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REWIND Themenausflug: Die deutschen Autobauer kommen langsam wieder in die Spur – Beispiel VW und BMW

Beispiel 1. Der VW ID. Polo

Da wäre zunächst der neue ID. Polo von VW. Die Wolfsburger scheinen mit diesem neuen Modell endlich – ENDLICH! – begriffen zu haben, das es eine ganze Reihe von Dingen gibt, die sie nie hätten ändern sollen, weil sie schon immer gut waren – und nicht etwa altmodisch. Erstens das Design herkömmlicher Verbrenner. Der neue ID. Polo sieht wieder aus wie ein richtiges Auto, statt wie ein Akkuspielzeug auf Rädern. Er ist auch dank geschickt integrierter und verbesserter Akkutechnik nicht mehr unnötig auf SUV-Maße hochgebockt, sondern sieht wie ein ganz normaler aber durchaus eleganter Kleinwagen aus. Sehr Modern, aber dennoch vertraut. Dezent, aber schick.


Technisch gesehen dringt mit dem ID. Polo auch das Kleinwagen-Segment so langsam in Bereiche vor, die als umfangreich ausgestattet und durchaus luxuriös zu bezeichnen sind. So gibt es für den Elektro-Polo optional sogar elektrische Sitze mit Massagefunktion, Lenkradheizung und andere Komfort-Features, vor allem viele Assistenzsysteme, die bislang nur in höheren Klassen zu finden waren. Ob diese auch den nötigen praktischen Reifegrad haben, muss sich erst noch erweisen.


Viel wichtiger ist, dass die Batterietechnik langsam aber stetig immer besser wird. Die Leistungsdaten des ID. Polo, der zunächst in zwei Ausstattungsvarianten erhältlich ist (Im Herbst kommt noch die günstigste Einsteigervariante und nächstes Jahr der GTI), sind recht vielversprechend. Klar, ein Langstreckenauto ist auch dieser Elektro-Polo nicht gerade mit seinen maximal 454 km Reichweite nach WLTP, was real wohl eher um 300-350 km bedeutet. Noch weniger Reichweite sind es in der Einstiegsvariante mit kleinerem Akku. Aber für einen Stadtwagen oder Kurzstreckenpendler ist das ok.


Entscheidend aus meiner Sicht ist hier, dass der ID. Polo einen sehr erwachsenen und reifen Eindruck macht. Innen wie außen. Brauchbar! Kein Spielzeug für Early Adopters oder Öko-Trendsetter, sondern ein Fahrzeug für die Massen.

Woran sich hingegen nicht viel geändert hat, ist die Preisstruktur. Zwar verspricht VW mit der ab Herbst verfügbaren Basisversion einen Preis von „unter 25.000 Euro“ (übersetzt: 24.995 Euro), aber diese Ausstattungsvariante ist dann auch massiv gestrippt und auf das Allerwesentlichste reduziert. Schön für Puristen und Sparfüchse, aber real gesehen bewegt sich ein ordentlich ausgestatteter ID. Polo doch eher im Bereich um 35.000 Euro, bis hin zu über 40.000 Euro. – Für einen Kleinwagen, wohlgemerkt. An dieser Front dürften die Chinesen also auch weiterhin Landgewinne machen.


Dennoch: Der ID. Polo, der endlich wieder schöne haptische Tasten einsetzt, neben einem großen 13“ Monitor auf der Mittelkonsole auch ein zentrales „Tachometer“-Display hat, auf bescheuerten Klavierlack verzichtet und auch sonst alle richtigen Knöpfe an meiner Autoseele drückt, macht Hoffnung, dass unsere Automobilindustrie doch noch nicht hoffnungslos abgehängt ist.

Kommentare

froyo5209.05.26 08:27
Der ID.Polo ist ein interessantes Auto, der BMW i3 viel zu teuer. Ich selbst fahre seit Jahren einen VW ID.3 (derzeit die aktuelle Version) und bereue das nicht. Der kommende VW ID.3 Neo geht dann die Richtung des ID.Polo. Werde demnächst dennoch auf den VW ID.Cross (kommt ab dem Juli) umsteigen, in welchem man etwas höher sitzt und somit auch das Einsteigen leichter fällt. Ich habe den Umstieg vom Verbrenner auf Elektro nie bereut, im Gegenteil, es gibt nichts Schöneres.
+4
Quickmix
Quickmix09.05.26 08:43
Ganz genau auch bei mir. Ich fahre seit Anfang 2023 nur noch elektrische Antriebe. Der Fun Faktor ist einfach unschlagbar für mich.
froyo52
Der ID.Polo ist ein interessantes Auto, der BMW i3 viel zu teuer. Ich selbst fahre seit Jahren einen VW ID.3 (derzeit die aktuelle Version) und bereue das nicht. Der kommende VW ID.3 Neo geht dann die Richtung des ID.Polo. Werde demnächst dennoch auf den VW ID.Cross (kommt ab dem Juli) umsteigen, in welchem man etwas höher sitzt und somit auch das Einsteigen leichter fällt. Ich habe den Umstieg vom Verbrenner auf Elektro nie bereut, im Gegenteil, es gibt nichts Schöneres.
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Bluebox3409.05.26 08:55
Als ich diesen Artikel anfing zu lesen, dachte ich mir so: also wenn er Beispiele bringt dann vermutlich den ID.Polo und den i3 Neue Klasse. Und siehe da…..:) P.s.: Ich fahre einen Cupra Born und das Einzige was nervt, ist der Spurhalteassistent der Pong spielt und vor jeder Fahrt ausgeschaltet wird. Ansonsten ist dieses Fahrzeug klasse und ich bereue keinen einzigen Tag. Stromern gehört die Zukunft, allein schon wegen dem Wirkungsgrad.
+1
molly7809.05.26 09:04
Sind seit 2021 umgestiegen den i3s hat meine Frau immer noch und pendelt damit täglich. Ein ein geiles Fahrgefühl.
0
PeKaEm
PeKaEm09.05.26 09:11
Sehr gutes Plädoyer für den elektrischen Abtrieb! Es gibt dazu in fast allen Belangen keine bessere Alternative.
Nur leider sind gerade die E-Modelle von BMW so unfassbar hässlich! Mein 530xd (F10) war dagegen wunderschön.😏
-1
System 6.0.1
System 6.0.109.05.26 09:30
Stromern gehört die Zukunft, alleine schon wegen des Wirkungsgrades.

Ich besitze ein Fahrzeug (Verbrenner) und möchte einen weiteren Punkt einbringen: Der Individualverkehr an sich ist ein riesiges Problem. Besonders in den Städten. Und nicht nur der private Individualverkehr.

Ich kann die Faszination Auto gut verstehen, keine Frage. Aber unser Lebensraum wird vom Automobil regelrecht beherrscht. Und das zunehmend von Fahrzeugen, die mehrere Tonnen schwer eine Person von rund 0,1 Tonnen transportieren soll, und gleichzeitig den Schimpfnamen „Straßenpanzer“ immer mehr gerecht werden.

Der gewerbliche Individualverkehr sorgt, aus Mangel an ernstzunehmenden Alternativen, für übervolle Fernstraßen.

Alles das ist weder effektiv, noch eine elegante Lösung, an der auch die Antriebsart nur wenig ändert. Ich habe als Kind noch auf der Straße gespielt. Das sehe ich seit 25 Jahren kaum noch.

Es mag Gegenden geben, wo das anders ist, die ändern aber nichts an der Gesamtsituation.

Was hier hilft ist IMHO eine Abkehr vom Individualverkehr in den Städten — je größer/voller die Stadt, desto rigoroser. Innerstädtischer Verkehr muss von den zentralen Verkehrsadern bis in die Wohnbereiche hin zunehmend auf ÖPNV, Fahrrad und hin zu Fußwege verlegt werden.

Nochmal: Ich kann die Faszination Auto gut verstehen, keine Frage. Aber unser Lebensraum wird vom Automobil regelrecht beherrscht.

Mir scheint, das ist nicht gut. Weder für die Umwelt, noch für uns Menschen. Und schon garnicht für unser soziales Leben.

PS: Ich fände es angemessen, meinen Kommentar als Ganzes zu bewerten, und nicht gleich wegen eines unglücklich gewählten Wortes zum Tode zu verurteilen. Danke.
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
+6
macfreakz09.05.26 09:38
BMW gefällt mir generell super, aber 75.000 Euro? So viel Geld investiere ich doch nicht in ein Auto mit rapidem Wertverlust. Ich weiß nicht, warum die Leute es doch kaufen… Leasing? Firmenwagen?
+3
42day09.05.26 10:05
Dieser Artikel stimmt doch sehr froh. Nun kommen die „Stromer“ in praktikableren Bereichen an. Nur die Preise sind angesichts der eigentlich geringeren Material- und Produktionskosten meiner Meinung nach (noch) überzogen. Mein nächstes Auto wird ganz sicher ein E-Auto. Natürlich würde man sich auch freuen, wenn die deutschen Strompreise sich zumindest auf den europäischen Durchschnitt reduzieren würden.
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CJuser09.05.26 10:14
Zum ID. Polo:
Ein großer Negativpunkt ist leider weiterhin die eher niedrige Ladeleistung aufgrund der 400V-Architektur. Das wird wohl auch weiterhin für viele der Grund sein, eher zur größeren Akkukapazität (ggf. sogar zum ID.3 Neo) zu greifen.
Der GTI wird übrigens nächste Woche (15.06.) vorgestellt. Ganz in Tradition zum damaligen GTI-Treffen am Wörthersee.

Zum i3 bzw. der BMW Neuen Klasse:
Es ist sehr erfreulich, dass man weiterhin eine Auswahl an Modellen anbietet. Selbst das es einen i3 Touring (Kombi) geben wird. Als letztes folgt der iX4 als SAC (SUV Coupé). Und alle auch mit einem „kleineren“ knapp 80 kWh Akku.
Die Sportabteilung hat sogar bereits gesagt, dass der kommende elektrische M3 ein besseres Handling haben wird, wie der Benziner M3.
Leider fallen zurzeit noch Modelle wie Coupé und Cabriolet - sollen aber angeblich als i4 kommen - vor allem Roadster hinten rüber. Mal abwarten, was sich da in den nächsten 10 Jahren noch tun wird.
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