Duolingo nutzt Dynamic Island für Eigenwerbung – Verstoß gegen Apples Vorgaben


Als Apple im September 2022 die neuen iPhones vorstellte, stach ein Feature besonders hervor: Das iPhone 14 Pro erhielt die sogenannte „Dynamic Island“. Dabei handelt es sich um jene pillenförmige Aussparung, die eine Generation später auch bei den regulären iPhone-Modellen Einzug hielt und ihr volles Potenzial seit iOS 16.1 ausschöpft: Entwicklern ist es seitdem möglich, Live-Aktivitäten über die Dynamic Island einzublenden, um bestimmte Informationen bereitzustellen und gegebenenfalls Interaktionen mit der App zu erlauben, ohne diese bildschirmfüllend aufrufen zu müssen. Die bekannte Anwendung Duolingo macht von der Funktion ebenfalls Gebrauch, wenngleich zuletzt auf eher fragwürdige Art und Weise.
Werbung in der Dynamic IslandIm App Store tummeln sich einige Apps, mit deren Hilfe sich Fremdsprachen erlernen lassen. Bei Duolingo handelt es sich wohl um einen der bekanntesten Vertreter dieses Typs. Die Anwendung geizt nicht gerade mit Benachrichtigungen, um Nutzer an ihr Pensum zu erinnern: Immer wieder ploppen Mitteilungen auf, die auf die tägliche Lernroutine verweisen. Mit der jüngsten Entwicklung scheinen die Entwickler den Bogen jedoch etwas überspannt zu haben: Die App bediente sich bei einigen Nutzern der Dynamic Island, um Eigenwerbung anzuzeigen. Dabei geht es um einen preisreduzierten In-App-Kauf:
Quelle: rapha3l14 via
RedditDie Reaktion auf den Banner ist wenig überraschend überwiegend negativ: Die Einblendung über die Dynamic Island gilt den Anwendern als unangenehm aggressive Werbung. Wie viele davon betroffen sind, ist allerdings unklar. Möglicherweise hat Duolingo diese Praxis mittlerweile wieder eingestellt.
Verstoß gegen Apples RichtlinienApple schiebt dieser Vorgehensweise eigentlich einen Riegel vor: Die
Designrichtlinien für Entwickler sehen vor, dass Live-Aktivitäten keinerlei Werbung beinhalten dürfen. Nutzer sollen über Ereignisse und Aufgaben auf dem Laufenden gehalten werden, daher sei es wichtig, lediglich damit im Zusammenhang stehende Informationen einzublenden. Unbekannt ist, ob Apple bereits bei den Entwicklern interveniert hat.