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Die Zahlen der anderen: Quartalsergebnisse von Amazon, Meta, Microsoft und Alphabet

Apple legte in dieser Woche spektakuläre Zahlen vor, wenngleich mit etwas vorsichtigerem Ausblick aufgrund der weiterhin sehr angespannten Marktsituation. Allerdings gab es in diesen Tagen auch von anderen großen Tech-Unternehmen die Quartalsergebnisse – bei einigen bot sich ein zentrales Motiv: massiv steigende Investitionen bei schrumpfendem freiem Cashflow. Es gibt zudem erste Hinweise, bei welchen Unternehmen sich die schwindelerregenden Ausgaben für KI-Infrastruktur langsam am Umsatz ablesen lassen – hier ist vor allem Microsoft zu nennen.


Amazon mit Rekordumsatz
So erzielte Amazon erstmals mehr als 200 Milliarden Dollar Umsatz, was einem Anstieg um 20 Prozent entspricht. Allerdings: Der Nettogewinn von 62,6 Milliarden Dollar stammt zu 53,4 Milliarden Dollar aus nichtoperativen Werten, genauer gesagt der Neubewertung von Amazons Anthropic-Beteiligung. Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate rutschte indes von 18,2 Milliarden auf minus 7,6 Milliarden Dollar, dies aufgrund gestiegener Speicherpreise und höheren Ausgaben für KI-Rechenleistung/Hardware. Vor allem mit AWS konnte das Unternehmen aber glänzen. 16,6 Milliarden Dollar operativer Gewinn bedeuten einen Zuwachs um satte 6,4 Milliarden Dollar.

Um den Begriff des freien Cashflows zu erklären: Der Wert zeigt, wie viel Geld nach den laufenden Ausgaben und Investitionen übrig bleibt. Ein Wert von minus 7,6 Milliarden Dollar bedeutet daher nicht, dass Amazons Kontostand entsprechend gesunken ist, sondern dass der Konzern mehr investierte, als er aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftete.

Microsoft: Cloud-Boom schlägt hohe KI-Ausgaben
Microsoft meldete für das Ende Juni abgeschlossene Geschäftsquartal einen Umsatz von 90 Milliarden Dollar, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Der operative Gewinn stieg ebenfalls um 18 Prozent auf 40,6 Milliarden Dollar. Azure war erneut der Wachstumsmotor und legte um 43 Prozent zu. Die gesamte Microsoft Cloud erreichte 59,3 Milliarden Dollar Umsatz, 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Weniger gut liefen die klassischen Verbrauchersparten, hier musste man ein Minus von vier Prozent verbuchen. Microsoft investierte allein im zweiten Jahresquartal 41 Milliarden Dollar, rund zwei Drittel davon in vergleichsweise kurzlebige CPUs und GPUs. Anders als bei fast allen anderen Akteuren auf dem Markt sahen Anleger hier einen bereits sichtbaren Ertrag der hohen KI-Ausgaben, denn Microsofts hohe Investitionen werden durch das laufende Geschäft vergleichsweise gut getragen.


Meta: Werbegeschäft boomt, freier Cashflow bricht ein
Meta steigerte den Umsatz um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar. Davon entfielen 59,4 Milliarden Dollar auf Werbung, ein Plus von 27 Prozent. Trotzdem sank der operative Gewinn um acht Prozent auf 18,8 Milliarden Dollar, die Marge brach von 43 auf 31 Prozent ein. Darin enthalten waren Belastungen von 2,4 Milliarden Dollar aus Rechtsverfahren sowie 1,18 Milliarden Dollar für Abfindungen. Hinzu kommt das verlustreiche Metaverse-Geschäft. Reality Labs setzte lediglich 431 Millionen Dollar um, verursachte aber einen operativen Verlust von 4,62 Milliarden Dollar. Nach Bekanntgabe verlor die Aktie umgehend zehn Prozent. Anders als Microsoft, Amazon und Alphabet besitzt Meta kein großes Cloud-Geschäft, das die enormen KI-Investitionen direkt monetarisiert. Der freie Cashflow sank binnen eines Jahres von 8,55 Milliarden auf nur noch 784 Millionen Dollar, also um 91 Prozent.

Alphabet: Cloud wächst, Cashflow sinkt
119,8 Milliarden Dollar Umsatz entsprachen einem Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der ausgewiesene Nettogewinn von 112,1 Milliarden Dollar ist ähnlich wie bei Amazon nur teilweise aussagekräftig. Rund 98 Milliarden Dollar entfallen auf überwiegend unrealisierte Wertsteigerungen von Beteiligungen, insbesondere durch den Börsengang von SpaceX. Der eindeutige Star im Portfolio war die Google Cloud mit einem Umsatz von 24,8 Milliarden Dollar (+82 Prozent). Alphabet gab im Quartal rund 44,9 Milliarden Dollar für Investitionen aus und erzeugte erstmals einen negativen freien Cashflow von 5,9 Milliarden Dollar.

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