwann ohne Probleme auf ein E-Auto umsteigen und kann die oft doch ideologisch geprägten Vorbehalte von vielen Leuten einfach nicht mehr nachvollziehen. Aber, muss ja jeder am Ende selber wissen.

Und sorry wg. der Länge
There is no cloud…it’s just someone else’s computer.
+7
Dunnikin
Dunnikin09.05.26 10:29
Bei mir ist ein Auto ein Gebrauchsgegenstand. Und da wo ich lebe, ist das Klima etwas rauher (teils viel Schnee, starke Niederschläge generell, sehr wechselhaft) und um zu unserer Hütte hinauf zu kommen und Material dort hin- oder wegzubringen, braucht es auch das entsprechende Fahrzeug.

Offroad.

Da ich seit einer halben Ewigkeit Toyota fahre und manche davon 17 Jahre und 500.000 km lang und all die Zeit ohne einen einzigen Defekt oder gar außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt verstrich, ist es natürlich wieder ein Toyota. Ein RAV4, den wir 2024 auch als Neuwagen kauften. Der ist recht robust, kann auch in unwegsamen Gegenden gut vorankommen, hat 4WD, 222 PS, Hybrid, Vollausstattung — und nimmt nur etwa 5 Liter auf 100 km. Die 15 Jahre oder 1 Million km Garantie ist ja auch ganz hübsch. Batterie des Hybridsystems ist da mit eingeschlossen.

Ein E-Auto ist für unsere Nutzung aktuell noch keine Option, die Hütte hat zwar Strom, aber nur mit 6A gesichert. Die Leitung ist fast 100 Jahre alt. Ein Auto zu laden würde ewig dauern, wenn es überhaupt ginge.

Die Zukunft des Autos ist elektrisch. Ohne Zweifel.
+4
holk10009.05.26 10:30
macfreakz
BMW gefällt mir generell super, aber 75.000 Euro? So viel Geld investiere ich doch nicht in ein Auto mit rapidem Wertverlust. Ich weiß nicht, warum die Leute es doch kaufen… Leasing? Firmenwagen?
Beim Preis muss man bedenken, dass BMW erstmal das Spitzenmodell mit der stärksten Motorvariante und Allrad vorstellt. Es wird danach Varianten für unter 60.000,- geben und mit den üblichen Rabatten oder Tageszulassungen auch unter 50.000,- EUR i3s erstehen können. Das aktuelle Einstiegsmodell für den aktuellen 3er kostet zum Beispiel 47.000,- Listenpreis - ohne Rabatt. Das ist alles immer noch viel Geld aber damit für die Zielgruppe durchaus bezahlbar.
-1
darkdickfire
darkdickfire09.05.26 10:40
Wir fahren als Familie aktuell noch einen VW Touran BJ 2018 und haben jetzt erstmal in eine 10KW peak PV-Anlage investiert. Den Touran wollen wir verkaufen und dann einen Stromer leasen.
Ich finde Renault macht da aktuell auch interessante Autos, vor allem preislich, aber den Retrochick (R4, R5) muss man mögen.
Leapmotor startet ja ein Jointventure mit Stelantis und die Leasingpreise für den C10 sind schon verführerisch.
Was haltet ihr von privat Leasing vs. finanzieren/kaufen bei Stromern und der Auswahl zwischen Europa/China/USA/Japan/Süd-Korea?
0
penumbra09.05.26 10:42
ich warte immer noch sehnsüchtig auf ein 4sitziges E-Cabrio

... das zwischenzeitlich mal vorgestellte limitierte Mini E-Cabrio hatte eine Reichweite von 200km, und das bei einem Preis >50K
enjoy life in full trains
+2
sudoRinger
sudoRinger09.05.26 10:43
UWS
Das Batterie- /Reichweitenproblem
Tja, ist das überhaupt ein Problem, könnte man fragen? Die allermeisten Leute haben vermutlich ein Fahrprofil, das über maximal ca. 150 km einfache Strecke (also 300 km am Tag) nicht hinausreicht. Insofern treibt ein großer Akku nicht nur das Gewicht, sondern eben auch den Preis nach oben.
Bei Verbrennern war es egal, ob man einen Kleinwagen oder eine Luxuslimousine fuhr. Langstrecke konnten alle.

Die Denkweise, dass Kleinwagen für die Stadt gebaut werden, konnte ich noch nie so ganz nachvollziehen. Kleinwagen werden für den kleinen Geldbeutel gebaut. Was wird ein Student kaufen, der an einer Uni 400 km entfernt studiert?

Das hat politsch-soziale Auswirkungen: Mit den Elektroautos ist diese demokratische Mobilität für Alle leider vorbei. Ein Auto mit real 300 km ist nicht langsstreckentauglich, denn es bedeutet alle 200 km ein Tankstopp einzulegen (an einer teuren Schnellladestation). Echte Mobilität beginnt heutzutage erst beim i3 für 75.000 Euro.
-14
jeti
jeti09.05.26 10:55
So lange ich zwei gesunde Hände habe kommt mir
kein eAuto und/oder Automatik-Wagen ins Haus

Ok bisschen überspitzt, gebe ich ja zu. Aktuell wüsste ich nicht was ich mir für ein Auto kaufen sollte (Geld und Marke mal ausgelassen), da ich den Großteil unfassbar rundgelutscht und langweilig finde. eAutos bewegen sich ganz langsam in die richtige Richtung, sind aber noch nicht da angekommen wo ich sie gerne hätte.

Eventuell bin ich aktuell auch noch zu voreingenommen.

Attraktive Konzepte werden leider nicht umgesetzt, Beispiel eLegend

Eben so wenig kann ich die Versessenheit auf Automatikgetriebe nicht nachvollziehen, klar beim eAuto nicht anders möglich (leider ) Fahre seit Jahren äußert zufrieden Japaner, da bekomme ich mehr Auto für das Geld als bei deutschen Herstellern.

Aber dieses ist ausschließlich meine unfachmännische Sicht auf die Dinge,
unterm Strich bleibt jeder soll das Auto/Fortbewegungsmittel fahren mit welchem er glücklich und zufrieden ist, beziehungsweise für seine Belange das Richtige ist.

Abgesehen davon ist da Thema Auto bei vielen doch sehr emotional,
bei mir eher weniger => Ein Auto halt.

Hoffe ich bekomme nicht zu viel Schelte.
-11
Caliguvara
Caliguvara09.05.26 10:58
System 6.0.1
Stromern gehört die Zukunft, alleine schon wegen des Wirkungsgrades.

Ich besitze ein Fahrzeug (Verbrenner) und möchte einen weiteren Punkt einbringen: Der Individualverkehr an sich ist ein riesiges Problem. Besonders in den Städten. Und nicht nur der private Individualverkehr.

Ich kann die Faszination Auto gut verstehen, keine Frage. Aber unser Lebensraum wird vom Automobil regelrecht beherrscht. Und das zunehmend von Fahrzeugen, die mehrere Tonnen schwer eine Person von rund 0,1 Tonnen transportieren soll, und gleichzeitig den Schimpfnamen „Straßenpanzer“ immer mehr gerecht werden.

Der gewerbliche Individualverkehr sorgt, aus Mangel an ernstzunehmenden Alternativen, für übervolle Fernstraßen.

Alles das ist weder effektiv, noch eine elegante Lösung, an der auch die Antriebsart nur wenig ändert. Ich habe als Kind noch auf der Straße gespielt. Das sehe ich seit 25 Jahren kaum noch.

Es mag Gegenden geben, wo das anders ist, die ändern aber nichts an der Gesamtsituation.

Was hier hilft ist IMHO eine Abkehr vom Individualverkehr in den Städten — je größer/voller die Stadt, desto rigoroser. Innerstädtischer Verkehr muss von den zentralen Verkehrsadern bis in die Wohnbereiche hin zunehmend auf ÖPNV, Fahrrad und hin zu Fußwege verlegt werden.

Nochmal: Ich kann die Faszination Auto gut verstehen, keine Frage. Aber unser Lebensraum wird vom Automobil regelrecht beherrscht.

Mir scheint, das ist nicht gut. Weder für die Umwelt, noch für uns Menschen. Und schon garnicht für unser soziales Leben.

PS: Ich fände es angemessen, meinen Kommentar als Ganzes zu bewerten, und nicht gleich wegen eines unglücklich gewählten Wortes zum Tode zu verurteilen. Danke.

Volle Zustimmung! Mein Lieblingsbeispiel, was in das gleiche hörn stößt wie Du, ist Paris. Lange für übervolle Straßen und rücksichtslose Autofahrer bekannt (gut, man muss in Paris immer noch fahren wollen um sich mit einem Auto innerhalb des Périphériques zu bewegen), aber die scheidende Bürgermeisterin Hidalgo hat enorm viel angestoßen in den Letzten Jahren:

- Die ÖPNV gehört mMn zu den besten, die ich aus Europäischen Städten kenne:
  • gute Anbindungen, die die ganze Stadt verbinden (und nicht nur zentrale Punkte der Viertel)
  • man wartet selten länger als 5min auf eine U-Bahn
  • in der Regel verlässliche Anbindungen ohne frequente Ausfälle, auch für die Regionalzüge - hallo DB!

- Immer mehr Fahrspuren wurden in den letzten Jahren abgetrennt, und für sicherere Fahrradwege verwendet.
  • Es fahren mehr Personen Fahrrad
  • Der "Kick" des Autofahrens bleibt der gleiche, weil sich zwar weniger Autofahrer in der Stadt befinden, es aber auch weniger Spuren/Platz gibt

- Im persönlichen Fernverkehr ist das Tempolimit ein Segen - wo kann ich in Deutschland mal länger als 15min eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 km/h halten?

Ich befürchte aber, dass die aktuell regierenden und Einflussnehmenden Akteure in Deutschland zu diesem Umdenken nicht bereit sind. Da muss zu viel Geld und Energie in eine zu ferne/abstrakte Zukunft gesteckt werden, die von einem Teil der Wähler auch aktuell nicht getragen werden würde.
Don't Panic.
+13
Tom Macintosh
Tom Macintosh09.05.26 11:10
Ich bin Vielfahrer und privat habe ich einen ID7 und bin damit sehr happy... das ist ein Auto was wirklich Spaß macht. Komfortabel und viel Platz (Lebe auf dem Land). Wendekreis klein etc...

Dienstlich fahre ich meist mit Diesels ... Ich würde mich nach Polen, Tschechien, Italien, Spanien noch nicht trauen, da ist die Infratstruktur halt noch nicht auf dem Stand wie z.B. auch nicht perfekten Deutschland. Es fehlt halt der - Fahre einfach zur Tankstelle und Tanke mehr oder weniger zu gleichen Preis. Hier ist es doch ... wo ist die nächste Tanke von Ionity oder Shell... weil ich da halt Karten habe und "günstiger" Tanken kann als einen Diesel oder Benziner.

Ich bin aber auch ein Schnellfahrer, was ja immer viele Leute nicht verstehen, aber wenn ich eine gute 1 Stunde auf 300 km sparen kann bin ich eben schneller da. Das ist meine Arbeitszeit und die Mehrkosten sind niedriger als mein Stundenlohn. Ess gibt auch Autobahnen in Deutschland wo man gut fahren kann, auch wenn das viele nicht mehr glauben wenn sie auf einer leeren Autobahn links fahren (Rechtsfahrgebot, das ist keine LKW Spur) oder einen LKW mit 95 überholen.

Für diese Aussagen gibt es jetzt bestimmt wieder viele Daumen runter.
-2
morpheus
morpheus09.05.26 11:10
Kommt mal nach Berlin, hier will der Senat Fahrradwege zurück bauen. Zum Kotzen. Auto sind toll und wenn es nur EVs wären, wäre das noch toller. Die Luft verbessert sich umgehend, mehr Ruhe. Alles spricht für elektrischen Fahren, wie schon vor 130 Jahren (hat leider wegen Rockefeller dann doch nicht geklappt).
Schöner Bericht, aber der Polo geht bis €44k hoch und der GTI wird bestimmt noch viel teurer! Ich warte auf den neuen Smart for2, wenn da nicht alles im Abo kommt.
Coffee is always the solution
+4
Macs0409.05.26 11:27
System 6.0.1
Der Individualverkehr an sich ist ein riesiges Problem. Besonders in den Städten. Und nicht nur der private Individualverkehr.

Sehe ich auch so. Es war und ist ein Wahnsinn. Wäre das was hier als "normal" gilt weltweit Standard, wäre der Planet schon längst nicht mehr bewohnbar.


Insofern haben die schicken, viel zu teuren Autos etwas Gutes: sie sind ideal als Carsharing-Autos geeignet und kombiniert mit dem D-Ticket ein Weg in die mobile Zukunft. Ich schaffe es meinen persönlichen Kran zu 100%, den der Familie zu 95% mit den Öffis zu erledigen, und ich wohne in einer Gegend am Stadtrand, bin viel in Umlandgemeinden mit 1h-Takt unterwegs. Das ist eine reine Organisationsfrage. Kann nicht jede/r natürlich. Aber wenn ich von Kolleg*innen die keine 5km von der Firma entfernt wohnen und eine direkte Buslinie haben höre, dass 5min Fußweg zur Bushaltestelle unzumutbar sind, fasse ich mir an den Kopf. Bei mir am Arbeitsplatz ist es so: die Hälfte könnte problemlos mit den Öffis, wenn sie wollte. Die meisten wollen nicht.

Nur für das Abholen der Kinder vom Schwimntraining und ab und zu Fahrten zu Fußballplätzen im Umland behalte ich meinen 16 Jahre jungen Kombi, da wäre Carsharing toll wenn es nicht 8km entfernt erst einen abzuholen gäbe.

Der Kombi hat übrigens vor 12 Jahren als Leasing-Rückläufer 8500€ gekostet, heute gibt es noch wenig vergleichbare Modelle und wenn kosten sie das 3-fache. Mein Gehalt ist in der Zeit aber um weniger als 50% gestiegen... liegt daran, dass die externen Lasten (CO2-Rückholung kostet ca 900€/t) bei Stromern vom Köufer getragen werden), allein das sorgt schon dafür, dass wir vom Besitzen zum Sharen kommen.
+6
unimoog09.05.26 11:28
Ein sehr schöner Exkurs. Und inhaltlich eine unglaubliche Übereinstimmung. Einen Golf I GTI mit Elektroantrieb würde ich übrigens sofort kaufen.
0
Dunnikin
Dunnikin09.05.26 11:29
darkdickfire
Was haltet ihr von privat Leasing vs. finanzieren/kaufen bei Stromern und der Auswahl zwischen Europa/China/USA/Japan/Süd-Korea?

Leasing/Kredit? Nein. Entweder ich kann‘s kaufen oder ich lasse es bleiben. Darum bin ich auch sehr lang mit den letzten Eimern gefahren, aber die ollen Kisten gehörten mir wenigstens. Jetzt bin ich älter und die Fahrzeuge komfortabel, werden als Neuwagen gekauft und mindestens 15 Jahre gefahren.

Bei Autos war, bin und bleibe ich bei Toyota. In der Summe wohl mehr als 1 Million km ohne einen einzigen Ausfall. Da kommt niemand mit.

Ein No-Go: Autos aus China. Die sind nicht schlecht, aber Vertrauen habe ich da so weit, wie ich einen Konzertflügel werfen kann. Tesla auch ein No-Go, weil Musk ein Popo ist 🤪
Frankreich: tolles Design, keine Erfahrung. Dito Südkorea. Deutschland: kein Vertrauen in die Technik/Zuverlässigkeit. VW hat‘s bei mir generell verwirkt, viele Gründe stehen dafür.
0
ohne2209.05.26 11:35
Und schon wird wieder über die Reichweite gejammert. 1000 km am Stück ohne Pause bei mindestens 160 km/h – darunter geht es in den Köpfen wohl nicht. Da fehlt mir das Verständnis. Handelsvertreter nehme ich hier mal aus. Aber ansonsten?

Mal davon abgesehen, dass ein Benziner-Polo das auch nicht schafft. Ja, es sind eher so 600 km realistische Reichweite bis der Tank leer sein dürfte – bei Richtgeschwindigkeit. Will man noch schneller fahren (wo das überhaupt möglich ist) bzw. dann im Modus "Vollgas, abbremsen, repeat" landet man eher bei 400 km.

Aber mal von diesem auch nicht so sinnvollen Vergleich abgesehen: Pausen tun gut! Ganz ohne Mist. Nach 200 bis 300 km auf der Autobahn ist doch nur noch Tunnelblick angesagt. Spätestens dann sollte man pausieren, raus aus dem Auto, ein paar Dehnübungen, ggf. Toilettenpause oder was auch immer.

Noch mal als Denkanstoß: 300 km Autobahn bedeutet ca. 3 Stunden durchgehend konzentrierte Fahrt. Welche andere Tätigkeit fällt einem so ein, die man 3 Stunden am Stück bei voller Konzentration bewältigt?

Beim aktuellen Stand der Technik ist ein Elektroauto in der Regel in vielleicht 25 Minuten schon wieder bei 80 %, wenn man mit 10 % eine Ladesäule ansteuert. Oder am Beispiel des ID. Polo: in 10 Minuten hat man 70 bis 100 Kilometer nachgeladen.

Das Gegenargument höre ich schon: "Aber dann verliere ich ja X Zeit auf einer Strecke von Y Kilometer." Diese Denke sehe ich als falsch an. Warum? Schlicht, weil man eben keine Zeit "verliert", sondern weil man Konzentration gewinnt und eher sicher ans Ziel kommt.

Das Beispiel mit dem armen Studenten, der zur 400 km entfernten Uni pendelt. Der wird das wie oft machen? 1x pro Woche? Nehmen wir mal an, dass es wirklich keine gescheite Zugverbindung gibt: Dann ist doch eine Pause kein Problem. Wobei ich mir als Student gar kein Auto leisten konnte. Aber ich hatte auch die Möglichkeit in meiner Heimatstadt studieren zu können den Weg in der Regel mit Öffis oder dem Fahrrad bewältigt. Das mag bei anderen Leuten anders aussehen, aber das Beispiel halte ich trotzdem an den Haaren herbeigezogen und es erscheint mir wenig repräsentativ.

Mein erstes E-Auto war übrigens das erste i3-Modell. 400 km Strecke einfach quer durch die Republik? Auch damals (also 2013) schon möglich. Ich muss aber auch dazu sagen, dass der Hund den Takt vorgegeben hat. Autofahren war doof und von daher haben sich die Bedürfnisse von Auto und Hund perfekt ergänzt. (Ein Mietauto oder das Fahren mit dem Zug wären übrigens auch gangbare Alternativen gewesen.)

Aus der Perspektive muss ich mich doch wundern, dass auch bei doppelter oder dreifacher Reichweite (zu niedrigeren Einstiegspreisen – sogar trotz Inflation) immer noch Reichweitenangst zu herrschen scheint. E-Autos haben so viele Vorteile. Aber die Reichweite – mit einer Ladung wohlgemerkt – ist das eine Kriterium, auf dem immer wieder herumgehackt wird.

Noch mal: Handelsvertreter und Leute mit ähnlichem Fahrprofil nehme ich außen vor. Aber es kann mir doch keiner erzählen, dass die meisten Menschen ständig Hunderte Kilometer irgendwo hin müssen oder wollen. Wenn man freiwillig so viel Zeit im Auto verbringt, würde ich sogar tatsächlich von verlorener Zeit sprechen wollen.

Was ich sagen möchte: Schaut euch doch bitte ehrlich euer Fahrprofil an. Ich würde mal behaupten, dass in den meisten Fällen die Kurzstrecke überwiegt. Und die wenigen Langstrecken sollte man meiner Meinung nach nicht versuchen durchzuprügeln; zur eigenen Sicherheit und der aller anderer Verkehrsteilnehmer. Zudem kommt man dann auch entspannter am Ziel an.

Und vielleicht bemerkt man nebenbei noch, was alles mit Zug, ÖPNV, Fahrrad oder zu Fuß machbar ist. Nach dem i3 (am Ende mit 42 kWh Akku – ca. 38 kWh nutzbar) ist es bei mir kein Auto mehr geworden. Meine Lebensumstände haben sich geändert und ein Auto wäre zwar hin und wieder für den Transport nett, aber da habe ich hier die Möglichkeit (elektrisches) Car-Sharing zu nutzen. Langstrecke ist dann Zug oder Mietauto.

Reizen würde mich vielleicht noch eine Mia. Das Konzept finde ich nach wie vor spannend. Da lasse ich auch gelten, dass das nichts für lange Strecken ist.

Zu den beiden Modellen aus dem Artikel: Ja, BMW und VW machen ihre Hausaufgaben. Das ist – je nach Anspruch und Preisniveau – durchaus interessant. Aber wie @System 6.0.1 schon so treffend geschrieben hatte: Individualverkehr per eigenem Auto ist keine Lösung, sondern Teil mehrerer Probleme. In dieser Hinsicht fasziniert mich, dass die deutsche Autoindustrie auf "weiter so" besteht, statt Angebote zu intelligenten Mobilitätslösungen zu machen.
+15
Orbital
Orbital09.05.26 11:38
Seit ca. 3 Jahren bin ich beruflich elektrisch unterwegs und alle meine Vorurteile sind nicht bestätigt worden. Mindestens einmal im Monat auf Langstrecke und ohne Panik, dass man mal leer läuft. Die Ladepausen nutze ich meist zum arbeiten am Laptop. Das ist alles viel einfacher und entspannter als ich zu Anfang erwartet habe.

Zum Wagen selbst: Derzeit fahre ich einen Smart #1 und kann das Leasingende kaum erwarten. Die Software als auch der Support sind eine einzige Katastrophe. Nicht mal das Radio funktioniert fehlerfrei. Navigation, Verkehrszeichenerkennung, Sprachsteuerung sind durchweg mangelhaft. Updates mit Verbesserungen werden versprochen, kommen aber nicht. Zum Glück gibt es CarPlay, sonst wäre ich unterwegs aufgeschmissen. Mercedes ist nur für Design, Vertrieb und (teuren) Service zuständig, hergestellt wird er bei Geely in China.

Aufgrund meiner Erfahrungen, kann ich nur jedem raten sich als allererstes die Software genau anzuschauen und sich eines guten Supports zu versichern.
+13
sudoRinger
sudoRinger09.05.26 11:51
ohne22
Das Beispiel mit dem armen Studenten, der zur 400 km entfernten Uni pendelt. Der wird das wie oft machen? 1x pro Woche? Nehmen wir mal an, dass es wirklich keine gescheite Zugverbindung gibt: Dann ist doch eine Pause kein Problem. Wobei ich mir als Student gar kein Auto leisten konnte. Aber ich hatte auch die Möglichkeit in meiner Heimatstadt(ohne Worte!) studieren zu können den Weg in der Regel mit Öffis oder dem Fahrrad bewältigt. Das mag bei anderen Leuten anders aussehen, aber das Beispiel halte ich trotzdem an den Haaren herbeigezogen und es erscheint mir wenig repräsentativ.
Ich bin als Student jahrelang lang mit dem Auto 300 bzw. 400 km je Strecke gefahren. Da Auto war in der Regel rappelvoll. Das Auto habe ich mir als Student selbst gekauft mit Geld aus Praktika und Studentenjob. Früher konnten sich Studenten selbst ein Auto kaufen, heute wäre das für mich nicht vorstellbar, außer man hat die passende Familie.

Meine Nichte (Umweltstudium, Friday for Future-Proteste) fährt einen SUV geleast vom Vater. Da wird natürlich nicht drüber gesprochen, aber die Realitäten ...

Es ist nun mal ein Unterschied, ob ich mir ein günstiges Auto kaufen kann und trotzdem (unter Komforteinbußen) alle Mobilitätsanforderungen erfüllen kann, oder ob das nur mit einem teuren Auto möglich ist, weil nur in teueren Autos die beste Ladetechnik und die größten Akkus sind.

Und das meine ich mit politischen Auswirkungen: Da gibt es eine alte Arbeiterpartei, ihr erinnert Euch? Ihrer alten Klientel, die nicht unbedingt in Berlin wohnt, wird gesagt, 'ist doch alles kein Problem, kauf Dir ein Elektroauto'. Merkt ihr nicht die explosive Stimmung, die da entsteht? Wie entrückt seid ihr?

Ich fahre übrigens im Schnitt so sagen wir 30 km am Tag. Im Median dürften das überwiegend Strecken von 100 bis 600 km sein. Sprich meistens steht der Wagen und wird ansonsten für Termine genutzt. Es ist halt nicht jeder ein Pendler in die nächste Stadt.
0
Macs0409.05.26 12:05
sudoRinger
Und das meine ich mit politischen Auswirkungen: Da gibt es eine alte Arbeiterpartei, ihr erinnert Euch? Ihrer alte Klientel wird gesagt, 'ist doch alles kein Problem, kauf Dir ein Elektroauto'. Merkt ihr nicht die explosive Stimmung, die da entsteht? Wie entrückt seid ihr?
Dass die "alte Arbeiterpartei" sich von ihren Anfängen entfernt hat, ist deren Problem. Viele ihrer Klientel haben sich auch entfernt, ich kenne diverse "Arbeiter", die sind nebenbei Vermieter, jonglieren mit Aktien in 5-stelliger Größenordnung etc.

Klientel wie mich, Mieter deren Einkommen zu 40% für die Miete draufgeht haben die längst verloren. Zu oft haben sie die Zukunft versprochen und die Vergangenheit gewählt. Statt Klimageld und Verkehrswende eine neue Autoprämie, die mich nicht abholt, weil ich schlecht meinen Riester für einen Id.Polo auflösen kann.

Das Problem ist allerdings ein anderes: wir drücken uns elegant vor der Frage, wie wollen wir in Zukunft leben? Wie können wir das alles (z.B. die Beamtenpensionen, Gesundheitskosten, Renten etc) lauffähig halten? Bei zunehmend älterer Gesellschaft? Wie kommen wir realistisch auf CO2-Neutralität, wenn es seit Jahren in Gebäuden und Verkehr stagniert? Was ist sinnvoll, was ist drüber?

Das klingt den Meisten zu sehr nach Verteilungskampf, aber genau darum geht es den Menschen. Die überwältigende Mehrheit findet, Reichtum und Lasten sind in DE ungleich verteilt.

Und dass die rechtsextremen Verfassungsfeinde Migration als "Mutter aller Probleme" ausgemacht haben, kam dem konservativen Lager, aber auch der "alten Arbeiterpartei" ganz gut zu pass. Müssen sie dann doch nicht liefern, sondern können stattdessen weiter ins gestern steuern. Keiner fragt wo unser Land wäre ohne die 50000 ausländischen Ärzt*innen, die 100000nden Busfahrer_ & Pfleger*innen. Man schimpft über den teuren (aber de Fakto noch immer zu billigen) Sprit und dass der Urlaub und das Fleisch so teuer geworden sind, aber rafft gar nicht dass das Luxus ist - meine Kindheit bestand aus Ferien im Freibad bspw und gegrillt wurde nur bei besonderen Anlässen, aber die Wurst gab es noch vom Fleischer im Ort.
Man beschwert sich übers Gendern und ignoriert dass Frauen seitdem ich denken kann in diesem Land vorsichtiger sein mussten, und Zuhause in vielen Fällen nicht sicher waren.

Es ist an der Zeit den Diskurs zu verschieben: statt eückwärtsgewandter Warnung vor dem Linksruck den es in diesem Land nicht gegeben hat ein ehrliches "wie wollen wir in Zukunft leben"... Da könnte die "alte Arbeiterpartei landen. Mit realistischen Visionen
+27
istefan09.05.26 12:17
Dunnikin
Da ich seit einer halben Ewigkeit Toyota fahre und manche davon 17 Jahre und 500.000 km lang und all die Zeit ohne einen einzigen Defekt oder gar Strom, aber nur mit 6A gesichert. Die Leitung ist fast 100 Jahre alt. Ein Auto zu laden würde ewig dauern, wenn es überhaupt ginge.

Keine Wallbox, aber dafür haben Sie eine Tankstelle auf dem Berg? Eine Wallbox ist ein Komfortfaktor, aber kein Muss!
-3
colouredwolf09.05.26 12:35
Ich träume manchmal. Und jedes Mal mehr, wenn ich in der Schweiz, China oder gar Japan unterwegs bin.
In Japan seit 30 Jahren. Und 99% der Fahrten in Öffis. Selbst wenn man 500km in das letzte Bergdorf der japanischen Alpen fährt, weiß man auf die Sekunde genau wann man ankommt.
Es läuft alles so präzise, so zuverlässig (warum ist die japanische Atomuhr die präziseste der Welt, hundert mal genauer wie die zweitpräziseste? Sie wird minütlich mit den Ankunftszeiten von Tokyo Station synchronisiert).

Mit Öffis kann man viel mehr Menschen viel schneller, mit weniger Verspätung und vor allem sicherer von A nach B transportieren.
Man benötigt erheblich weniger Verkehrsfläche. Man schenkt den Menschen lebenswerte Lebenszeit.

Ein erster Schritt wird hier autonomes Fahren in den Städten sein. Damit Stehzeuge in Fahrzeuge gewandelt werden. Und man plötzlich mit 5% bis 10% der Individualfahrzeuge dieselbe Transportleistung erbringt.

Ein zweiter Schritt, der uns dann auch sehr viel Geld spart, ist der Rückbau von Straßen und Neubau von Schienen.
Es muss nicht so perfekt sein wie in Japan. Öffis wie in China würden reichen. Oder auch Schweizer Niveau wäre akzeptabel.
+10
colouredwolf09.05.26 12:40
penumbra

Ist gerade von BYD vorgestellt worden: 4-sitziges Cabrio. Aber hinten vermutlich ähnlich wenig Platz wie beim 911 Cabrio
+1
dogdoc09.05.26 12:40
An dem Tag, an dem der Akku Winters wie Sommers dieselbe Reichweite hat und in 5 Minuten lädt, an genau diesem Tag bestelle ich ein Elektroauto.
Um genügend CO2 neutralen Strom zu liefern, muss Deutschland allerdings noch wieder in die Kernenergie einstiegen.
-42
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