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25 Jahre Mac OS X – als ein neues Mac-Zeitalter begann

Im März 2001 begann ein neues Kapitel für Apple, dessen Bedeutung wohl noch höher als die Wechsel der Prozessorarchitekturen anzusehen ist. Mit der Veröffentlichung von Mac OS X 10.0 im März 2001 beendete Cupertino einerseits die seit Herbst 2000 laufende Public Beta, andererseits erfolgte ein großer Schritt in die Zukunft (den man 1998 schon angekündigt hatte). In mehrfacher Hinsicht war das klassische Mac OS nämlich technologisch veraltet, es fehlten beispielsweise Speicherschutz oder präemptives Multitasking. Dies hatte gravierende Auswirkungen, denn der Software im Vordergrund gehörte quasi der gesamte Mac. Konkret: Ein steckengebliebener Druckdialog blockierte das komplette System, nichts anderes war mehr auszuführen. Apples Versuche, ein ganz neues OS zu entwickeln, scheiterten ("Copland") – doch mit der NeXT-Übernahme sicherte sich Apple den technischen Unterbau, Mac OS X auf die Beine zu stellen.


Mac OS X machte so ziemlich alles neu
Statt einer Weiterentwicklung von Mac OS 9 war Mac OS X ein von Grund auf neu konstruiertes, modernes Betriebssystem auf UNIX-Basis, das viele Elemente von NEXTSTEP übernahm. Viele Anwender stellten sich nach der Veröffentlichung dennoch die Frage, ob Apple nicht einen falschen Weg beschritt. Vor allem auf G3-Rechnern war die Performance teils so schlecht, dass Tastatureingaben nur verzögert auf dem Bildschirm erschienen. Auch ein Großteil der kommerziellen Software war noch nicht an das neue Betriebssystem angepasst, womit der Einsatz für viele Unternehmen ausschied. Kernel Panics verursachte man bereits gerne durch Abstecken der Maus – DVDs ließen sich nicht abspielen, die meisten Drucker wurden schlicht nicht erkannt.


Public Beta, noch mit mittigem Apfel

Beeindruckende Oberfläche, doch Macs waren zu langsam
Ein anderer Punkt sorgte indes bei vielen für Begeisterung, denn die Aqua-Oberfläche war geradezu revolutionär. Schatten- und Glanzeffekte verliehen dem System eine Anmutung, welche man noch nie zuvor gesehen hatte. Die Philosophie hinter Aqua besagte, dass man einzelnen Elementen der UI das Aussehen von Flüssigkeiten verlieh. Fast alle Buttons verhielten sich wie ein Tropfen Wasser, der sich ganz bewusst von der Oberfläche abhebt. Sicherlich wären mehr Nutzer davon begeistert gewesen, hätte die Rechenleistung der damaligen Macs auch für das grafische Spektakel ausgereicht.


Mac OS X 10.0 in der finalen Version

Mac OS 10.1 kam rasch, um die gröbsten Mängel zu beseitigen
Das erste große Update ließ nicht lange auf sich warten, Mac OS X 10.0 wies einfach noch zu viele Schwächen auf. Aufgrund der teils heftigen Kritik entschied sich Apple, bereits am 25.09.2001 Mac OS X 10.1 (Codename Puma) auszuliefern – und zwar als kostenloses Update, wohingegen Mac OS X 10.2 wieder rund 160 Euro kostete. Puma brachte vor allem spürbare Performance-Verbesserungen mit, "Digitale Bilder" sorgte fortan für Zugriff auf Digitalkameras und Scanner, Druckertreiber für die meisten populären Baureihen waren vorhanden, der "DVD Player" erschien – und gleichzeitig legte sich auch die Entwicklergemeinde ins Zeug, Programme nativ für Mac OS X anzubieten. Das System begann, immer mehr Nutzer zu überzeugen und sein Potenzial auszuspielen.


Mac OS X 10.1 "Puma" im Einsatz

Knapp 20 Jahre später: Mac OS X/10 wurde zu macOS 11
Das "X" im Systemnamen stand einerseits für 10 als Nachfolger von Mac OS 9, andererseits galt es aber auch als Anspielung auf den UNI"X"-Unterbau. Fast zwei Jahrzehnte lang blieb Apple der Bezeichnung treu und veröffentlichte insgesamt 15 weitere "10.x"-Releases. Erst im Spätherbst 2020 erfolgte der Schritt, den "10er"-Raum zu verlassen. Allerdings war die Versionsnummer ohnehin immer weiter in den Hintergrund gerückt, denn seit Mac OS X 10.2 Jaguar begann Apple, im Marketing vorrangig von Katzennamen zu sprechen. OS X 10.9 Mavericks brachte den Wechsel von Vierbeinern hin zu bekannten Orten – und Big Sur wechselte dann erstmals die Hauptversionsnummer 10 durch eine 11 aus.


25 Jahre später: Der Sprung auf 26 ist erfolgt
Zweieinhalb Jahrzehnte nach der Markteinführung hat sich die Versionsbezeichnung noch einmal gewandelt, denn im vergangenen Herbst sprang Apple von 15 direkt auf 26, dies einheitlich bei allen Plattformen. Die Stimmung ist bei vielen Nutzern inzwischen aber etwas gekippt, unter anderem aufgrund der technisch schlechten und fehlerbehafteten Umsetzung von Liquid Glass. Beschwerden über Qualitätsprobleme werden immer häufiger, weswegen derzeit die Hoffnung herrscht, dass macOS 27 tatsächlich jenes Aufräum- und Bugfix-Update wird, von dem Bloomberg mehrfach berichtete. Dennoch: Es handelt sich weiterhin um Gemecker auf hohem Niveau, denn es kann nicht die Rede davon sein, dass Nutzer sich vom System abwenden und reihenweise auf Windows oder Linux umsteigen.

Kommentare

retoter
retoter24.03.26 17:23
Wer kann eine uptime von 788876580 Sekunden vorweisen?
+1
Moka´s Onkel
Moka´s Onkel24.03.26 17:33
Um ganz ehrlich zu sein, gefällt mir Aqua immer noch besser als Liquid Glass. Klar wirkt Liquid Glass an vielen Stellen moderner, doch viele, viele Details sind im Laufe der Zeit verloren gegangen oder aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen weg-designt worden.
+7
milk
milk24.03.26 17:39
Ich bin ausgesprochen dankbar, dass ich die Entwicklung von OS X von Anfang an miterleben durfte. War eine tolle Zeit, und die Keynotes waren jedes Mal ein Highlight. Gute alte Zeit.
+5
LoCal
LoCal24.03.26 17:46
Moka´s Onkel
Um ganz ehrlich zu sein, gefällt mir Aqua immer noch besser als Liquid Glass. Klar wirkt Liquid Glass an vielen Stellen moderner, doch viele, viele Details sind im Laufe der Zeit verloren gegangen oder aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen weg-designt worden.

Das problem von Liquid Glass ist, dass es auf Effekte setzt, die, zumindest teilweise, die Benutzbarkeit massiv einschränken.
Aqua war trotzdem immer klar und auf Benutzbarkeit angelegt.
Ich hab zwar keine Lösung, doch ich bewundere dein Problem
+3
typneun24.03.26 17:50
25 Jahre selbstständig. Und 25 Jahre auf Mac OS (X). Wahnsinn...

Screenshots sehen immer noch fein aus, finde ich auch! 🤩
+2
Moka´s Onkel
Moka´s Onkel24.03.26 17:51
retoter
Wer kann eine uptime von 788876580 Sekunden vorweisen?

Alle die, die an NeXT Computern gearbeitet haben, nutzen das System schon länger als 25 Jahre. Ich habe die Jahre von 1992 bis 2000 an meiner NeXT Station mit NEXTSTEP als OS jedenfalls sehr genossen.
+1
Perry Goldsmith
Perry Goldsmith24.03.26 18:05
Ich war ein Amiga, Linux, FreeBSD und Windows-User bis Mac OS X kam. Es war für mich der Grund, sich einen sehr günstigen iMac zu kaufen. Java-Unterstützung war für mich damals wichtig und auch der Internet Explorer(1). Beides lief hervorragend auf dem kleinen iMac, aber so richtig süchtig machte dann der iMac G4 mit dem Superdrive, weil man damit nicht nur Hochzeitsvideos schneiden konnte. Dann der iPod, die Keynotes, Jaguar … insanely great!

(1) Ich war aber eher ein Fan von OMNIWeb. Die Omni-Leute hatten schon auf dem NeXT tolle Software.
+2

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