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Apple verklagt iOS-Virtualisierer Corellium: Einfach nur geklaut?

Ein virtualisiertes iPhone im Browser, das dem Aufspüren von Sicherheitslücken in iOS dienen soll: Was praktisch und nützlich klingen mag, ist für Apple schlicht und ergreifend eine Verletzung von Urheberrechten. Der kalifornische Konzern will daher jetzt das Angebot des Anbieters Corellium gerichtlich verbieten lassen.


Virtuelles iOS im Browser
Das im US-Bundesstaat Delaware ansässige Unternehmen Corellium stellt seinen Kunden eine virtualisierte iOS-Umgebung zur Verfügung. Diese befindet sich auf Corelliums Servern und wird per Browser angesteuert. Die zum Einsatz kommenden iOS-Versionen werden dabei von Apples Servern bezogen, dann allerdings in der virtuellen Umgebung installiert. Corellium will damit nach eigenen Angaben vor allem Sicherheitsforschern spezielle Testumgebungen bieten, in denen sie Lücken in der Software und den Geräten des iPhone-Konzerns aufspüren können.


Corellium bietet virtualisierte iOS-Umgebungen an.

"Perfekte digitale Nachbildung"
Für Apple basiert das Geschäftsmodell von Corellium hingegen auf der Verletzung von Urheberrechten. Das Unternehmen wolle Geld verdienen, indem es illegal das iPhone-Betriebssystem und sämtliche enthaltenen Apps kopiere, heißt es in der Klageschrift, die jetzt in Florida eingereicht wurde. Corellium selbst bewerbe sein Angebot als "perfekte digitale Nachbildung" einer breiten Palette von Apples marktführenden Geräten, ohne hierfür eine Erlaubnis des iPhone-Konzerns zu haben.

"Einfach alles kopiert"
"Corellium hat einfach alles kopiert: Den Code, die grafische Benutzeroberfläche, die Icons – einfach alles", heißt es in der Klage weiter. Damit habe das Unternehmen sich eklatanter Urheberrechtsverletzungen schuldig gemacht. Zudem ermuntere Corellium die Kunden, entdeckte Sicherheitslücken nicht zu melden, sondern auf dem entsprechenden Markt an den Meistbietenden zu verkaufen. Apple verlangt in der Klage die Einstellung der iOS-Virtualisierung und die Löschung sämtlicher illegaler iOS-Kopien. Zudem soll Corellium Schadensersatz leisten.

Kommentare

kolibri90019.08.19 13:07
Richtig so, ich hoffe Apple bekommt Schadensersatz in Milliardenhöhe.
+3
Steffen Stellen19.08.19 13:26
Das klingt technisch shcon interessant. Wie funktioniert das denn technisch im Details?
+1
Phuong19.08.19 16:37
Apple verklagt also Corellium und ich frage mich also, was genau sie im Urheberrecht "verletzt" haben sollen, da sie iOS überhaupt nicht zu modifizieren scheinen und nur Kombinationen von Emulationsmagie + in iOS integrierten nvram-Variablen verwenden, um einige der Features zu emulieren. Laut Apples Anschuldigung, wäre es also auch eine Kopie von Windows, wenn ich Windows in einer virtuellen Umgebung laufen lasse. Seltsame Welt, dabei wird doch überhaupt nichts kopiert... IPSW Dateien bekomme ich normal heruntergeladen über iTunes.
+1
Michael Lang19.08.19 18:00
Das Problem wird wohl folgendes sein:
Die zum Einsatz kommenden iOS-Versionen werden dabei von Apples Servern bezogen, dann allerdings in der virtuellen Umgebung installiert.

Die ziehen also das iOS von Apples Servern. Das wird sicherlich nicht legal sein.
Wenn ich zb. Windows in einer virtuellen Umgebung laufen lassen will, muß ich mir auch eine offizielle Version kaufen und installieren.
- Das größte Maul und das kleinste Hirn,wohnen meist unter derselben Stirn. - Hermann Oscar Arno Alfred Holz, (1863 - 1929), deutscher Schriftsteller
+2
LoCal
LoCal19.08.19 18:25
Es gibt halt keine Lizenz um iOS in einer virtuellen Umgebung laufen zu lassen.
Mich würde aber schon sehr interessieren, wie die das überhaupt hinbekommen.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+3
PaulMuadDib19.08.19 20:48
Phuong
Laut Apples Anschuldigung, wäre es also auch eine Kopie von Windows, wenn ich Windows in einer virtuellen Umgebung laufen lasse.
Korrekt. Du brauchst eine extra Windows-Lizenz dafür. Und wenn Du dann noch Office da drauf packst, dann brauchst du sogar für jeden potentiellen Nutzer eine Office-Lizenz.
+1
AppleUser2013
AppleUser201319.08.19 21:40
Genau das ist ja der Punkt... Du kaufst Dir eine Windows Lizenz umd diese dann bei Parallels oder VMWare Fusion zu nutzen... Da hat PaulMuaDib... Wieso eigentlich nicht Atreides absolut recht...

Wenn aber Corellium Code klaut ohne Erlaubnis des Rechteinhabers...(Apple), um das IOS zu virtualisieren; Dann hat Apple jedes Recht das zu unterbinden...

Nehmen wir an, du würdest einen geklauten Code für Windows in der VM nutzen und MS würde das mitkriegen. Dann würden sie Dir das Windows sperren...als Beispiel
+1
Phuong19.08.19 22:06
Jeder der über iTunes die IPSW lädt, bezieht diese von Apples Servern... Hab ich jetzt Code geklaut? Warum sollte Corellium Code geklaut haben?
Das Einzige was man ihnen anprangern kann, ist doch die unerlaubte Nutzung der Software in einer virtuellen Umgebung.

Es wäre für beide Unternehmen nützlich, sich zu einigen. Eventuell Lizenzgebühren zahlen, denn die ganze Forschung die über Corellium betrieben wird, ist äußerst nützlich, um potenzielle Sicherheitslücken zu finden. Wäre wirklich schade, das zu verteufeln und einzustellen.
+1
LoCal
LoCal20.08.19 00:31
Phuong
Jeder der über iTunes die IPSW lädt, bezieht diese von Apples Servern... Hab ich jetzt Code geklaut? Warum sollte Corellium Code geklaut haben?

Egal ob als Download, DVD,CDROM oder Floppy, man erwirbt (so gut wie*) nie “den Code”. Was man, gerade bei kommerziellen Betriebssystemen, und nichts anderes ist iOS, erwirbt ist eine Nutzungslizenz. Das bedeutet, dass man “lediglich” das Recht erhält, die Software im Rahmen der Lizenzbedingung zu nutzen. Bei macOS und iOS ist ein Teil dieser Nutzungsbedingungen z.B., dass die Software nur auf Apple betrieben werden darf (macOS darf unter macOS(?) virtualisiert werden.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+1

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