Nach MacBook Neo: Wie geht es mit iPads weiter?


Seit Mai 2024 versuchte Apple besonders offensiv, Nutzer vom iPad als Generalisten zu überzeugen, indem sie die neueste Prozessorgeneration exklusiv im iPad Pro anbot. Für ein halbes Jahr war Apples Tablet-Flaggschiff das einzige Gerät, welches die neueste Prozessorgeneration verwendete – erst im November 2024 erhielten MacBook Pro sowie Mac mini ein Upgrade auf M4. Ein durchschlagender Erfolg blieb aus. Stattdessen erweist sich nun, knapp zwei Jahre später, das MacBook Neo als Verkaufsschlager, obwohl das günstige Laptop mit einem anderthalb Jahre alten Handychip auskommen muss. Wie werden die Konsequenzen aussehen? Michael Tsai hat einige Einschätzungen
zusammengetragen.
Die Kritik vieler iPad-Nutzer richtet sich an die Limitierungen des Betriebssystems: iPadOS schränke die Nutzung zu sehr ein. Dateiorganisation und Fensterverwaltung bleiben eine Herausforderung auf Apples Tablets. Dazu komme ein reduziertes Software-Angebot. Steve Troughton-Smith
schreibt: Auf dem MacBook Neo für 500 Dollar und dem Gehirn eines einige Jahre alten iPhone laufen Xcode, Photoshop, Blender, Terminal und so ziemlich alles andere, was du dir vorstellen kannst, aber nicht auf einem iPad Pro für 3.200 Dollar mit einem Chip der Desktop-Klasse."
Tastatur entscheidetEs bleibt zwar dabei, dass man bei den iPads ein vollwertiges Gerät für die geringste Summe erhält. Dank des Touchscreens kommen Apples Tablets ohne weiteres Zubehör aus – theoretisch. Um ernsthaft produktiv an einem iPad zu arbeiten, kann in absehbarer Zeit eine Tastatur sowie Trackpad oder Maus notwendig sein – etwa das
Magic Keyboard Folio. Ein Blick in den Apple Store zeigt, wie in diesem Fall das Preis-Leistungs-Verhältnis aussieht: Das iPad plus Tastaturhülle kostet 678 Euro. Für 21 Euro mehr gibt es beim MacBook Neo einen schnelleren Chip, doppelt so viel Festspeicher, mehr RAM und ein größeres Display.
iPad vs. MacBook Neo| Gerät | iPad (11. Gen) | MacBook Neo |
| Prozessor | A16 | A18 Pro |
| RAM | 6 GByte | 8 GByte |
| Speicher | 128 GByte | 256 GByte |
| Display | 27,6 cm | 33 cm |
| Preis | 678 €* | 699 € |
* inklusive Smart Keyboard Folio
Ein Einsteiger-iPad mit Tastaturhülle kostet bei Apple fast genau so viel wie ein MacBook Neo.
Langfristige AuswirkungenViele iPad-Nutzer stellen inzwischen die Sinnfrage. Die Einschränkungen von iPadOS erweisen sich in der täglichen Nutzung in vielen Fällen als zu stark, als dass ein iPad tatsächlich als Laptop-Ersatz diene. Der Erfolg des MacBook Neo könnte Apple dazu veranlassen, die eigene Strategie zu überdenken. Manche der von Michael Tsai
zitierten Quellen äußern die Hoffnung, dass iPadOS lediglich einige wenige Veränderungen benötige, um zu macOS aufzuschließen. Andere wünschen sich stattdessen ein iPad mit macOS – oder einen Mac mit Touchscreen. Letzteres könnte in Erfüllung gehen, wenn die Gerüchte zu einem
MacBook Ultra Wahrheit werden.