Tim Cook über erhebliche Lieferprobleme, Abos für Power-Nutzer von Siri AI – und John Ternus als Moderator


Zum Ende seiner 15-jährigen Amtszeit muss sich Tim Cook einmal mehr mit schwierigen Entwicklungen befassen, die aber genau in seine Kernkompetenz fallen: Lieferketten und Preise. Während der gestrigen Quartalskonferenz ging Apple auf "sehr erhebliche" Lieferbeschränkungen ein – und die nur begrenzten Möglichkeiten, besagte Probleme kurzfristig auszugleichen. Apple habe bereits Komponenten und Produktionskapazitäten zeitlich vorgezogen, irgendwann sei damit jedoch die Grenze erreicht. Im laufenden Quartal müsse das Unternehmen auf der Angebotsseite regelrecht kämpfen, weswegen die Umsatzprognose auch vorsichtiger als von vielen gedacht klingt.
Chipfertigung als Flaschenhals – vor allem beim MacAllerdings geht es dabei nicht nur um die vieldiskutierte Preisexplosion bei leistungsfähigem Speicher. Ein erheblicher Flaschenhals ist laut Cook nämlich auch die begrenzte Kapazität moderner Fertigungsprozesse, die man für A- und M-Chips benötigt. Im abgeschlossenen Quartal traf dies besonders den Mac, denn unter anderem der Mac Studio und der Mac mini waren nur schwer verfügbar. Hinsichtlich des Speichermarkts erwartet Cook zusätzlichen Druck auf die Marge, trotz der gerade erst vorgenommenen Preiserhöhungen.
Speichermarkt: Wenig Hoffnung auf günstigere PreiseCook wurde zudem nach zusätzlichen Speicherlieferanten gefragt. Er verwies darauf, dass der Markt im Wesentlichen von den drei Unternehmen Samsung, SK Hynix und Micron kontrolliert werde. Mehr Anbieter würden Apple auf der Lieferseite und "vielleicht" auch auf der Preisseite helfen, letzteres sei jedoch nicht sicher ("It’s unclear on the pricing side"). Man prüfe in jedem Fall weitere Möglichkeiten, was als Hinweis auf die angeblichen Verhandlungen mit dem chinesischen Hersteller CXMT zu deuten ist.
Siri AI für Power-Nutzer – und DiensteAußerdem lieferte Cook deutliche Aussagen zur Monetarisierung von Siri AI. Apple habe noch keinen vollständigen Plan, wie man mit den zusätzlichen Rechenkosten des neuen Assistenten umgehe. Einige Nutzer dürften Siri AI ganz besonders intensiv verwenden, für diese werde es "irgendwelche Upgrade-Möglichkeiten bei iCloud+" geben. Bislang nannte Apple aber weiterhin keine konkreten Limits oder Funktionsunterschiede zwischen der kostenlosen und der kostenpflichtigen Ausbaustufe. Zum Dienstebereich, genauer gesagt Abos, ließ Cook noch eine weitere Bemerkung fallen: 1,5 Milliarden bezahlte Abos verzeichne man inzwischen. Allerdings messe man zunehmend Auswirkungen, welche durch Regulierung auf verschiedenen Märkten entstehen – womit er unter anderem Kaufangebote außerhalb des App Stores meint.
"Mein letzter Earnings Call" – jetzt kommt John TernusEs sei nun sein letzter Earnings Call, fasste Cook zusammen, in Zukunft werde John Ternus durch diese Konferenzen führen und die Veranstaltung leiten. Damit bestätigte er, sich in seiner neuen Rolle als Executive Chairman nicht mehr derlei Aufgaben des Tagesgeschäfts zu widmen. Ternus war gestern übrigens ebenfalls anwesend und durfte auch seine erste Frage entgegennehmen. Auf neue Konkurrenzprodukte wie OpenAI-Hardware oder das SpaceX-Smartphone angesprochen, reagierte er knapp und vollständig inhaltsleer – die Generalprobe auf einer Analysten-Pressekonferenz bestand er also.