MacBook Neo: Keine Kamera-LED mehr – aber trotzdem sicher durch "Secure Exclave"


In der Vergangenheit gelang es Hackern auf verschiedenen Plattformen, die Kameras von Computern und Handys unbemerkt zu aktiveren. Zum Schutz kleben immer noch einige Nutzer die Videokameras von Laptops ab, um ein Ausspionieren zu verhindern. Viele Hersteller, unter anderem Apple, verbauen aber kleine LEDs neben den Kameras, welche sich durch Hardware anschalten, sobald die Kamera aktiv ist. Der Vorteil liegt auf der Hand: Selbst wenn ein Angreifer vollständige Kontrolle über das Betriebssystem hat, ist ein unbemerktes Aktivieren der Kamera nicht möglich.
Beim neu vorgestellten MacBook Neo verzichtet Apple aber auf eine derartige LED neben der Kamera. Ist diese aktiviert, zeigt zwar macOS ein Symbol in der Menüleiste an – und die Befürchtung, dass dies unsicherer sei, ist erst einmal begründet. Ein Angreifer, welcher beispielsweise vollständige Kontrolle über das Betriebssystem hat, kann mit wenigen Maßnahmen verhindern, dass derartige Hinweise eingeblendet werden.
Sicher durch Secure ExclaveWie Guilherme Rambo aber
herausfand, hat sich Apple etwas Besonderes diesbezüglich einfallen lassen. Ist die Kamera oder das Mikrofon aktiv, übernimmt nicht das Betriebssystem die Darstellung der Hinweise, sondern ein spezieller Untersystem in Apples A- und M-Chips, genannt
Sichere Exklaven bzw. Secure Exclaves. Bereits vor einem Jahr tauchte ein Bericht bezüglich Secure Exclaves auf – aber damals war noch nicht vollständig bekannt, wofür Apple diese konkret verwendet. Der Konzern arbeitete laut dem Bericht bereits seit mehr als einer Dekade an derartigen Systemen – doch erst mit dem M4 und dem A18 wurden diese auch tatsächlich umgesetzt und aktiviert.
Mini-Computer im ProzessorBei Secure Exclaves handelt es sich im Grunde um einen eigenen Mini-Computer direkt im Prozessor, auf welchem sogar ein eigenes Kleinst-Betriebssystem läuft. Dieses verfügt nur über einen sehr geringen von außen zugänglichen Befehlsschatz, um die mögliche Angriffsfläche gering zu halten.
Bezogen auf die Kamera und das Mikrofon bedeutet dies, dass eine Secure Exclave diese überwacht – und bei Aktivierung selbstständig und ohne Intervention des Betriebssystems die Hinweise in der Menuleiste einblendet. Konkret würden also die virtuellen LEDs auf dem Bildschirm auch eingeblendet, wenn Kernel und das komplette Betriebssystem kompromittiert wären.