Apples State of the Union 2026 – die kleine Keynote nach der großen


Auch wenn die WWDC offiziell eine Entwicklermesse ist, betreffen die dort gezeigten Inhalte fast alle Nutzer – weswegen die Keynote eben nicht nur von Entwicklern verfolgt wird. Apple fährt diesbezüglich seit vielen Jahren zweigleisig. Zunächst gibt es die große Eröffnungs-Keynote, im Anschluss dann die "Platforms State of the Union"-Ansprache mit eindeutigem Developer-Fokus. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich aber ebenfalls nicht mehr um Darbietungen auf der Bühne, sondern um aufgezeichnete, cineastischer anmutende Auftritte. Wer wirkliche Tiefe sucht, muss die einzelnen Entwickler-Sessions verfolgen.
Technologien – und wofür diese einzusetzen sindAuf der Platform State of the Union 2026 ließ Apple zahlreiche Vertreter der Entwicklerteams zu Wort kommen und über neue Technologien sprechen. Der Schwerpunkt lag wenig überraschend auf den Entwicklerthemen hinter der Keynote, also weniger auf "Siri AI für Nutzer", sondern darauf, wie Apps, Xcode und Systemframeworks diese Funktionen nutzen sollen. Apple beschreibt Apple Intelligence als "grundlegend neu aufgebaut", was für Entwickler Arbeit, allerdings auch Chancen bedeutet.
Entwickler erhalten weitreichenden Zugriff auf KI-FunktionenApple Intelligence wird für Entwickler wichtiger als beim ersten Anlauf, denn Apple öffnet die Architektur nun breiter. Apps können Text und Bilder verarbeiten, eigene Fähigkeiten bereitstellen und Aufgaben je nach Leistungsbedarf lokal oder serverseitig ausführen. Somit tauchen die präsentierten Funktionen nicht nur im System, sondern in einigen Monaten gleichermaßen in Drittanbieter-Apps auf. Vor allem die Anbindung an Siri steht vor wichtigen Verbesserungen – was theoretisch seit Jahren funktioniert, allerdings mit erheblichen Einschränkungen, lässt sich fortan sehr viel weitreichender nutzen.
Liquid GlassNicht nur in der Haupt-Keynote, auch in der State of the Union kommen die Aufräumarbeiten bei Liquid Glass zur Sprache. Die Grundidee bleibt, aber Apple bessert an Stellen nach, an denen die Oberfläche zu unruhig, verspielt oder schwer lesbar war. Apple zeigte, wie Entwickler ihre Apps an die weiterentwickelte Liquid-Glass-Optik anpassen sollen – hier bleibt zu hoffen, dass nicht nur die Oberfläche, sondern die Frameworks selbst aufgeräumt wurden. Die Qualität der Werkzeuge lässt unter Tahoe nämlich teils sehr zu wünschen übrig.