KI-Agenten im App Store? Apple soll angeblich Framework entwickeln


Dem iPhone oder Mac in Umgangssprache sagen, was man will, und die Software kümmert sich um die Details – dieses Konzept hat einen großen Reiz. Jüngst rückten KI-Agenten wie OpenClaw diese Vision scheinbar in erreichbare Nähe: Sie merken sich Nutzerpräferenzen eigenständig, um dann in deren Auftrag weitestgehend autonom zu kommunizieren, zu bestellen und zu buchen. Doch die Gefahr eines Missverständnisses, dessen Folgen fatal ausfallen, ist groß. Laut einem Bericht von
The Information arbeitet Apple intensiv daran, KI-Agenten einen Weg in die diversen App Stores des Unternehmens zu ebnen.
Die Herausforderung aus Apples Sicht besteht darin, sowohl die Datensicherheit von Anwendern zu gewährleisten als auch bösartige KI-Agenten zu verhindern, welche es auf Nutzerdaten und digitale Geldbörsen abgesehen haben. Gleichzeitig sollte ein KI-Agent auf möglichst umfangreiche Funktionen zugreifen können, damit eine Verwendung überhaupt Sinn ergibt. Dafür will Apple ein Framework entwickeln, welches sowohl Siri 2 als auch KI-Agenten anderer Hersteller mit umfangreichen Fähigkeiten ausstattet.
App Intents als Basis?Um System- und App-Funktionen für Automatisierung und Siri bereitzustellen, offeriert Apple seit Jahren das App-Intents-Framework. App-Entwickler können darüber gezielt steuern, welche Funktionen in Siri und der Kurzbefehle-App bereitstehen. Es ist möglich, dass Apple dies als Basis für agentische Interaktionen mit Künstlicher Intelligenz nutzt. Auf der WWDC 2024 kündigte Apple
ein Dutzend App Intent Domains mit über hundert Aktionen an. In der Entwickler-Dokumentation sind mittlerweile 15 Domains
aufgeführt.
Interaktion mit Diensten von DrittanbieternLaut „The Information“ hat Apple Kontakt zu App-Entwicklern aufgenommen, welche selbst Funktionen für KI-Agenten bereitstellen, namentlich Flugbuchungen und Kalendereinladungen. Dabei sprach Apple offenbar mit Anbietern wie Baidu, Alibaba und Tencent. Diese reagierten verhalten, denn sie befürchteten, dass der Konzern bei einer erfolgreichen Vermittlung eine Kommission einfordere – ähnlich den 30 Prozent, welche Apple bei allen digitalen App-Umsätzen einfordert. Apple habe geantwortet, dass man in der frühen Phase auf eine prozentuale Beteiligung verzichten wolle, aber eine Vermittlungsgebühr in der Zukunft nicht ausschließe.