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Beschäftigung für die Feiertage: Playstation 2 Games auf dem Mac spielen

Wer gerne alte Playstation-2-Games spielen möchte, findet mit dem Emulator PCSX2 eine brauchbare und kompatible Lösung. Dieser Emulator wurde erst kürzlich durch einen Metal-nativen Renderer erweitert, so dass auch auf Macs eine gute Performance erreicht wird. Allerdings steht PCSX2 nur als Intel-Version zur Verfügung, noch nicht als M1-optimierter Build. Doch Rosetta leistet auch hier einen guten Job und die Performance ist auch auf M1-Macs brauchbar.


Der aktuelle Build kann direkt auf der Github-Seite kostenfrei heruntergeladen werden. Doch Vorsicht: Die Version ist nicht signiert – und in den Standardeinstellungen verweigert macOS das Starten. Aber dies lässt sich einfach durch einen Rechtsklick auf das Programm und das Auswählen von "Öffnen…" korrigieren: Nun fragt macOS nach, ob das Programm trotzdem ausgeführt werden soll.

BIOS-Dateien
Der Emulator wird aber ohne die BIOS-Dateien einer Playstation 2 ausgeliefert, da es sich hier um Dateien handelt, an welchen Sony die Urheberrechte besitzt. Um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, müsste man also die BIOS-Dateien einer im Besitz befindlichen Playstation 2 extrahieren. Eine Google-Suchanfrage führt aber zu etlichen Download-Links, über welche sich der aufwändige Extraktionsprozess umgehen lässt – doch grundsätzlich ist dies ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Ist man nun im Besitz der BIOS-Dateien, platziert man diese in folgendem Verzeichnis:

/Users/<NUTZERNAME>/Library/Application Support/PCSX2/bios

Danach zeigt PCSX2 die BIOS-Dateien im Einrichtungsassistenten zur Auswahl an.

Viele Optionen
Die grafische Nutzeroberfläche von PCSX2 ist nicht sonderlich hübsch, aber über die Menüleiste erhält man Zugriff auf vielfältige Optionen. Näher ansehen sollte man sich die Grafikoptionen: Hier kann man festlegen, in welcher Auflösung der Emulator die Bilder berechnet. Erhält man eine zu geringe Bildrate, sollte man die Auflösung verringern oder einen Blick in die Hardware-Hacks werfen.


Unterstützung für Gamepads, aber Spielen über Tastatur ist auch möglich
PCSX2 unterstützt alle Gamepads, welche sich mit macOS verbinden lassen – also beispielsweise Controller der Playstation 4 und 5 sowie von diversen Xbox-Generationen. Aber auch die Tastatur kann verwendet werden, um Playstation-2-Games zu spielen. Hier stehen viele Optionen zur Konfiguration bereit, welche sich ebenfalls über die Menüleiste erreichen lassen:


Spiele laden
Besitzt man nun eine ISO-Kopie eines Playstation-2-Spieles, kann man diese über das CDVD-Menu auswählen. Ist die virtuelle DVD eingelegt, muss man diese nun mittels des Kommandos "Boot ISO" im System-Menu starten. Über das CDVD-Menu lässt sich jederzeit ein anderes Spiel auswählen.

Performance
Auf einem Mac mini M1 in Basisausstattung mit 8 GB RAM finden sich viele Spiele, die trotz Rosetta-Emulation mit spielbaren Bildraten laufen. Dazu gehören beispielsweise God of War, GTA: San Andreas und Tekken 5.


Doch manche Playstation-2-Games laufen nicht mit akzeptabler Performance: Zum Beispiel erreicht Gran Turismo 4 gerade einmal 5 bis 15 Bilder pro Sekunde auf besagtem Mac mini in den Standardeinstellungen. Es ist zu hoffen, dass eine native Version des PCSX2-Emulators die Performance mancher Spiele deutlich erhöht.

Bald auch Playstation-3-Spiele auf dem Mac
Die Entwickler des bekannten Playstation-3-Emulators RPCS3 arbeiten aktuell daran, mittels MoltenVK Metal-Unterstützung umzusetzen. Noch ist dies nicht weit genug gediehen, um wirklich Spiele damit auszuführen – doch es ist zu erwarten, dass in den kommenden Monaten eine lauffähige Version erscheint.

Kommentare

Legoman
Legoman29.12.21 19:25
Schon irgendwie ulkig, dass der brandaktuelle und blitzschnelle M1 Probleme hat, 20 Jahre alte Hardware zu emulieren.
-10
Mendel Kucharzeck
Mendel Kucharzeck29.12.21 19:40
Legoman
Emulation benötigt meist ein Vielfaches der eigentlichen Rechenleistung der zu emulierenden Plattform – besonders wenn diese über Hardware-Features oder "Hacks" verfügt, die heute so nicht mehr existieren. Gutes Beispiel ist hier das Ändern der Farbpalette pro Scanline bei alten Computern.
+3
Etze29.12.21 21:48
Zumal es nunmal kein natives Binary für M1 war. Also Emulation in Emulation. Dafür klingt die Leistung gar nicht mal schlecht. Ich bin auf die M1-native Version gespannt.

Auf meinem Core i5 6300U Notebook unter Linux ist der Emulator leider auch nicht schnell genug.
Retro reloaded !!!
+1
svenhalen
svenhalen29.12.21 23:09
Vermutlich ist PlayStation Now die bessere Wahl
-3
Börne29.12.21 23:56
Legoman
Schon irgendwie ulkig, dass der brandaktuelle und blitzschnelle M1 Probleme hat, 20 Jahre alte Hardware zu emulieren.
Ja, hätte ich auch so nicht erwartet.
-3
tjost
tjost30.12.21 08:15
Das läuft leider noch absolut inakzeptabel.
-1
LoCal
LoCal30.12.21 11:19
Legoman
Schon irgendwie ulkig, dass der brandaktuelle und blitzschnelle M1 Probleme hat, 20 Jahre alte Hardware zu emulieren.

Vielleicht vorher mal Release-Notes lesen …
The metal renderer is currently missing some optimizations that would help performance on Apple GPUs
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
0
steve.it30.12.21 12:40
Der Sonderweg "Metal" ist an einigen Stellen ein Problem und kann dazu führen, dass es in Zukunft ggf. bestimmte Software nicht mehr für den Mac gibt oder suboptimal läuft. Es fehlt z.B. an Entwicklern in der OpenSource-Welt bzw. die vorhandenen sind nicht bereit den extra Weg extra für Apple zu gehen (sofern die überhaupt einen Mac besitzen), was irgendwo verständlich ist (insbesondere da das primäre System meist ein Linux ist).

mpv ist z.B. so ein Beispiel. Das ist ein mächtiger MediaPlayer - viele der Macuser halten das für einen 0 8 /15 Player, weil man noch nicht tiefer in IIANA reingeschaut hat. IINA kennt der ein oder andere. Das ist nichts anderes als ein Mac-Frontend für mpv.
Zukunft unklar. Davon könnte auch andere Software betroffen sein. Plex nutzt meine ich ebenfalls mpv (auch meiner Kenntnis nach auf iOS/tvOS).

Beispiel - basiert auch auf mpv:
"We, the SVP Team, would be happy to say goodbye to the archaic 24 frames per second movie standard. We believe that SVP is a must-have product for every person who enjoys watching movies on PC.

SVP converts any video to 60 fps (and even higher) and performs this in real time right in your favorite video player."
https://www.svp-team.com

Darktable könnte in absehbarer Zukunft auch davon betroffen sein, um ein weiteres Beispiel zu nennen.
0
Legoman
Legoman30.12.21 13:22
LoCal
Vielleicht vorher mal Release-Notes lesen …
The metal renderer is currently missing some optimizations that would help performance on Apple GPUs
Und das soll mich daran hindern, mich zu wundern bzw. es erstaunlich zu finden?
-4
milk
milk02.01.22 13:44
Ich habe das mal auf einem fast 20 Jahre alten iMac laufen lassen. Metal hat nicht funktioniert, aber mit OpenGL lief es einwandfrei und absolut flüssig. Zumindest von der Software her ist es kein Problem, die gute alte MIPS CPU schnell genug zu emulieren.
0
MetallSnake
MetallSnake03.01.22 13:45
Legoman
Und das soll mich daran hindern, mich zu wundern bzw. es erstaunlich zu finden?

Es läuft nicht nativ auf dem M1, es ist nicht an die Grafik API angepasst. Was ist daran erstaunlich dass es dann nicht 100% rund läuft?
Es ist eher erstaunlich dass es so gut läuft. Zumals hier ein schwer zu emulierendes System emuliert werden soll.
Wirklich gut ist die Emulation bis heute nicht. Das würde noch ein vielfaches mehr an Rechenpower benötigen.

Selbst bei einem eher einfachen System wie dem SNES braucht es einiges mehr als man meinen könnte.
Es ist erstaunlich dass die PS2 Emulation überhaupt brauchbar läuft.
Die Menschheit ist eine völlig außer Kontrolle geratene Primatenspezies.
0

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