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Interaktives Museum für Betriebssysteme: VirtualOSMuseum macht OS-Geschichte lebendig

Wenn heutzutage von Betriebssystemen die Rede ist, fällt kaum mehr als eine Handvoll Namen. Windows, macOS und Linux, dazu noch iOS und Android – das war es dann in aller Regel. Die Computer-Geschichte kennt aber weitaus mehr dieser im Englischen als „Operating Systems“ (OS) bezeichneten unverzichtbaren Programme. Mehr als 1.700 davon hat der Entwickler und Hobby-Historiker Andrew Markentin gesammelt. In seinem Projekt „The Virtual OS Museum“ stellt er diese der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung. Interessenten müssen sich allerdings auf einen sehr großen Download gefasst machen – und ganz problemlos gestaltet sich die Nutzung dieses interaktiven Betriebssystem-Museums auch nicht.


Mehr als 1.700 historische Betriebssysteme in einer VM
Markentin hat die historischen Betriebssysteme in eine virtuelle Maschine gepackt, welche auf dem Mac mit UTM genutzt werden kann, unter Windows und Linux kommt VirtualBox zum Einsatz. Der Download ist für alle drei Systeme identisch und enthält sämtliche erforderlichen Virtualisierungssysteme. Die Vollversion bringt mehr als 1.700 lauffähige OS-Installationen mit, der Download umfasst 121 Gigabyte. Entpackt belegt sie 174 Gigabyte, eignet sich also nur für Mac-Nutzer mit entsprechend großer Speicherausstattung. Markentin stellt zudem eine 14 Gigabyte große Lite-Version zur Verfügung (entpackt: 21 Gigabyte). In dieser sind die historischen Betriebssysteme nicht enthalten, sie werden erst bei Bedarf einzeln aus dem Internet nachgeladen.

Auswahl und Start der historischen Betriebssysteme erfolgen durch den von Andrew Markentin entwickelten OS Museum Launcher.

Von frühen Mainframes bis zu Newton OS und Mac OS X
Die Bandbreite der im virtuellen OS-Museum enthaltenen Betriebssysteme reicht von den ersten Mainframe-Rechnern über Minicomputer und Workstations bis hin zu Heimcomputern, Handhelds wie Apples Newton und frühen Systemen für Mobiltelefone wie iOS. Abgedeckt wird eine Zeitspanne von 1948 bis heute. Apple ist natürlich prominent vertreten, etwa mit Apple DOS für den Apple ][, Mac OS Classic und Mac OS X. Die vollständige Liste aller verfügbaren Installationen gibt es hier. Die Auswahl erfolgt mithilfe eines von Markentin erstellten „OS Museum Launchers“, welcher sich nach dem Start der virtuellen Maschine automatisch öffnet. Die Bedienung dieses Tools ist allerdings nicht sehr intuitiv und erfordert einiges an Eingewöhnung, probieren geht hier also über studieren.

Macs mit Apple-Chip verlangen einiges an Geduld
Besitzer eines Macs mit Apple-Chip müssen ein wenig Geduld mitbringen, wenn sie das interaktive OS-Museum nutzen wollen. Bei der von Markentin bereitgestellten virtuellen Maschine handelt es sich nämlich um eine x64-Version, auf Apple-Silicon-Macs kommt in UTM folglich eine Emulation dieser CPU zum Einsatz. Das wirkt sich negativ auf die Performance aus, wie ein Test von MacTechNews auf einem Mac mini M4 mit 16 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte SSD zeigte. Erschwerend kommt hinzu, dass etliche historische Systeme naturgemäß ebenfalls auf emulierten Architekturen laufen, was die Geschwindigkeit weiter herabsetzt. Die Lite-Version krankte zudem daran, dass Markentins virtuelle Maschine keine Verbindung ins Internet herstellen konnte, daran änderten auch verschiedene Einstellungen in UTM nichts. Mac-Nutzer sollten daher bevorzugt zur Vollversion des Virtual OS Museum greifen. Auf einem Windows-PC traten solche Probleme nicht auf, allerdings muss man auf sämtlichen Plattformen damit rechnen, dass manche der historischen Betriebssysteme eher holperig laufen.

Kommentare

MartinGrebe
MartinGrebe26.05.26 12:40
Finde ich spannend und großartig. Das lädt ja mal zum stöbern und ausprobieren ein.
Egal was du auch tust im Leben, gib immer 100%. Außer du gehst Blut spenden.
+7
System 6.0.1
System 6.0.126.05.26 12:46
Für sowas muss man aber über die passenden Enzyme verfügen.
„A lot of times, people don't know what they want until you show it to them.“ Steve Jobs, 1998
-10
tjost
tjost26.05.26 12:52
Keinerlei Workbench. ist wohl zuviel verlangt wegen der Architektur.
-3
Dunnikin
Dunnikin26.05.26 12:57
RISC OS sollte sich doch halbwegs gut auf A- und M-CPUs umsetzen lassen, weil dieses OS schon immer auf ARM lief, bereits 1987 auf dem ARM2.

Der ARM1 war nur für die Entwicklung mit 4 MHz. Man stellte fest, daß der auch mit 8 MHz problemlos lief und das war dann der ARM2.
+2
gfhfkgfhfk26.05.26 13:36
Dunnikin
Der ARM1 war nur für die Entwicklung mit 4 MHz. Man stellte fest, daß der auch mit 8 MHz problemlos lief und das war dann der ARM2.
Der ARM1 unterscheidet sich vom ARM2 durch deutlich mehr als nur die maximale Taktrate. Es wurden einige Verbesserungen in den ARM2 eingebaut. Dann muss man natürlich anmerken, dass die ersten ARM CPUs 26Bit/32Bit CPUs sind, d.h. sie haben nur einen 26Bit Adressraum, weil die oberen 6Bit für bestimmte Flags genutzt wurden. Später kamen dann richtige 32Bit CPUs, und mittlerweile sind das alles 64Bit CPUs. Allerdings kann man auf den 64Bit CPUs nur noch 32Bit oder 64Bit Programme ausführen, die alten 26Bit OS laufen nicht mehr.
+1
Dunnikin
Dunnikin26.05.26 14:10
gfhfkgfhfk
Dunnikin
Der ARM1 war nur für die Entwicklung mit 4 MHz. Man stellte fest, daß der auch mit 8 MHz problemlos lief und das war dann der ARM2.
Der ARM1 unterscheidet sich vom ARM2 durch deutlich mehr als nur die maximale Taktrate. Es wurden einige Verbesserungen in den ARM2 eingebaut. Dann muss man natürlich anmerken, dass die ersten ARM CPUs 26Bit/32Bit CPUs sind, d.h. sie haben nur einen 26Bit Adressraum, weil die oberen 6Bit für bestimmte Flags genutzt wurden. Später kamen dann richtige 32Bit CPUs, und mittlerweile sind das alles 64Bit CPUs. Allerdings kann man auf den 64Bit CPUs nur noch 32Bit oder 64Bit Programme ausführen, die alten 26Bit OS laufen nicht mehr.

Bis zum StrongARM waren es 26/32 Bit bei RISC OS, danach gab's die 26 Bit nicht mehr. Der den Acorn RiscPC (ARM 610/710/StrongARM) nachfolgende Iyonix hatte eine XScale-CPU, ein ARM-Derivat von Intel. Ohne 26 Bit.
+2
Metty
Metty26.05.26 14:20
Geniales Projekt, aber bekommt der gute Mann nicht bald Post von irgendwelchen Anwälten? Sind alle diese Betriebssysteme wirklich frei von Coprights. Ich hoffe ja, denn nur dann hätte das Projekt einen langfristigen Erfolg.
+3
Meddog26.05.26 16:41
tjost
Keinerlei Workbench. ist wohl zuviel verlangt wegen der Architektur.

Wenn du "Workbench" bezogen auf den Commodore Amiga meinst ist
es klar warum es nicht integriert ist. Sämtliche Workbench Versionen des
Amiga stehen nach wie vor unter Copyright und werden noch vermarktet.
Außerdem benötigst du in dem Fall auch noch die Kickstart ROM-Dateien
welche ebenfalls (legal) nicht frei verfügbar sind und zu erwerben sind.
+2
mikeboss
mikeboss26.05.26 21:39
tjost
Keinerlei Workbench. ist wohl zuviel verlangt wegen der Architektur.

https://amiga.vision/download/
0
Osprey27.05.26 10:16
Falls es schon jemand probiert hat würde es mich interessieren, ob bei MacOS 9 OpenGL funktioniert. Das braucht man unter anderem für Spiele. Ich hatte das unter QEMU auf Linux leider nicht zum Laufen bekommen.

Ein weiteres Problem war / ist die Verzögerung des Tons, der, wie beim Gewitter, eine Sekunde später kam.
0
Meddog28.05.26 21:35
mikeboss
tjost
Keinerlei Workbench. ist wohl zuviel verlangt wegen der Architektur.

https://amiga.vision/download/
Bei deinem link ist aber auch weder die Workbench noch die
Kickstart-Roms enthalten.

Wenn ihr eine frei verfügbare, gut aufgebaute und
legale Amiga Emulation sucht die auch noch auf quasi
jedem Rechner incl. RasPi verfügbar ist und gut läuft
(ihr benötigt lediglich die ROM Dateien - gibts bei
Cloanto legal für paar € )
dann holt euch PiMiga 5 von Chris Edwards.

Es gibt auch sonst noch ein paar andere Alternativen
die teilweise legal, teilweise illegal sind und in der Regel
aber immer kosten.

Das schöne an PiMiga ist, das es eine komplette,
legale Distribution ist welche Tausende von Programmen,
Spielen, Musik und Demos enthält und für so nahezu jeden
Amiga Liebhaber genial ist.
0

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