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Petition für Siri AI & Apple Intelligence in der EU – doch Argumentation ist recht einseitig

Auf der Keynote zur Worldwide Developers Conference 2026 stellte Apple unter anderen eine neue Generation von Siri mit dem Namen "Siri AI" wie auch diverse neue Features für Apple Intelligence vor. Doch direkt auf der Keynote gab es erstmal Ernüchterung für Nutzer in der Europäischen Union: Vorerst, so Apple, seien die Neuvorstellungen nicht in der EU verfügbar, zumindest nicht auf dem iPhone und iPad. Der Mac ist von dieser Einschränkung nicht betroffen.


Digital Markets Act der EU als Grund
Der Grund ist der Digital Markets Act der Europäischen Union – und hier gilt Apple bezüglich des iPhones und iPads als so genannter "Gatekeeper". Siri AI und Apple Intelligence greifen tief ins System ein und verwenden viele Nutzerdaten auf dem Gerät. Ein Dritthersteller könnte dieser Funktionalität aufgrund mangelnden Programmierschnittstellen auf diesen Geräten nicht ebenfalls anbieten – und genau hieran stört sich die EU: Apple nutzt seine eigene Marktmacht, um effektiv Konkurrenz zu verhindern. Die EU wie auch Apple nahmen Stellung zu dieser schwer lösbaren Problematik.

Petition gestartet
Eine Petition, welche zum aktuellen Zeitpunkt rund 10.000 Zeichner fand, will nun die Europäische Union wie auch Apple zum Einlenken bewegen. Die Argumente sind grob, dass Zugriff auf Features kein Privileg sei, sondern jedem zur Verfügung stehen müsse. Ferner seien Regulatorien nicht dafür gedacht, neue Funktionen zu verhindern, sondern Nutzer zu schützen. Außerdem würden so Nutzer in der EU im Vergleich zu anderen Märkten benachteiligt, da diese nicht die neusten Werkzeuge nutzen könnten.

Argumentation einseitig – und Lösung nicht einfach
Leider ist die Argumentation recht einseitig, denn das Problem ist komplexer als in der Petition dargestellt: Der Digital Markets Act hat zum Ziel, "Gatekeeper" wie beispielsweise zu Teilen Apple, daran zu hindern, marktbeherrschende Stellungen auszunutzen – und in letzter Konsequenz Konkurrenz zu unterbinden und so Kunden zu schaden.

Apple nutzt mit Siri AI Schnittstellen auf dem iPhone und iPad, welche anderen Herstellern am Markt nicht zur Verfügung stehen – und dies verhindert effektiv, dass ein anderer Hersteller einen ähnlichen Dienst anbieten kann. Eine Freischaltung solcher Schnittstellen seitens Apple, wie sie Siri AI nutzt, könnte jedoch zu einem großen Datenschutzproblem führen, da der Apple-KI-Dienst wohl fast alle Nutzerdaten auf den Geräten auslesen kann. Apple schlug der EU einen "Trusted System Agent" vor, welcher gezielt Zugriffe auf sensible Kundendaten gewährt, doch hier gibt es wohl Unstimmigkeiten bezüglich des Zeitplans der Einführung.

Kommentare

sudoRinger
sudoRinger15.06.26 08:44
MTN
Eine Freischaltung solcher Schnittstellen seitens Apple, wie sie Siri AI nutzt, könnte jedoch zu einem großen Datenschutzproblem führen, da der Apple-KI-Dienst wohl fast alle Nutzerdaten auf den Geräten auslesen kann.
Da muss man sich doch fragen, ob man wirklich möchte, dass alle Nutzerdaten von Apple ausgelesen werden können.
Mastodon
There is some kind of irony in how Apple isn't allowing Europe access to the new AI stuff; and meanwhile for the US, Apple is removing the setting for us to opt-out of it, effectively forcing it on us.

Während in der EU Apple AI nicht aktiviert werden kann, lässt es sich in den USA nicht ausschalten!
+15
L-E15.06.26 08:45
Ich glaube mittlerweile, dass dahinter seitens Apples etwas ganz anderes steckt. Bei der WWDC-Vorführung sagte Federighi zwei Sätze, die ein wenig untergingen. Aber sinngemäß lauteten die, dass "einige" Funktionen kostenlos sein werden. Heißt im Umkehrschluss, andere eben nicht. Apple geht weiter mit der Abo-Strategie, wird immer mehr Apps und Dienste nur noch in Abo-Paketen anbieten und sich zusätzliche Funktionen vergüten lassen. Die Bereitstellung von Diensten kostet Geld, daher werden immer mehr Dienste nicht mehr kostenlos sein. Die Zeiten, wo man mit den hohen Preisen für Rechner auch die kostenlose Nutzung aller von Apple angebotenen Programme und Dienste nutzen konnte, werden nach und nach beendet. Übrig bleiben am Ende nur noch Rumpf-Funktionen.

Kommen nun andere Anbieter ins Spiel, denen Zugriff auf Schnittstellen und Funktionen gewährt werden muss, kann Apple diesen Markt nicht selbst ausbeuten.

Und ich glaube, dass Apple deshalb die Regeln der EU möglichst umschiffen, wenn nicht gar beseitigt wissen will. Daher die Verzögerungen.
+12
Tbskttnr
Tbskttnr15.06.26 09:51
Früher oder später werden sie „einknicken“ und eine Lösung finden. Finde es tatsächlich gut, dass die EU die großen Konzerne „zwingt“, dass sie andere Dienste zulassen. Ob man es nutzt oder nicht, dass kann der Endverbraucher selbst entscheiden.

Bin mir sicher, dass sie zeitnah sogar eine Lösung haben, da gerade das Smarthome-Feld bei Apple ausgebaut wird. Finde die HomePods mit der aktuellen Siri ganz gruselig. Da ist Alexa weiter… benutze beide Systeme. Und wenn Google jetzt um die Ecke mit seinen Speaker kommt, dort Gemini ohne Beschränkungen läuft, dann werde ich mich auch dort mal umschauen. Letztendlich ist es Wurst, mit was man steuert. Solange das Ding einen versteht und das macht, was man will. bei Apple muss ich zu viel selbst denken, was sie verstehen könnte oder nicht.
-2
Metty
Metty15.06.26 10:11
Tbskttnr
Finde es tatsächlich gut, dass die EU die großen Konzerne „zwingt“, dass sie andere Dienste zulassen. Ob man es nutzt oder nicht, dass kann der Endverbraucher selbst entscheiden.

Dafür wollte ich Dir einen Daumen nach oben geben ...
Tbskttnr
Letztendlich ist es Wurst, mit was man steuert. Solange das Ding einen versteht und das macht, was man will.

... und für diesen Absatz einen Daumen runter.

Die Speaker haben akustischen Zugriff auf jedes gesprochene Wort im Raum. Da muss ich mich einfach darauf verlassen können, dass niemand damit Schindluder treibt. Bei Apple weiß ich, daß ich für den Datenschutz mit bezahle und traue ihnen über den Weg. Bei Amazon und Google bin ich mir da weniger sicher. Deshalb ist der Hersteller der Speaker, die bei mir ins Haus kommen nicht "Wurst".
+12
AJVienna15.06.26 10:25
Ich denke der EU geht es nicht um den Schutz der User Daten, sonst wäre WhatsApp mittlerweile verboten. Es geht primär um mehr Wettbewerb. Das soll primär die Industrie stärken und damit zumindest langfristig Auch den Konsumenten. Das ist natürlich diametral zu dem was die USA für eine Politik betreiben.

Prinzipiell finde ich offene Systeme gut, aber WhatsApp zeigt das die meisten Menschen sich nicht über die Konsequenzen im Klaren sind oder sie zumindest verdrängen. Es ist also eine schwierige Gradwanderung. Und Hintertüren öffnen ja auch Hackern Tür und Tor. Genau wie bei der Verschlüsselung kann das hier also böse ausgehen.

Und genau genommen sollte auch Apple deutlich machen wann etwas an einen Server geschickt wird zumal auch dann NSA und Co zumindest über die Kommunikation Zugriff haben.
+4
WahrFa15.06.26 10:51
Mehr Wettbewerb ist ein Scheinargument, jede bisherige Öffnung (siehe Browser oder Kartendienst) hat bisher nur einem geholfen - Google. Dessen Marktanteile sind weiter gestiegen, nicht weil die Dienste so toll wären, sondern weil massiv Propaganda für Google betrieben wird, auch aufgrund dessen, dass man mit Googlefreundlicher Berichterstattung mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Reichweite bei Google Suche und Google News bekommt. Nur ein Zerschlagen von Google würde dieses Thema lösen, solange die EU das nicht macht, machen sie sich nur absichtlich oder unabsichtlich zu Googles Gehilfe.

Bitte nicht falsch verstehen, im Grundsatz finde ich die Öffnungen, die bei Apple erzwungen werden absolut richtig, man muss das aber zu Ende denken.

Beispiel: damals als Microsoft die Browserwahl einführen musste, hat das nicht nur den Marktanteil des Internet Explorers deutlich gesenkt, sondern auch Firefox und Opera Marktanteile sind nachweisbar deutlich gesunken, nur Google Chrome hat profitiert.
+6
System 6.0.115.06.26 10:57
Tbskttnr
Früher oder später werden sie „einknicken“ und eine Lösung finden.

Diese Lösung ist bereits geplant, und soll DMA-konform umgesetzt werden. Apple wünscht sich lediglich 18 Monate Zeit für die Umsetzung. Für diese 18 Monaten bittet Apple seine proprietäre Lösung trotzdem verkaufen zu dürfen.

Und das geht aus mehreren Gründen nicht.

1. Wenn Apple einen Aufschub bekommt, ist der ganze DMA in Gefahr, weil dann jede beliebige Datenkrake Aufschub für jeden beliebigen Paragrafen des DMA einen Aufschub will.
2. Wenn Apple länger braucht als 18 Monate, müssen dann die inzwischen verkauften Geräte von dem Dienst ausgeschlossen werden? Wie? Und wenn Apple das nicht kann/macht, wie soll die EU dann reagieren?

Entweder eine Regel gilt, oder sie gilt nicht. Sobald eine Regel „aufgeweicht“ wird, kann man sie auch gleich kippen. Und hier zeigt die EU Rückgrat.

Gut so.
+8
System 6.0.115.06.26 11:02
AJVienna
Ich denke der EU geht es nicht um den Schutz der User Daten, sonst wäre WhatsApp mittlerweile verboten.

Meta steht kurz davor WhatsApp in Europa einstellen zu müssen, weil sie ihre Marktmacht ausnutzen. Sobald ich die Meldung finde, hänge ich sie gerne an …
+7
panfire15.06.26 11:23
Ich freue mich auf den Tag, wo es heisst: Meta habe von 13 Mio. iPhones sämtliche Daten abgezogen: E-Mail, Adressbuch, Browser-History u. s. w. Gut, vielleicht ist Meta nicht die richtige Adresse, die würden so was ja nie machen … aber es gibt doch Firmen, bei denen ich mir das vorstellen kann. 

Vielleicht ein wenig polemisch, aber nur bis dann es passiert ist.
Als die Menschheit begann Schuhe zu tragen, hat sie den Boden unter den Füssen verloren.
+2
RobRoy15.06.26 12:01
Ist dieser Teil nicht ein fast ein Eigentor ?

Apple nutzt mit Siri AI Schnittstellen auf dem iPhone und iPad, welche anderen Herstellern am Markt nicht zur Verfügung stehen – und dies verhindert effektiv, dass ein anderer Hersteller einen ähnlichen Dienst anbieten kann. Eine Freischaltung solcher Schnittstellen seitens Apple, wie sie Siri AI nutzt, könnte jedoch zu einem großen Datenschutzproblem führen, da der Apple-KI-Dienst wohl fast alle Nutzerdaten auf den Geräten auslesen kann.

Ich meine wie sind meine Daten vor Apple geschützt … nach der Argumentation garnicht oder nur per Apples Versprechen
-1
System 6.0.115.06.26 12:14
Korrektur: META droht Zwangsgeld, keine „Sperrung“

System 6.0.1
AJVienna
Ich denke der EU geht es nicht um den Schutz der User Daten, sonst wäre WhatsApp mittlerweile verboten.

Meta steht kurz davor WhatsApp in Europa einstellen zu müssen, weil sie ihre Marktmacht ausnutzen. Sobald ich die Meldung finde, hänge ich sie gerne an …

Heise schreibt am 10.6.25:

„Die EU-Kommission hat Meta Platforms angewiesen, WhatsApp für konkurrierende KI-Chatbots kostenfrei zu öffnen. Das soll der Facebook-Konzern innerhalb von fünf Arbeitstagen umsetzen, sonst drohen Zwangsgelder in erheblicher Höhe.“

Interessanterweise aus einem ählichen Grund wie der hier besprochene: freie Wahl der KI-Modelle

„Meta Platforms hat den eigenen KI-Chatbot „Meta AI“ in WhatsApp integriert, aber das soll nach Ansicht der EU-Wettbewerbshüter anderen Anbietern nicht verschlossen bleiben.“

Anstatt aber um einen Aufschub zu bitten, wie Apple es macht, zeigt Zuckerberg seinen Giftzahn:

„Die Wettbewerbshüter drohten mit Zwangsmaßnahmen, woraufhin Meta im März konkurrierende KI-Assistenten temporär für ein Jahr und gegen eine Gebühr wieder auf WhatsApp zuließ.“

Die EU sollte sich nicht auf der Nase tanzen lassen. Wer in Europa auf dem Markt mitspielen will, muss sich an unsere Werte und Gesetze halten. Wir müssen ja ebenfalls akzeptieren, dass unsere Nutzung von US-Software dazu führen kann/wird, dass alle Daten, die wir mit diesen Diensten austauschen, von der Trump-Regierung gelesen werden.

Die nächsten 10 Jahre werden richtig spannend …
0
System 6.0.115.06.26 12:42
WahrFa
Mehr Wettbewerb ist ein Scheinargument, jede bisherige Öffnung (siehe Browser oder Kartendienst) hat bisher nur einem geholfen - Google. Dessen Marktanteile sind weiter gestiegen, nicht weil die Dienste so toll wären, sondern weil massiv Propaganda für Google betrieben wird, auch aufgrund dessen, dass man mit Googlefreundlicher Berichterstattung mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Reichweite bei Google Suche und Google News bekommt. Nur ein Zerschlagen von Google würde dieses Thema lösen, solange die EU das nicht macht, machen sie sich nur absichtlich oder unabsichtlich zu Googles Gehilfe.

Bitte nicht falsch verstehen, im Grundsatz finde ich die Öffnungen, die bei Apple erzwungen werden absolut richtig, man muss das aber zu Ende denken.

Beispiel: damals als Microsoft die Browserwahl einführen musste, hat das nicht nur den Marktanteil des Internet Explorers deutlich gesenkt, sondern auch Firefox und Opera Marktanteile sind nachweisbar deutlich gesunken, nur Google Chrome hat profitiert.

Und ist das nicht traurig? Tatsächlich nutzt der Mensch seine Wahlfreiheit nur selten zu seinem Vorteil, meist nur zu seiner Bequemlichkeit.

Der Marktanteil von Opera und Firefox ist in den letzten Jahren übrigens stark gesunken, weil sie an Relevanz im Smartphone-Bereich verloren haben. Zudem haben sie es nicht geschafft, neue Einnahmequellen zu finden und innovative Funktionen zu entwickeln, die Nutzer anziehen könnten.

Im Jahreswechsel 2024/25 habe ich viele grundsätzliche Änderungen in meinem Benutzerprofil durchgeführt. Eine davon ist der Umstieg auf Safari. Tja nun …

Aber zum Thema Browserwahl begünstigt Google zurück.

Was Google macht, kann die EU nicht einhegen. Aber, sie kann dafür sorgen, dass der Anwender eine Wahl hat. Chrome hatte früher nur eine Suchmaschine integriert: Google. Andere Browser haben es ebenso gemacht, um ihre Akzeptanz beim Nutzer nicht zu gefährden. Dann hat die EU gesagt, jeder muss wählen dürfen, welche Suchmaschine er voreingestellt nutzen will. Also gibt es einen Dialog vor dem ersten Start, wo man seine bevorzugte Suchmaschine wählen kann.

Und wer weiß, was er macht, wählt an dieser Stelle bewusst aus.

Die anderen wählen … Google, und fragen sich, „was soll der Blödsinn, nutzt doch sowieso jeder Google, außerdem kann man den anderen Anbietern vielleicht ja gar nicht trauen, und die Suchergebnisse sind ja sowieso schlechter, und überhaupt, die nutzen doch auch die Daten von Google, da kann ich ja gleich zu Google gehen, immer diese blöde Regulierungswut der EU, die sollen uns in Ruhe lassen, und für das viele Geld lieber mal die Schulen sanieren, …“ blahblahblah …

Halt so typische A*D-Argumente vom Stammtisch.

Das ist dann deren Sache. Die EU kann und sollte nur die Möglichkeit zur Wahl herstellen, sie sollte niemals entscheiden, was gut für uns ist.

Und exakt das passiert hier. Wo also ist das Problem?

PS: Das mit der „Googlefreundlichen Berichterstattung“ interessiert mich. Hast Du da Material zu?
+1
AJVienna15.06.26 13:26
panfire
Ich freue mich auf den Tag, wo es heisst: Meta habe von 13 Mio. iPhones sämtliche Daten abgezogen: E-Mail, Adressbuch, Browser-History u. s. w. Gut, vielleicht ist Meta nicht die richtige Adresse, die würden so was ja nie machen … aber es gibt doch Firmen, bei denen ich mir das vorstellen kann. 

Vielleicht ein wenig polemisch, aber nur bis dann es passiert ist.
War da Ironie drin, Meta wäre sicher ganz vorne mit dabei alles auf ihrem Server zu sichern dem sie habhaft werden könnten. Und dann verkaufen sie das sofort an den meistbietenden Faschisten (Unternehmen, Partei, Person kannst dir aussuchen) um Wahlen damit zu manipulieren.
+3
AJVienna15.06.26 13:32
RobRoy
Ich meine wie sind meine Daten vor Apple geschützt … nach der Argumentation garnicht oder nur per Apples Versprechen
1. Sie liegen bereits auf deinem Gerät und vermutlich zumindest teilweise in der iCloud.
2. Sie werden überwiegend nur lokal analysiert.
3. Wenn sie in die Cloud gehen ist das scheinbar nicht mehr transparent, da gibt es Verbesserungspotential. Das ist aber technisch nicht so trivial wie es für den Benutzer vielleicht aussieht.
4. Apple erlaubt audits durch unabhängige dritte. Das erhöht das Vertrauen bei mir sehr, allerdings glaube ich trotzdem das amerikanische Behörden im Zweifel Zugriff durch mitschneiden haben könnten.
+2
LoCal
LoCal15.06.26 14:08
MTN
Der Digital Markets Act hat zum Ziel, "Gatekeeper" wie beispielsweise zu Teilen Apple, daran zu hindern, marktbeherrschende Stellungen auszunutzen – und in letzter Konsequenz Konkurrenz zu unterbinden und so Kunden zu schaden.

Nach dem was die USA vor einigen Tagen mit Anthropic abgezogen, ist das auch in anderer Aspekt vom DMA. Und dabei ist es erstmal völlig egal, wie man nun zu AI steht.
Die Sache, dass die USA von einer Sekunde auf die andere befehlen können, dass Dienste für die EU bzw. für alles ausserhalb, ja sogar innerhalb, der USA abgeschaltet werden müssen ist mehr als ein Warnsignal für die EU.
Wir müssen schleunigst sehen, dass wir unabhängig werden und den Rückstand, den wir in vielen Teilen haben, möglichst schnell aufholen.
Eigentlich wäre das nun die Chance für ein gewaltiges Konjunkturprogramm, aber ich fürchte da sind die transatlantischen "Freundschaften" gerade noch zu gross.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+1
WahrFa15.06.26 14:18
PS: Das mit der „Googlefreundlichen Berichterstattung“ interessiert mich. Hast Du da Material zu?
Keine empirische Studie, wenn Du das meinst.
Aber es ist eindeutig, dass der Großteil der Presse massiv in ihrer Reichweite von Google Suche und News abhängig ist, deswegen derzeit auch überall die Bitte der Presse einen bei dem Algorithmus von Google als bevorzugte Quelle einzustellen. Auch hat Google ein Quasi-Monopol beim Werbemarktplatz und ein Beinahe-Monopol bei Werbeflächen.
Schon seit Jahren ist auffällig, dass die kritische Berichterstattung über Google mehr und mehr zu investigativen Portalen gewandert ist, in der normalen Presse ist nur noch wenig zu finden. Bei Trumps Ernennung z.B. wurde bei 90% der Presse nur von Musk, Bezos und Zuckerberg gesprochen, dass der Google CEO direkt neben Musk saß (Bilder beweisen es ja) wurde fast nirgends erwähnt. Beim Tech-Talk im Weißen Haus hatte der Google CEO gegenüber den Trumps den besten Platz und Google erhält die umfangreichsten Aufträge der Trump Regierung und entwickelt KI-Systeme für ICE und das Pentagon.
All diese Dinge kommen in der Berichterstattung etwas arg kurz, da ist ständig von Musk, Bezos und Zuckerberg die Rede. Teilweise taucht Apple mehr auf als Google.
Angesichts der Abhängigkeit in Sachen Reichweite und Finanzierung über Werbung wirft das schon massiv Fragen auf.
Andere Beispiele:
Von Tests wie bei Chip, wo das iPhone 17 Pro Max trotz rundum besserer Kamerabewertungen keine bessere Kameranote als das Samsung S26 Ultra erhält oder bei einem Kameravergleich von Connect, wo das Xiaomi Ultra angeblich das iPhone zerstört, dann schaut man sich den Test an und zuerst wurde beim iPhone die Qualität von 24 auf 12 Mpx runtergesetzt (steht im Text), bei Xiaomi wurde natürlich das Maximum genutzt und dann sind viele Bilder nahezu deckungsgleich, trotzdem steht dann darunter „auch hier hat das Xiaomi wieder das deutlich bessere Bild gemacht“ (kenne mich genug mit Fotografie aus um das Beurteilen zu können, viele Bilder sind wirklich wie kopiert, so nahe beieinander)
Vielleicht sind das alle nur Zufälle und ich habe zu sehr die Apple-Brille auf, aber ich sehe da doch seit Jahren eine Tendenz, die auch von investigativen Portalen gesehen wird, Lobbycontrol z.B. hat eine Petition zum Zerschlagen von Google gerade auch wegen der bedenklichen Macht über die Presse.
+1
AJVienna15.06.26 14:35
LoCal
Wir müssen schleunigst sehen, dass wir unabhängig werden und den Rückstand, den wir in vielen Teilen haben, möglichst schnell aufholen.
Eigentlich wäre das nun die Chance für ein gewaltiges Konjunkturprogramm, aber ich fürchte da sind die transatlantischen "Freundschaften" gerade noch zu gross.
Der „Rückstand“ ist glaube ich nicht so groß wie uns die meisten Medien weiß machen wollen (hängt vielleicht auch vom Besitzer ab). Mistral ist auch ein gutes LLM. Und ohne Zeiss/ASML gäbe es TSMC nicht und NVIDIA und Apple hätten keine Chips auf dem Niveau. Die EU hat gute Ingenieure, nur unsere Politiker könnten ein Upgrade vertragen. Die Wähler entscheiden sich leider meist für ein Downgrade in der Hoffnung das sie damit den Lauf der Dinge anhalten können.
0
LoCal
LoCal15.06.26 14:39
WahrFa
Beispiel: damals als Microsoft die Browserwahl einführen musste, hat das nicht nur den Marktanteil des Internet Explorers deutlich gesenkt, sondern auch Firefox und Opera Marktanteile sind nachweisbar deutlich gesunken, nur Google Chrome hat profitiert.

Das stimmt nicht ganz:

Wie man sieht, ging es vor allem mit dem Internet Explorer ab da steil bergab während alle anderen Browser erstmal zulegten, allen voran auch Firefox.
Chrome kam erst ein paar Jahre später in die Gänge und was da viel dazu beitrug war das Gehabe von google: Massive Features in den Browser zu bringen, die da noch nicht mal standardisiert waren und gleichzeitig der Konkurrenz Trägheit bei der Implementierung neuer Features vorzuwerfen.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+1
LoCal
LoCal15.06.26 14:44
AJVienna
LoCal
Wir müssen schleunigst sehen, dass wir unabhängig werden und den Rückstand, den wir in vielen Teilen haben, möglichst schnell aufholen.
Eigentlich wäre das nun die Chance für ein gewaltiges Konjunkturprogramm, aber ich fürchte da sind die transatlantischen "Freundschaften" gerade noch zu gross.
Der „Rückstand“ ist glaube ich nicht so groß wie uns die meisten Medien weiß machen wollen (hängt vielleicht auch vom Besitzer ab). Mistral ist auch ein gutes LLM. Und ohne Zeiss/ASML gäbe es TSMC nicht und NVIDIA und Apple hätten keine Chips auf dem Niveau. Die EU hat gute Ingenieure, nur unsere Politiker könnten ein Upgrade vertragen. Die Wähler entscheiden sich leider meist für ein Downgrade in der Hoffnung das sie damit den Lauf der Dinge anhalten können.

Zu Mistral gebe ich Dir recht, bei den Grundlagen bzw. Werkzeugen zur Chipherstellung nur teilweise, denn ja, wir haben die besten Tools, aber zu wissen wie man sie richtig nutzt bzw. das Knowhow für die Chips die damit hergestellt werden können fehlt.

Aber es geht ja nicht nur in den IT-Sektor:

Herr Altmaier hat die Führungsrolle im Bereich Solar nicht nur verschenkt, er hat die gesamte Industrie in Grund und Boden gestampft.

Bei Windkraft läuft es gerade ähnlich und bei Wärmepumpen ist die aktuelle Regierung so dämlich und lässt China hier auf Firmen-Einkaufstour gehen.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+2
LoCal
LoCal15.06.26 14:50
WahrFa
Schon seit Jahren ist auffällig, dass die kritische Berichterstattung über Google mehr und mehr zu investigativen Portalen gewandert ist, in der normalen Presse ist nur noch wenig zu finden. Bei Trumps Ernennung z.B. wurde bei 90% der Presse nur von Musk, Bezos und Zuckerberg gesprochen, dass der Google CEO direkt neben Musk saß (Bilder beweisen es ja) wurde fast nirgends erwähnt. Beim Tech-Talk im Weißen Haus hatte der Google CEO gegenüber den Trumps den besten Platz und Google erhält die umfangreichsten Aufträge der Trump Regierung und entwickelt KI-Systeme für ICE und das Pentagon.
All diese Dinge kommen in der Berichterstattung etwas arg kurz, da ist ständig von Musk, Bezos und Zuckerberg die Rede. Teilweise taucht Apple mehr auf als Google.
Angesichts der Abhängigkeit in Sachen Reichweite und Finanzierung über Werbung wirft das schon massiv Fragen auf. .

Google bleibt da eher unerwähnt, weil es keinen Namen gibt, den man damit festmachen kann.
Frag doch mal in deinem Bekanntenkreis herum wie der Name des Google CEOs ist.

Tesla? Musk, das wissen die meisten
Apple? Tim Apple/Cook
Facebook? Marc Zuckerberg (niemand wird da auch von Meta reden!)
Amazon? Bezos

Vielleicht kennen da noch welche "den Typen von ChatGPT"…

… aber sonst?
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+1
AJVienna15.06.26 15:40
LoCal
Zu Mistral gebe ich Dir recht, bei den Grundlagen bzw. Werkzeugen zur Chipherstellung nur teilweise, denn ja, wir haben die besten Tools, aber zu wissen wie man sie richtig nutzt bzw. das Knowhow für die Chips die damit hergestellt werden können fehlt.
Auch da sieht es so schlecht auch nicht aus. Sachsen ist zwar in der Fertigung nicht ganz vorn mit dabei, aber in der Forschung stark. Auch ST Microelectronics und Infinieon sind starke Player. Die nächste Generation Mobilchips von Apple werden hauptsächlich in München und graz und Linz entwickelt. Brauchst bloß auf die Stellenausschreibungen zu schauen.

Es sind halt enorme Investitionen nötig und ob die sich auszahlen ist halt aufgrund der Konkurrenz schwer zu sagen.

Anderswo wird da auf staatliche Unabhängigkeit gesetzt und dafür Subventionen eingesetzt. Wir verschwenden das Geld lieber um die alte Industrie noch ein paar Jahre am Tropf künstlich am Leben zu halten.
0
RobRoy15.06.26 18:03
Das verstehe ich aber gilt das auch garantiert wenn ki im Einsatz ist ? @@AJVienna
-1
AJVienna15.06.26 18:13
RobRoy
Das verstehe ich aber gilt das auch garantiert wenn ki im Einsatz ist ? @@AJVienna
Es gilt bis ein Server involviert ist, wie ich geschrieben habe. Danach ist die Sicherheit zwar immer noch deutlich besser, aber ein leak nicht mehr ausgeschlossen. Wenn dein Gerät gehackt wird sind deine Daten so oder so nicht mehr sicher. Ki macht es dann maximal einfacher die interessanten Daten abzugreifen.
0
Performant8418.06.26 07:39
Metty
Die Speaker haben akustischen Zugriff auf jedes gesprochene Wort im Raum. Da muss ich mich einfach darauf verlassen können, dass niemand damit Schindluder treibt. Bei Apple weiß ich, daß ich für den Datenschutz mit bezahle und traue ihnen über den Weg.
Ah ja, das Apple, das Gespräche aufzeichnete , an Drittfirmen zur Analyse weitergab (aber “natürlich nicht für Marketing”) und nun die Inhalte analysiert, die ich mir in Pages anschaue.
0
LoCal
LoCal18.06.26 14:49
Performant84
Metty
Die Speaker haben akustischen Zugriff auf jedes gesprochene Wort im Raum. Da muss ich mich einfach darauf verlassen können, dass niemand damit Schindluder treibt. Bei Apple weiß ich, daß ich für den Datenschutz mit bezahle und traue ihnen über den Weg.
Ah ja, das Apple, das Gespräche aufzeichnete , an Drittfirmen zur Analyse weitergab (aber “natürlich nicht für Marketing”) und nun die Inhalte analysiert, die ich mir in Pages anschaue.

Was Metty wohl meinte ist, dass bei Apple er durch “Hey Siri” die Aufnahme aktiviert wird. Laut Apple liegt “Hey Siri” als Pattern auf den Geräten so dass das nicht online geprüft und verschickt wird.

Bei Amazon und Google ist das anders, die hören permanent zu und schicken alles immer an ihre Server.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
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